Falkenstein, Pfronten

Burg Falkenstein, Pfronten

Deutschland / Bayern

Die Burg Falkenstein liegt auf 1277m und ist damit die höchstgelegene Burg Deutschlands. Zur Südseite hin fällt der Berg mehrere hundert Meter senkrecht ab.
1280 wurde die Anlage als Zeichen der Macht unter dem Graf Meinhard II. von Tirol errichtet. Sie hieß damals noch Pfronten. Im 15. Jahrhundert entstand der Name Falkenstein. 1646 zündete man Falkenstein an, um sie nicht dem Feind zu überlassen. König Ludwig II. von Bayern wollte aus der Ruine ein Schloss machen, ähnlich wie Neuschwanstein. Die Pläne wurden nie umgesetzt.
Heute zieht die Ruine viele Touristen an. Der Blick über das bayerische Land und in die Alpen ist einmalig.

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Adresse

Burg Falkenstein, Pfronten
Auf der Falkenstein 1
87459 Pfronten
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: -
Lage: 1277 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 06:52-16:07 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Auf dem sogenannten Manzenberg thront auf 1277 m Höhe oberhalb einer 400 m hohen Steilwand die eindrucksvolle Burg Falkenstein. Die Anlage ist die höchstgelegene Burg Deutschlands und heute als Ruine frei besuchbar.
Ursprünglich wurde sie als Drohgebärde und Zeichen der Macht errichtet. Sie besaß nie eine militärische oder wirtschaftliche Funktion. Nach 1270 begann man mit dem Abtragen des Berggipfels und der Erschaffung eines Plateaus, auf dem aus dem gewonnenen Kalkbruchstein ein kleiner Wohnturm mit umliegender Ringmauer errichtet wurde. Der Wohnturm wurde um 1300 mit einem Gewölbe versehen.
Bis heute haben sich nur der Wohnturm, auch Festes Haus genannt und wenige Reste der Ringmauer erhalten. Die Ringmauer war nur 1 m dick und nicht auf Belagerungen ausgelegt. Der Wohnturm besaß drei Stockwerke und ein ausgebautes Dach. Er war 8,7 m breit und 18,5 m lang. Ursprünglich sollte er nur 15 m lang werden, wurde aber noch während des Baus um 3 m verlängert. Der Zugang erfolgte über das erste Stockwerk, das in der allgemeinen Literatur als Zwischengeschoss bezeichnet wird. Darunter lag ein dunkles Erdgeschoss ohne Fenster, das wahrscheinlich als Lager genutzt wurde. Das Obergeschoss war eine beheizbare, große Halle mit größeren Fenstern, die als Wohnstube diente. Bischof Wolfhard von Augsburg ließ hier ein Kreuzgratgewölbe mit drei Jochen um 1300 einziehen. Ansätze lassen sich noch an den Innenseiten der Mauern erkennen. Im Dach waren weitere Wohn- und Schlafräume untergebracht.
Bis heute haben sich nur drei Außenmauern erhalten. Bis in das 19. Jahrhundert waren alle Außenmauern noch existent, doch wurde durch einen Blitzeinschlag die Ostmauer vollständig niedergelegt. An dieser Seite befand sich ursprünglich der Eingang, der heute an selber Stelle ebenerdig liegt. 2005 wurde in der Anlage eine hölzerne Aussichtsplattform installiert, die die Möglichkeit gibt die weite Aussicht aus dem ehemals obersten Stockwerk des Gebäudes nachvollziehen zu können. Die höchste Mauer hat sich bis zu einer Höhe von 8 m erhalten.
Bei genauer Betrachtung des erhaltenen Mauerwerks erkennt man teilweise die Ausbesserung mit Ziegeln von 1565. Zudem sind Spuren der Betonarbeiten aus dem 20. Jahrhundert sichtbar. Der ehemalige Wirtschaftshof der Burg, quasi eine unbefriedete Vorburg, lag 50 m unterhalb der Anlage auf dem Schlossanger. Der Brunnen wurde aus Kostengründen im Bannwald angelegt und war mehrere hundert Meter entfernt. Er lag somit mehrere 100 m unterhalb der Burg, was die Grabungsarbeiten deutlich billiger machte. Auf der Burg sorgte nur eine Regenwasserzisterne für die Grundversorgung.
Das Leben auf der Burg war sehr beschwerlich. Aufgrund der Höhe und der niedrigen Umgebung sind die Wetter- und Windverhältnisse extrem. Winter und Stürme waren auf der Anlage deutlich spürbar und zogen ungebremst über sie hinweg. Die undichten Fenster waren wahrscheinlich mit Fällen bespannt, sodass es die meiste Zeit des Jahres recht dunkel in den Räumen war. Nahrungsmittel, Holz zum Heizen und die Grundversorgung mussten über einen kleinen Weg aus dem Tal hoch transportiert werden. Der Abstieg dauerte über eine Stunde, der Aufstieg noch länger. Dementsprechend war auch eine Überwachung naher Handelsstraßen nicht möglich.
Heute liegt die schöne Burgruine oberhalb eines kleinen Hotels. Mit weiter Aussicht und recht gut erhaltenem Mauerwerk lädt sie zu einem Besuch und zum Verweilen ein. Obwohl die Anlage recht bekannt ist, hält sich der Besucherstrom in Grenzen.

Historie

Burg Falkenstein hieß anfangs noch Pfronten. Es gibt Theorien, dass die Anlage 1059 errichtet wurde. Sie wurde nachweislich tatsächlich aber erst nach 1270 durch Graf Meinhard II. von Tirol erbaut. Er beanspruchte damals einen Teil des Erbes von Konradin V. dem Staufer. Die bayerischen Herzöge zogen das Staufererbe ein, sodass Meinhard die Burg als provozierende Drohung und als Zeichen der Herrschaftsgeste auf dem Berg errichten ließ. Die Ausrichtung nahe der Grenze Richtung Herzogtum Bayern bzw. Füssen sollte einschüchternd wirken. Zudem verlief in der Nähe die Handelsstraße nach Italien, die wirtschaftlich sehr wichtig war und von der Burg gesehen werden konnte. Durch die exponierte Lage war Pfronten, bzw. Falkenstein im Unterhalt sehr teuer und besaß abseits jeder Straße und Ortschaft nur den Sinn Eindruck zu machen.
Um 1290 schloss Bischof Wolfhard von Augsburg einen Pakt mit Meinhard II. von Tirol und bekam als Lehen die Burg Falkenstein. Er ließ um 1300 ein Gewölbe in der Anlage einziehen, das die Decke der Räume verzierte. Ab 1310 war sie von Augsburgischen Vögten und Pflegern bewohnt.
Im 15. Jahrhundert taucht erstmals der Name Burg Falkenstein auf. Ab 1565 soll die Anlage in einem katastrophalen Zustand gewesen sein. Hans Brait, der damalige Burgpfleger, schrieb in einer Beschwerde, dass die Anlage nicht mehr bewohnbar sei und er die meiste Zeit des Jahres im Stadel unterhalb der Burg wohnen muss (Wirtschaftshof 50m unter der Burg). Sein Sitz wurde endgültig 1582 ins Tal verlegt. Die Anlage wurde nach seiner Beschwerde notdürftig repariert, ist 1585 aber wieder als halb eingestürzt bezeichnet worden.
Im Dreißigjährigen Krieg zündeten die Tiroler Landesherren alle Burgen in der Region an, da 1646 die Schweden und die Franzosen in das Land einrückten. Man wollte verhindern, dass sie sich auf den Burgen verschanzen und festsetzen konnten. Auch Falkenstein wurde dementsprechend am 15. September 1646 angezündet.
1883 war der Bau des Schlosses Neuschwanstein in vollem Gange. König Ludwig II. von Bayern, Bauherr von Schloss Neuschwanstein, entschied sich, dass er neben einer deutschen Ritterburg noch eine Raubritterburg haben wollte. Die Burgruine Falkenstein bot sich aus seiner Sicht dafür an, da sie auf schroffem Felsen in immenser Höhe das typische, romantische Bild einer Raubritterburg besaß. 1884 erwarb er die Burgruine mit umliegendem Felsen. Im gleichen Jahr ließ er noch einen Weg anlegen, der für die Anfahrt von Baumaterial gedacht war. Genau wie bei Schloss Neuschwanstein begann der Bau mit der Verlegung einer Wasserleitung 1885. Die Wasserleitung bestand aus einem Wasserrad mit zwei Pumpanlagen, die mit ca. 50 Bar 24 l trinkbares Wasser pro Minute 400 m bergauf pumpten. Die Installation der Anlage kostete fast 50.000 Mark.
Der nächste Schritt wäre der Abriss der alten Ruine gewesen, da es damals technisch nur schwer möglich war bestehende Ruinen in neue Gebäude zu integrieren. Zu diesem Zeitpunkt waren die Entwürfe noch in der Planungsphase und wurden immer wieder verkleinert, da die finanziellen Mittel des Königs nur noch sehr knapp waren. Neuschwanstein hat ihn bis zu diesem Zeitpunkt schon mehr als 4.000.000 Mark (20.000.000 Euro) gekostet.
Der erste Entwurf stammte von Christian Jank von 1883, war aber auf dem kleinen Felsen nicht realisierbar. Georg von Dollmann empfahl 1884 einen sehr schlichten Bau, ähnlich einer Villa, die nach Ludwig II. von dem "neureichen Geldadel" überall gebaut werden könnte. Ludwig II. von Bayern war so unzufrieden mit dem Entwurf, dass er Dollmann sofort entließ. 1884 kam es zu einem dritten Entwurf von Max Schultze. Der Entwurf ähnelte sehr stark dem Palas von Schloss Neuschwanstein und besaß ebenfalls an der Seite einen hohen Treppenturm, der einem Bergfried glich. Er sollte realisiert werden.
Durch den Tod von König Ludwig II. von Bayern im Juni 1886 wurden die Pläne nie umgesetzt. Drei Jahre später, 1889, schlug ein Blitz in der östlichen Giebelwand ein. Die Mauer stürzte in sich zusammen.
Sowohl in den 1920ern, wie auch in den 1950ern wurde das Mauerwerk unsachgemäß gesichert, sodass die mittelalterliche Gestalt stark verändert wurde. 1999 bis 2001 gab es Sanierungen des Baubestandes. 2005 installierte man die hölzerne Aussichtsplattform, die aufgrund ihrer Konstruktion jederzeit wieder weggenommen werden kann. Der Museumspavillon unterhalb des Burghotels wurde 2008 errichtet.

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Sonstige Einrichtungen

Unterhalb der Burg liegt an einem überstehenden Hang die Mariengrotte. Sie wurde 1889 von dem Pfarrer Josef Anton Stach in ihrer heutigen Form eingerichtet.

sonstige Bemerkungen

Unterhalb der Burg gibt es ein kleines Museum, das 2008 eröffnet wurde. Der Eintritt ist kostenlos.
Die Straße zur Burg ist einspurig und wird mit einer Ampel geregelt. Diese Ampel schaltet nur einmal pro Stunde für 10 Minuten für den Verkehr ins Tal frei. Die Fahrt zum Hotel kostet drei Euro und wird über einen Kassenautomat am unteren Parkplatz geregelt. Es gibt keine Ausweichstellen auf der Strecke!
Vom unteren Parkplatz gibt es die Möglichkeit die Burg zu erwandern. Der Aufstieg dauert über eine Stunde.

Raubgräber
Seit Jahrzehnten hält sich das Gerücht, dass verschwundenes Gold der Nationalsozialisten aus dem Zweiten Weltkrieg in der Nähe der Burg versteckt sein soll. Sie war in den letzten Tagen des Krieges vor dem Abzug der SS für die Öffentlichkeit gesperrt, sodass man annimmt, dass hier Kunstschätze und Gold versteckt seien. Wenn sie Raubgräber oder Personen mit Metalldetektoren sehen, rufen sie bitte sofort die Polizei und machen sie Fotos. Raubgräber sorgen seit Jahren für irreparable und unbezahlbare Schäden an Burgen, Schlössern und Kulturdenkmälern.

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Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000 Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- Informationstafel
- Ludwig.cmswp.de - letzter Aufruf: 24.09.2014
- hdbg.eu - letzter Aufruf: 24.09.2014
- Schulbuch.Ostallgaeu.de - letzter Aufruf: 24.09.2014

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 24.09.2014

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