Falkenburg

Burg Falkenburg

Deutschland / Rheinland-Pfalz

Die Falkenburg liegt auf einem langen, 16 m hohen Felskamm, der oberhalb des Tals des Flusses Queich liegt. Die Reichsburg aus der Zeit um 1200 wurde 1689 durch die Franzosen zerstört. Von der Anlage haben sich nur Grundmauern erhalten, die größtenteils nur kniehoch sind. Der ehemalige Bergfried hatte 1,8 m dicken Mauern und muss einen imposanten Anblick geliefert haben. Am Fuße des Felsturms, 16 m tiefer, sind noch Reste einer Zwingeranlage zu erkennen. Die Burg war ursprünglich nur über eine Holztreppe erreichbar. Heute lädt sie trotz des schlechten Erhalts mit einer weiten Aussicht zum Verweilen ein. Der 16 m hohe Felskamm ist sehr eindrucksvoll.

Adresse

Burg Falkenburg
Tiergartenstraße
76848 Wilgartswiesen
Parken: an Straße, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: ehemalige Burg
Burgtyp: Felsturmburg
Nutzung: -
Lage: 296 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 04:18-18:47 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Falkenburg liegt auf einem in Ost-West-Richtung orientiertem, schmalen Felsen und nimmt diesen und dessen Fuß größtenteils ein. Die Anlage besteht aus zwei Oberburgen, die den östlichen und westlichen Felsen dominieren, sowie aus einer Unterburg, die sich auf einem kleinen Plateau am Fuße des Felsens an der Nordseite befindet.
Heute wie damals betritt man die Burg von Nordwesten her. Noch deutlich zu erkennen ist ein kleiner Graben, der mit einer neuen Brücke überspannt wurde und wahrscheinlich an selbiger Stelle wie der ehemalige Zugang liegt. Hinter der Brücke, so vermutet man, befand sich eine Doppeltoranlage, vor der Brücke stößt man auf alte Wasserbecken. Direkt hinter der Brücke beginnt die Unterburg, deren Gebäude sich an den Felsen anlehnten. Deutlich zu erkennen sind Balkenlöcher und zahlreiche Spuren, die auf Bebauungen an der Felswand hindeuten. An der äußeren Seite sind noch Überreste einer Wehrmauer vorhanden, die wahrscheinlich zu einer Ringmauer gehören, die die Unterburg vollständig umgab. Die Unterburg diente vermutlich als Vorburg und beherbergte unter anderem Stallungen und den Zugang zur Kernburg (Oberburg).
Die Oberburg ist heute wie damals nur über ein Tor in einem überhängendem Felsen erreichbar. Im Zuge der Restaurationen und Sicherungen errichtete man eine Holztreppe, die in etwa dem Verlauf der ehemaligen Treppe gleichkommt. Das obere Tor weist neben der schmalen Toröffnung noch Löcher auf, die auf eine Zugbrücke hindeuten. Hinter dem Tor führt der Weg über eine erhaltene Treppe im Stein direkt auf den Burghof. Westlich vom Eingang stößt man auf den Stumpf des alten Bergfrieds, der den Mittelpunkt des lang gezogenen Felsens bildet. Er ist nur noch 2,50 m hoch und deutet mit seinem soliden aber schmalen Fundament auf eine gewisse Höhe hin. Weiter westlich stößt man auf den ehemaligen Brunnenschacht und den einstigen Standort einer vermuteten Kapelle, von der keine Reste mehr erhalten sind. Wahrscheinlich war der Felsen im Westen noch weiterführend bebaut, doch kann dies weder nachgewiesen noch erkannt werden.
Im Osten des Eingangs stößt man auf die Grundmauern eines Wohnbaus, der in drei Bereiche, also in drei Räume geteilt war. Weiter östlich befinden sich fortlaufenden Überreste eines weiteren Gebäudes, die den Verlauf einer Wendeltreppe erkennen lassen.
Wie bei vielen Felsenburgen üblich, sind nur wenige Reste aufgrund des schlechten Fundaments (purer Felsen) von den Mauern her erhalten. Trotz des nur spärlichen Erhalts lassen sich alle geschilderten Bereiche gut nachvollziehen. Mit ihrer erhöhten Situation und der teilweise mangelnden Sicherheitsinstallationen ist Burg Falkenburg nicht ungefährlich. Man sollte sich mit Bedacht auf der Burg bewegen.

Historie

Die Erbauungszeit von Burg Falkenburg ist unbekannt. Man vermutet, dass sie die Nachfolgerin der benachbarten Wiligartaburg aus dem 13. Jahrhundert sei. Urkundlich wird Falkenburg 1246 das erste Mal genannt. Sie war Reichsburg und wies 1290 den ersten bekannten Ministerialen auf, genannt Werner von Falkenburg, der sich nach der Anlage nannte. Zwischen 1300 und 1313 war Burg Falkenburg von König Albrecht von Habsburg an Friedrich IV. von Leiningen verpfändet. Der Leininger Besitz teilte sich 1317 zwischen den Brüdern Friedrich V. und Joffried von Leiningen. Später wird Joffried alleiniger Besitzer. 1330 kommt es zu einer weiteren Verpfändung der Anlage von Kaiser Ludwig dem Bayern an seine Neffen Rudolf II. und Rupprecht I., die Pfalzgrafen bei Rhein. Diese konnten das Geld nicht aufbringen und so ging die Anlage zurück an derer von Leiningen.
1375 verstarb Joddfried und Emich V. von Leiningen übernahm einen Teil der Burg. Ebenfalls Anspruch auf Burg Falkenburg und somit Besitzer waren die Herren von Lichtenberg und weitere Verwandte von derer von Leiningen. 1379 verlor Emich V. seine Besitztümer und wurde Geächteter. Auslöser war der Verleih von 5000 Pfund Heller von Emich an Kaiser Karl IV. Dieser zahlte ihm das Geld nicht zurück, worauf Emich einen Krieg mit dem elsässischen Städtebund begann. Ein weiteres Mal versucht Rupprecht I. von der Pfalz die Burg gegen eine Reichspfandschaft zu erhalten, kann die Summe aber nicht aufbringen, wodurch wieder die Hälfte der Burg an derer von Leiningen fällt. Beide Parteien schlossen 1379 und 1381 den Burgfrieden.
1410 übernimmt Herzog Stephan von Pfalz-Zweibrücken den Besitz der Pfalzgrafen. Im Jahre 1427 wird die Burg detailliert vermessen und in einem Vertrag zwischen derer von Leiningen und den Pfalz-Zweibrückener genaustens geteilt. Die Vermessung beinhaltete eine Beschreibung der Burg, die heute eine Rekonstruktion der Anlage möglich macht.
1504 und 1512 wird der Teil von derer von Leiningen von den Kurpfalzen und den Pfalz-Zweibrückener eingenommen und besetzt. 1518 bekommt Emich IX. seiner Anteile an der Burg zurück. 1560 erbt Emich X. die Burg und gründet eine Seitenlinie der Familie, genannt Leiningen-Falkenburg. 1612 kommt die Burg durch weitere Erbteilungen an die Seitenlinie Leiningen-Dagsburg-Falkenburg.

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Anfahrt

Burg Falkenburg befindet sich bei der Ortschaft Wilgartswiesen, westlich von Landau. Über die A65 Ausfahrt "Landau-Nord" auf die B10 nach Annweiler und weiter Richtung Pirmasens. In Wilgartswiesen verlässt man die B10 und fährt in den Ort. Innerorts der Hauptstraße folgen. Am westlichen Ortsende biegt man in die Tiergartenstraße ab und parkt dort. Nach knapp 100m führt ein Fußweg links hoch zur Burg. Ab hier ist die Anlage ausgeschildert.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 22.06.2008


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