Ehrenburg

Burg Ehrenburg

Deutschland / Rheinland-Pfalz

Burg Ehrenburg liegt auf einem hohen Bergsporn nahe der Mosel. Sie ist vom Baubestand her hochinteressant. Viele Elemente sind einzigartig oder besonders. Dazu kommt die rege Nutzung und das interessante Veranstaltungskonzept der Burginhaber. Die sehr lebendige und gut gepflegte Burg zeigt eine sehr exzentrische und außergewöhnliche Entwicklungsmethode der Burg- und Festungsbaukunst. Sowohl die Veranstaltungen des Besitzers, wie auch der interessante und beeindruckende Baubestand, bestehend aus Rampenturm, doppelter Bergfried und mehrgeschossige Kellergewölbe laden zum Entdecken und Verweilen ein. Ein Besuch lohnt sich!

Adresse

Burg Ehrenburg
Ehrenburg
56332 Brodenbach
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Gastronomie
Lage: 210 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 04:21-18:35 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Saisonal
Osterso.-1.Nov:
mehr
Eintrittspreise: Burg: kostenpflichtig
Kontakt: Burg Ehrenburg
56332 Brodenbach
Tel: 02605 / 30 77
Fax: 02605 / 30 79
Website: Ehrenburg.de

Baubestand & Beschreibung

Auf einem Ausläufer des Hundsrück über dem Ehrbachtal liegt auf einem steilen Sporn die Burg Ehrenburg. Die Burg wurde durch ihre Besitzer stetig erweitert und wuchs zu einer eindrucksvollen, großen Wehranlage mit außergewöhnlichen Festungselementen heran. Heute ist sie privat, kann aber besucht werden. Die Besitzer planen und organisieren zahlreiche Arten von außergewöhnlichen Veranstaltungen und geben sich Mühe Burg Ehrenburg instandzuhalten und sinnvoll zu nutzen.
Burg Ehrenburg teilt sich in vier Bereiche auf: die Unterburg, der Rampenturm, die äußere Wehranlage und die Oberburg. Die äußere Wehranlage ist größtenteils nur noch ruinös erhalten. Die Unterburg diente ursprünglich als Vorburg und Eingangsbereich. Die Oberburg bildet die Kernburg und besteht aus den ältesten Gebäuden der Anlage. Unterburg und Oberburg werden durch den Rampenturm miteinander verbunden.

Äußere Wehranlage
Burg Ehrenburg ist eine Spornburg, die auf einem steilen Felsen liegt. Der Zugang erfolgt von Osten her über eine Brücke, die den breiten und recht tiefen Halsgraben überspannt.
Der Halsgraben lässt sich heute betreten. Von unten erkennt man zahlreiche Schießscharten, die in der Wehrmauer der Unterburg eingelassen sind und die Möglichkeit gaben aus allen Richtungen kommende Feinde zu beschießen, bzw. die Hänge zu bestreichen.
Die Nordostseite wurde zudem durch einen großen Zwinger geschützt. Teile der Zwingermauer und ein Schalenturm wurden wieder hergerichtet und anderweitig genutzt.

Pfortenturm
Der Pfortenturm bildet den einzigen Eingang in die Burganlage. Er liegt zur Hauptangriffsseite und hatte aus diesem Grund dicke Außenmauern. Er besaß ursprünglich zwei Stockwerke und eine vorgelegte Zugbrücke. Die Ostseite, also Eingangsfassade des Turms fehlt fast gänzlich.

Unterburg
Die Unterburg diente auf Burg Ehrenburg als Vorburg. Sie rahmt die Kernburg von Osten, Süden und Norden ein und beherbergte zahlreiche Wirtschaftsgebäude, wie zum Beispiel das Backhaus, die Schmiede, eine Töpferei, den ehemaligen Marstall, die Vogtei, das Eglishaus und das Eymutshaus. Die meisten Gebäude wurden in der Neuzeit wieder hergerichtet oder überbaut und beherbergen heute die Veranstaltungsräume der Inhaber. An der Nordseite der Ringmauer der Oberburg stehen das Eglishaus und das Eymutshaus.
Die Vogtei war ursprünglich ebenfalls ruinös, wurde aber in der Neuzeit auf alten Grundmauern erneuert und ist heute das einzige private Gebäude. Der Marstall diente zur Unterbringung der Pferde. Das Gebäude liegt links hinter dem Tor und nimmt die gesamte Südseite der Vorburg ein. Der Bau wurde 1967 durch Graf von Kanitz mit einem Hotel und einer Gastronomie überbaut. Direkt an der Südostseite schließt die ehemalige Wachtstube an, die direkt neben dem Tor lag.

Rampenturm
Zwischen der Unterburg und der Oberburg befindet sich der Rampenturm. Er wurde für den Kampf mit Geschützen errichtet und stellt eine der besten Leistungen der Wehrtechnik am Mittelrhein des 15. Jahrhunderts dar.
Das Festungsbauwerk der Renaissance ist einzigartig. Der Weg führt von der Unterburg über eine spiralförmig verlaufende Rampe zur Oberburg. Von der Rampe gehen mehrere Durchgänge ab. Schießscharten für Kanonen gaben die Möglichkeit den Angreifer im Norden, Osten und Süden unter Beschuss zu nehmen. 4,5 m dicke Mauern schützten die Besatzung und die Kanonen.
Im Kern der Spirale befindet sich ein Kaminschacht, der mehrere Öffnungen hat, über die der Pulverqualm der abgefeuerten Geschütze abgezogen wurde. Kurz vor dem Ausgang zur Oberburg befindet sich eine Brustwehr, über die man eindringende Gegner von hinten bekämpfen konnte. Das Bauwerk zeigt zahlreiche Raffinessen und war nur schwer einnehmbar.

Oberburg
Die Oberburg liegt auf dem höchsten Punkt des Burgfelsens. Ursprünglich handelte es sich um eine romanische, trapezförmige Kernburg, die im Laufe der Zeit um zahlreiche Wehrplattformen und den Rampenturm erweitert wurde. Ältestes Gebäude ist der Palas. Später entstanden der Bergfried, die anliegende, zweigeschossige Burgkapelle und der Ausbau des Kellergewölbes unter dem Palas, das sich über zwei Ebenen zieht und somit eine Seltenheit ist. Teilweise wurde das Kellergewölbe aus dem Fels geschlagen.

Bergfried
Den höchsten Punkt des Burggeländes nimmt der Bergfried ein. Ursprünglich handelte es sich um einen romanischen Turm, der später verändert wurde.
Der Doppelturm ist nahezu einzigartig. Neben seiner Funktion als Bergfried diente er gleichzeitig als Torturm, als Verlies und als Machtsymbol der beiden Ehrenberger Familien, die hier zusammen lebten. Das Bauwerk setzt sich aus zwei Rundtürme zusammen, die in der Mitte mit einer Mauer verbunden wurden. Zwischen den beiden Türmen liegt in der Mauer das Tor zur Kernburg. Die Gesamthöhe beträgt 16 m und ist in drei Stockwerke unterteilt. Beide Türme haben separate Eingänge, von denen nur einer zugänglich ist. Der Südturm hat im obersten Geschoss eine beheizte Wachtstube für den Türmer. Das Untergeschoss des Südturms diente als Verlies. Durch die dazwischenliegendem Wehrgänge in der Mauer sind die Stockwerke miteinander verbunden.

Fazit
Burg Ehrenburg ist vom Baubestand her hochinteressant. Viele Elemente sind einzigartig oder besonders. Dazu kommt die rege Nutzung und das interessante Veranstaltungskonzept der Burginhaber. Die sehr lebendige und gut gepflegte Burg zeigt eine sehr exzentrische und außergewöhnliche Entwicklungsmethode der Burg- und Festungsbaukunst. Sowohl die Veranstaltungen des Besitzers, wie auch der interessante und beeindruckende Baubestand, bestehend aus Rampenturm, doppelter Bergfried und mehrgeschossige Kellergewölbe laden zum Entdecken und Verweilen ein. Ein Besuch lohnt sich!

Historie

An der Stelle der Burg Ehrenburg stand eine Befestigung der Römer. Burg Ehrenburg wurde vermutlich 1160 durch Erzbischof Hillin errichtet. Der Ursprung liegt in einem rechteckigen Wohnturm, deren Grundmauern man in der Kernburg, bzw. Oberburg gefunden hat.
In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts begann der Ausbau der heutigen Anlage. 1189 wird das Geschlecht von Ehrenberg als Zeuge erwähnt. 1161 wird Ehrenburg erstmals in einer Urkunde des Kaisers Friedrich I. Barbarossa genannt. Friedrich versuchte einen Streit zu schlichten und übergab die Burg und den Moselübergang zwischen Brodenbach und Hatzenport, sowie zahlreiche Reichsgüter als Lehen an derer von Stahleck. 1162 stirbt der Herr von Stahleck und Friedrich I. Barbarossa übergibt die Burg seinem Halbbruder, dem Konrad von Hohenstaufen, der die Herren von Ehrenberg als Lehen einsetzt.
Die Besitzer von Burg Ehrenburg schlossen sich 1331 den Reichsministerialen (Waldeck, Schöneck, Eltz) an, die gegen den Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg aufbegehrten. 1336 gaben sich die Reichsministerialen geschlagen und nahmen die Oberherrschaft Triers an.
Im Jahre 1397 griff der letzte Herr von Ehrenberg Koblenz an und zerstörte mehr als 200 Häuser, nachdem er mit dem Trierer Kurfürsten Werner von Falkenstein in eine Fehde geraten war. Koblenz antwortete mit einem Angriff auf die Burg Ehrenburg und zerstörte sie. Es wurde eine Kanone eingesetzt, einer der frühsten, bekanntesten Fälle von Kanonenschüssen nördlich der Alpen (erster Kanonenangriff war 1331 gegen die Burg Eltz).
1398 übernahm Johann von Schönberg die Burg Ehrenburg als Lehen. Ab diesem Zeitpunkt diente Burg Ehrenburg nur noch zur Machtsicherung. Es folgten weitere Besitzer wie 1426 Kuno von Pyrmont und von Ehrenberg, 1526 Philipp von Eltz, 1561 derer von Quadt und derer von Landskron und 1621 derer von Van Hoensbroek. Im Dreißigjährigen Krieg 1640 besetzen die Spanier die Anlage und behalten sie bis über das Kriegsende hinaus bis 1651. 1688 geht sie an die Freiherren von Clodt.
Am 1. November 1688 erobern französische Soldaten Burg Ehrenburg und sprengen am 30. April 1689 einige Bereiche. 1798 gehörte sie den Freiherrn vom Stein, 1831 derer von Kielmannsegg und 1924 derer von Kanitz-Cappenberg. Seit 1991 ist sie in Privatbesitz und wird seit 1992 durch den Inhaber und den Verein Freundeskreis der Ehrenburg erhalten und restauriert.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Von der A61 Ausfahrt Boppard nehmen und der B327 Richtung Buchholz folgen. In Buchholz der Ausweisung nach Brodenbach / Ehrenburg folgen. Die Burg ist weiträumig ausgeschildert. Tieferliegende Autos und Fahrzeuge mit über 6m Länge sollten die Ausweisung für Busse nutzen! Die PKW-Straße ist sehr eng.

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Sonstige Einrichtungen

Die Burg wird heute rege von den Inhabern für Veranstaltungen genutzt. Es wird sehr auf das eindrucksvolle Ambiente der Burg eingegangen und das Rittertum durch Verkleidung und der richtigen Atmosphäre wieder zum Leben erweckt. Mit viel Liebe zum Detail geht man mit der alten Bausubstanz behutsam um und nutzt Burg Ehrenburg für zahlreiche Veranstaltungen, die sowohl Kinder, wie auch Erwachsene in ihren Bann ziehen.

Gastronomie

In der Burg gibt es eine Gastronomie und ein Hotel, das mittelalterliche Erlebnisse verspricht.

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Literatur


- Georg Dehio, "Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler - Rheinland-Pfalz, Saarland\", Deutscher Kunstverlag, 1984, Berlin, ISBN: 3-422-00382-7
- Thurant.de - letzter Besuch 17.06.2013

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 20.06.2013

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