Colditz

Burg Colditz

Deutschland / Sachsen

Schloss Colditz thront auf einem Berg oberhalb der gleichnamigen Ortschaft und des Flusses Mulde. Die Anlage liegt auf einer steil abfallenden Erhöhung und erstrahlt heute durch den guten Erhalt und den Wiederaufbau mit der eindrucksvollen Silhouette in neuem Glanz. Die ursprüngliche Burg aus dem 11. Jahrhundert wurde regelmäßig erweitert und besaß als Kurfürstensitz eine hohe Relevanz. Heute beherbergt sie ein Museum. Bis in das 17. Jahrhundert erfolgt ein kontinuierlicher Ausbau, so dass Colditz heute über 220 Meter lang und 60 Meter breit ist. Die eindrucksvolle Schlossfestung ist sehenswert. Ein Besuch lohnt sich.

Adresse

Burg Colditz
Schlossgasse 1
04680 Colditz
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Schloss
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Museum
Lage: 164 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:17-19:12 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Ganzjährig
Burghof: offen
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Eintrittspreise: Burghof: frei
Schloss: Führung
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Website: Schloss-Colditz.de

Baubestand & Beschreibung

Schloss Colditz thront auf einem Berg weit oberhalb der gleichnamigen Stadt und des Flusses Mulde. Durch guten Erhalt und Wiederaufbauarbeiten erstrahlt die Anlage mit imposanter Silhouette schon aus der Ferne und prägt so das Bild der Stadt. Durch eine wechselhafte Geschichte und zahlreiche, unterschiedliche Nutzungen stößt man heute auf einen immer wieder erweiterten und aufgestockten Gebäudekomplex, der nur noch von den Grundzügen her an die mittelalterliche Burg erinnert.
Die mittelalterliche Anlage Colditz bestand aus einer Kernburg und einer Vorburg. Die Kernburg liegt auf dem höchsten Punkt des Berges und weist nur nach Osten hin einen Zugang auf, der durch die Vorburg geschützt wird. Die meisten Gebäude stammen von den Fundamenten her von 1430, wurden aber zwischen 1578 und 1591 großzügig umgebaut. 1430 trennte man das Amt von der herrschaftlichen Residenz und brachte es in der Vorburg unter. Heute beherbergt Colditz ein Museum, das unter anderem ständig erweitert wird.
Die Vorburg von Colditz liegt nach Osten zur Stadt hin und ist durch einen breiten Halsgraben von dieser getrennt. Zwei halbe Wehrtürme flankieren den Halsgraben und den Zugang zur Vorburg, der vor allem durch einen sehr hohen und imposanten Torturm geprägt wird. Der Hof der Vorburg ist größer als der der Kernburg und weniger bebaut. Gebäude mit teilweise mehr als drei Stockwerken rahmen den Hof ein und erscheinen mit ihren langen Fassaden imposant und eindrucksvoll. Kleine einzelne Elemente aus unterschiedlichen Epochen deuten auf Entstehungszeit und Umbauphasen hin. In der Mitte des Hofes trifft man auf eine Pferdeschwemme, die zum Baden von Pferden nach Jagdausflügen um 1610 angelegt wurde. Die Fundamente wurden freigelegt und überdacht, um sie vor der Witterung zu schützen. Im Norden befindet sich heute ein zweiter Ausgang, der an der Nordseite der Burg entlangführt und den einen oder anderen Blick auf die nördliche, dem Tal abgewandte Schlossfassade, sowie die Wehrtürme freigibt.
Die Kernburg liegt oberhalb der Vorburg und ist mit einem wehrhaften Torzwinger mit dieser verbunden. Im Gegensatz zur Vorburg beherbergt die Kernburg zahlreiche Elemente aus der Gotik und der Renaissance. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrere Male zerstört, wieder aufgebaut und stets der Zeit entsprechend repräsentativ gehalten. Sehr gut zu erkennen ist die Ringmauer, die die Kernburg einrahmt und mittlerweile Bestandteil vieler Gebäude geworden ist. Zahlreiche Vor- und Rücksprünge gestalten die Hoffassaden interessant und lassen einzelne Funktionen erahnen. So trifft man im Westen auf die hohen, spitzbogigen Fenster der Burgkapelle, sowie auf einen eindrucksvollen Treppenturm mit Turmuhr. Weitere Eingänge, barocke Verzierungen, Treppentürme und mittelalterliche Grundzüge bilden an den Mauern einzelne Blickpunkte. Das Innere der Kernburg weist unter anderem noch alte Deckengewölbe auf und beherbergt Exponate des ansässigen Museums. Sowohl Museum wie auch die Führung setzen sich vor allem mit der Geschichte des Schlosses als Offizierslager im Zweiten Weltkrieg auseinander.
Von der Atmosphäre her ist Schloss Coldlitz sehr eindrucksvoll. Die große Schlossanlage wurde ausgiebig saniert und erstrahlt heute in neuem Glanz.

Historie

Die erste Erwähnung einer Burg findet 1046 statt. In jenem Jahr werden in einer Schenkungsurkunde Colditz, Rochlitz und Leisnig von Kaiser Heinrich III. an seine Gemahlin Agnes übertragen. Kaiser Heinrich IV. übergibt die Anlage 1084 an seinen Dienstmann Wiprecht von Groitzsch. Bis 1404 finden zahlreiche Besitzerwechsel statt. 1404 übernehmen die Wettiner das markmeißnische Territorium und somit die Burg. Sie bauen die Burg aus und trennen Funktionen voneinander. Das Amt wird in dem Vorderen Schlosshof untergebracht. Der Hintere Hof, der aus der Kernburg hervorging, bleibt Herrschaftsresidenz. Bis in das 18. Jahrhundert behält man die Aufteilung bei.
Zwischen 1404 und 1430 zerstören Brände und Hussiten mehrmals die Burg. 1430 entsteht eine Anlage, die die heutige Grundform darstellt. Unter Friedrich dem Weisen entsteht in spätgotischer Form ein repräsentatives Schloss, an das vor 1523 ein Tiergarten angelegt wird. Bis heute vermutet man, dass es sich um den frühesten Tiergarten Deutschlands handelt. Weiße Hirsche, Damwild und Fasane finden als Jagdwild im Tiergarten Platz.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts (1578-1591) erfährt das Schloss durch Kurfürst August einen Umbau im Stil der Renaissance. Im 17. Jahrhundert nutzt Kurfürstin Sophie (vermählt mit Kurfürst Christian I.) als Witwensitz. Letzter prominenter Gast ist König August der Starke.
In der darauf folgenden Zeit wird Schloss Colditz nicht mehr umgebaut. Das gesamte Inventar wird 1787 verkauft um das Schloss anderen Nutzungen zu unterziehen. Es entsteht um 1800 eine Straf- und Versorgungsanstalt für Leipzig und Umgebung. Ab 1829 dient die Anlage nur noch als Anstalt für geistig behinderten Menschen. Ludwig Schumann (ein Sohn Robert Schumanns) ist zwischen 1871 und 1899 hier untergebracht. 1924 wird die Anstalt geschlossen.
Mit dem vielen Platz nichts anzufangen wissend, nutzt die Stadt und das Land die Burg als Landeskorrektionsanstalt, Schutzhaftlager, Reichsarbeitslager, Psychiatrie, Sammelstelle für enteignete Großgrundbesitzer, Krankenhaus und Pflegeheim. Im Zweiten Weltkrieg wird Colditz sogar zwischen 1939 und 1945 Kriegsgefangenenlager für alliierte Offiziere. Seit 1996 ist das Schloss wieder für die Öffentlichkeit begehbar und wird kontinuierlich zum Museum ausgebaut.

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Anfahrt

Schloss Colditz befindet sich südöstlich von Leipzig im gleichnamigen Ort. Über die A4 Ausfahrt "Grimma" auf die B107 über Grimma und Großbothen nach Colditz. Innerorts bleibt man auf der B107, bis diese links abbiegt, fährt geradeaus auf die B176 und hält sich in der darauf folgenden Rechtskurve links in die Straße "Am Graben". An der nächsten Kreuzung hält man sich wieder links und fährt immer geradeaus. Die Straße ("An der Kirche") endet vor dem Burggelände.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 14.11.2007


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