Buchenau

Burg Buchenau

Deutschland / Hessen

Die Stammburg des ehemaligen Geschlechts derer von Buchenau liegt auf einer Felsnase im Eitratal. Die Burg wurde im Laufe der Jahrhunderte aufgrund einer stark wachsenden Familie stetig erweitert und entwickelte sich zu einer Ganerbenburg. Ursprung der Anlage ist das Spiegel-Schloss, dem das Seckendorff-Schloss folgte. Zu späterer Zeit entstand die Obere Burg mit Generalshaus und zwischen 1611 und 1618 das Schenck-Schloss. Die Anlage ist heute privat und kann nur von der Straße aus besichtigt werden.

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Adresse

Burg Buchenau
Hermann-Lietz-Str.
36132 Eiterfeld-Buchenau
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: privat
Lage: 281 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 06:22-16:46 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: privat, geschlossen
Eintrittspreise: Rundweg: frei
Burg: geschlossen
Website: Buchenau.info

Baubestand & Beschreibung

Die Stammburg des ehemaligen Geschlechts derer von Buchenau liegt auf einer Felsnase im Eitratal. Die Burg wurde im Laufe der Jahrhunderte aufgrund einer stark wachsenden Familie stetig erweitert und entwickelte sich zu einer Ganerbenburg. Ursprung der Anlage ist das Spiegel-Schloss, dem das Seckendorff-Schloss folgte. Zu späterer Zeit entstand die Obere Burg mit Generalshaus und zwischen 1611 und 1618 das Schenck-Schloss.
Das Seckendorff-Schloss, der zweitälteste Part der Burg, war von derer von Buchenau bis zu deren Aussterben 1815 bewohnt. Heute befindet sich der Gebäudekomplex in Privateigentum und kann nicht besucht werden. Das Seckendorff-Schloss steht zusammen mit dem Spiegel-Schloss in der alten Burg. Die Anlage weist bis heute einen Ringgraben, sowie eine Doppelmauer auf, die das Gelände zu allen Seiten hin von der Umgebung abtrennt. Der Zugang erfolgt von Süden her über eine steinerne Brücke mit anschließendem Torhaus. Der Torbau wurde 1923 größtenteils erneuert. Im Torbogen befindet sich unter anderem ein Wappen der Familien Seckendorff von Schöning und Buchenau. Pfeiler vor dem Tor deuten mit Löchern auf eine Zugbrücke hin, die sich im Mittelalter wahrscheinlich anstelle der steinernen Brücke befand.
An der Ostseite des Seckendorff-Schlosses stößt man auf einen wuchtigen fünfgeschossigen Wohnturm im spätgotischen Stil. Er wurde mit einem gewalmten Satteldach und Fenstern aus der Renaissance ausgestattet. An ihm ist Richtung Westen ein zweiter, kleinerer Wohnturm zu erkennen, der ebenfalls ein Satteldach beherbergt. An beide Wohntürme wurde nach Westen hin ein Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss im Renaissancestil errichtet. Zur Erschließung der Stockwerke erhielt dieser an der Südseite einen Treppenturm mit Fachwerkaufsatz. Im Hof befindet sich heute noch der alte, 14 m tiefe Brunnen, der bis heute noch Wasser führt.
Das Seckendorff-Schloss und das Spiegel-Schloss wurden im Laufe der Jahrhunderte durch eine Mauer voneinander getrennt, da sie unterschiedlichen Besitzern gehörten. Im 19. Jahrhundert wurden die beiden Gebäude durch Hermann von Seckendorff in Besitz genommen und wieder vereint.
Das Spiegel-Schloss liegt im Westen des Seckendorff-Schlosses. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es mehrmals umgebaut. Der Bau besteht heute aus zwei massiven Stockwerken mit einem Fachwerkaufsatz. Zum Innenhof hin wurde ein halbrunder Treppenturm angebaut, der der Erschließung dient. Im Mittelalter stand an der Südseite des Spiegel-Schlosses ein dreißig Meter hoher Bergfried, der im 19. Jahrhundert vollständig abgerissen wurde. Zudem gehörte zu dem Gebäudekomplex ein kleiner Bau an der Südseite, der die Stallungen beherbergte. Hier soll sich unter anderem ein Verlies befunden haben.

Westlich der alten Burg befindet sich die obere Burg, die auf dem fortlaufenden Bergrücken der alten Anlage liegt und diese zur einzigen höher gelegenen Situation hin schützte. Zwischen der Vorburg und der alten Burg steht heute noch eine Mauer, die Teil der alten Ringmauer gewesen sein soll. Zinnen zieren den Mauerkranz und gehen an der Ostseite in einen kleinen Wehrturm über. Die obere Burg war anfangs eine Vorburg und wurde erst mit dem Wachsen der Familie zum eigenständigen Schloss. 1550 errichtete man einen zweigeschossigen Fachwerkbau, genannt Schenk-Schloss. Erbauer des Schlosses war Georg von Buchenau. Das Schlossgelände besteht heute aus einem Turm, dem Generalshaus, das an dem Turm anlehnt und dem Försterhaus. Der wuchtige Turm an der Westseite wurde von Hans Schenk zu Schweinsberg zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet.
Südlich der oberen Burg befindet sich das Schenk-Schloss. Aufgrund von Platzmangel und der ständig anwachsenden Familie errichtete man in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts dieses weitere Schloss. Georg Melchior von Buchenau errichtete das Renaissanceschloss zwischen 1611 und 1618. Um etwa 1680 wurde das Anwesen von dem Fürstabt von Fulda gekauft, der es an die Familie von Schenk zu Schweinsberg weitergab. Die Familie bewohnte das Schloss bis zum Tod des letzten männlichen Nachfahren 1912. Der Bau besteht aus zwei Flügeln und einem Treppenturm. Der Nordflügel ist wahrscheinlich älter als der Rest des Schlosses, da er eine Inschrift aus dem Jahre 1583 aufweist. Seit November 2000 befindet sich das Schloss im Besitz zweier privater Investoren, die seit 2001 betreute Freizeiten und Seminarbetriebe anbieten.

Historie

Wann das Geschlecht derer von Buchenau erstmals genannt wurde, ist bis heute noch ungewiss. Das erste Mal fällt der Name "Bouchon" im Jahre 948 als König Otto I. dem Kloster Hersfeld Besitzungen zukommen lässt. Das Geschlecht Buchenau wird 1062 bzw. 1217 erstmals genannt. Zum Ende des 13. Jahrhunderts hin lagen die Klöster Hersfeld und Fulda im Streit, wodurch derer von Buchenau, die im Dienst des Abtes Johann von Fulda standen, an Macht gewannen, die sie aber durch Fehden wieder verloren haben. In der darauf folgenden Zeit vermehrte sich die Familie stark und errichtete weitere Gebäude zur Eigennutzung. Es bildete sich langsam eine Ganerbengemeinschaft. Von den vielen Familienzweigen traten einige Mitglieder heraus, wie z.B. Wetzel von Buchenau, der 1326 den Erzbischof von Magdeburg auf der Burg Brandenfels gefangen hielt.
1371 nehmen die Brüder Gottschalk und Eberhard von Buchenau am Sternekrieg auf der Seite des Landgrafen Hermann von Hessen teil. Nach 1385 wenden sie sich gegen den Landgrafen und schlagen sich 1427 auf die Seite des Erzbischofs von Mainz, der in der Fehde vernichtend geschlagen wird. Um 1400 besaßen die Herren von Buchenau Teile von anderen Burgen, die ihnen durch Pfand zugutekamen (zum Beispiel von Fürsteneck und Friedewald). 1406 wird auf Buchenau ein Burgfrieden geschlossen, bei dem vier Ritter teilnahmen.
In der darauf folgenden Zeit bekleiden derer von Buchenau mehrere Ämter. So wird Albrecht von Buchenau von 1418 bis 1438 Abt zu Hersfeld und Hermann von Buchenau zwischen 1440 bis 1449 Abt zu Fulda. Aufgrund ihrer gnadenlosen Herrschaft waren sie sehr unbeliebt.
Im 15. Jahrhundert zerfällt die Herrschaft Buchenaus langsam. Nach einer vergeblichen Belagerung im hessischen Bruderkrieg von 1468 durch den Landgrafen Heinrich III. von Hessen-Marburg werden große Teile der Herrschaft an das Abt Fulda verkauft. Der übrige Besitz teilt sich immer weiter unter den vielen Familienzweigen auf.
In der Renaissance entsteht im Süden der alten Burg das Schenk-Schloss. Es wird von 1611 bis 1618 durch die Georg Melchior von Buchenau errichtet. Ab 1694 ist es durch die Familie Schenk zu Schweinsberg bewohnt.
Nachdem das Adelsgeschlecht mit Ludwig von Buchenau 1815 ausgestorben ist, geht das Erbe 1840 an die Freiherren von Sekkendorff. Es folgt 1903 eine Erneuerung der oberen Burg (damalige Vorburg). Die Schlossanlage unterliegt bis 1924 mehreren verschiedenen Nutzungen und wird in jenem Jahr ein Landerziehungsheim. Seit 2001 wird das Renaissanceschloss (der jüngste Bau) als Gruppenhaus genutzt."

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Anfahrt

Burg Buchenau liegt bei Eiterfeld, südlich von Bad Hersfeld. Über die A4 Ausfahrt "Bad Hersfeld" auf die B27 Richtung Eiterfeld. Der Ort Buchenau von der B27 aus ausgeschildert. Das Burgareal ist innerorts von der Hauptstraße aus zu sehen.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 30.09.2008

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