Marienburg, Würzburg

Burg Marienburg, Würzburg

Deutschland / Bayern

Burg des Monats

Burg Marienburg, Würzburg wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats Juni 2014" gewählt.
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Oberhalb von Würzburg thront die Festung Marienburg. Ursprünglich als Bischofssitz im 13. Jahrhundert errichtet, wurde sie im Laufe der Jahrhunderte zu einer großen Festung mit über 600 Metern Seitenlänge ausgebaut. Heute beherbergt die Anlage gastronomische Einrichtungen und Museen. Sehenswert sind der Brunnen, das innere Torhaus und der Bergfried, die zusammen mit den Bastionen und Grabenanlagen einen Eindruck des damaligen Festungsbaustils liefern.

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Adresse

Burg Marienburg, Würzburg
Oberer Burgweg
97070 Würzburg
Parken: Parkplatz, kostenpflichtig

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Festung
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Museum
Lage: 256 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:04-15:59 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Saisonal
Burghöfe: offen
mehr
Eintrittspreise: Burghof: frei
Museum: kostenpflichtig

Baubestand & Beschreibung

Burg Marienburg, auch Marienberg oder Festung Würzburg genannt, liegt circa 100 m über dem linken Mainufer und der Stadt Würzburg auf dem Marienberg. Durch das im Mittelalter mächtige Hochstift Würzburg wurde die um 1200 gegründete Anlage zu einer stattlichen und großen, barocken Festung ausgebaut. Heute besteht Marienberg aus mehreren äußeren Wehranlagen, einem äußeren Gebäudekomplex, einer Art Vorburg und der Kernburg. Die ehemalige Kernburg ist durch einen Graben von der Vorburg und der Umgebung getrennt. Die Vorburg und der davor liegende Gebäudekomplex bilden zusammen mit zwei Toranlagen den Zugang. Die äußere Wehranlage umrahmt die Vorburg und die Kernburg hauptsächlich nach Norden und nach Westen hin. Sie besteht aus mehreren Bastionen, sowie zahlreichen Zwingern und Gräben. Die Gesamtlänge der Wehrmauern der äußeren Wehranlage beträgt mehr als 12 Kilometer. Neben den endlosen und teilweise sehr hohen Mauern beherbergt der Außenbereich der Festung den Maschikuliturm von Balthasar Neumann aus dem Jahre 1728, der architektonisch gesehen zu den Seltenheit der deutschen Festungsbaustilkunde gehört.
Man betritt Burg Marienberg heute von Westen oder von Norden her. Im Norden führt ein Weg von der Stadt hoch zur Festung und geht über das Neutor direkt zum Schönborntor, das den Haupteingang von Marienberg bildet. Der meistgenutzte Zugang erfolgt von Westen her, da hier in der äußeren Grabenanlage Parkplätze angelegt wurden. Über das äußere Höchberger Tor, das sich in einem Vorwerk befindet, gelangt man zum inneren Höchberger Tor. Von diesem führt der Weg direkt zum Schönborntor.
Hinter dem Schönborntor beginnen die ersten Festungsgebäude. Das Tor ist genau wie das äußere und innere Höchberger Tor mit typischen Wehrelementen der Festungsbaukunst ausgestattet. Es führt auf den Hof des neuen Zeughauses, das mit dem Kommandantenbau und der alten Wache einen Gebäudekomplex bildet. Die alte Wache dient heute als Gaststätte. Der Kommandantenbau und das neue Zeughaus sind Herberge des Mainfränkischen Museums. Die Bauten sind hufeisenförmig um das Schönborntor angeordnet. Von ihnen führt der Weg weiter zu der Echterbastei mit dem Echtertor, die heute noch einen Wehrgang und mehrere Verteidigungselemente aufweisen. Hinter der Echterbastei eröffnet sich der Blick auf die Vorburg, die in dem Sinne aber keinen mittelalterlichen Kern hat. Sie entstand erst mit dem Ausbau der Burg Würzburg zur Festung. Die Vorburg besteht aus einem hufeisenförmigen Gebäudekomplex, der sich zum Tor der Kernburg hin öffnet. In der Mitte des Hofes befindet sich eine Pferdeschwemme, die heute noch original erhalten geblieben ist. Der Gebäudering, der den Hof umgibt, besteht aus der Echterbastei im Westen, der heutigen Verwaltung des Mainfränkischen Museums im Norden und den ehemaligen Stallungen im Süden. Nach Osten hin eröffnet sich der Blick auf die Westfassade und das große und imposante Torhaus der Kernburg. Die Vorburg ist durch einen sehr breiten und tiefen Graben von der Kernburg getrennt. Mithilfe der Echterbastei stellte sie ein Hindernis dar, das einen direkten Angriff auf die Kernburg von Westen her verhinderte.
Die Kernburg besteht heute aus einem großen Hof, einem Gebäudering, der diesen umgibt und einem Ringzwinger, genannt Scherenbergzwinger, der die Kernburg einmal vollständig umrahmt. Das Tor zur Kernburg liegt direkt am Halsgraben und überspannte diesen einst mit einer Zugbrücke. Das Torhaus weist neben einigen Erkern an beiden Seiten Flankierungstürme auf, die zur Verteidigung der Brücke dienten. Zur Rückseite hin besteht das Tor zum Teil aus Fachwerk, was entzündet werden konnte, falls das Gebäude vom Feind eingenommen wurde.
Hinter dem Tor besteht die Möglichkeit in den Scherenbergzwinger, benannt nach seinem Erbauer, abzubiegen und die Kernburg zur Hälfte zu umrunden. Mehrere runde Wehrtürme in der Zwingermauer dienten zur Verteidigung der Außenseite der Mauer. An der Südseite des Zwingers wird die äußere Wehrmauer niedriger und lässt einen Blick auf den südlichen Part der Stadt frei.
Die Kernburg ist der älteste Teil der Festung Marienberg. Sie besteht aus einem Gebäudering, der einen großen Hof von circa 80 auf 40 Metern umrahmt. Im Burghof stehen die ältesten Elemente der Burganlage. Zu erkennen sind der Bergfried, die Burgkapelle und das achteckige Brunnenhaus, die alle aus dem 13. Jahrhundert stammen. Die Marienkirche (Burgkapelle) ist der älteste Teil. Sie wurde zwar mehrmals umgebaut, stammt von den Grundmauern her aber aus dem 8. Jahrhundert und gehört zu den ältesten Gebäuden Deutschlands. Das Brunnenhaus steht südlich von der Marienkirche inmitten des Hofes und beherbergt einen 101 m tiefen Brunnen, der heute beleuchtet ist und immer noch Wasser führt. Der Bergfried ist ebenfalls freistehend und nimmt fast den genauen Mittelpunkt der Kernburg ein. Er hat einen Durchmesser von 12,8 m und 2,8 m dicke Mauern. Sein Inneres wurde von der Fläche fast vollständig als Kerker genutzt, weswegen um 1600 ein separater Treppenturm an der Außenseite angeschlossen wurde. Der Treppenturm setzt an den mittelalterlichen Eingang des Bergfrieds an, der sich auf halber Höhe des Turms befand. Zu erkennen sind noch das Verlies, das Angstloch und die oberen vier Geschosse. Über eine kleine Treppe im obersten Gewölbe gelangt man in die ehemalige Galerie, von der sich über kleinere Fenster eine Aussicht in alle Richtungen eröffnet. Kragsteine an der Außenseite erinnern an eine herausstehende hölzerne Galerie, von der heute nichts mehr erhalten geblieben ist. Das heutige Dach aus Schiefer erhielt der Bergfried im 19. Jahrhundert.
Im Osten des Hofes gibt es die Möglichkeit über den nördlichen Scherenbergzwinger auf die östliche äußere Seite der Kernburg zu gelangen. Hier wurde um 1700 der Fürstengarten angelegt, für den ein Teil des Zwingers aufgegeben wurde. Vom Fürstengarten aus eröffnet sich die Aussicht auf die Ostfassade der Burg, die die Ansicht der Festung seit 1573 von der Stadt aus prägt. Zu erkennen sind der Marienturm und der Randersacker Turm, auch Sonnenturm genannt, die die Ostfassade der Kernburg von Süden und von Norden her einrahmen. Vom Fürstengarten aus eröffnet sich eine ausgedehnte und weite Aussicht über Würzburg und die Würzburger Residenz, die den Herren von Würzburg ab 1744 als neue Heimat diente.
Von der Atmosphäre her ist Burg Marienberg sehr angenehm. Die Festungsanlage wirkt in vielen Bereichen sehr imposant und durch die alten Gebäude wie der Bergfried teilweise auch urig. Durch ihren großflächigen Aufbau und die zahllosen Möglichkeiten sich innerhalb der Mauern zu bewegen, lädt die Anlage zum Entdecken und Verweilen ein.

Historie

Die Festung Marienberg war ab 1250 der Sitz der Würzburger Bischöfe. Durch ihre mächtige Stellung in der damaligen Welt bauten sie die mittelalterliche Burg schnell zu einem großen Renaissanceschloss und später zu einer wehrhaften, barocken Festungsanlage aus. Der Marienberg, nach dem die Burg benannt ist, ist seit der Bronzezeit besiedelt. Anfang des 8. Jahrhunderts befand sich eine kleine Kastellburg der fränkisch-thüringischen Herzöge auf den Berg. Um 1200 begann ein Bischof namens Konrad von Querfurt (selbiger verbannte die Herren von Ravensburg aus der Kirche und zerstörte deren Burg Ravensburg) mit dem Bau einer für dieser Zeit überdimensional großen Burganlage, die im Spätmittelalter unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn von 1573 bis 1603 im epochalen Stil der Renaissance umgestaltet wurde.
Der Ursprung der Anlage lag in einem Bergfried, dem Brunnen und einem Palas. Es folgte 1308 die Verlängerung der Anlage nach Süden durch Andreas von Gundelfingen. 1466 errichtete man das Scherenbergtor, das Zeughaus und die südlichen Gebäude durch Rudolf von Scherenberg. Ab 1495 kamen durch Lorenz von Biba weitere Gebäude hinzu.
Während der Bauernkriege 1525 versuchte man mehrmals erfolglos Marienberg einzunehmen. 1572 kam es zu einem Brand, der mehrere Teile der Burg zerstörte. Julius Echter von Mespelbrunn begann ein Jahr später mit dem Wiederaufbau und dem Ausbau. Es entstanden die Echterbastion, der Marienturm und der neue Graben. Am 18. Oktober 1631 wurde die Anlage durch die Schweden gestürmt, was Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn nach dem Abzug der Schweden dazu veranlasste den äußeren Bastionskranz bis 1658 erbauen zu lassen. Es folgten um 1700 die Anlegung des Fürstengartens, des Brunnens und 1724 die Errichtung des Maschikuliturm. Mit dem Bau der Würzburger Residenz inmitten der Stadt und der Verlegung der Hofhaltung zwischen 1720 bis 1744 diente die Festung nur noch für militärische Zwecke. Im Mainfeldzug 1866 wurde durch den Beschuss der Marienberg durch die preußische Armee ein Feuer ausgelöst, das Teile der Festung zerstört.
1938 übernahm die bayerische Schlossverwaltung die Anlage und eröffnete ein Museum. Die Kernburg brannte am 16. März 1945 im Zweiten Weltkrieg vollständig aus, wurde aber seit 1947 wieder als Museum genutzt und ab 1950 wieder aufgebaut. Bis 1990 dauerte der Wiederaufbau der Kernburg. In jenem Jahr wurde das Fürstenbaumuseum eröffnet.

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Anfahrt

Die Marienburg in Würzburg ist am besten über die A3 Ausfahrt "Würzburg-Kist" zu erreichen. Von hier fährt man die B27 Richtung Würzburg ab und folgt dieser Richtung Innenstadt. Der B27 immer folgend, geht hinter der Abfahrt zur B19 ein Abzweig zur Burg ab (ist ausgeschildert). Im Halsgraben befinden sich Parkplätze.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 22.11.2008

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