Wildenstein

Burg Wildenstein

Deutschland / Baden-Württemberg

Burg Wildenstein stammt aus der Mitte des 13. Jahrhundert und gehört zu den eindrucksvollsten Burganlagen an der Donau. Sie wurde zwischen 1520 und 1550 zu einer Festung umgebaut und mit über 20 Meter tiefen Steilgräben, zahlreichen Rondellen, Zugbrücken, Wehrtürme und Schildmauern ausgestattet. Die imposante Wehranlage beherbergt heute eine Jugendherberge und kann besichtigt werden. Ein Besuch lohnt sich!

Diese Burg teilen

Share on Facebook0Tweet about this on Twitter0Share on Google+0Pin on Pinterest0Email this to someone

Adresse

Burg Wildenstein
88637 Leibertingen
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Jugendherberge
Lage: 800 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:01-16:08 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Ganzjährig
Di-So:
mehr
Eintrittspreise: Burghof: frei
Gebäude: nur Gäste

Baubestand & Beschreibung

Auf einem Bergsporn oberhalb des Donautals liegt die Burg Wildenstein. Sie ist die jüngste Wehranlage von fünf Burgen, die im Laufe des Mittelalters in engem Abstand zueinander gegründet wurden. Die Vorgängerburgen hießen Unterwildenstein, Altwildenstein, Hexenturm und Hahnenkamm. Heute gehört Burg Wildenstein zu einer der besterhaltenen Wehranlagen des 16. Jahrhunderts. Der Ursprung liegt in einer Burg aus dem 13. Jahrhundert, die später zu einer Festung umgebaut wurde und ein einzigartiges Beispiel aus der Übergangszeit zwischen der mittelalterlichen Burgbaukunst und der Festungsbaukunst darstellt. Heute beherbergt die Burg eine Jugendherberge und kann von der Außenanlage, sowie vom Hof aus frei besichtigt werden. Das Innere der Gebäude ist den Gästen der Jugendherberge vorbehalten.

Grabenanlage
Die Vorgängerburgen von Wildenstein zeigen deutlich, dass die Erbauer gerne in sehr exponierten Lagen gebaut haben. Alle Anlagen liegen auf Felssäulen, die tiefe Gräben aufweisen und nahezu uneinnehmbar waren. Dieses Verfahren wendete man auch bei Burg Wildenstein an. Bis heute trennt ein mächtiger Halsgraben die Vorburg vom Bergrücken. Ein zweiter Graben liegt zwischen Vorburg und Kernburg. Die Gräben sind über 20 m tief und 20 m breit. Sie wurden sauber in den Felsen geschlagen. Heute führt ein Fahrradweg durch die Gräben, die ursprünglich spitz zuliefen und ein nicht begehbares Terrain darstellten. Sie besaßen ursprünglich eine Tiefe von über 30 m. Die Grabenwände wurden sauber abgeschrofft, bzw. begradigt, so dass ein Erklimmen oder das Anbringen von Belagerungswaffen unmöglich war. Über die Gräben führen Brücken, die ursprünglich Zugbrücken mit Schwungruten waren. Die aufgemauerte Pfeiler der Brücken sind heute noch erhalten und tragen die modernen Holzbrücken, über die Wildenstein erschlossen ist.

Vorburg
Die Vorburg liegt auf einer Felsinseln zwischen den Gräben. Das Plateau der Vorburg ist ca. 90 m lang und circa 20 m breit. Die Mauer zum Bergrücken hin ist 3 m dick und diente als Schildmauer vor eingeschlagenen Geschossen. Die 74 m lange Mauer trägt heute einen rekonstruierten, überdachten Wehrgang, der mehrere Schießscharten aufweist. An den Enden befinden sich flankierende Rundtürme, die das Plateau vor der Burg unter Artilleriebeschuss nehmen konnten. Es lassen sich Maulscharten aus dieser Zeit erkennen. Zeitgleich flankierten die Türme die Zugbrücke und das Tor und hatten freies Schussfeld auf diesen Bereich. Im Westturm (links von der Brücke aus gesehen) wohnte der Burgvogt. Im Ostturm (rechts von der Brücke aus gesehen) lebten die Wächter und die Soldaten. Das Tor befindet sich in der Mitte und liegt absichtlich tiefer als das Burgplateau, um es vor Artilleriebeschuss zu schützen.
Hinter der Schildmauer liegt die Vorburg. Zur Kernburg hin weist sie keine Mauer auf, damit der Gegner sich in der Vorburg nicht verschanzen konnte und man freies Schussfeld auf eingedrungene Feinde hatte. Hinter den Türmen schließen Gebäude an, die wie bereits erwähnt von den Wachen bewohnt wurden. Im Torhaus führen zwei Treppen auf den Wehrgang, der auf der Schildmauer liegt.
Von der Vorburg führt eine weitere Brücke über den zweiten, mächtigen Graben zur Kernburg. Diese Brücke wurde absichtlich versetzt und liegt nicht in gerader Linie mit der ersten Brücke, um einen Durchschuss durch die Tore mit einer Kanone zu vermeiden.

Hauptbastion
Im Zuge der Umbaumaßnahmen durch Gottfried Werner von Zimmern wurde die Kernburg zu einer typischen Festung des 16. Jahrhunderts umgebaut. Hierfür wurde der Bergfried abgerissen und es entstand die Hauptbastion, die wie eine Schildmauer die Kernburg vor Geschossen schützte. Die Hauptbastion ist höher als die Vorburg, um ein freies Schussfeld auf den Bereich vor der Vorburg zu haben. In der heutigen Dachkonstruktion lassen sich Kanonenschießscharten erkennen, die zum ehemaligen Exerziersaal gehören. Im Notfall konnte man hier Kanonen aufstellen und auf den Bergrücken abfeuern. Man geht davon aus, dass der Dachstuhl, der in Schlaudern hängt, abgenommen werden konnte. Die Theorie wird heutzutage stark umstritten.
Die Hauptbastion diente der Kernburg als Schildmauer. Sie ist teilweise bis zu 25 m dick und über 40 m lang. Die Kasematten und Wohnräume der Soldaten besaßen unter anderem Wandstärken von 5,5 bis 3,7 m. In der Hauptbastion befanden sich ursprünglich die Kasematten, die Wohnung des Kommandanten, Pulver-, Waffen- und Vorratskammern, ein Verlies, Wachzimmer und der bereits erwähnte Exerziersaal. Das Bauwerk diente zeitgleich auch als Torhaus für die Kernburg und besaß mehrere Tore, die verriegelt werden konnten.
In der Mauer zum Hof hin hat man einen kleinen, sehr engen Raum gefunden. Man vermutete lange, dass es sich um das Verlies handelt, da mit dem Abriss des Bergfrieds kein Gefängnis mehr vorhanden war. Der Raum hat 5 m dicke Außenmauern und ist sehr klein. Der Zugang ist erschwert und leicht versteckt. Heute geht man davon aus, dass der Raum als Tresor gedient haben kann. Beweise hierfür gibt es keine.

Kommandantenturm
Der Kommandantenturm (links von der Vorburg aus gesehen) bildet das westliche Ende der Hauptbastion. Er besitzt mehrere Geschosse und ist im Ursprung ein mittelalterlicher Turm, der im 16. Jahrhundert verstärkt und zu dem Kommandantenturm umgebaut wurde. Man vermutet, dass es sich um den ursprünglichen Bergfried handelt. Der Turm beherbergte neben der Wohnung des Kommandanten die ehemalige Kapelle, die Schreibstube von Gottfried von Zimmern und zahlreiche Kasematten. Schießscharten dienten zum Flankieren der Vorburg und der Brücke der Kernburg. Heute findet man hier Schlafräume der Jugendherberge.

Kernburg
Die Kernburg nimmt den gesamten Felssporn hinter der Hauptbastion ein. Der Zugang führt durch die Hauptbastion auf den polygonalen Burghof, der in der nordwestlichen Ecke eine 17 m tiefe Regenwasserzisterne aufweist. Diese wurde durch Gottfried Werner von Zimmern angelegt und war anfangs undicht. Erst später bekam man das Problem mit versickerndem Wasser in den Griff.
Noch heute umschließt eine Ringmauer die Kernburg, an der mehrere Gebäude anlehnen. Es lassen sich noch Wehrgänge mit Pultdächern erkennen, die auf der Wehrmauer verlaufen. Die Wehrgänge sind vom Burghof nicht zu sehen, da niedrige Gebäude an der Mauer anlehnen und sie verdecken.
Im Norden schließt der Palas an den Burghof an. Im Osten lässt sich die Kapelle erkennen. Heute beherbergt der Hof einen kleinen Imbiss, der zur Jugendherberge gehört. Zahlreiche Sitzplätze laden zum Niederlassen ein.

Burgkapelle
1537 entstand unter Gottfried Werner von Zimmern eine bemerkenswerte Burgkapelle. An der Decke lässt sich ein Netzgewölbe erkennen, dessen Schlussstein das Wappen der Familie trägt. Im Chor steht heute eine Kopie des Wildensteiner Altars, der durch den Meister von Meßkirch bemalt wurde. Man vermutet, dass der Meister von Meßkirch der Maler Jerg Ziegler aus Augsburg war. Eine andere Vermutung unterstützt den Maler Peter Strüb der Jüngere aus Veringen. Der linke Flügel des Altars zeigt Gottfried Graf von Zimmern in seiner Rüstung mit offenem Visier. Auf dem rechten Flügel ist seine Gemahlin Apollonia von Henneberg zu erkennen. Der heutige Altar ist eine Kopie und wurde 1867 durch Weinbrenner geschaffen. Im Fußboden der Kapelle lässt sich eine Luke erkennen, die in ein Untergeschoss führt. Von hier soll ein Gang bis in das Donautal geführt haben. Er diente vermutlich als Geheimgang für die Flucht. Im Dachgeschoss findet sich eine Glocke von 1525.

Palas
Das nördliche Ende des Burghofs bildet der Palas. Er besitzt zwei Geschosse und weist Zwerchhäuser und Giebelgauben auf. Seine Grundfläche beträgt 22 × 15 m. Auf Wikipedia geht man davon aus, dass es sich nicht um einen Palas handelt, da der Rittersaal fehlt. Es gab einen Rittersaal im Eingangsgeschoss, der später durch Mauern unterteilt wurde. In der Nordhälfte des Saals lassen sich Fresken des 16. Jahrhunderts erkennen. Im 19. Jahrhundert malte man Burgen aus der Umgebung hinzu. Im gesamten Gebäude lassen sich weitere Wandmalereien finden, die teilweise unvollendet sind. Gottfried Werner von Zimmern hat die Malereien abbrechen lassen, wenn sie ihm nicht gefallen haben. Teilweise werden ganze Bildergeschichten erzählt, wie zum Beispiel die Nibelungensage.

Fazit
Burg Wildenstein ist eine schöne und vor allem eindrucksvolle Wehranlage. Sie ist ein Paradebeispiel für die Umbaumaßnahmen, die während des 16. Jahrhunderts mit dem Aufkommen größerer Belagerungswaffen und Kanonen erst erfunden werden mussten. Heute lädt die Anlage aufgrund ihrer Komplexität und dem ausgeklügelten Verteidigungssystem zum Entdecken und Verweilen ein. Die uneinnehmbar wirkende Festung ist ein Muss bei einem Aufenthalt in der Region. Die Jugendherberge genießt einen guten Ruf. Ein Besuch lohnt sich.

Historie

Bis in die 1990er hat man angenommen, dass die Burg aufgrund einer Urkunde des Klosters Beuron schon vor 1077 existent war. Das Schriftstück stellte sich als gefälscht heraus. Die ältesten Keramikfunde werden in das 13. Jahrhundert geschätzt und geben Anlass zur Theorie, dass die Burg erst zu dieser Zeit entstanden ist. Damit wäre sie bedeutend jünger als ihre Nachbarburgen Altwildenstein, Unterwildenstein, Hexenturm und Hahnenkamm.
Wann genau die Burg gebaut wurde, ist heute unbekannt. 1263 gelangt Anselm IV. von Justingen durch Heirat einer Wildensteiner Tochter in den Besitz der Güter. Er war Sohn von Anselm III. von Justingen, der Hofmarschall von Kaiser Friedrich II. gewesen sein soll. 1317 wird das Geschlecht derer von Justingen-Wildenstein, die sich mittlerweile nach der Burg benannt hatten, das letzte Mal urkundlich in Bezug auf die Anlage erwähnt. 1319 kauft ein Rudolf von Ramsberg die Burg. 1393 gehört sie unterschiedlichen Parteien, unter anderem Burkhard von Lichtenstein und Wilhelm Schenk von Stauffenberg. Wilhelm Schenk von Stauffenberg übergibt seine Anteile Rupprecht von der Pfalz 1395. Die Familie von Zimmern, die anschließend über 200 Jahre die Burg bewohnt, erhält 1397 die eine Hälfte als Lehen, die andere zur Verwaltung. Erst 1415 geht Burg Wildenstein vollständig an Johann von Zimmern, nachdem der Pfalzgraf Ludwig im Bart ihm die Burg "aus besonderer Gnade" übergibt. 1462 wird die Familie durch Johann Werner dem Älteren von Zimmern Besitzer der Burg, nachdem sie ihnen "zu freiem und ungestörten Genuss für sich und seine Erben" endgültig überschrieben wird. Er beginnt um 1470 mit zahlreichen Baumaßnahmen, bei denen man ein Turm errichtet, der später wieder abgebrochen wird.
1488 wird über Johann Werner von Zimmern die Reichsacht verhängt. Treuhänder der Anlage wird für die Zeit der Graf von Werdensberg. Aus Sicherheitsgründen verkauft Johann die Burg an Graf Endres von Sonnenberg. Es folgte 1503 die Rückeroberung durch Johannes Werner dem Jüngeren. Im Zuge dessen kommt es zum Streit zwischen den Grafen von Zimmern und den Grafen von Werdensberg, der auf einem Reichstag zu Augsburg 1504 beigelegt wird.
Im Jahre 1512 kommt es zu einem Brand in der Vorburg, der durch das Gesinde ausgelöst wird. Das Feuer springt glücklicherweise nicht auf die Kernburg über. Nur ein Jahr später, 1513, kommt es zu einer Fehde zwischen den Brüdern von Zimmern. Gottfried von Zimmern übernimmt Wildenstein, indem er dessen Hauptmann Karlin Pfeiler dazu zwingt die Befehle seines Bruders Johann zu missachten. Johann gibt 1514 nach und überlässt die Burg mit umliegenden Gütern seinem Bruder.
Als die Pest 1518 Meßkirch erreicht, verlässt Gottfried Werner von Wildenstein mit seiner Mutter, der Gräfin von Oettingen und seiner Frau, der Gräfin von Henneberg, sowie seiner Tochter und einigen Dienern Meßkirch und zieht nach Wildenstein. Dort bleibt er unter eigener, strenger aufgelegter Quarantäne bis 1519. Es gab nur wenig Kleidung und angelieferte Lebensmittel mussten vor dem Tor abgelegt werden. Die Burg durfte niemand von außerhalb betreten. Alle Burgbewohner überlebten die Pest ohne Zwischenfälle.
Aufgrund seines Aufenthalts auf der Anlage beginnt Gottfried Werner von Zimmern Wildenstein zu mögen und sorgt für zahlreiche Umbauten zwischen 1520 bis 1550. 1525 bringt er seine gesamte Familie vor den aufständischen Bauern auf der Burg in Sicherheit. Die Burg wird weder zerstört noch belagert. Im Schmalkaldischen Krieg nimmt Gottfried Werner von Zimmern die Grafen von Helfenstein, die Truchsesse von Waldburg, die Landkomturei Altshausen, das Stift Beuron und zahlreiche Adelige mit ihren Habseligkeiten auf Wildenstein auf. Es befinden sich zu diesem Zeitpunkt Schätze von mehr als 100.000 Gulden in der Burg. Burgvogt wird Hans Huggle von Gutenstein.
Gottfried Werner lässt 1536 bis 1537 die Kapelle ausbauen. Es entsteht ein aufwendiger Altar des Meisters von Meßkirch. 1594 stirbt das Geschlecht derer von Zimmern mit Wilhelm von Zimmern von der männlichen Seite her aus. Die Schwestern verkaufen Wildenstein und die Herrschaft Meßkirch für 400.000 Gulden an die Grafen von Helfenstein-Gundelfingen. Die Grafen von Helfenstein-Gundelfingen setzen 1615 Johann Heinisch als Burgvogt ein. 1627 stirbt der letzte Helfensteiner, genannt Graf Georg Wilhelm und überlässt die Anlage seiner Gemahlin Johanna Eleonora, die sie durch Heirat an den Grafen Wratislaus I. von Fürstenberg übergibt.
Im Dreißigjährigen Krieg 1639 bittet Grafen Wratislaus den Kaiser um eine Summe von 8000 bis 10.000 Gulden, um Mannschaft und Verpflegung zu beschaffen. Die Bitte wird abgelehnt. In der Folgezeit wird die Burg nur durch den Kommandanten Junker Rosenfeld und vier Musketiere besetzt und verteidigt. Am 10. August 1642 geht der Kommandant mit drei Musketieren auf ein Dorffest. Der letzte Musketier wird Pfeife rauchend und in der Sonne liegend vor der Burg von Truppen von Hohentwiel überrascht und gefangen genommen. Eine Frau auf der Burg konnte noch vor Eindringen der Feinde das Burgtor verschließen. Der Kommandant und die drei Musketiere ergriffen die Flucht. Die Hohentwieler Truppen nahmen die Burg ein. Schon am 4. September 1642 kapitulierten sie aber, nachdem bayerische Truppen unter Oberstleutnant von Marmont die Burg belagerten. Erst 1649 geht die Anlage wieder zurück an derer von Fürstenberg.
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg übergibt der Graf Ferdinand von Fürstenberg den Befehl an seinen Burgvogt, Peter Friedberger, die Anlage den kaiserlichen Truppen zu übergeben. Am 28. Oktober 1688 werden 30 Mann Besatzung auf Wildenstein gezählt. 1693 setzen feindliche Truppen über den Neckar. Auf die Bitte des Grafen von Fürstenberg wird Wildenstein durch den General Graf von Öttingen besetzt. 1694 übernimmt der Graf von Fürstenberg die Anlage wieder.
1744 wird Wildenstein zum Staatsgefängnis. Ein Wächter klopft seine Tabakpfeife in jenem Jahr an der Brücke ab, die daraufhin Feuer fängt und abbrennt. 1756 schlägt der Blitz in den Giebel vom Zeughaus ein und beschädigt die Mauer. Zur Empfangsfeier von Marie Antoinette in Donaueschingen werden 1770 mehrere Geschütze mit Munition abtransportiert, die anschließend nicht wieder nach Wildenstein gebracht werden. 1772 verliert die Anlage an Bedeutung und die Besatzung wird auf ein Minimum reduziert. 1802 kommt sogar der Vorschlag vom Oberamtsverwalter aus Meßkirch, dass man die Burg aufgrund von Baufälligkeit abbricht. Es folgt bis 1806 die Instandsetzung und Renovierung. Weinbrenner beginnt 1867 mit der Restaurierung der Kapelle. 1911 wird in der Region ein Erdbeben registriert. Starke Risse an der Umfassungsmauer und einer Kommandantur, sowie abgebrochene Mauerelemente am Turm und am Gesims müssen restauriert werden. 1922 entsteht in der Vorburg die Jugendherberge. Das Deutsche Jugendherbergswerk kauft schließlich 1971 die Burg für 150.000 DM der Prinzessin Therese zu Fürstenberg ab. Es folgen umfangreiche Instandsetzungen und Renovierungsarbeiten. Zur 900 Jahrfeier 1977 erstrahlt die Anlage in neuem Glanz. Die Bauarbeiten verschlangen 4,7 Millionen DM. 1989 werden die Wandmalereien im Speisesaal des Palas restauriert.

Events in der Nähe

Zu dieser Burg und den Nachbarburgen liegen uns keine Veranstaltungen vor. Sie können hier gerne eine eintragen:

Veranstaltung eintragen

Anfahrt

Die Burg Wildenstein liegt nahe der Ortschaft Leibertingen. Leibertingen befindet sich unweit der B311, knapp 25km von Tuttlingen entfernt. Die Burg ist ab dem Donautal ausgeschildert.

Buchtipp: Burgen in Baden-Württemberg

Das heutige Baden-Württemberg weist eine der höchsten Burgendichten Europas auf. Wie haben sich die Burgen in Baden-Württemberg ausgebreitet? Mehr dazu in diesem Buch.

Burgenarchiv.de
VER Verlag
Buchtipp: Burgen in Baden-Württemberg

Das heutige Baden-Württemberg weist eine der höchsten Burgendichten Europas auf. Wie haben sich die Burgen in Baden-Württemberg ausgebreitet? Mehr dazu in diesem Buch.

Burgenarchiv.de
VER Verlag

Gastronomie

Im Hof der Kernburg gibt es einen Imbiss.

sonstige Bemerkungen

Unter Gottfried Werner von Zimmern erhielt die Burg zahlreiche Um- und Ausbauten. Der Bauherr ließ unter anderem alle Fenster mit Gittern verschließen, um ein Eindringen eines einzelnen Feindes zu vermeiden. Nach Fertigstellung kam sein Bruder, Graf Wilhelm Werner von Zimmern zu Besuch. Gottfried Werner von Zimmern ließ Speis und Trank zubereiten, die seinem Bruder so missfallen haben, dass er im Zuge seines Zorns das Essen aus dem Fenster werfen wollte. Aufgrund des Gitters war dies nicht möglich, so dass er seinen Teller unter großem Gelächter vor dem Fenster stehen ließ.

Folgen Sie uns

Facebooktwittergoogle_pluspinterestyoutube

Literatur


- Diverse, Herausgeber: Dt. Burgenvereinigung, "Burgen in Mitteleuropa- Ein Handbuch", Band 2, Konrad Theiss Verlag GmbH, 1999, Stuttgart, ISBN: Bestellnummer 14464-3
- Christoph Bizer, Rolf Götz, "Vergessene Burgen der Schwäbischen Alb", DRW Verlag, 1989, Stuttgart, ISBN: 3-87181-244-7 S.112
- Darius Lenz, "Burgen in Baden-Württemberg- Die geographisch-topographische Ausbreitung zwischen dem 7. und dem 15. Jahrhundert", VER Verlag, 2014, Karlsruhe, ISBN: 978-3-944718-01-9

Hinweis: Falls Sie einen Werbeblocker benutzen, sehen Sie u.U. nicht die vollständige Literaturliste.


Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 19.03.2014, 23.02.2008

Burgen in der Umgebung

weitere Burgen im Umkreis laden

Kommentar verfassen