Wildenberg, Wildenburg

Burg Wildenberg, Wildenburg

Deutschland / Bayern

Burg des Monats

Burg Wildenberg, Wildenburg wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats Juli 2014" gewählt.
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Burg Wildenburg liegt auf einem Berg inmitten dichter Wälder. Die Anlage ist ruinös erhalten und beherbergt zahlreiche Steinmetzarbeiten und konstruktive Details, wie sie nur selten zu finden sind. Kunsthistorisch und baugeschichtlich gesehen, gehört Wildenburg zu den interessantesten Burgen Bayerns. Sie ist größtenteils gut erhalten und weist viele kleine, interessante Gegebenheiten auf, die zum Entdecken und Verweilen einladen. Die staufische Herkunft aus dem 12. Jahrhundert lässt sich deutlich erkennen.

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Adresse

Burg Wildenberg, Wildenburg
Mil17
63931 Amorbach Kirchenzell-Preunschen
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: -
Lage: 357 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:06-16:02 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Wildenberg gehört zu den kulturhistorisch wertvollsten, staufischen Burganlagen Deutschlands und wird von der Bedeutung her mit den deutschen Kaiserpfalzen gleichgesetzt. Sie liegt auf den Ausläufern eines Bergrückens oberhalb des kleinen Flusses Mudau, nordöstlich von Preunschen. Zur Zeit ihrer Zerstörung war Wildenberg auch bekannt als Willenberg oder als Willenberger Schloss. Im 19. Jahrhundert nannte man sie unter anderem auch Wildenfels oder Wildenburg.
Die staufische Anlage ist vom Erhalt her nahezu einzigartig. Viele Bereiche sind zwar größtenteils beschädigt oder zerstört, weisen aber zahlreiche Details und verzierende Elemente auf.
Zur Blütezeit bestand die Anlage aus einer Vorburg und einer Kernburg. Die Vorburg lag zwischen ansteigendem Bergrücken und der Kernburg und war zu beiden Elementen jeweils durch einen Halsgraben getrennt. Von der recht kleinen Vorburg ist heute nichts mehr erhalten, einzig und allein erinnern Brückenpfeiler an den Verlauf des Weges durch die Vorburg zur Kernburg. Auf dem Bergrücken oberhalb der Vorburg trifft man heute auf den so genannten Teeplatz, der zahlreiche Reste eines hier angefangenen aber nie vollendeten Jagdhauses aufweist.
Im Gegensatz zur Vorburg ist die Kernburg in einem sehr guten Zustand. Sie weist einen rechteckigen Grundriss auf, dem sich alle Gebäude (Ausnahme ist der Bergfried) anpassen. Der Zugang erfolgte über die Vorburg sowie über zwei Brücke, die die tiefen Halsgräben überspannten. Hinter einem Torturm, der unter anderem noch erkennbar ist, führte der Weg über einen Torzwinger zum Tor der Kernburg. Der Torzwinger war Element einer äußeren Zwingeranlage, die die Kernburg vollständig umgab und zu allen Seiten absicherte.
Heute wie damals betritt man die Kernburg über einen ausgeprägten Torturm. Der Turm weist unter anderem noch zahlreiche Überreste von Gewölben auf. Im oberen Geschoss befand sich die St. Georgskapelle, deren Erker nach Südwesten auskragt und an die Nutzung als sakrales Gebäude erinnert. Balkenlöcher an der Außenseite weisen auf einen Wehrgang hin, der oberhalb des Tores verlief. Links neben dem Tor erkennt man zwei Fenster, die zu einem Wächterhäuschen gehören, das mit einem anliegenden Wohnbau 1485 errichtet wurde und vom Hof aus erschlossen war.
Über den Torturm betritt man heute den mittleren Burghof. Die Kernburg war zu ihrer Blütezeit in drei Bereiche eingeteilt, von denen der mittlere Burghof zur Erschließung und als Herberge für den Brunnen diente. An der südwestlichen Ringmauer standen zahlreiche Wohn- und Wirtschaftsgebäude, deren Fenster sich zum Teil an der Ringmauer noch erkennen lassen. Im Süden befanden sich einige wenige Gebäude, sowie der Bergfried und die Schildmauer. Im Norden stößt man auf einen separaten Hof und einen Palas mit angrenzendem Wehrturm. Der Zugang zu dem bereits erwähnten Wächterhäuschen erfolgte über einen eigenen Eingang von dem mittleren Hof aus. In dem Wächterhäuschen erkennt man heute noch einen Gang in der Mauer und einem großen Kamin.
Der südliche Bereich wird von dem Bergfried und der Schildmauer eingenommen. Der Bergfried steht im Winkel über Eck zur Schildmauer und ist mit einer Ecke in diese integriert. Gut zu erkennen sind die verwendeten Buckelquader, der ehemalige Eingang in 9 m Höhe und ein Zinnenkranz, der zum Teil noch erhalten ist. In den einzelnen Buckelquadern stößt man auf Steinmetzzeichen, die auf zahlreiche Bauleute (es werden 100 vermutet) hinweisen. Die anliegende Schildmauer ist Element der Ringmauer und variiert zum Teil in der Höhe. Sie weist eine starke von knapp 2,5 m auf.
Den nördlichen Part von Wildenberg nimmt der Palas ein, dessen vorliegender Hof 1445 durch die Errichtung einer Mauer von dem mittleren Burghof getrennt wurde. Es wird vermutet, dass sich der Palas von den Gebäuden des Gesindes abtrennen sollte. Die Sperrmauer, die die Höfe voneinander trennt, wurde an der Ringmauer mit jeweils einen Erker angeschlossen. Der westliche Erker ist noch erhalten und weist neben einem Bogenfries Türöffnungen zu den Wehrgängen der Ringmauer und der Sperrmauer auf. Das Tor in der Sperrmauer ist relativ klein gehalten und spitzbogig.
Hinter dem Tor befindet sich der nördliche Bereich, bestehend aus einem kleinen Hof, dem Palas und einem Turm. Der Palas nimmt die nördliche Wehrmauer ein und weist zur nordwestlichen Ecke hin einen flankierenden Eckturm auf, der aus dem Jahre 1440 stammt. Der große, repräsentative Bau ist von den Außenmauern her fast vollständig erhalten. Er wurde 1356 durch ein Erdbeben stark beschädigt und weniger kunstvoll wieder aufgebaut. Erschlossen war er über einen kleinen Eingang, vor dem sich der Niedergang in das Kellergewölbe befindet. An der Türöffnung lässt sich noch ein Zickzackbogensturz erkennen.
Das Innere des Palas ist nur noch partiell erhalten. Es lassen sich unter anderem der große Saal, einige Säulensockel, ein mächtiger Kamin (1936 aus alten Steinen errichtet), Balkenauflager und Balkenlöcher sowie zahlreiche Fensteröffnungen erkennen. Bemerkenswert sind erhaltene, ornamentale Elemente im oberen Stockwerk, beispielsweise an den Fenstern. Zahlreiche Verzierungen und Ansätze von Gewölben weisen auf ein reich dekoriertes, repräsentatives Gebäude hin. Türöffnungen und Fenster zeigen die Dimensionen des gesamten Baus.
Von der Atmosphäre her wirkt Burg Wildenburg sehr urig und zum Teil auch imposant. Die erhaltenen Überreste, die 1821 durch Graf Franz von Erbach abgebrochen und in Sicherheit gebracht wurden, kamen 1936 zum Teil an ihrem ursprünglichen Platz zurück, wodurch die Ruine einen großen Detailreichtum aufzuweisen hat.

Historie

Burg Wildenburg ist zum größten Teil in staufischem Baustil entstanden. Die Anlage wird um 1170 durch Ruprecht von Dürne begonnen und durch dessen Enkel Konrad von Dürne beendet. Ruprecht von Dürne war ein enger Vertrauter von Kaiser Barbarossa und dessen Sohn Heinrich VI. Wahrscheinlich auf zahlreichen Reisen der Könige anwesend gewesen, erwarb Ruprecht Kenntnisse über die staufische Architektur und wandte diese beim Bau seiner Burg an. Konrad von Dürne kam durch die Heirat mit Mechtild von Lauffen an große Bereiche der reichen Grafschaft, was ihm die Möglichkeit bot seine Burg großzügig auszubauen. Ulrich III., ältester Sohn Konrads konnte die Burg nicht mehr finanziell halten und verkaufte sie 1271 an den Mainzer Erzbischof. Dieser setzte einen Burgmannen in Wildenburg ein. 1356 wurde der Palas durch ein Erdbeben stark beschädigt.
In den Bauernkriegen 1525 wurde die Anlage so stark beschädigt, dass man sie nicht wieder aufgebaut hat. Seit 1803 ist die Wildenburg im Besitz der Fürsten von Leiningen. Die Wildenburg wurde vor allem durch Wolfram von Eschenbach bekannt, der hier zum Teil sein höfisches Ritterepos "Parsival" schrieb. In dem Stück diente die Burg als Vorbild für die Gralsburg.

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Anfahrt

Burg Wildenburg befindet sich bei Amorbach zwischen der A81 und der A5. Zu erreichen ist die Anlage über die A5 Ausfahrt "Bensheim". Von hier folgt man der B47 über Gadenheim, Lindenfels und Michelstadt nach Amorbach.
Über die A81 fährt man über die Ausfahrt "Tauberbischofsheim" auf die B27, der man über Tauberbischofsheim nach Walldürn folgt. In Walldürn wechselt man auf die B47 Richtung Amorbach.
In Amorbach biegt man Richtung Kirchenzell ab und hält sich kurz vor dem Ort Richtung Preunschen. Hinter dem Abzweig nach Preunschen befindet sich ein Parkplatz, von dem ein Weg zur Burg führt.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 23.05.2008

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