Ullenburg

Burg Ullenburg

Deutschland / Baden-Württemberg

Im 11. Jahrhundert stand auf einem abgesonderten Berg in der Rheinebene die Burg Ullenburg. Von der einst kompakten Anlage hat sich nur der Halsgraben erhalten. Ein paar mutmaßlich vorhandene Strebepfeiler sind aufgrund von Vegetation kaum noch sichtbar. 1785 wird die Burg auf Abbruch verkauft und der Berg für Weinanbau genutzt. Es lassen sich nur noch der Halsgraben und ein Teil der Ringmauer erkennen.

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Adresse

Burg Ullenburg
Sankt-Urbansstr.
77704 Oberkirch-Tiergarten
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: ehemalige Burg
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: privat
Lage: 270 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:05-16:13 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Ullenburg befindet sich auf einem kleinen Hügel inmitten eines seit Jahrhunderten existierenden Weinanbaugebietes. Der kreisrunde Hügel, auf dem die Burg einst stand, dient heute dem Weinanbau und befindet sich in Privatbesitz. Der Weg führt heute wie damals halb um die Anlage herum und anschließend schneckenförmig in die ehemalige Kernburg.
Aufgrund der langen Existenz der Anlage und zahlreichen Berichten weiß man heute wie Burg Ullenburg wahrscheinlich einst aussah. Die Anlage nahm die gesamte Hügelkuppe ein und besaß eine Ringmauer, einen Palas und mindestens einen Turm. Am Fuß des kleinen Berges befand sich ein Torhaus, das den Zugang zur Kernburg schützen sollte.
Von Burg Ullenburg ist nicht mehr viel existent. Zu erkennen sind der einstige Halsgraben, sowie die eigentümliche Form des Hügels. An der Nordwestseite befinden sich sichtbare Grundmauern mehrerer Stützpfeiler, die den Palas, der in späterer Zeit auf die Ringmauer gesetzt wurde, statisch absicherten. Ein Teil der Ringmauer ist am ehemaligen Eingang der Burg ungefähr kniehoch erhalten. Eine kleine Informationstafel weist auf die verbliebenen Steine hin. An der Südseite des Rundweges, der einen ähnlichen Verlauf wie die ehemalige Ringmauer hat, sind die Fundamente eines Turmes freigelegt worden, die auf einen eckigen Bau hinweisen.

Historie

Burg Ullenburg wurde um 1000 erbaut. Die Anlage wird erstmals 1070 urkundlich erwähnt. Der fränkische Ritter Siegfried schenkte in jenem Jahr die Anlage dem Bistum Straßburg. In der Zeit darauf wurde die Burg als Lehen an die Herzöge von Zähringen und die Grafen von Fürstenberg vergeben. Ab 1270 bis 1400 war sie Sitz der Bischöfe von Straßburg, die sie als Verwalter für das Sasbach-, Acher- und Renchtal nutzten. Um 1470 ist Burg Ullenburg leicht verfallen. Ein Michael von Boozheim erhielt sie als Lehen und ließ sie für 3000 Gulden instandsetzen.
1605 verpfändete das Bistum von Straßberg die Burg an den Herzog Friedrich von Württemberg, der 1607 40.000 Rebstöcke am Hang anpflanzen ließ. Im Dreißigjährigen Krieg zerstört man 1644 die Anlage teilweise. Es folgt ein Wiederaufbau 1661 durch den Straßburger Arzt Dr. J. Kobler als Lehensträger. Ein Jahr später übernimmt H.J. Christoph von Grimmelshausen, der Verfasser von Simplicissimus, bis 1665 die Anlage als Verwalter. 1689 wird die bereits als Burgruine vorhandene Anlage durch die Franzosen verwüstet.
Im Jahre 1716 übernimmt der Kriegskommissar Ignaz Schweinhuber als letzter Lehensträger die Anlage. Nach 1766 beginnt der endgültige Verfall und 1785 wird die Burg zum Abbruch durch den Bischof Kardinal von Rohan frei gegeben. Heute befindet sich die Anlage in Privatbesitz.

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Anfahrt

Burg Ullenburg liegt bei Tiergarten nördlich von Oberkirch. Über die A5 Ausfahrt "Appenweier" auf der B28 Richtung Oberkirch und weiter Richtung Tiergarten. In Tiergarten von der Hauptstraße in die Sankt-Urbansstr. abbiegen und in den Wald. Am Waldanfang parkt man am ersten Forstweg auf der rechten Seite und folgt diesem bergauf. Nach knapp 100m führt der Weg wieder aus dem Wald heraus direkt in den Halsgraben der Burg Ullenburg.

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Literatur

- Kurt Klein, "Burgen, Schlösser und Ruinen- Zeugen der Vergangenheit im Ortenaukreis", Schwarzwald-Verlag, 1997, Offenburg, ISBN: 3-922663-47-8
- E. Batzer, A. Städele, "Burgen und Schlösser Mittelbadens", Konkordia Verlag, 1937, Bühl S.246
- Örtliche Informationstafel

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 30.01.2014, 07.10.2008

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