Spantekow

Burg Spantekow

Deutschland / Mecklenburg-Vorpommern

Die Festung Spantekow liegt auf einer künstlich geschaffenen Insel mit Wassergraben nördlich des gleichnamigen Ortes. Die Burganlage stammt wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert und wurde im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut. Es entstand eine große Festungsanlage, von der sich heute nur noch zwei Bastionen, der Torbau und die Grundmauern weiterer Abwehranlagen erhalten haben. Im Inneren steht ein Schlossbau, der 2012 renoviert wurde. Das Grundstück ist privat, kann aber besichtigt werden. Den Schlüssel erhält man bei dem Wohnhaus vor dem Burgtor. Ein Besuch lohnt sich.

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Adresse

Burg Spantekow
17392 Spantekow
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Festung, Halbruine
Burgtyp: Wasserburg, Niederungsburg
Nutzung: privat
Lage: 15 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:05-15:28 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Saisonal
Schlüssel bei Burgstr. 49 abholen.
Eintrittspreise: Burg: kostenpflichtig
Website: Burg-Spantekow.de

Baubestand & Beschreibung

Die Festung Spantekow liegt in dem kleinen Örtchen Spantekow, südwestlich von Anklam. Die Anlage ist heute privat, kann aber besucht werden. Sie besteht aus den Resten einer Festung, die von einem noch fast vollständig Wasserringgraben umgeben wird.
Von der Festung haben sich der Schlossbau, Teile der äußeren Wehranlage, unterirdische Elemente und einigen Wirtschaftsgebäude erhalten. Die Bauten rahmen einen großen Hof ein, der einst weitere Gebäude beherbergte. Zum Graben hin war bzw. ist die Anlage durch hohe Erdwälle geschützt, die von außen mit Mauern verkleidet waren. Bastionen schützten die Burg in alle Richtungen und flankierten den Zugang.
Der Zugang erfolgt heute wie damals über ein Tor an der Südseite. Der Graben wurde an dieser Stelle zugeschüttet. Ursprünglich befand sich hier eine lange Brücke, die zum Teil eine Zugbrücke war. Über dem Tor prunkt noch das große Wappen und das Relief von Anna und Ulrich von Schwerin. Das Tor und die Brücke wurden durch die südwestliche und die südöstliche Bastion flankiert und gesichert.
Hinter dem Tor führt der Weg durch eine lange Poterne direkt auf den Hof. Das Tor weist heute noch die Räumlichkeiten der alten Wachstube auf. Neben dem Tor waren die Wälle unterkellert. Hier haben sich die Kasematten, also die Wohnorte der Soldaten, befunden. Unter der südöstlichen Bastion, direkt neben den Kasematten lag des Kellerverlies, das sich noch besichtigen lässt.
Der Burghof ist heute größer als früher. Er beherbergt an der Nordwestseite die alten Wirtschaftsgebäude und an der Südostseite das Schloss. Im Südwesten wird er von der Toranlage und den Bastionen eingerahmt. Im Hof hinter dem Tor stand ursprünglich die Kapelle. Es haben sich nur unterirdische Fundamente erhalten.
Zu den ältesten Teilen der Festung gehört die mittelalterliche Burg, die am nördlichen Ende des Festungshofes anschließt. Die Gebäude sind spurlos verschwunden. Die alte Burg liegt auf dem höchsten Punkt der Festung und war fast rund. Es hat sich nur die Ringmauer mit einer durchschnittlichen Höhe von zwei Metern erhalten. Heute kann man die Ringmauer vollständig umrunden. Hierbei passiert man die beiden Bastionen im Norden.
Die äußere Festungsanlage bzw. Mauer und damit jüngster Teil der Burg ist nur noch bedingt vorhanden. Sie besteht heute nur noch aus einem umliegenden Erdwall, in dem hier und da einige Steine durchschauen. Zur Blütezeit besaß sie eine stolze Höhe von über 15m und konnte vom Höhenniveau fast mit dem Schlossbau mithalten. Von dem Ort aus lassen sich die Bastionen und Festungswehranlagen noch gut erkennen.
Burg Spantekow befindet sich heute in Privatbesitz, doch beläuft sich die Einschränkung des verbotenen Betretens nur auf das Schloss und die Wirtschaftsgebäude. Man darf sich auf der Anlage dementsprechend frei bewegen, sofern das Tor aufgeschlossen wurde. Die schöne Festung zählt zu den bedeutendsten Renaissanceburgen Norddeutschland und sollte einmal besucht werden.

Historie

Älteste Element der Festung ist eine runde Kernburg an der Nordseite des Hofs. Wann sie gebaut wurde, ist unbekannt. 1258 wird Burg Spantekow im Besitz von Werner von Schwerin genannt. Es ist unbekannt, ob er der Erbauer ist.
Die Burg wird durch kriegerische Auseinandersetzungen beschädigt und 1558 durch Ulrich und Anna von Schwerin (geb. von Armin) teilweise erneuert. Es entsteht in einer neunjährigen Bauzeit der Schlossbau am Burghof.
Mit dem Tod von Vivigenz von Schwerin 1634, inmitten des Dreißigjährigen Krieges, geht die Anlahe an Erich Graf von Steenbock aus Schweden. Er heiratet Katharina von Schwerin, die Schwester von Vivigenz.
Noch während des Dreißigjährigen Krieges wird Spantekow durch kaiserliche Truppen erfolglos belagert. Ihr Lager befand sich südlich der Burg, wo heute der Kaiserdoppelpark liegt. Der Name stammt aus der Zeit der Belagerung. Erst 1677 gelingt die Einnahme Spantekows durch Brandenburg. Brandenburg lag zu dieser Zeit im Krieg mit Schweden. Auf Befehl des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg wurde der Schlossbau gesprengt, um eine Machtsicherung des Landes zu garantieren und eine erneute Verwendung zu vermeiden. Die Burgkapelle und die beiden Seitengebäude ließ man stehen.
1748 kam es zu einem Brand, bei dem die Kirche vollständig zerstört wurde.
Im Jahre 1715 entschließt sich Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, den Burgbesitzer Steenbock zu enteignen. Damit wird die Festung königlich preußische Domäne.
Es erfolgt 1738 eine Klage durch General und Feldmarschall Curt Christoph Graf von Schwerin gegen den Landesherren, dass die Anlage wieder zurückgegeben werden soll. Erst 1820 genehmigt der Landrat Heinrich Graf von Schwerin die Rückgabe, so dass 1833 schließlich Burg und Gut Spantekow nach 199 Jahren und einem Prozess von 99 Jahren mit einer Entschädigung von 40.000 Talern wieder Schwerinscher Familienbesitz wird.
1895 bekommt Albert Julius Graf Zieten Schwerin das Geld. Er vermacht die Anlage seinem Sohn Hans Bone, der daraufhin alleiniger Eigentümer der Burg und der Güter Spantekow, Rebelow und Drewelow wird.
1945 kommt es wieder zur Enteignung. In der Zeit der DDR bleibt sie Staatsbesitz. Am 26. April. 1999 kauft Kaspar Freiherr von Harnier, Enkel von Hans Bone von Schwerin, die Burg zurück. Sie befindet sich somit wieder in Familienbesitz.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Von der A20 über die Ausfahrt "Breest" auf die B199 und Richtung Anklam. Nach 12km rechts abbiegen und Richtung Spantekow fahren. In Spantekow auf die Burgstraße (Hauptstraße im Ort) abbiegen. Um in die Burg zu kommen, muss man bei dem anliegendem Haus (Haus des Burgwarts - Burgstr. 49) klingeln und sich gegen eine Gebühr das Tor aufschließen lassen.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 17.10.2004

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