Spandauer Zitadelle

Burg Spandau, Zitadelle

Deutschland / Berlin

Burg des Monats

Burg Spandau, Zitadelle wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats Mai 2016" gewählt.
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Die Festung Spandau ist die einzige erhaltene Burg in Berlin. 1197 wird die Anlage das erste Mal genannt und im Laufe der Zeit zu einer großen, typischen Festung mit Eckbastionen ausgebaut. Sie liegt, genau wie die mittelalterliche Wasserburg in der Havel und ist von mehreren Grabenanlagen umgeben. Heute beherbergt sie Museen und Gastronomien. Hauptaugenmerk und letzter Bestandteil der mittelalterlichen Burg ist der Bergfried, der eine lange Zeit als Tresor des Reichskriegsschatzes diente. Ein Besuch lohnt sich.

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Adresse

Burg Spandau, Zitadelle
Am Juliusturm
13599 Berlin
Parken: im Ort, kostenpflichtig

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Festung
Burgtyp: Wasserburg
Nutzung: Gastronomie, Museum, sonstiges
Lage: 33 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:01-15:35 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Ganzjährig
Burghof: offen
mehr
Eintrittspreise: Burg: frei
Museum: kostenpflichtig
Website: Zitadelle-Spandau.de

Baubestand & Beschreibung

Die Zitadelle, auch Burg Spandau genannt, liegt unscheinbar hinter den letzten Bauten des anliegenden Gewerbe- und Industrieparks, inmitten der Havel. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einer Festung ausgebaut und stellt seit ihrem Umbau eine Seltenheit dar. Im 16. Jahrhundert errichtete Kurfürst Joachim II. auf den Resten einer mittelalterlichen Burg diese Festung, die mit ihrem neu-italienischem Stil zu den besterhaltenen Festungen der Renaissance in Europa gehört.
Vorgängerbau war eine kleine Burg aus dem 13. Jahrhundert, von der der Palas und der Bergfried (Juliusturm) erhalten geblieben sind. Ihr wiederum diente als Grundlage für den Bau eine slawische Befestigungsanlage von vor 1050.
Der Zugang zur Zitadelle erfolgt über ein langes Torhaus, bzw. Kommandantenhaus, das mehrere Tore aufwies und im Wall integriert liegt. Hinter dem Tor trifft man auf die Überreste der alten Burg bestehend aus Bergfried und Palas. Beide Gebäude sind freistehend, weisen aber einen sehr engen Bezug zueinander auf, was auf eine recht kompakt errichtete Kernburg hinweist, von der nur noch die Gebäude erhalten geblieben sind.
Der Palas beherbergt heute Veranstaltungsräume, eine kleine Ausstellung und ein Archiv. Im 15. Jahrhundert wurde er das letzte Mal ausgebaut. Der runde Bergfried hingegen ist größtenteils aus dem 13. Jahrhundert und dient heute als Aussichtsplattform.
Vom ehemaligen mittelalterlichen Burghof aus eröffnet sich der Blick auf den großen Festungshof, der im Laufe der Zeit immer wieder wuchs und zahlreiche Gebäude aufnahm. Ganz im Stil der Festungsbaukunst entstand eine Anlage, umgeben von einem Graben und einem Wall mit innenliegendem Hof, der Kasernen und Militärgebäude beherbergt. Zu vier Ecken hin stößt man auf Bastionen, die typisch für die Region spitz zulaufen. Die Bastionen nennen sich Bastion König im Südwesten, Bastion Königin im Südosten, Bastion Brandenburg im Nordosten und Bastion Kronprinz im Nordwesten.
Nach Westen und Norden hin waren die Bastionen durch einen weiteren Wall inmitten der Havel vor Landungstruppen geschützt. Der Wall ist heute mit dem Festland verbunden. Zu dem äußeren Wall kam im Westen ein vorgelegtes Ravelin, genannt Schweinekopf, das die Hauptangriffsseite schützen sollte.
Von den Gebäuden her ruht nur ein Teil der Bauten auf alten Grundmauern. Es kam in den letzten 300 Jahren zu einer Mischung alter und neuer Gebäude, die durch die rege Bebauung im 16. Jahrhundert kaum Bezug zueinander aufweisen. Viele alte Gebäude wurden auf neuere Art restauriert und versuchen sich dem spätmittelalterlichen Bild und der Festungsbaukunst anzupassen. In den Gebäuden stößt man auf unterschiedliche Funktionen. Die Anlage beherbergt zwei Museen, ein Theater, ein Gasthaus, eine Töpferei, eine kleine Hafenanlage, alte Torbögen und den Juliusturm.
In den Museen hat man unter anderem die Möglichkeit mehr als 900 Jahre Befestigungsarchitektur zu bewundern. Es werden zum Beispiel alle Arten von Kanonen ausgestellt, die epochal sortiert sind. Der Juliusturm bietet eine schöne Aussicht über Spandau und die Festung. Die kleine Hafenanlage diente wahrscheinlich als Herberge von Ruder- oder Fischerbooten und war wohl zum Wasserholen während Belagerungen gedacht. Die Wälle sind fast das ganze Jahr über nicht betretbar und für den Besucherstrom gesperrt, da hier aufgrund von Aushöhlungen der Wälle und fehlenden Absicherungen Einsturzgefahr droht.
Im Gesamtbild gibt es viel zu entdecken und viel zu sehen. Die Anlage wird sehr sauber gehalten. Die außergewöhnliche Architektur spätmittelalterlicher Festungsbaukunst der Renaissance ist sehenswert und nur selten in Deutschland zu finden.

Historie

Die erste urkundliche Erwähnung der Burg stammt aus dem Jahre 1197. Es handelt sich um eine Schenkungsurkunde an einen Vogt Eberhard von Spandau. Die Burg war also, dank Eberhards Abstammung in askanischem Besitz. Mit den Ausgrabungen auf Burg Spandau stellte man fest, dass die Burg wahrscheinlich um 1050 auf den Überresten einer slawischen Festungsanlage errichtet worden war. Die Machtübernahme der Askanier in Brandenburg (1157) führte dazu, dass man neue Verteidigungsanlagen benötigte.
Burg Spandau wurde weiter ausgebaut. Im 13. Jahrhundert entstand der Juliusturm als Bergfried der Festungsanlage. Im Gegensatz zu vielen anderen Bergfrieden besaß der Juliusturm einen Kamin. Der Turm war also bewohnt. Er diente aber zudem auch als Gefängnis, wie man an der Struktur des Kellergeschoßes sieht. Nach einer Überlieferung von Daniel Friedrich Schulze soll der gefürchtete Raubritter Dietrich von Quitzow hier im Jahre 1402 gefangen gehalten worden sein.
Der Palas der Burg ist wahrscheinlich nicht vor 1470 entstanden. Bei Ausgrabungen am Palas hat man 75 Grabsteine jüdischer Herkunft gefunden. Sie wurden wahrscheinlich als Baumaterial verwendet, nachdem man jüdische Friedhöfe nach der Vertreibung der Juden um 1510 geschändet hat.
Die allerletzte große Nutzung der Bastion war 1870/1871. Der Juliusturm und dessen Keller wurden zur Aufbewahrung des Reichskriegsschatzes im Krieg mit den Franzosen genutzt. 1874 zählte man eine Einlagerung von 40 Millionen Taler. Eine zur Sicherheit eingebaute Tresortür von 1910 kann man heute noch besichtigen.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Die Spandauer Zitadelle befindet sich im Bezirk Spandau, im westlichen Bereich Berlins. Über die A111, Kreuz A100 Stadtautobahn Ausfahrt "Jakob-Kaiser-Platz". Weiter Richtung Spandau und dem Siemensdamm, der in die Nonnendammallee übergeht, folgen. Diese wiederum geht in die "Am Juliusturm" über, der man bis zu den Autohäusern folgt. Hier hält man sich rechts in die kleine Seitenstraße und parkt dort. Die Festung befindet sich am Ende der Straße.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 02.02.2008

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