Sontheim

Burg Sontheim

Deutschland / Baden-Württemberg

Oberhalb des Flusses Bühler und des Ortes Obersontheim liegt die weitläufige Schlossanlage Obersontheim. Das heutige Anwesen stammt aus der Zeit von 1541 bis 1543 und soll eine mittelalterliche Burg als Vorgänger gehabt haben. Es entstand ein eindrucksvoller Bau mit ausgeprägter Toranlage, mehreren Türmen und einer Ringmauer. Das Schloss beherbergt heute Wohnungen und Veranstaltungsräume.

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Adresse

Burg Sontheim
74423 Obersontheim
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Schloss
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: privat, Wohnheim
Lage: 375 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 06:59-16:05 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: privat, offen
Burghof: offen
mehr
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Oberhalb der Ortschaft Obersontheim thront 10 m über dem Ortskern das Schloss Sontheim. Die Anlage liegt auf einem leichten Sporn und sondert sich durch ihre erhöhte Lage und die mächtige Wehrmauer zum Ort hin ab. Zu ihren Füßen fließt der Bühler, der hier für die Kreuzung von zwei Handelswegen sorgte. Diese lukrative Einnahmequelle war für Erasmus I. von Limpurg 1541 ein idealer Platz zum Bau eines Schlosses . Er verkaufte seine Stammburg, mit der er seit Jahren im Streit mit der Reichsstadt Hall (Schwäbisch Hall) lag und zog 1543 auf sein neues Schloss Obersontheim.
Die Schlossanlage liegt in strategisch ungünstiger Lage auf einem Sporn. Hinter dem Schloss steigt der Bergrücken an und bot Platz, um das Schloss unter Beschuss zu nehmen. Obersontheim war eine reine Wohnresidenz und weist nur geringe Wehrelemente auf, die die Bewohner vor schlecht bewaffneten Aufständen, beispielsweise Bauern, schützen sollten. Die Anlage ist nur sehr bedingt auf schweres Kriegsgerät ausgelegt.
Schloss Obersontheim besteht aus einem hufeisenförmigen Schlossbau mit Vorhof, der ursprünglich von einer Ringmauer umgeben wurde. Ein bis zu 10 m tiefer Halsgraben, der ursprünglich tiefer war, schützte die Anlage nach Südosten und nach Südwesten. An der Nordwestseite wurde er verschüttet, um eine Zufahrt für Kraftfahrzeuge zu schaffen. An den Ecken findet man noch heute mächtige, runde Wehrtürme, die die Wehrmauern flankierten und bei Bedarf die Stadt unter Beschuss nehmen konnten. Die beiden Türme zur Stadt hin wurden in eine mächtige Wehrmauer integriert, die noch heute das Schloss von der Ortschaft trennt. Sie bildet zusammen mit den Türmen einen eindrucksvollen Anblick und prägt das Bild des Ortes. Der dritte Turm im Westen war dem Bergrücken zugewandt und ist mit 9 m Durchmesser der dickste der drei Türme.
Der Zugang erfolgt heute wie damals von Süden her. Man betritt das Grundstück über einen Torturm, an dessen Außenseite sich noch die Kettenlöcher der Zugbrücke erkennen lassen. Fein gearbeitete Eckquader deuten auf einen soliden Wehrbau hin. Über und neben dem Tor sind Schießscharten und versteckte Wehrgänge zu erkennen, die zusammen mit dem nordwestlichen Wehrturm den Zugang gut verteidigen konnten. Anstelle der Zugbrücke trifft man heute auf eine Steinbrücke, die den tiefen und teilweise mächtigen Halsgraben überspannt.
Hinter dem Torturm eröffnet sich der Blick auf den hufeisenförmigen Schlossbau und den Vorhof, auf dem sich ein Brunnen aus dem 18. Jahrhundert befindet. Genau gegenüber des Torturms steht der Nordwestbau, der das jüngste Gebäude der Burg darstellt. Seine Hofeinfahrt, die für Kraftfahrzeuge errichtet wurde, war im Mittelalter nicht existent. Statt der Einfahrt befand sich hier ein geschlossener Bau, der im Norden durch einen Graben geschützt wurde. Dieser Graben wurde zu Gunsten der Einfahrt vollständig verschüttet und in Parkplätze verwandelt. Der Bau besteht im unteren Bereich aus solidem Mauerwerk, auf dem ein Fachwerkstockwerk errichtet wurde. Das Bauwerk verbindet den nördlichen Wehrturm mit dem Schloss und liegt an der Stelle der ehemaligen, äußeren Wehrmauer.
Der Schlossbau ist der älteste und repräsentativste Bereich der gesamten Anlage. Er besteht aus drei Flügeln, die Erasmusbau, Friedrichsbau und Querflügel genannt werden. Der Querflügel verbindet die beiden repräsentativen Schlossflügel miteinander. Er ist 18 m lang und besteht nur aus einem Kellergeschoss, einem erhöhten Erdgeschoss und zwei Obergeschossen aus Fachwerk. An seiner Rückseite, zum Halsgraben hin, steht ein viereckiger Turm, der neueren Ursprungs ist.
Ältestes Gebäude der Schlossanlage ist der Erasmusbau. Das repräsentative Gebäude ist 32 m lang und 15 m breit. Es besitzt drei Stockwerke und im Satteldach drei Dachgeschosse. Ein mächtiges Kellergeschoss sorgt dafür, dass das Erdgeschoss 2 m über Bodenniveau liegt. Diese Konstruktion war ein Sicherheitsaspekt, um das Eindringen fremder Personen durch die Fenster zu vermeiden. An der östlichen Giebelwand lassen sich Schießscharten erkennen, über die Feinde angegriffen werden konnten, die durch das Tor kamen.
Den einzigen Eingang in das Gebäude bildet ein achteckiger Treppenturm, der genau mittig in der Hoffassade steht. Über der Tür des Treppenturms hängt ein Wappen der Familie. Im Inneren befindet sich eine Wendeltreppe, über die alle Geschosse verbunden sind.
Gegenüber des Erasmusbaus liegt der Friedrichsbau. Das Bauwerk ist spiegelgleich zum Erasmusbau und weist ebenfalls eine Gesamtlänge von über 30 m auf, ist aber nur 13 m breit. Auch hier findet sich ein achteckiger Treppenturm zum Hof hin. Vergleicht man die beiden Gebäude fällt der architektonische Unterschied auf. Der Friedrichsbau ist erst 50 Jahre später entstanden und lehnt an den Beginn des Barocks an. Es lassen sich im Dach Zwerchhäuser, große Dacherker und Gaubenfenster erkennen. Die Giebelmauern sind gestuft und teilweise leicht verziert. Genau wie beim Erasmusbau lassen sich an der Giebelmauer Türöffnungen erkennen. Diese deuten darauf hin, dass die Dachböden ursprünglich als Lagerbereich dienten und man mit Flaschenzügen schwere Güter nach oben gezogen und durch die Türen in das Gebäude gehievt hat. Am Treppenturm weist eine teilweise zerstörte Jahreszahl auf den Baubeginn nach 1590 hin.
Von der Atmosphäre her ist Obersontheim leicht herrschaftlich. Das Schloss aus dem 16. Jahrhundert weist zahlreiche Elemente der Festungsbaukunst und des Schlossbaus auf. Obwohl das Grundstück privat ist, kann sich der Besucher außerhalb der Gebäude frei bewegen. Auf diese Weise steht einer genauen Begutachtung nichts im Wege, wodurch Schloss Obersontheim zu einem kurzen Besuch einlädt.

Historie

Schloss Obersonthein oder auch Sontheim genannt, wurde von einer Seitenlinie der Herren von Limpurg errichtet. Erasmus I. verkaufte seine Burg Limpurg an die Stadt Hall um sich hier eine neue Residenz aufzubauen. 1541 bis 1543 baute er die bereits zum Teil vorhandene Wehranlage zu einem großen Schloss aus. Er begründete die neue Seitenlinie Limpurg-Sontheim. Sein Sohn Friedrich VII. erbaute in seiner Regierungszeit 1579 das erste Pfarrhaus, 1585-86 die Kirche und 1596 das Rathaus. 1592 und 1593 errichtete er die Wehranlage auf alten Mauern und baute den zweiten Schlossflügel.
1713 erlosch das Geschlecht und somit endete die Erhaltung des Schlosses 1746. Die Herrschaft über Sontheim ging an die Krone. 1871 wurde das Schloss an Graf von Puckler-Limpurg gekauft. 1901-1903 gehörte es Johann Georg Ritter von Hüttenrott. Anschließend erwarb der Samariterstift das Schloss. Heute beherbergt es Wohnungen und Veranstaltungsräume, sowie eine Gastronomie.

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Anfahrt

Burg Sontheim liegt in der kleinen Ortschaft Obersontheim, zwischen Crailsheim und Schwäbisch Hall, in direkter Nähe zu Vellberg. Stadt und Burg sind über die A6 und die A7, sowie über die Bundesstraßen B19, B14 und B290 gleich gut zu erreichen. Das Schloss befindet sich auf einer Anhöhe, nahe des Stadtzentrums (etwas westlich) und ist durch die massive dunkle Mauer zum Ort hin nicht zu übersehen.

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Literatur


- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart S.640
- H.Brachmann

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 07.05.2014, 30.05.2005

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