Schlitz

Burg Schlitz

Deutschland / Hessen

Schlitz ist eine Ortschaft auf einem Berg, der zu drei Seiten von einem Fluss eingeschlossen wurde. Aus der Siedlung aus dem 9. Jahrhundert sind mehrere Burgen entstanden, die sich bis heute den Berg teilen. Die einzelnen Anlagen sind unterschiedlich gut erhalten und stammen aus unterschiedlichen Epochen. Heute laden sie zusammen mit der schönen Altstadt zu einem Spaziergang und einem längeren Besuch ein. Es lohnt sich.

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Adresse

Burg Schlitz
36110 Schlitz
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Gipfelburg, Stadtburg
Nutzung: Museum, Hotel, privat
Lage: 244 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:07-15:59 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: privat, geschlossen
Eintrittspreise: Rundweg: frei
Burg: geschlossen

Baubestand & Beschreibung

Burg Schlitz befindet sich auf einer Erhöhung, geschützt durch den Sengel-Bach und den Fluss Schlitz, inmitten der gleichnamigen Ortschaft. Bei der Anlage handelt es sich um eine Stadtburg, die im Laufe der Zeit stetig ausgebaut wurde und am Ende vier Geschlechtersitze beherbergte, die irrtümlicherweise oft als verschiedene Burgen bezeichnet werden. Alle vier Steinhäuser befanden sich innerhalb der Stadtmauer und waren mit dieser verbunden bzw. in diese integriert. Noch heute deuten sie auf den Verlauf und die Dimensionen der Stadtmauer hin.
Die einzelnen Geschlechter und Linien der Familie derer von Schlitz hatten alle ihren eigenen Sitz bzw. Gebäudekomplex. Auf diesem Wege bildeten sich vier Anlagen innerhalb der Stadtmauer und eine etwas abseits gelegene Außenanlage. Die vier Geschlechtersitze innerhalb der Stadt waren die Vorderburg, die Hinterburg, die Schachtenburg und die Ottoburg. Außerhalb der Stadt lag die Hallenburg.

Die Vorderburg
Die Vorderburg ist von den fünf Burgen die am nördlichst gelegene. Erhalten sind ein niedriger und breiter Turm mit zwei angebauten Flügeln. Sie war Hauptsitz des Geschlechts derer von Schlitz. Der Ursprung der Vorderburg liegt in einem romanischen Wohnturm, der heute den Eingang und den Treppenturm des großen Gebäudekomplexes darstellt. Kurze Zeit nach der Entstehung des Wohnturms baute man den Ostflügel an. Der Westflügel folgte erst um 1600 und weist erste barocke Elemente auf. Heute beherbergt die Vorderburg ein Heimatkundemuseum sowie einen großen Veranstaltungssaal der Stadt.

Die Hinterburg
Die Hinterburg besteht aus drei Gebäuden, die nach und nach entstanden sind. Ältestes Element der Hinterburg ist der Hinterturm, ihm folgte das Haupthaus und ein Wohnbau. Der Turm stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist 36 Meter hoch. Ursprünglich besaß er eine Schieferhaube, die 1907 durch eine Steinhaube ersetzt wurde. Neben der Funktion zur Überwachung der Region diente er wahrscheinlich auch als Bergfried. Sein Eingang, der sich auf gut 10 m Höhe befand, ist heute mit einer Brücke mit dem 1553 erbauten benachbarten Wohnbau verbunden. Unterhalb dieses Zugangs befanden sich im Turminneren die Verliese, die heute nicht mehr existent sind. Im Zuge der Restauration wurde im Turm ein Fahrstuhl errichtet, über den man auf die Spitze gelangt. An der Innenseite der äußeren Turmmauern lässt sich heute noch der Putz aus dem 14. Jahrhundert erkennen. Der Bergfried befindet sich seit der Neuzeit in der Stiftung des Altenheims, das in der Hinterburg untergebracht ist.
Das Hauptgebäude der Hinterburg wurde 1493 erstmals erwähnt. Die Rückseite des Baus war ursprünglich ein Teil der Stadtmauer. Das heutige Aussehen bekam das Gebäude zwischen 1561 und 1565. 1647 wurde es nocheinmal umgebaut und 1950 zu einem Altersheim umfunktioniert. Das rechteckige Haus besitzt zur Hofseite hin einen polygonalen Treppenturm mit Fachwerkaufsatz. Dieser dient heute noch zur Erschließung der einzelnen Stockwerke. Die Rückseite des Haupthauses lässt noch die Integration der Stadtmauer erkennen.

Die Schachtenburg
Die Schachtenburg liegt direkt neben der Hinterburg an der Südseite der ehemaligen Stadtmauer, beruht aber nicht auf dessen Verlauf. Erbaut wurde sie 1557 von Dietrich von Schachten (andere Literatur nach: Wilhelm von Schachten), daher der Name. Der Ursprung liegt im Südhaus, das Nordhaus entstand erst in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Heute ist die Schachtenburg Teil des Altenheims.

Die Ottoburg
Die Ottoburg ist ein rechteckiger Bau mit zwei halbrunden Ecktürmen an der Außenseite, also nach Osten hin. Ein Eckturm stammt aus der ehemaligen Stadtmauer und wurden in den Ottoburg integriert. Zwischen 1653 und 1658 wurde die Ottoburg umgebaut und erweitert. Heinrich von Görtz, Minister von Karl XII. von Schweden entstammte der Ottoburger Linie der Herren von Schlitz. Von 1955 bis 1990 diente die Ottoburg als Jugendherberge. Im Kellergeschoss sollen sich noch erkennbare Reste der Stadtmauer befinden.

Die Hallenburg
Die Hallenburg liegt außerhalb der Stadtmauern von Schlitz. Sie war im Mittelalter ein befestigter Gutshof mit umliegendem Wassergraben. 1712 errichtete man einen spät barockes Schloss. Das Grundstück befindet sich heute in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.

Historie

Die Siedlung Schlitz, aus der später die Burg entstand, wurde erstmals im Jahre 812 hinsichtlich der Einweihung der Kirche urkundlich genannt. Da es sich zu der frühen Zeit schon um eine Kirche aus Stein handelte, geht man davon aus, dass der kleine Ort schon damals eine gewisse Bedeutung hatte. Der damalige Name Slitisaha", später "Sliese" wurde abgeleitet von dem Fluss, der die Stadt umfließt. Das Wort stammte von " langsam gleitendem Wasser (wie ein Schlitten)". Mit der Christianisierung der Region erlangte die Abtei Fulda immer mehr Ländereien, die sie in die Verwaltung weltlicher Vögte gab.
Derer von Schlitz, Vorbesitzer waren die Grafen von Ziegenhain, erlangten 1116 das Vogtlehen. Nach 1116 begann sich die Linie derer von Schlitz mehrmals zu teilen. Diese starben alle bis auf die Linie derer von Schlitz, ab 1377 genannt von Görtz, aus. Während des Mittelalters begannen die Herrschaften von Schlitz sich von dem Fürstabt von Fulda zu lösen und eigene Landesherren zu werden.
Um die Siedlung nach außen hin zu schützen begann man mit dem Errichten von Wehranlagen. Die Äbte und später die Herren von Schlitz errichteten feste Burgen auf dem Schlitzberg und in nächster Umgebung. Um 1200 gab es die ersten beiden Burgen. Die Burg Niederschlitz wurde 1265 vom Abt Berthold von Leipolz in einer Stiftsfehde zerstört. Die Andere blieb über die Jahrhunderte erhalten und erhielt über die Zeit benachbarte Anlagen.
Zum Ende des 14. Jahrhunderts hin erreichten die Herren von Schlitz eine fast vollkommene Selbstständigkeit. 1418 erhalten Ort und Burg die Gerichtsbarkeit. 1490 erhielt Konstantin von Schlitz die Erbmarschallwürde der Fürstabtei Fulda. 1677 bekam ein Zweig der Familie die Reichsfreiherrenschaft. 1726 kam es schließlich zur Ernennung zum Reichsgrafen durch Johann von Schlitz, der aber erst 1739 dies antrat.
1439 wird erstmals ein Stadtrecht erwähnt, das Schlitz erhalten haben soll (wahrscheinlich zwischen 1418 und 1439). Im 15. Jahrhundert folgt das Marktrecht. Die Herren von Schlitz versuchten ständig die Entwicklung ihrer Stadt voranzutreiben. Auch in der Frage der Religion hielten Herrscher und Stadt zusammen, so dass Eustach von Schlitz vom Abt Fulda 1563 das Pfarrbesetzungsrecht erhielt, womit die Reformation in Schlitz einkehrte. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts brach die Beziehung zwischen Stadt und derer von Schlitz auseinander. Die Herren nahmen den Bürgern die meisten Stadtfreiheiten. Die alten Wehrmauern, Stadtmauern und Burgen wurden großzügig abgerissen bzw. in Wohnburgen umgebaut.
1806 kam Schlitz zum Großherzogtum Hessen und entwickelte sich zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem trostlosen Notstandsgebiet. 1852 wurde der Ort in den Kreis Lauterbach eingegliedert und gelangte 1971 in den Vogelsbergkreis.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Schlitz nimmt heute vollständig die Ortsmitte des Ortes Schlitz ein. Über die A7 Ausfahrt "Hünfeld/Schlitz" Richtung Schlitz fahren. Innerorts sich zur Ortsmitte wenden. Die erhöht liegende Altstadt ist nicht zu übersehen.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 06.08.2008

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