Scharfenstein

Burg Scharfenstein

Deutschland / Sachsen

Schloss Scharfenstein liegt auf einem hohen, stark abschüssigen Sporn oberhalb einer Wendeschleife des Flusses Zschopau. Die Anlage aus der Zeit um 1250 wurde bis in den Zweiten Weltkrieg immer wieder beschädigt. Heute erstrahlt sie dank guter Restaurationsarbeiten in neuem Glanz und ist ein weit reichender regionaler Tourismusmagnet. Bis in das 16. Jahrhundert kam es zu Umbauten, so dass Scharfenstein aus einem hufeisenförmigen Gebäudekomplex besteht, in dessen Mitte der Bergfried auf einem einzelnen Felsen 17 Meter in die Höhe ragt. Die Anlage ist heute ein Museum und kann besichtigt werden. Ein Besuch lohnt sich.

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Adresse

Burg Scharfenstein
09435 Scharfenstein
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Museum, Gastronomie
Lage: 378 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 06:55-15:43 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Ganzjährig
Außenanlage: offen
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Eintrittspreise: Außenanlage: frei
Burg: kostenpflichtig
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Kontakt: Burg Scharfenstein
Schloßberg 1
09435 Scharfenstein
Tel: 03725 / 70 720

Baubestand & Beschreibung

Schloss Scharfenstein liegt auf einem hohen, stark abschüssigen Sporn oberhalb einer Wendeschleife des Flusses Zschopau. Die weiße Fassade erstrahlt bei dem kleinsten Sonnenschein und lässt die Burg leuchten.
Burg Scharfenstein wurde zweimal großzügig umgebaut, so dass man heute auf eine Kombination aus Schloss- und Burganlage trifft. Der Zugang zum Burgareal erfolgt über ein feines rekonstruiertes Renaissancetor, das vor der Brücke steht und das erste Hindernis vor dem Halsgraben bildet. Im Torbau gab es einst einen Durchgang in die Zwingeranlage, die die Burg nach Westen hin verteidigte und abriegelte. Heute liegt der Zugang zur Zwingeranlage direkt daneben und ist separat von dem Zugang zur Kernburg getrennt worden. Es ist somit dem Besucher überlassen ob er zuerst die Zwingeranlage oder die Kernburg besuchen möchte.
Besucht man vorerst die Zwingeranlage, so führt der Weg über eine Treppe in diese, die gleichzeitig auch als Halsgraben fungierte. Der Halsgraben war unter der Brücke zur Kernburg durch eine knapp 3m hohe Wehrmauer vom Zwinger getrennt und somit ein separater Part, den man nicht besuchen kann. Der Weg durch den Zwinger führt einmal um die halbe Burg herum. Richtung Westen weitet sich die Anlage zu einer großen leeren Wiese, die von einer Wehrmauer und zwei Türmen eingerahmt ist, von denen einer als Ruine belassen und der andere wieder aufgebaut wurde. Es eröffnet sich der Blick auf die Kernburg, die von dieser Seite ein imposantes Bild liefert. Abgesehen von dem Blick auf die Kernburg und die beiden Wehrtürme gibt es die langgezogene und zweieinhalb Meter hohe Wehrmauer, sowie die herrliche Aussicht auf Ort und Fluss zu entdecken, die aber teilweise durch dichte Bäume versperrt wird.
Die Kernburg besteht aus der mittelalterlichen sehr kleinen Kernburg und den später entstandenen Flügeln des Schlosses, die im Halbkreis um die mittelalterliche Kernburg gelegt wurden. Heute stößt man bei dem mittelalterlichen Part auf eine Ruine und bei den nachträglich hinzugefügten Gebäuden auf zwei Museen und eine Gaststätte. Im Zugangstor befand sich einst die Wachstube, die heute Herberge der Kasse ist.
Hinter der Kasse eröffnet sich der Blick auf den hufeisenförmigen Burghof, der von der etwas höher gelegenen und somit imposant wirkenden Kernburg und den spätmittelalterlichen Gebäuden eingerahmt wird. Schon vom Hof aus gibt es zahlreiche Details wie schmückende und statische Elemente zu entdecken, die neben den zierlichen Fenstern den Brand von 1921 überlebt haben oder sehr detailliert restauriert wurden.
Der Hof ist relativ groß gehalten, so dass er gerne für Veranstaltungen genutzt wird. Ist er ungenutzt, wirkt er durch den Felsen der Kernburg und den verwinkelten Aufbau der Gebäude keineswegs leer und sorgt mit Detailreichtum für immer neue Entdeckungen.
Neben der Kasse stößt man auf die Burgschänke, die den größten Teil des Erdgeschosses einnimmt und auf die Haupttreppe, die zum Weihnachtsmuseum und dem Spielzeugmuseum führt. In den Vorräume des Treppenhauses findet man unter anderem ein restauriertes Netzgewölbe an der Decke, das in dieser Form nur selten erhalten geblieben ist. Zudem kann man noch teilweise die rekonstruierten Deckenmalereien begutachten, die 1921 durch einen Brand fast vollständig zerstört wurden. Unter anderem findet man Wendeltreppenaufgänge, wie sie im Mittelalter benutzt wurden.
Sehr interessant ist die im östlichen Part gelegene Regenwasserzisterne. Eine Treppe führt in diesem Flügel in das Kellergewölbe, das zum Teil noch ein original erhaltenes Rundgewölbe aufzuweisen hat. Im hinteren Part ändert sich plötzlich das Bild. Man stößt auf nackte, behauene Felswände und eine Art Stollen, der knappe zwanzig Meter in den Berg führt. Der niedrige und schmale Weg verbreitet sich wieder und endet in einem Raum, in dem sich ein tiefes Loch befindet. Hat es in den letzten sieben Tagen vor dem Besuch der Burg geregnet, so stößt man in dem Raum auf Pfützen und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Es sammelt sich noch heute das Regenwasser in der Zisterne und dem Zugangsraum.
Die östliche Terrasse beherbergt heute eine interessante, rekonstruierte Fassade im Bereich des Daches des Ostflügels. Von der Terrasse führt ein Weg in die Ruine des Palas und von dort weiter in den Bergfried. Der Zugang zur mittelalterliche Kernburg erfolgt über eine Treppe, die im Mittelalter schon existent gewesen sein soll. Abgesehen von dem Aufgang kann man noch an der erhaltenen Fassade des Palas Balkenauflager eines Erkers, wahrscheinlich ein Pechloch, erkennen, von der man zum Schutz des Treppenaufgangs siedenes Öl auf die Eindringlinge gegossen hat.
Die Kernburg bestand früher aus nicht mehr als dem Palas und dem Bergfried. Dies war wahrscheinlich der Grund für die spätere großzügige Erweiterung der Anlage. Der Palas ist heute nur noch sehr bruchstückhaft erhalten, d.h. es gibt nur noch ein kleines Stück Mauer, das die ehemalige Ursprungshöhe aufzuweisen hat. Der Bergfried hingegen wurde wieder vollkommen aufgebaut und bietet die Möglichkeit nach einem längeren Aufstieg Burg und Umland sich von oben anzusehen. Im Bergfried stößt man noch heute auf eine Kuppel, einen so genannten Helm, von dem man über eine engere Treppe auf die Plattform auf dem Dach gelangen kann. Wer sich die Breite der Zwischenräume, bzw. der Etagen im Bergfried ansieht, kann erkennen, dass der Turm lange als Wohnturm gedient haben muss und im Falle einer Belagerung viele Menschen aufnehmen konnte.
Von der Atmosphäre her ist Burg Scharfenstein sehr angenehm. Durch die starke Ökonomisierung hat die Burg etwas an Charme und Urigkeit verloren, die sich nun hauptsächlich in dem mittelalterlichen Part wiederfinden lassen. Interessante und selten erhaltene Konstruktionen, wie z.B. die Regenwasserzisterne bilden gern besuchte Punkte auf der Burg. Die gut erhaltenen Blickbeziehungen nach außen und die Möglichkeit sich in die äußere Wehranlage zu begeben, gestalten den Aufenthalt sehr angenehm und geben den Besuchern die Möglichkeit sich auf der Burg zu verteilen.

Historie

Gegründet wurde die Burg wohl um 1250. 1349 kam es zur erstmaligen urkundlichen Erwähnung als "Scharffenstein" im Lehnbuch von Friedrich dem Strengen (1349-1381). 1386 wird die Anlage zum Witwensitz der Gemahlin von Anarg von Waldenburg. Knappe 50 Jahre später, also im Jahre 1437 ist die Burg an Wolf von Wolfersdorf und 1439 an den Freiberger Münzmeister Liborius Senftleben für sechs Jahre verpfändet. Im Jahre 1445 kommt es zur Bildung des kurfürstlichen Amtes Scharfenstein, das 1470 wieder aufgelöst wird. Am 26. Januar 1492 kauft Heinrich von Einsiedel die Burg mitsamt den Dörfern Grießbach, Grünau, Großolbersdorf, Hohndorf, Hopfgarten und Scharfenstein. Einer seiner Nachfahren namens Heinrich Abraham von Einsiedel baut die Burganlage im Jahre 1530 großzügig um. Dessen Nachfahre Haubold von Einsiedel unterzeichnet mit seinen Untertanen im Jahre 1578 einen Vertrag der Frondienste wegen. Inmitten des Dreißigjährigen Krieges wird wieder an der Burg gebaut. Es entsteht das Renaissanceportal um 1630. Bis 1919 leben die dauerhaften Burgbesitzer der Familie Einsiedel auf Burg Scharfenstein. In diesem Jahr wird die Burg vom letzten der Linie namens Heinrich Karl Feodor Kurt von Einsiedel verkauft. Käufer war Graf Kurt Haubold Alexander von Einsiedel, ein Verwandter aus dem Hause Reibersdorf. Dieser hat mit seinem neuen Erwerb nicht lange Glück, denn am 1. und 2. Juni 1921 brennt die Burg lichterloh. In den darauf folgenden Jahren kommt es zum Wiederaufbau nach altem Vorbild durch den Architekten Bodo Ebhardt. 1931 ersteigert der Industriekaufmann Fritz Eulitz die Anlage Scharfenstein bis 1942 – 1946 ein Museum für Tier-, Rassen-, und Völkerkunde entsteht. Noch während des Krieges werden Bomben am 14. Februar 1945 abgeworfen, die die Anlage aber verfehlen.
Anschließend kommt es zur Enteignung und Übernahme durch die Rote Armee. Diese richten 1947 eine Schulungsstätte der SED-Kreisleitung ein. 1949 wird die Burganlage zur Bergbauvorschule der Wismut AG. 1951 richtet man ein Kinderheim für schwer erziehbare Kinder ein, das 1967 in ein Jugendheim verwandelt wird. Nach der Wende verliert das Gebäude seine Funktion und wird somit am 1. April 1993 in die Schlösserverwaltung des Freistaats Sachsens aufgenommen. Das heutige Museum, die Gaststätte und die Kunstwerkstätten wurden am 8. April 1995 eröffnet.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Die Burg Scharfenstein liegt im gleichnamigen Ort. Von der Autobahn Ausfahrt A4 "Chemnitz" und anschließend der B174 Richtung Zschopau folgen. In Zschopau weiter nach Scharfenstein. In Scharfenstein sollte man der Ausschilderung zum Burgparkplatz folgen.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 07.04.2006

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