Ravensburg

Burg Ravensburg

Deutschland / Baden-Württemberg

Burg Ravensburg liegt inmitten sanfter Hügel bei Sulzfeld. Die Anlage stammt aus der Zeit um 1220 und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut. Die stattlichen Überreste erinnern an eine kleine Festung mit repräsentativen Gebäuden. Die bis 1849 genutzte Burg beherbergt heute ein Restaurant und ist meistens frei begehbar. Regional zählt sie zu den besterhaltenen Anlagen und sollte in Verbindung mit Steinsberg einmal besucht werden.

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Adresse

Burg Ravensburg
75056 Sulzfeld
Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Halbruine
Burgtyp: Hügelburg
Nutzung: Gastronomie
Lage: 280 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:06-16:05 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Bis Dunkelheit
Eintrittspreise: frei
Website: Burgrestaurant-Ravensburg.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Ravensburg liegt inmitten sanfter Hügel auf einer Erhöhung östlich von Sulzfeld und nördlich des Kohlbachs. Die strategisch eher ungünstige Position wurde früh erkannt und so entstand eine kleine Festung mit Vorburg.
Die Burg besteht aus einer Kernburg und einer Vorburg. Eine Grabenanlage, Teil des Ringsgrabens der Kernburg, trennt beide voneinander. Der Zugang erfolgt heute wie damals über die Vorburg und das so genannte Torwartshaus.

Die Vorburg
Die Vorburg wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut und ist heute größer als die Kernburg. Sie ist vollständig von einer Ringmauer umgeben, die im Norden, im Osten und im Südosten runde Schalentürme mit Schießscharten für Feuerwaffen aufzuweisen hat.
Das Tor liegt an der Südseite. Im Inneren schließen an dem Tor zwei Gebäude an. Es handelt sich um das Torwartshaus aus dem 16. Jahrhundert und das Meiereigebäude aus älterer Zeit. Weitere Gebäude haben sich nicht erhalten.

Die Kernburg
Die Kernburg ist von ihrer Form her halbrund. Sie ist von einem Ringgraben mit Ringmauer umgeben und beherbergt mehrere Gebäude. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie zu einer Festung ausgebaut und weist Schalentürme und einen Geschützturm zur Stadt hin auf. Die Gebäude sind teilweise erhalten geblieben. Viele wurden nach 1822 abgebrochen und dienten als Steinbruch. Hauptaugenmerk sind der Bergfried, der Palas und das Torhaus.

Der Zugang mit Torhaus
Vorburg und Kernburg sind durch einen Graben voneinander getrennt. Heute wie damals gibt es nur den Zugang über die steinerne Brücke. Die Brücke weist zwei Bögen auf, von denen der kleinere ehemals eine hölzerne Zugbrücke war. Direkt unterhalb der Brücke sind im Graben die Überreste eines Brunnens zu erkennen.
Der Eingang besteht aus einem Torhaus. An dem Tor lassen sich noch der Haupteingang und der Personeneingang erkennen. Das letzte Drittel der Brücke war ursprünglich eine Zugbrücke. Das herausstehende Torhaus und die Brücke konnten von dem nordöstlichen Eckturm und dem Palas flankiert werden.

Der Palas (Fritzisches Schloss)
An der Südseite des Torhauses schließt der Palas aus der Renaissance an. Noch heute lässt er seine Funktion als repräsentatives Gebäude an dem achteckigen Treppenturm und den teilweise verzierten Außenfassaden erkennen. Er wurde 1607 erbaut und wird Fritzisches Schloss genannt. Das Gebäude war bis 1850 bewohnt. An der Ostfassade, also zum Graben hin, lässt sich eine Art Altan mit verzierter Balustrade erkennen. An der Nordwestecke, zum Hof hin, stand ein Treppenturm, der in einem ruinösen Zustand erhalten geblieben ist. Ein Küchenbau schloss im Süden an das Gebäude an und beherbergt heute des Restaurant.

Das Bernhardsche Schloss mit Anbau
Zwischen dem Torhaus und dem Bergfried stand ursprünglich das Bernhardsche Schloss, auch Ritterhaus genannt. Es wurde 1565 erbaut und lag am Bergfried. Einlassungen am Turm deuten auf die Höhe und den Anschluss eines Daches hin. Östlich des Bernhardschen Schlosses lag ein Anbau. Beide Gebäude bildeten zusammen eine Hoffassade zwischen Torhaus und Bergfried.

Der Bergfried
Der Bergfried ist das höchste und wahrscheinlich auch älteste Gebäude der Burg. Er hat eine Höhe von 30 m und eine Grundfläche von 7 auf 7 m. Die Mauern sind 2,8 m dick und der ehemalige rundbogige, romanische Eingang liegt auf 11 m Höhe. Für den Bau wurden unter anderem zahlreiche Buckelquader verwendet.

Der Steinbau
Der Steinbau wurde 1486 errichtet. Das Gebäude besaß zwei Stockwerke und verschwand nach 1807 bis auf die Fundamente. Es handelte sich um ein längliches Gebäude, das wahrscheinlich die gesamte Nordfassade des Hofs westlich des Bergfrieds einnahm.

Der Barockbau
In der Südwestecke der Kernburg stand ursprünglich der Barockbau. Heute befindet sich an selbiger Stelle die Terrasse des Restaurants. 1755 hat man das Gebäude begonnen und bereits 1822 wieder abgebrochen.

Der Hof und die Brunnen
Der Hof fiel auf Burg Ravensburg recht groß aus. Zahlreiche Gebäude aus unterschiedlichen Epochen bestimmten das Bild der Hoffassaden und der Wehrmauer. In der Mitte befand sich ein Ziehbrunnen mit Zisterne. Ein zweiter Brunnen lag im Graben zwischen Kernburg und Vorburg.

Die äußere Wehrmauer
Die Kernburg ist von einer Ringmauer umgeben, die im Zuge der zahlreichen Bautätigkeiten zur Stadt hin ausgiebig verstärkt wurde. An der Nordostecke, der Südostecke und der Westseite lassen sich noch zwei runde Schalentürme und ein eckiger Turm erkennen. Der westliche Turm wurde als Geschützturm errichtet und besaß drei Stockwerke. Er konnte sowohl zum Flankieren der Mauern, wie auch für den Beschuss der Stadt und der nördlichen, westlichen und südlichen Umgebung genutzt werden.
Die Ringmauer der Kernburg war von einem Graben umgeben. Der Aushub wurde als Wall vor den Graben aufgeschüttet. Der Erdwall diente dazu niedrig fliegende Geschosse abzufangen und den unteren Bereich der Ringmauer zu schützen. An der Südseite ist der Wall recht gut erhalten. Zugunsten der bereits erwähnten Einfahrt in den Renaissancepalas wurde ein steinernes Tor eingearbeitet, das durch den südöstlichen Eckturm der Kernburg flankiert wurde. Die Ringmauer weist zu allen Seiten Schießscharten auf Grabenhöhe auf, um im Graben befindliche Feinde zu bekämpfen.

Burg Ravensburg unterlag zahlreichen Bautätigkeiten und besaß ursprünglich Gebäude aus nahezu allen Epochen. Im Zuge des 19. Jahrhunderts ging durch die Abrisse von 1822 und die Nutzung als Steinbruch sehr viel der Originalsubstanz verloren. Die Überreste erinnern an eine kompakte Festungsanlage mit hohen Gebäude und einem eindrucksvollen Erscheinungsbild. Heute laden die weitreichende Aussicht, die erhaltenen Überreste und die Gesamtkomposition zahlreicher Epochen zum Erkunden und Verweilen ein.

Historie

Laut einer Chronik aus dem 17. Jahrhundert wurde Burg Ravensburg auf den Überresten eines ehemaligen römischen Kastells um 930 errichtet.
Die Kernburg ist im Zusammenhang mit dem Bergfried zwischen 1220 und 1222 durch Ravan von Wimpfen erbaut worden. Der Ort Sulzfeld ist schon seit 1056 bekannt. Die Burg diente der Familie von Sulzfeld als Stammsitz. 1364 wurden Anteile an Graf Wilhelm II. von Katzenelnbogen vergeben. 1425 war Ravensburg an mehrere Parteien verkauft, welche die Burg der Familie Göler von Ravensburg als Lehen zur Verfügung stellten.
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die Burg weiter ausgebaut und vergrößert. Es entstand um 1467 ein Torhaus mit Zugbrücke. Georg I. ließ 1486 ein Gebäude neben dem Bergfried errichten. 1502 erhielt Albrecht V. Göler von Ravensburg die Burg zusammen mit Bernhard I. als Lehen.
Von den Bauernkriegen von 1525 blieb die Ravensburg verschont. An Heiligabend, 24. Dezember 1546 belagerten kaiserliche Truppen die Burg und plünderten sie. 1548 erhielt Bernhard I. die Anlage zurück und ließ sie anschließend wieder aufbauen. Es entstand eine Festung, die dem damaligen Stand der Waffentechnologie angepasst wurde. Im Südwesten legte man den Geschützturm an und ließ unterhalb der Burg zahlreiche Tunnel graben.
Hans Friedrich baute gegen etwa 1600 die Festung in repräsentativer Art um. Es entstand 1607 ein zweigeschossiger Palas. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg kaum beschädigt. 1632 belagerte der General Tilly die Burg, konnte sie aber nicht einnehmen. 1689 kam es im Erbfolgekrieg zu der Besetzung von Dorf und Burg durch Frankreich.
1806 und 1822 wurden baufällige Gebäude durch Benjamin Göler von Ravensburg abgebrochen. 1846 wird die Burg aufgegeben. 1849 starb Johann Friedrich III. Göler von Ravensburg, der letzte Bewohner der Anlage. Anschließend diente die Ruine als Steinbruch.
1907 bis 1910 wurde die Anlage gesichert und teilweise saniert. Seit 1953 dient sie als Gastronomie und touristisches Ausflugsziel.

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Anfahrt

Burg Ravensburg liegt nahe der Ortschaft Sulzfeld. Ort und Burg liegen zwischen den Autobahnen A6 und A5, nahe der B293 zwischen Eppingen und Bretten. Von der B293 Ausfahrt "Sulzfeld" Richtung Ortskern. Innerorts Richtung Mühlbach halten und kurz nach Ortsende der Ausschilderung zur Burg folgen.

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Gastronomie

In der Kernburg befindet sich eine Gastronomie mit Terrasse.

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Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- Hartmut Riehl, "Burgen und Schlösser im Kraichgau", Verlag Regionalkultur, 1997, Ubstadt-Weiher, ISBN: 3-929366-51-7
- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart
http://www.burgrestaurant-ravensburg.de/burg-ravensburg/geschichte/- letzter Aufruf: 19.10.2012

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 19.10.2012

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