Neuenbürg

Burg Neuenbürg

Deutschland / Baden-Württemberg

Auf einem auslaufenden Sporn in einer Schleife des Enztals liegt das Schloss Neuenbürg. Die Anlage aus dem 13. Jahrhundert wurde über die Jahrhunderte stetig erweitert, so dass man heute auf eine Burgruine mit angrenzendem Schlossgarten und Schloss stößt. Die schöne, dreieckige Schlossanlage beherbergt heute ein kleines Museum und eine Gastronomie. Die mittelalterliche Burgruine liegt im Garten und kann von außen besichtigt werden.

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Adresse

Burg Neuenbürg
75305 Neuenbürg
Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine, Schloss
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: Gastronomie
Lage: 400 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:04-16:10 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Ganzjährig
Burg, Garten: offen
mehr
Eintrittspreise: Burg, Garten: frei
Museum: kostenpflichtig
Kontakt: Museum:
Tel.: 07082 / 79 28 60

Schloss Restaurant
Schloss 1
75305 Neuenbürg
Tel.: 07082 / 79 36 14
Fax: 07082/940585

Baubestand & Beschreibung

In einer Flussschleife der Enz liegt auf einem hohen Bergsporn das Schloss Neuenbürg. Die Anlage aus dem 12. Jahrhundert besteht aus einer Vorderen und einer Hinteren Burg. Die Vordere Burg beherbergt heute ein Museum und wurde zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert zu einem Schloss umgebaut. Die Hintere Burg ist heute nur noch als Ruine erhalten und stammt aus der Zeit zwischen dem 12. und dem 14. Jahrhundert. Zwischen den beiden Anlagen erstreckt sich ein länglicher Garten, der am Anfang des 17. Jahrhunderts entstand.
Ursprünglich handelte es sich bei den beiden Burgen um eine Anlage. Die Hintere Burg diente als Vorwerk und schützte mit einem tiefen Halsgraben die gesamte Burg zum Bergrücken hin. Die Vordere Burg thront auf der Spitze des Sporns und bildete im Mittelalter die Kernburg. Sie war von der Grundrissform her dreieckig und bestand aus zwei Gebäuden und einem Bergfried, der den Zugang flankierte. Ein mächtiger Halsgraben, der heute als Parkplatz dient, trennt sie noch heute vom Garten und der Hinteren Burg ab.

Vordere Burg:
Die Vordere Burg ist wahrscheinlich der älteste Part der Anlage. Ihre Lage auf der Spornspitze, sowie Größe und Grundrissform deuten darauf hin. Heute beherbergt sie ein Museum und eine Gastronomie. Im Zuge der frühen Neuzeit wurde sie zu einem Schloss umgewandelt, das heute herrschaftlich über Neuenbürg thront. Dank zahlreicher Umbauten lässt sich die mittelalterliche Burg in der Architektur des Schlosses nur noch bedingt erkennen. Im Mittelalter erfolgte der Zugang über eine Zugbrücke über den Graben hinweg und wurde durch einen Turm (Bergfried) flankiert. Mit dem Umbau zum Schloss entstand ein Eingang, der über einen Südzwinger durch ein barockes Tor an der Westseite auf dem Hof mündete.
Die herrschaftliche Schlossanlage besteht heute aus zwei Gebäuden und den Überresten der mittelalterlichen Wehranlage. In der Mitte eröffnet sich ein dreieckiger Hof mit rekonstruiertem Brunnen, über den alle Gebäude erschlossen wurden. Eine Rekonstruktion der Brücke, die ursprünglich über den Halsgraben führte, verbindet heute das Schloss mit dem Garten.

Hintere Burg:
Die Hintere Burg diente der Vorderen Burg als Vorwerk zum Bergrücken hin. Der Bergrücken bildete die einzige Angriffsseite. Zwischen den beiden Anlagen eröffnet sich eine ummauerter Parklandschaft, die erst im Zuge des Barocks als Gartenanlage geschaffen wurde. Ursprünglich befand sich hier eine felsige Bergkuppe, die die beiden Anlagen voneinander trennte.
Die Hintere Burg weist trotz ihrer Lage als Höhenburg einen sehr geordneten Grundriss auf. Es handelt sich um eine Kastellburg, die aus einem Gebäude besteht, das von einer Ringmauer umgeben ist. Die Ringmauer wurde im Laufe des Mittelalters umfunktioniert und erhielt neben einem Wehrgang zwei Wehrtürme und weitere Verteidigungselemente. Die Ringmauer war nicht sonderlich dick und somit nicht auf Beschuss ausgelegt. Hinter der Hinteren Burg liegt ein tiefer Halsgraben, der die Anlage zum Bergrücken hin schützte.
Das wuchtige Gebäude in der Hinteren Burg ist heute nur noch ruinös existent. Es haben sich nur die relativ dicken Außenmauern erhalten, die aufgrund des Umbaus zum Fruchtkasten im 15. Jahrhundert zahlreiche Fenster- und Türöffnungen aufweisen. Das Gebäude trug ursprünglich ein sehr ausgeprägtes Dach, das an der Südseite einen Flaschenzug beherbergte. Die Südfassade weist in jedem Stockwerk eine große Türöffnung auf, die zur Einlagerung von Nahrungsmitteln diente. Inwieweit die Hintere Burg vor dem Umbau zum Fruchtkasten aussah, ist heute unbekannt. Man vermutet, dass sich an selbiger Stelle ursprünglich ein Wohnturm befand.
An der Nordwestseite der Ringmauer steht noch ein Treppenturm, der zum ehemaligen Verwaltungsbaus des Fruchtkastens gehörte. Er ist der letzte Rest des mehrgeschossigen Gebäudes.
Schloss Neuenbürg ist vom touristischen Aspekt her gesehen sehr interessant. Die Anlage hat sich sowohl als Schloss, wie auch als Burgruine erhalten und lädt mit zahlreichen Überresten, einer Gastronomie, einem Museum und einem schönen ehemaligen Barockgarten zum Verweilen und Entdecken ein. Ein Besuch lohnt sich.

Historie

Der strategisch gut gelegene Schlossberg von Neuenbürg wurde schon vor 2500 Jahren besiedelt. Die Kelten waren die ersten, die eine befestigte Siedlung angelegt haben. Mit dem Verschwinden der Kelten verödete die Region. Erst im Mittelalter begann man wieder mit der Erschließung und der Kolonialisierung. Im 12. Jahrhundert wird schließlich durch die Grafen von Calw-Vaihingen die Burg gebaut. 1285 wird in einer Urkunde der gleichnamige Ort genannt. In jenem Jahr kaufte König Rudolf von Habsburg die Burg von Graf Albrecht von Hohenberg für sein Reich ab. Des Territorium war vorher badisch und ging in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts an Württemberg, die 1320 die Anlage dem Reich abkauften. Ob zu diesem Zeitpunkt schon die Hintere Burg gebaut wurde oder bereits bestand ist unbekannt.
1361 wird Neuenbürg böhmisches Lehen durch Graf Eberhard II. und Ulrich IV. von Württemberg. 1431 wird der Ortschaft durch König Siegmund das Stadtrecht verliehen. Die Hintere Burg wird zwischen 1572 und 1767 als Fruchtkasten genutzt. Sie diente vorerst als Wehranlage zum Bergrücken hin und mit dem Umbau als Kornspeicher. Das Vordere Schloss entstand Mitte des 16. Jahrhunderts durch Herzog Christoph von Württemberg. Er errichtete die Schlossanlage auf den Grundmauern der alten Burg. Die Gartenanlage wurde 1610 durch den fürstlichen Baumeister Heinrich Schickhardt errichtet. Man benötigte zehn Jahre um die Bergkuppe zwischen der Vorderen und der Hinteren Burg einzuebnen um einen Garten zu schaffen.
1638 wurden Stadt und Schloss während des Dreißigjährigen Krieges geplündert. Nach einem Brand baute man den Nordflügel zwischen 1652 und 1659 wieder auf. Ab dem 18. Jahrhundert unterlag die Anlage unterschiedlichen Nutzungen. 1726 zog das Staatliche Forstamt ein. Von einem Stadtbrand 1783 blieb das Schloss unberührt. Die Stadt hingegen wurde vollständig verwüstet.
Das Schloss diente ab 1830 dem Kameralamt, das erst 1940 wieder umzog. Zwischen 1967 und 1990 wohnte der Maler und Bildhauer Hans Ludwig Pfeiffer auf der Anlage. Seit 2001 beherbergt Neuenbürg einen Teil des Badischen Landesmuseums Karlsruhe. Zudem wurde eine Gastronomie eingerichtet. Das Staatliche Forstamt zog erst 2004 wieder aus. Heute stehen große Teile der Anlage der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Die Burg Neuenbürg liegt im gleichnamigen Ort. Von der A8 Ausfahrt "Pforzheim West" oder "Pforzheim Mitte" Richtung Innenstadt auf die B294 Richtung Neuenbürg. In Neuenbürg der Ausschilderung zum Schloss folgen. Die Parkplätze befinden sich im Halsgraben.

Buchtipp: Burgen in Baden-Württemberg

Das heutige Baden-Württemberg weist eine der höchsten Burgendichten Europas auf. Wie haben sich die Burgen in Baden-Württemberg ausgebreitet? Mehr dazu in diesem Buch.

Burgenarchiv.de
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Gastronomie

In der Vorderen Burg gibt es ein Restaurant.

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Literatur


- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart S.471
- Hartmut Riehl, "Burgen und Schlösser im Kraichgau", Verlag Regionalkultur, 1997, Ubstadt-Weiher, ISBN: ­3-929366-51-7 S.87

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 04.03.2014, 24.03.2004

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