Ruhetal, Mügeln

Burg Ruhetal, Mügeln

Deutschland / Sachsen

Zwischen den Flüssen Döllnitz und Mühlgraben liegt auf einer kleinen Erhöhung die Wasserburg Mügeln. Die Anlage aus dem 11. Jahrhundert wurde 1341 durch ein Schloss ersetzt, bei dem nach und nach die äußere Wehranlage abgerissen wurde. Vor Entstehung des Schlosses stand hier ein Wohnturm. Der Schlossbau in Hufeisenform besitzt an der Nordwestecke einen runden Schlossturm, der erste 1381 als Wachturm in den Pfaffenkriegen entstanden sein soll. Seit 2006 versucht ein Förderverein die Burg für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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Adresse

Burg Ruhetal, Mügeln
Feuerwehrplatz
04769 Mügeln
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte: keine Bewertung
Zustand: Schloss
Burgtyp: Niederburg
Nutzung: Privat
Lage: 146 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 06:57-15:41 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: privat, geschlossen
Eintrittspreise: nicht zugänglich
Website: Schloss-Ruhetal.de

Baubestand & Beschreibung

Schloss Ruhetal liegt im Norden des lang gezogenen Ortes Mügeln. Der Ursprung der Anlage liegt in einer Wasserburg aus dem 11. Jahrhundert, die 1341 durch ein Schloss ersetzt wird. Laut Krahe entstand das Schloss aus einem kompakten Wohnturm heraus, der heute im Schloss nicht mehr zu erkennen ist. Die äußere Wehranlage der Wasserburg, bestehend aus Graben und Tor blieb noch lange Zeit erhalten, verschwand aber gegen 1843 spurlos.
Heute stößt man bei Schloss Ruhetal auf einen hufeisenförmigen, dreigeschossigen Bau, dessen Hof nach Osten hin offen ist. Ältestes, erhaltenes Element ist ein runder Schlossturm, der aufgrund des so genannten Pfaffenkrieges 1381 wahrscheinlich als Bergfried oder als Luginsland entstanden ist. Heute trägt der Turm eine Spitze mit Turmuhr.
Das Schloss Ruhetal befindet sich seit 2005 im Privatbesitz. Aufgrund eines großen Leerstands bemüht sich seit dem 14.5.2006 ein Förderverein die Anlage zum Teil der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bis dahin bleibt nur die Besichtigung vom öffentlichem Gelände aus.

Historie

1063 wird der Meißner Stift, späterer Inhaber Mügelns mit 50 Hufen Land durch die Kaiserin Agnes beschenkt. Das Schloss wird zwischen 1150 und 1160 erstmals als Bischofssitz aus Stein erwähnt. Zu dieser Zeit handelte es sich bei der Anlage um eine Wasserburg mit Burgkapelle. Die Stadt wird erst 1230 gegründet und vor den Toren des Schlosses angelegt. Bischof Albertus II. lässt die Anlage abbrechen und erbaut sie 1261 von Grund auf neu. 1278 erhält der Bischof Witiko I. von Graf von Brene eine Gerichtsherrschaft. Als Gerichtsvogt wird Heinrich von Colditz eingesetzt. Unter Bischof Witiko II. wird die Wasserburg 1341 ein weiteres Mal erneuert. Ab 1350 wird die Burgkapelle durch Hermann von Mutzschen und Conrad von Rochlitz belehnt. Bischof Conrad legt ab 1375 Weinberge an.
1381 kommt es zu weiteren Umbauten der Anlage. Es entsteht ein Schlossturm, der aufgrund des Pfaffenkrieges zwischen dem Erbauer des Turms Nicolaus I. und dem Erzbischof von Magdeburg entsteht. Bischof Johann III. zieht 1395 auf das Schloss. Sein vorheriges Haus wird zum Rathaus. Der Bischof setzt den ersten Bürgermeister ein. Zwischen 1430 und 1450 werden Schloss und Stadt mehrmals durch die Hussitten geplündert und zerstört. Ab 1480 beginnen unter Bischof Johann V. von Weißbach Ausbauten bei denen Ställe und das Kornhaus entstehen. Der 1375 angelegte Weinberg wird 1496 zum Feld umgewandelt, da er sich nicht rentierte. Die im Hussittenkrieg beschädigte Kirche und das Rathaus werden erst unter Johann VI. von Salhausen zwischen 1518 und 1521 repariert. In den darauf folgenden Jahren wird die Anlage Zeuge der drei Kriege Fladenkrieg 1542, Schmalkaldischer Krieg 1547 und Saukrieg 1558.
1533 entsteht hinter dem Schloss eine Windmühle unter Bischof Nikolaus II. Das Schloss wird 1572 aufgrund mehrerer Kriegsschäden durch Bischof Johann IX. von Haugwitz erneuert, der 1595 auf dem Schloss stirbt. Im folgenden Jahr übernimmt Kurfürst Christian II. das Schloss und die Stadt.
Im Dreißigjährigen Krieg wird besonders zum Ende hin zwischen 1637 und 1641 die Anlage teilweise beschädigt. Nach dem Krieg verkauft 1667 Kurfürst Johann Georg II. das Schloss und das Amt Mügeln an Oberhofmarschall Hermann von Wolfframsdorff. Der Käufer stirbt 1703, sein Sohn Johann Friedrich übernimmt die Anlage. 1706 wird er aufgrund politischer Äußerungen gegen August den Starken nach Königsstein gebracht. 1715 wird der Nordflügel abgetragen und neu errichtet. 1818 erhält der Turm ein neues Dach und 1840 eine neue Spitze. Im Jahre 1831 geht die Anlage in den Besitz des sächsischen Staates und wird Kammergut. Ab 1841 erfährt das Schloss zahlreiche Erneuerungen und Anpassungen an die Zeit. Gebäude werden unter anderem abgerissen, wie z.B. das Torhaus und die Verschüttung des Grabens im Jahre 1843. Das alte Wasserhaus verschwindet nur ein Jahr später. Seit dem 14.5.2006 ist ein Förderverein für die Erhaltung der Anlage verantwortlich und versucht mit den Besitzern Mertens-Nachtweide Bereiche für die Öffentlichkeit zu gewinnen und zu gestalten.

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Anfahrt

Das Schloss liegt im Ort Mügeln, westlich von Grimma. Über die A14 Ausfahrt "Leisnig" über Neusornzig nach Mügeln. Innerorts hält man sich auf der Hauptverkehrsstraße Richtung Schweta / Oschatz. Hinter dem Marktplatz biegt man die dritte Straße rechts ab, genannt Schulplatz. Diese geht in den Feuerwehrplatz über, von wo sich das Schloss aus betrachten lässt.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 26.10.2007

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