Merklingen

Burg Merklingen

Deutschland / Baden-Württemberg

In Merklingen entstand im Mittelalter eine Wehrkirche mit Ringmauer und Wassergraben. Die Anlage war verhältnismäßig groß und ist in ihrer Form selten in der Region. Bis heute haben sich Teile des Grabens, der Ringmauer, die Kirche und die Toranlage erhalten.

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Adresse

Burg Merklingen
71263 Merklingen
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Kirchenburg
Nutzung: privat
Lage: 390 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 06:17-16:58 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: privat, offen
Burghof: offen
mehr
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Kirchenburg Merklingen liegt inmitten des gleichnamigen Ortes, südlich von Heimsheim. Die Burg wurde im Laufe der Zeit gut in die immer größer werdende Ortschaft integriert. Merklingen bestand aus einem Burgkomplex mit umliegender Ringmauer und einer ausgeprägten Grabenanlage, die wahrscheinlich vom Fluss Würm mit Wasser versorgt wurde. Heute fließt der Fluss Würm kanalisiert nördlich des Ortes. Im Laufe der Jahrhunderte ging die alte Ringmauern vollständig und der Graben teilweise verloren.
Der Zugang erfolgt von der "Mittlere Str." im Südosten aus. Hier ist noch das alte Tor zur Zwingeranlage hin zu erkennen, das noch heute durch eine kleine Brücke über den Graben erhalten ist. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Torhaus ausgebaut und beherbergt nun Wohnungen.
Hinter dem Turm eröffnet sich der Blick auf den Zwinger, der sich dank vollständig fehlender Wehrringmauer der Kernburg nicht mehr einordnen lässt. Stattdessen sind zahlreiche Häuser entstanden, die teilweise etwas ungeordnet errichtet aussehen und jeglichen Bezug zerstören. Vom Platz hinter dem Tor stehen dem Besucher mehrere Wege offen. Einer führt direkt zur gut erhaltenen und mittelalterlich wirkenden Kirche, ein anderer um diese herum zu den dahinter liegenden Gebäuden.
Von der äußeren Verteidigungsanlage hat sich ein Wehrturm links vom Torhaus erhalten, der zum Teil nach altem Vorbild rekonstruiert wurde und ein Fachwerkaufsatz trägt, an dessen Außenseite noch ein Erker zu erkennen ist. Abgesehen von diesem Turm befindet sich ein weiterer an der nördlichen Seite, der ebenfalls wieder vollständig aufgebaut wurde.
Dem Weg an der Kirche vorbei folgend, gelangt man zum wuchtigen Kirchturm und einem dahinter stehendem unverputztem Steinhaus. Direkt daneben, zur Kirche hin, stand einst das Abtsgemach, das ein Gefängnis beherbergte. Im Anschluss dessen beginnt der noch zum Teil erhaltene Graben, der die Anlage zur Straße hin abtrennt. Neben dem ehemaligen Abtsgemach befindet sich eine Fußgängerbrücke, die diese Funktion schon im Mittelalter besaß, nur zu diesem Zeitpunkt als Zugbrücke ausgebaut war. Die Brücke vor dem Torturm soll ebenfalls in Form einer Zugbrücke vorhanden gewesen sein, der Graben unter ihr führte Wasser
Nördlich vom Steinhaus und nordwestlich der Kirche befand sich einst ein weiterer Zwinger, der abgesehen von zwei Wehrtürmen keine Gebäude beherbergte und nur seiner eigentlichen Funktion gleichkam. Im Jahre 1797 wurde er in einem Grundriss erwähnt und als "Gottesacker" bezeichnet. Man geht davon aus, dass er eventuell einen Kräutergarten beherbergte. Heute ist der Zwinger zum größten Teil verschwunden und musste Häusern weichen, die an dessen Stelle errichtet wurden. Hinter der Kirche befindet sich noch ein Teil der alten inneren Wehrmauer, die den Gottesacker von der Kernburg trennte. Heute erscheint dieser Bereich wie eine einfache Abtrennung zwischen der Rasenfläche und der etwas höher liegenden Kirche.

Historie

Die heutige Kirche stammt aus dem Jahre 1425 und wurde im Stil der Spätgotik errichtet. Die Vorgängerin ging bei dem Brand im Jahre 1417, der das Dorf zum größten Teil zerstörte, unter. Mit dem Erbau der neuen Kirche wurde auch die Wehranlage angelegt. Das Gebäude vor dem Torhaus beherbergte damals das Rathaus.

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Anfahrt

Die Kirchenburg Merklingen befindet sich inmitten des gleichnamigen Ortes, nordwestlich von "Weil der Stadt". Merklingen ist gut über die B295 und die A8 Ausfahrt "Heimsheim" zu erreichen. Das kleine Städtchen sollte man nicht mit dem Namensvettern bei Ulm vertauschen. Innerorts liegt die Kirchenburg sehr zentral. Alle Straßen, egal aus welcher Himmelsrichtung kommend, treffen fast direkt an der Kirchenburg aufeinander.

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Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 17.01.2014, 06.11.2005

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