Klempenow

Burg Klempenow

Deutschland / Mecklenburg-Vorpommern

Burg Klempenow liegt auf einer leichten Erhöhung am Fluss Tollense. Die Burg wurde ursprünglich als Wasserburg errichtet und besaß einen Wassergraben, an dessen Stelle heute eine große Wiese die Anlage vom Ort trennt. Von Klempenow hat sich vor allem der nördliche Gebäudekomplex erhalten, der aus dem Nordbau und dem Bergfried besteht. Im Turm lässt sich noch eine Kemenate mit Kamin finden, die zusammen mit einer gotischen Säule und einem Abortschacht in diesem Erhaltungsstadium eine Seltenheit darstellt. Die Burg lädt heute dank liebevoller Restauration und engagiertem Verein zu einem Besuch ein.

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Adresse

Burg Klempenow
17089 Breest-Klempenow
Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Wasserburg, Niederungsburg
Nutzung: Museum
Lage: 3 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:06-15:29 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Saisonal
Burghof: offen
mehr
Eintrittspreise: Burghof: frei
Burg: kostenpflichtig

Baubestand & Beschreibung

Burg Klempenow steht auf einer kleinen Anhöhe direkt an dem Fluss Tollense. Die Anlage besteht heute aus dem Bergfried mit angrenzendem Nordbau, dem Burghof mit Brunnen und der nördlichen Wehrmauer mit Tor. Im Zuge der Neuzeit wurden viele Gebäude verändert oder überbaut, so dass sich die Grundform des Burgareals noch erkennen lässt, aber verändert hat. Heute bildet sie ein Ensemble aus Neu und Alt. Sie beherbergt ein kleines Museum.
Ursprünglich bestand Klempenow aus einer leicht ovalen Kernburg mit herausstehendem Torhaus und einer vorgelagerten, größeren Vorburg. Die Dimensionen lassen sich noch an der mittlerweile kanalisierten Grabenanlage und dem Straßenverlauf erkennen. Die meisten Bauten der Vorburg sind jedoch verschwunden.
Burg Klempenow bestand aus einer drei Meter dicken Ringmauer und mehreren Gebäuden. Der Zugang erfolgte über ein nicht mehr vorhandenes Torhaus, das als einziges Gebäude aus der Mauerflucht stand. Es befand sich an der Stelle der heutigen Durchfahrt im Nordwesten. Direkt daneben trifft man auf den erhaltenen Nordflügel mit angrenzendem Turm zum Fluss hin. Die Ostseite neben dem Turm nahm der ehemalige Palas mit Ritter- und Speisesaal ein. Er ist heute nicht mehr vorhanden. An seine Stelle trat ein Garten und der Osteingang. Die Südseite wird durch zwei Gebäude dominiert, die auf alten Grundmauern stehen. Es handelt sich um die ehemaligen Süd- und Westflügel, die ein Back- und Brauhaus, sowie einen Wehrturm beherbergten. Nahezu alle Gebäude waren aus Backsteinen. Der Brunnen im zentralen Hof bestand aus Feldsteinen.
Bis heute haben sich der Nordflügel mit angrenzendem Turm, der Brunnen und verbaute Gebäudereste des Südflügels und des Westflügels erhalten. Das Torhaus und der Palas sind bis auf die Grundmauern verschwunden. Der Nordflügel lässt an seiner Außenseite noch die ehemalige über drei Meter dicke Wehrmauer erkennen. Dicht unter dem Dach sind noch Schießscharten erhalten, die auf den alten Wehrgang verweisen.
Direkt neben dem Nordflügel befindet sich der Bergfried. Über eine immer enger werdende Treppenkonstruktion gelangt man in sein Inneres und in die alte Wachstube, eine Art Kemenate, die durch liebevolle Restauration wie unverändert wirkt. In der Mitte der Kemenate steht eine gotische Säule auf der das gesamte Gewölbe ruht. Zudem stößt man auf eine Latrine mit Abortschacht und einen Kamin, ganz im gotischen Stil. In einer Ecke führt eine Treppe weiter nach oben und bringt den Besucher auf eine Aussichtsplattform, von der man die Burg und die weite Aussicht genießen kann. In der Wandstärke des Turms ist noch ein Wehrgang zu finden. An der Südseite der Turmspitze hängen noch Renaissanceschmuckformen und an der Ostseite ein Aborterker.
Von dem Turm lässt sich die schiefe Kapelle und das Torhaus im Norden erkennen. Sie sind die einzigen erhaltenen Gebäude der Vorburg und deuten auf deren Größe hin. Das Torhaus stand vermutlich am nördlichen Ende der Vorburg.
Heute beherbergt Burg Klempenow ein kleines Museum und ein Café. Die schöne Anlage aus Back- und Feldsteinen hat immer noch ein solides Auftreten und lädt mit einem schönen Ambiente und zahlreich erhaltenen Elementen zu einem Besuch ein.

Historie

Burg Klempenow gehört zu den ersten adligen, deutschen Burgen in der Region. Es wird 1254 das niedersächsische Geschlecht derer von Heydebeck erwähnt. Es soll für den Bau der Burg Klempenow als Niederungsburg auf einer Schwemmsandinsel verantwortlich sein.
Die Pommernherzöge werden 1331 mit Burg Klempenow als Lehen genannt. Sie behalten Burg Klempenow als Lehensherren bis ins 16. Jahrhundert hinein. Joachim I. und sein Sohn Heinrich IV. sind zum Ende des 14. Jahrhunderts an zahlreichen Raubzügen beteiligt. Heinrich war Ratgeber des Herzogs von Pommern-Stettin und belegte hochkarätige Ämter.
Kurfürst Albrecht von Brandenburg wurde 1470 von Kaiser Friedrich III. mit den Ländern Stettin und Pommern belehnt. Bischof Benedicto von Cammin weihte 1494 eine kleine Kapelle mit dem Namen Zu den heiligen fünf Wunden ein. Es war zu Zeiten der Pest.
Burg Klempenow wird 1631 von den Schweden erobert. Die Anlage wird durch den schwedischen König Gustav Adolf an seinen Generalfeldmarsch Dodo von Knyphausen 1632 als Pfandlehen verliehen. Bei Neubrandenburg verlor er die Schlacht gegen Tilly und zog ab. Viele Bereiche der Burg wurden unter Dodo verändert und vergrößert. Trotz mehrmaliger Beschädigung der Anlage wuchs sie.

Ab 1700 geht Klempenow durch die Nordische Kriege wieder vollständig an Schweden. Mit dem Friedensvertrag von Stockholm 1720 wird Klempenow preußisch. Im siebenjährigen Krieg ( 1755-1762 ) ist Klempenow hart umkämpft. Anschließend hat die Burg keine militärische Bedeutung mehr und dient als Wohnsitz für Adel und Bürgertum.
1900 wird an der Nordwestecke wegen Baufälligkeit das Torhaus abgerissen. Es entsteht das neue Gutshaus. 1945 befindet sich die sowjetische Kommandantur auf der Burg. In den 50er Jahren erfolgt der Ausbau von Wohnungen. 1991 übernimmt der Kultur-Transit-96 e.V. die Burg auf Pacht von der Gemeinde und beginnt mit Sanierung und kulturellen Veranstaltungen.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Die Burg Klempenow liegt im gleichnamigen Ort. Über die A20 Ausfahrt "Breest" auf die B199 Richtung Klempenow In Klempenow beginnt eine Ausschilderung. Die Burg ist von der Bundesstraße aus zu sehen.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 16.10.2004

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