Katzenstein

Burg Katzenstein

Deutschland / Baden-Württemberg

Auf einem Felsen, genannt Katzenstein, entstand zwischen dem 7. und dem 11. Jahrhundert die gleichnamige Burg. Im Laufe der Zeit wurde sie immer wieder erweitert, so dass man heute auf eine urige und eindrucksvolle Burganlage mit zahlreichen Gebäuden stößt. Die Burg beherbergt eine Gastronomie und ein Museum. Sie lädt mit ihrem urigen Auftreten und der angenehmen Atmosphäre zum Besuchen und Verweilen ein. Sie gehört zu den sehenswertesten Burgen der Region.

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Adresse

Burg Katzenstein
89561 Dischingen - Katzenstein
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Gipfelburg, Spornburg
Nutzung: Gastronomie, Museum
Lage: 530 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 06:56-16:04 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Ganzjährig.
Vorburg: frei
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Eintrittspreise: Vorburg: frei
Kernburg: kostenpflichtig
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Website: BurgKatzenstein.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Katzenstein liegt am südlichen Ufer des Katzensteinbachs auf einem Felsen oberhalb der gleichnamigen kleinen Ortschaft. Durch ihre recht niedrige Lage erscheint sie mit ihrem seltenen Bergfried erst beim Betreten des Tals. Katzenstein lag im Mittelalter an einer der wichtigsten Landstraßen der Region zwischen Dillingen und Nördlingen und kontrollierte einen Teil davon. Der damit verbundene Wohlstand prägte das Bild und Aussehen der Burg.
Burg Katzenstein beherbergt heute eine Gastronomie, mehrere Appartements und ein Museum. Die Anlage unterteilt sich in eine Vorburg und eine Kernburg. Die Kernburg liegt höher als die Vorburg. Auf dem höchsten Punkt der Kernburg steht der alte Bergfried, der zu früheren Zeiten kleiner als heute war.
Der Zugang zu Katzenstein erfolgt über ein Torhaus in der Vorburg mit gotischen, spitzbogigen Tor und davor liegendem Graben. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der heutige Steindamm errichtet, der heute den Graben überspannt. Mittelalterlicher Vorgänger war eine Holzbrücke, wahrscheinlich eine Zugbrücke.
Die Vorburg nimmt von der Grundfläche her ungefähr die Hälfte der Burganlage ein. Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf einen Gebäudeschlauch aus Wirtschaftsgebäuden, der im unteren Bereich massiv ist und einen Fachwerkaufsatz aufweist. Vor der Errichtung der Gebäude befand sich hier ein Wehrgang, der auf der Mauerkrone der äußeren Wehrmauer entlang lief. Später waren in den Gebäuden wirtschaftliche Funktionen untergebracht, wie z.B. Pferdeställe. Von außen lassen sich noch in der Wehrmauer Scharten erkennen, die auf eine wehrhafte Funktion hindeuten. Heute beherbergen die alten Wirtschaftsgebäude eine Gastronomie, die den Hof als Terrasse und für Veranstaltungen nutzt.
Im hinteren Bereich der Vorburg, also an der Westseite, befindet sich ein ebenerdiger, durch eine Wehrmauer abgetrennter Bereich, der im allgemeinen als unterer Burggarten bezeichnet wird. Der Burggarten ist der einzige Part der Anlage, der noch eine Zinnenbewehrte Außenmauer aufweist. Von diesem gelangt man in das Kellergewölbe des aus dem 12. Jahrhundert stammenden Palas, das neben zwei romanischen Tonnengewölben den 30 m tiefen Brunnen der Burg beherbergt. Oberhalb des Eingangs zur Brunnenstube lässt sich ein romanisches Doppelfenster erkennen.
Die Südseite Katzensteins nimmt die Kernburg ein, die auf dem höchsten Punkt des Felsens liegt. Im Mittelalter führte der Weg vom Hof der Vorburg in den Hof der Kernburg. Dieser Zugang ist heute nicht mehr existent. Der Besucher gelangt seit der Restauration über den Museumseingang im Torhaus oder über eine Treppe am Palas in die Anlage. Die Kernburg besteht aus dem Bergfried, dem Palas, dem Kapellenbau und einem weiteren Gebäude. Die Bauten sind hufeisenförmig um den Kernburghof angeordnet. Der Bergfried ist der älteste Bau Katzensteins und stammt aus dem 11. Jahrhundert. Der Turm steht auf dem höchsten Punkt des Felsens Katzenstein, der der Burg ihren Namen gab. Durch die großen Buckelquader und seine Höhe von fast 30 Metern wirkt er eindrucksvoll und alt. Sein damaliger Eingang lag auf 7 m Höhe, ebenerdig befand sich das Burgverlies mit Angstloch. Im vierten Stockwerk weist der Turm einen Wohnraum aus dem 11. Jahrhundert mit Eckkamin, sowie einer alten Abortanlage auf. Seinen barocken Aufsatz erhielt der Bergfried im Jahre 1669. Vorher trug er einen Holzumlauf und ein Zeltdach.
Zwischen ihm und dem nordöstlich liegenden Kapellenbau erkennt man heute Teile der Ringmauer, die unter anderem romanische Fensteröffnungen beherbergen. Hier befanden sich funktionale Räumlichkeiten wie z.B. die alte Küche. Der daneben stehende Kapellenbau gehört mit dem Palas und dem Bergfried zu den ältesten Gebäuden der Burg. Er wurde zum Teil auf der alten Ringmauer errichtet und weist einen Eingang vom Hof her auf. Auch er wurde 1669 aufgestockt und mit einem Glockenstuhl versehen. In seinem Inneren findet man die mittelalterliche Burgkapelle aus der Zeit zwischen 1250 und 1280. Die freigelegten Fresken wurden restauriert und lassen sich im Zuge einer Besichtigung des Museums besuchen.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Kapellenbaus befindet sich der Palas, der in seinem Untergeschoss die Brunnenstube beherbergt. Vor seinem Wiederaufbau war er nur bis auf Höhe der Ringmauer der Kernburg erhalten gewesen und wurde im Zuge der zahlreichen Restaurationen wieder aufgebaut.
Burg Katzenstein ist sehr angenehm. Die schöne und mittelalterlich wirkende Burg wird seit dem 1.4.2006 immer weiter der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und lädt mit ihrer Ausstrahlung und einer ruhigen Atmosphäre zum Besuchen und Verweilen ein. Das Museum innerhalb der Kernburg erstreckt sich über fast alle Gebäude und gewährt dem Besucher großzügige Einblicke in viele alte Bereiche der Anlage.

Historie

Einer Sage nach soll die Burg Katzenstein 777 durch den Wendenkönigssohn Chakaz errichtet worden sein, der als Knappe im Dienst von Herzog Tassilo von Bayern tätig war. Das Geschlecht zur Burg wird durch einen "Odelrich de Cazzenstein" 1099 erstmals urkundlich genannt. 1153 kommt es zu einer weiteren Nennung des Geschlechts durch "Rodegerus von Katzenstein". Ein Eckkamin im Bergfried deutet darauf hin, dass zumindest ein Wohnturm zu dieser Zeit schon existent war. Die Familie derer von Katzenstein sollen als Lehensleute für die Dillinger Grafen gedient haben.
Burg Katzenstein wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert zum größten Teil zum heutigen Aussehen hin errichtet. Im Verlauf der Jahrhunderte wurde sie weiter ausgebaut und verstärkt. Die Bemalung der Kapelle stammt aus der Zeit von 1250 bis 1280. Das Geschlecht derer von Katzenstein stirbt im 13. Jahrhundert aus. Die Burg übernehmen die Herren von Hürnheim, die ihre Stammburg Niederhaus keine 12 km entfernt liegen haben. 1354 verkauft Herdegen II. von Hürnheim zu Katzenstein die Burg an die Grafen Ludwig und Friedrich von Oettingen, bekommt die Anlage aber als Lehen zurück, nachdem er die Schwester des Grafen von Oettingen heiratet. Vor der Rückgabe hat der Graf die Anlage an derer von Helfenstein verpfändet.
Es kommt zur Entstehung der Linie derer von Westerstetten zu Katzenstein. Aufgrund von Uneinigkeiten versucht Herzog Ludwig von Bayern die Anlage dreimal im Jahre 1419 zu stürmen, wird aber erfolgreich durch Herdegen von Katzenstein abgewehrt. Nachdem 1428 mit Georg von Katzenstein die Linie Hürnheim ausstarb, belehnte der Graf von Oettingen derer von Westerstetten mit der Herrschaft. Während der Bauernkriege zogen die Oettinger und Nördlinger Bauern an der Burg vorbei. Am 13. Oktober 1546 wurde die Anlage durch den Landgrafen von Hessen im Schmalkaldischen Krieg belagert. Wolf Dietrich von Westerstetten wehrte die Belagerer ab, die sich mit einem Verlust von 18 Leuten zurückzogen. 1552 besucht der Markgraf Albrecht von Brandenburg Burg Katzenstein.
Die Westerstetten, die auf der Burg das kaiserliche Privileg des Gerichts wegen einen Galgen besaßen, hängten gegen den Willen des Grafen von Oettingen zwei Brandstifter im oberen Burghof. Der Graf von Oettingen überfiel daraufhin mit 200 Soldaten die Anlage und zerstörte den Galgen. Im Jahre 1572 stirbt die männliche Seite der Linie durch Wolf Dietrich von Westerstetten aus, so dass die Anlage nach einer Erbteilung 1574 an Wilhelm Schenk von Stauffenberg geht, der Gemahl einer der vier Töchter von Wolf Dietrich war. Gegen eine Abfindung von 40.000 Gulden gaben die Vormünder ihres Sohns 1600 die Burg an den Grafen von Oettingen zurück. Die Balderensche Linie der Familie Oettingen übernahm Burg Katzenstein. In den ersten Jahren des Dreißigjährigen Krieges verweilte Graf Friedrich Wilhelm von Oettingen-Baldern auf der Burg und wehrte alle Anstürme ab. 1648 wird die Burg zwei Tage lang belagert. Die Burgbesatzung gibt nach zwei Tagen Beschuss auf, nachdem Feuer ausgebrochen war und ergibt sich den französischen und schwedischen Belagerern, die unter Graf Horn agierten. Die stark beschädigte Burg wird durch Graf Friedrich Wilhelm von Oettingen-Baden wieder ausgebaut und in eine Residenz verwandelt.
Im spanischen Erbfolgekrieg wird Katzenstein 1702 durch die Franzosen besetzt, die über ein Jahr auf der Burg verweilen. Am 4.8.1796 besetzte Feldmarschall von Hotze die Anlage mit seinen österreichischen Truppen, wird aber durch die Franzosen vertrieben. In späterer Zeit entstand ein Pflegeamt (Verwaltung). 1798 stirbt die Linie Oettingen-Baldern aus. Das Erbe geht an Oettingen-Wallerstein. Das Pflegeamt wird 1821 aufgelöst. Ein Forstamt befindet sich anschließend bis 1834 in den alten Gemäuern. Bis zu einem Verkauf im Jahre 1939 ist Katzenstein schließlich bewohnt. Ab 1939 fingen die Renovierungsarbeiten an.
1967 kauft die Familie Holl die Burg und fängt mit umfangreichen Restaurationen an, die bis 1970 dauern. Dächer und Außenputz werden erneuert. Die Fresken in der Burgkapelle werden 1973 freigelegt. 1977 folgt die Restauration des Staufischen Palas. Im Jahre 1988 wird die Burg ein weiteres Mal verkauft. Es entsteht in den ehemaligen Wehrgängen eine kleine Wohnung. Mit der Verpachtung der Anlage an die Familie Walter erlebt Burg Katzenstein eine neue Blütezeit. Ein Museum wird eingerichtet und es entstehen eine Gastronomie, sowie Ferienappartements. Seit der Wiedereröffnung am 1. April 2006 steht Burg Katzenstein seit über 20 Jahren der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Katzenstein liegt bei der Gemeinde Dischingen-Frickingen in der Ortschaft Katzenstein. Von der Autobahn A7 Ausfahrt "Heidenheim" über Nattheim und Fleinheim nach Dischingen und weiter nach Katzenstein. Innerorts bildet die Anlage den Ortskern.

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Gastronomie

Burg Katzenstein beherbergt in der Vorburg eine Gastronomie mit schönem Biergarten im Burghof.

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Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- Diverse, Herausgeber: Dt. Burgenvereinigung, "Burgen in Mitteleuropa- Ein Handbuch", Konrad Theiss Verlag GmbH, 1999, Stuttgart, ISBN: Bestellnummer 14464-3
- Günter Schmitt, "Burgenführer Schwäbische Alb- Band 6- Ostalb", Biberacher Verlagsdruckerei, 1995, Biberach, ISBN: 3-924489-74-2

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 19.01.2012

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