Kärnan

Burg Kärnan

Schweden / Schweden

Kärnan war ursprünglich eine königliche Grenzburg mit über 500m Länge. Die Anlage wurde im 17. Jahrhundert abgerissen um den verfeindeten Dänen die Möglichkeit zu nehmen sich an der Küste zu verschanzen. Nur der Turm blieb übrig um den Sund zwischen den beiden Ländern zu überwachen und Seefahrern eine Landmarkierung zu bieten. Der eindrucksvolle Bergfried mit über 35m Höhe ist beherbergt heute ein kleines Museum. Der Turm ist sehenswert! Ein Besuch lohnt sich.

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Adresse

Burg Kärnan
252 3 Helsingborg
Parken: im Ort, kostenpflichtig

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Halbruine
Burgtyp: Höhenburg, Stadtburg
Nutzung: Museum
Lage: 60 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:18-15:23 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: saisonal
Jun-Aug:
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Eintrittspreise: Außenanlage: frei
Burg: kostenpflichtig
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Baubestand & Beschreibung

Der heutige Turm Kärnan steht auf einem Berg hoch über Helsingborg nahe dem Öresund, der Dänemark von Schweden trennt und hier eine seiner engsten Stellen aufweist. Der Ursprung des Turms liegt in einer großen Burganlage, die im Laufe ihres Bestehens Sitz zahlreicher Könige war. Durch die sehr lukrativen Zolleinnahmen und durch den Handel über den Öresund wurde die Burganlage kontinuierlich ausgebaut, so dass sie zum Ende des 14. Jahrhunderts hin 500 m Durchmesser aufwies.
Kärnan damals
Kärnan ist der Nachfolger der bereits genannten königlichen Burganlage, die im Mittelalter den Namen Helsingborg trug. Ursprung stand hier ein runder Turm. Ihm folgte ein viereckiger Turm, der 1320 durch den heutigen Turm ersetzt wurde. Der heutige Turm diente als Bergfried und war von einer Ringmauer umgeben, die nur 4 m Abstand besaß. Die Mauer wies drei Etagen mit Wehrgängen auf, die in alle Richtungen mit Schießscharten ausgestattet waren. Im Westen befand sich ein Torturm mit einer Zugbrücke. Direkt dahinter begann eine Holztreppe, die den heutigen Eingang erschloss. An der nördlichen Außenseite der Ringmauer befand sich ein lang gestreckter Bau, der vermutlich für Feste und zur Repräsentation diente. Die recht kleine Turmburg mit ihrer äußeren Ringmauer war von einer runden Ringmauer aus Sandstein und Ziegeln umgeben, die einen Durchmesser von 500 m bis 1 km aufwies. Die Ringmauer beherbergte 14 Verteidigungstürme. Ein Ringgraben, der eventuell Wasser führte, umgab die riesige Anlage mit einer maximalen Tiefe von fünfzehn Metern. Im Osten befand sich ein Torturm mit Zugbrücke, der den einzigen Zugang bildete. Circa 1680 wurde innerhalb eines Jahres die komplette Burg bis auf den Bergfried abgerissen.

Kärnan heute
Heute steht von der gigantischen Burganlage nur noch der imposante Bergfried. Der viereckige Turm ist 35 m hoch und weist an der Nordwestecke einen fünfeckigen Treppenturm auf. Der Treppenturm ist erst wesentlich später entstanden und erschließt heute mit einer Wendeltreppe die sechs Geschosse des Bergfrieds. Am Fuße des Bergfrieds stößt man auf die Fundamente und Grundmauern der Ringmauer, die den Turm umgab und aus Feldsteinen errichtet wurde. Die erhaltenen Mauern heben sich sehr gut vom Boden ab und können bei einer Umrundung des Turmes von allen Seiten betrachtet werden.
Der Turm besaß ursprünglich sechs Geschosse und hat 4,5 m dicke Außenmauern, die sich nach oben hin auf 3,75 m verjüngen. Das Mauerwerk besteht aus einer Innenschale und einer Außenschale mit mittig liegendem Füllmauerwerk. Man verwendete Feldsteine an der Innenseite verbunden mit Kalkmörtel und Backsteine an der Außenseite. Die Backsteine wurden im so genannten wendischen Verband gemauert und von der Innenseite her verstärkt um Beschuss standzuhalten. Im Erdgeschoss und im Kellergeschoss trifft man auf Sandsteinblöcke, die wahrscheinlich aus den Vorgängertürmen stammen. Die verwendeten Backsteine und der Kalkmörtel sind wahrscheinlich aus der Region, da Helsingborg einen sehr tonhaltigen Boden und viel Kalkstein aufweist. Die Bauweise setzte sich in der Stadt schnell durch und so errichtete man 1270 ein heute spurlos verschwundenes Kloster südlich der Burg (bei der Nikolai-Schule).
Ursprünglich besaß der Turm bei seiner Errichtung nur 25 m Höhe und vier Stockwerke. Er war zudem unterkellert. Später stockte man den Bergfried um zwei weitere Stockwerke auf und errichtete die Brustwehr um die Anlage verteidigen zu können. Von außen lassen sich noch deutlich die ehemalige Höhe und die Aufstockung erkennen.
Im Inneren besteht Kärnan in jedem Stockwerk aus einem großen zentralen Raum mit wenigen sehr kleinen Nebenräumen. Die Zwischendecken waren meistens aus Holz und lassen sich heute noch partiell anhand der Balkenlöcher erkennen. Die Überreste eines Backofens und zweier Aborte sind erhalten geblieben. Die Aborte deuten auf einen Wohnturm, der hauptsächlich auf Verteidigung ausgelegt war. Die Abflussschächte der Aborte sind heute nicht mehr erkennbar.
In der letzten Bauphase des Turmes entfernte man die Zwischendecken und ließ aus zwei Räumen (zwei Stockwerke übereinander) jeweils einen großen Saal entstehen, der mit gotischen Gewölben überdeckt wurde. Ein kleines Nebenzimmer im dritten Stockwerk wurde in eine Kapelle umgewandelt. Zu dieser Zeit entstand auch der anliegende Treppenturm, der bis heute den Turm erschließt.
Die einzelnen Stockwerke haben heute dank der Zusammenlegung der Etagen mehr als 4 m Deckenhöhe und wirken mit ihren Gewölben eindrucksvoll und herrschaftlich. Der Besucher hat die Möglichkeit über den Treppenturm jedes Stockwerk zu besuchen und sich die einzelnen Räume anzusehen. Sehr gut erkennbar ist hierbei die Kapelle mit der ehemaligen Stockwerkhöhe, die sich bis heute durch verschieden verwendete Steine abhebt. Die unverputzten Gewölbe unterscheiden sich in den einzelnen Stockwerken und wirken durch die fehlenden Malereien, wie man sie aus Kirchen kennt, massiv und urig. In den unteren Geschossen stößt man auf Kreuzgewölbe. Das oberste Geschoss hingegen hat ein Tonnengewölbe. Vom Dach, bzw. der Wehrplattform eröffnet sich durch die Zinnen hindurch ein uneingeschränkter Blick in alle Richtungen. Die strategisch gute Lage wird von hier oben schnell klar, da die Aussicht über den gesamten Sund bis nach Dänemark reicht.
Auch wenn der Turm durch fehlende Exponate teilweise leer wirkt, stellt er ein sehr eindrucksvolles und wehrhaftes Gebäude dar. Sowohl von außen wie auch von innen erkennt man seine eigentliche Funktion als Wehr- und Wohnturm. Nur kleine Fenster und zahlreiche Schießscharten, sowie der Treppenturm mit der Wendeltreppe deuten stark darauf hin.

Historie

In der archäologischen Geschichte der Burg Kärnan gibt es die Theorie, dass die Anlage schon in der Wikingerzeit als Wallburg existent gewesen sein könnte. Sie wäre somit an einem militärisch strategisch wichtigen Handelspunkt von Schonen erbaut worden und hätte die Küste vor Piratenangriffen (die hier häufig stattfanden) geschützt. Der deutsche Braumeister Adam von Bremen berichtet im Jahre 1070, dass sehr viele Handelswege mit Schweden in Helsingborg endeten, was die Vermutung auf eine frühe Burg verstärkt.
Burg Kärnan ist der Nachfolger der um 1100 entstandenen Helsingborg. An der Stelle des heutigen Turmes stand eine zwischen 1100 und 1150 von Waldemar I. gegründete Rundburg aus Sandstein. Ursprünglich besaß diese Burg, genannt Helsingborg, einen runden Bergfried, der circa 1225 durch einen viereckigen Turm ersetzt wurde. 1318 wurde der viereckige Turm durch den heutigen Turm ersetzt. Erbauer war Erik VI., der schon 1296 im Besitz der Anlage war.
Helsingborg wurde nach der Regentschaft von Erik VI. zu der Stammburg vieler dänischer Könige. So lebte zum Beispiel auch Christoph III. hier und verstarb 1448 auf der Anlage.
In der Zeit kam es auch zu kriegerischen Auseinandersetzungen. 1249 erhob Erik Plovpenning, König von Dänemark, eine neue Steuer, die für einen Aufstand in Schonen sorgte. Die Burg wird von den Bauern belagert und der König muss fliehen. 1360 wird das Schloss durch Valdemar Atterdag ein weiteres Mal belagert und eingenommen. Die Region war damit in dänischer Hand.
1658 ging die Burg mit umliegender Region durch den Friedensvertrag von Roskilde an Schweden. Zwischen 1674 und 1679 im Nordischen Krieg eroberten die Dänen die Anlage zeitweise und hissten eine 17 m lange und 7 m breite dänischer Flagge. Bei der Rückeroberung wurde die Flagge als Trophäe im Arsenal der Armee in Stockholm aufgehängt. Nach dem Krieg beschloss der schwedische König Karl XI. circa 1680 den Abriss der Anlage, damit die Dänen im Falle eines neuen Angriffs an der Küste nicht Fuß fassen bzw. sich verschanzen konnten. Die große Burg war zudem kriegstechnisch veraltet gewesen und diente schon lange nicht mehr als königlicher Sitz. Zudem kamen Kristianstad und Kalmar hinzu, die militärisch gesehen wichtiger waren und Helsingborg in der Verteidigung Schwedens ersetzten.
Innerhalb eines Jahres ist die Burg Helsingborg vollständig verschwunden. Einzig und allein der Turm Kärnan blieb als Machtsymbol und als Orientierungspunkt für die Seefahrt erhalten. Auf dem Turm hisste man eine schwedische Flagge, die auf das Land und die Machtverhältnisse über die Region Schonen hinweisen sollte.
Im Laufe der Jahrhunderte verfiel der Turm und bestand 1893 nur noch als Ruine. In jenem Jahr begann man mit einer Restaurierung durch den Konsul Oscar Trapp und den Architekten Alfred Hellerström im neogotischen Stil, der den Turm zum Teil verfälschte. Die große Treppenanlage zur Stadt hin wurde erst 1903 erbaut und hat keinen mittelalterlichen Ursprung.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Kärnan liegt nahe des Fährhafens von Helsingborg. Der hohe Turm ist nicht zu übersehen.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 09.06.2009

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