Justingen, Hohenjustingen

Burg Justingen, Hohenjustingen

Deutschland / Baden-Württemberg

Im 11. Jahrhundert entstand auf einem steilen Sporn die Burganlage Justingen, aus der sich später ein großer Schlossbau entwickelte. Von der Burg und dem Schloss haben sich heute nur noch sehr wenige Reste erhalten. Man stößt auf vereinzelte Mauerstücke und eine Informationstafel. Die Dimensionen lassen sich anhand des erhaltenen Plateaus gut erkennen. Die sichtbaren Mauerstücke sind eher spärlich.

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Adresse

Burg Justingen, Hohenjustingen
89601 Schelklingen-Justingen
Parken: an Straße, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: ehemalige Burg
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: -
Lage: 710 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:00-16:05 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Hohenjustingen, auch Schloss Justingen genannt, liegt auf einem lang gezogenem Felssporn oberhalb des kleinen Örtchens Hütten. Durch Abbrucharbeiten der Ortschaft im Jahre 1834 ist die Anlage weitestgehend verschwunden und weist nur noch wenige Elemente auf. Ursprung Hohenjustingens liegt wahrscheinlich in einer kleinen Burganlage auf dem Felssporn, von dem sich das Tal bis heute gut beobachten lässt. Durch einen Halsgraben war diese zum Berg hin getrennt und lag somit geschützt. Mit dem Bau des Schlosses 1568 erfolgte eine neue Einteilung der Anlage. Der Felssporn wurde zum Träger von Nebengebäuden und somit zur Hinterburg. Das Schloss errichtete man auf den Überresten der Kernburg. Der mächtige vierflügelige Bau nahm den gesamten Bereich der Kernburg ein, sodass diese vollständig überbaut wurde. Vor dem Graben entstand eine Vorburg, die zum Hang hin außer einer Mauer keine weiteren Abwehrmaßnahmen enthielt.
Heute sind von der Burg nur noch wenige Reste erhalten. Der Weg führt von Nordosten her in die Vorburg. Eine große, lang gezogene Wiese, die im letzten Drittel in den zu den Seiten steil abfallenden Felssporn übergeht, deutet auf die Dimensionen hin, die Justingen einst gehabt haben muss. Neben einer Informationstafel trifft man auf ein neues Mauerstück, das heute das gefundene Wappen trägt, das einst über dem Eingang des Schlosses hing. Eine einzelne Mauer an der Ostseite, ehemals zur Außenmauer des Schlosses gehörend, ragt mit knapp drei Metern aus der Wiese heraus. Reste der Anlage lassen sich nur noch an den Kanten des Felssporns erkennen. An der Westseite stehen lange, erhaltene Elemente der äußeren Wehrmauer, die teilweise eine Höhe von über fünf Metern erreichen. Dahinter verbergen sich zum Teil noch Kellergewölbe, die größtenteils schon eingestürzt sind. Ein kleinen Trampelpfad gibt die Möglichkeit sich alle Reste aus unmittelbarer Nähe anzusehen und abzulaufen. Die Ostseite hingegen ist unzugänglich. Aufgrund des steil abfallenden Berges lassen sich die Reste nur von der Wiese aus erahnen.

Historie

Die Herren von Justingen werden das erste Mal 1090 erwähnt. Die Anlage selber wird aber erst 1216 in einer Urkunde erstmals genannt. Der Reichsmarschall Anselm von Justingen zog nach Sizilien um Friedrich von Hohenstaufen, den späteren Kaiser Friedrich II. nach Deutschland zu holen.
1235 erlebt die Burg die erste Belagerung durch den Bischof von Konstanz. Hohenjustingen wird beschädigt aber wieder hergestellt. 1345 stirbt das Geschlecht derer von Justingen aus. Noch im selben Jahr übernehmen die Herren von Stöffeln die Burg. Bis 1530 waren derer von Stöffeln, derer von Stotzingen und derer von Bubenhofen Besitzer. 1530 erwerben die Freiherren von Freyberg aus der Linie Öpfingen/Allmendingen die Burg und beginnen 1540 mit dem Bau eines Schlosses auf den Buckelquadermauern der alten Burg. 1569 wird das Renaissanceschloss mit vier dreigeschossigen Flügeln unter Baron Michael von Freyberg fertiggestellt. Um 1610 kommt es zu Bauernunruhen. Im Dreißigjährigen Krieg finden mehrmalige Verwüstungen der Gegend und der Anlage statt. Schloss und Umgebung werden 1751 an Herzog Carl Eugen von Württemberg verkauft. Das Schloss wird ab 1779 als Brauerei und ab 1786 als Schafszucht genutzt. Die Gemeinde Hütten kauft 1834 Schloss Justingen und beginnt mit dem Abbruch. 2005 werden die letzten Reste gesichert und zum Teil wieder aufgebaut.

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Anfahrt

Burg Hohenjustingen liegt beim Ort Justingen, südwestlich von Blaubeuren. Zu erreichen ist die Anlage von Ulm aus über die B28 und ab Blaubeuren weiter über die B492. Alternativ über die A8 Ausfahrt "Merklingen" nach Machtlosheim, Blaubeuren und weiter über die B492 Richtung Schelklingen. In Schelklingen rechts Richtung Hausen/Justingen/Ingstetten. In Justingen weiter der Hauptverkehrsstraße Richtung Studach folgen. Einen Kilometer nach Ortsende von Justingen hinter Ziegelhütte rechts abbiegen in den Burgweg. Dieser Straße folgen bis zur ersten Kreuzung (Ecke Burgweg/Kleemeisterei). Hier parkt man und läuft weiter geradeaus bis die nächste Straße links abgeht, genannt Schlossweg. Der Schlossweg führt direkt am Burggelände vorbei. Das Gelände ist gut an einer großen Wiese mitten im Wald und an einer Informationstafel zu erkennen.

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Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart
- Diverse, Herausgeber: Dt. Burgenvereinigung, "Burgen in Mitteleuropa- Ein Handbuch", Konrad Theiss Verlag GmbH, 1999, Stuttgart, ISBN: Bestellnummer 14464-3

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 18.01.2012

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