Hornberg

Burg Hornberg

Deutschland / Baden-Württemberg

Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg Hornberg wurde auf einem Sporn oberhalb der gleichnamigen Ortschaft errichtet. Von der Burg haben sich nur der Bergfried, der Pulverturm und die Grundmauern der Außenanlage erhalten. Im 19. Jahrhundert entstand in der Ruine ein Schloss, das heute als Hotel genutzt wird. Die Überreste stehen heute im Schlossgarten und können frei besichtigt werden.

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Adresse

Burg Hornberg
78132 Hornberg
Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Hotel
Lage: 435 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:05-16:11 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei
Kontakt: Hotel:
Tel.: 07833 / 68 41
Fax: 07833 / 72 31

Baubestand & Beschreibung

Burg Hornberg thront auf einem Sporn oberhalb des gleichnamigen Ortes an der Mündung des Offenbachs in die Gutach. Die Anlage steht auf einem Berg, der nach Norden, Osten und Süden steil abfällt und nur im Westen eine Verbindung zum Bergrücken hin aufweist. Zu dieser Seite wurde ein mächtiger Halsgraben geschaffen, in dem sich heute das Schloss mit dem Hotel befindet.
Die Anlage bestand ursprünglich aus drei bebauten Felssäulen, die durch tiefer Halsgraben voneinander getrennt wurden. Sie trugen die alte Burg aus dem 12. Jahrhundert, einen Pulverturm und einen Bergfried mit angrenzendem, großen Schloss. Eine Ringmauer umgab die Anlage, die im Zuge des 18. Jahrhunderts mit Bastionen versehen wurde. Kurze Zeit später wichen die Bastionen Barockgärten, die noch teilweise erhalten geblieben sind.
Von der Anlage existieren heute nur noch bedingt Reste. Zu erkennen sind der Bergfried, der Pulverturm und das Kanonenrondell zur Ortschaft hin. Teile der Ringmauer umgeben die Anlage noch heute und ermöglichen einen Rundweg, über den die einzelnen Elemente der Burg erschlossen sind.
Der Ursprung von Schloss Hornberg liegt auf der östlichen Spornspitze. An der Stelle des Kanonenrondells, das heute noch erhalten ist, befand sich ursprünglich die erste Burg, die im Laufe der Jahrhunderte über den Bergrücken hin erweitert wurde. Während des Umbaus zur Festung verschwand der älteste Teil der Anlage und es entstand das Kanonenrondell. Die Fundamente des Rondells sind ungemörtelt und aus großen Granitblöcken, was auf eine frühe Bauzeit hindeutet. Der Bereich wird noch heute durch einen schluchtartigen Graben vom Rest der Anlage getrennt. An der ehemaligen Zugangsstelle verbindet eine Brücke damals wie heute den ehemaligen Burgbereich mit dem Rest der Festung.
Hinter dem Kanonenrondell, also westlich, schließt eine große Freifläche an, auf der sich ursprünglich die Remise und ein Kasernenbau befanden, die noch im 18. Jahrhundert abgerissen wurden. Weiter nordwestlich lassen sich die Reste des Kommandantenbaus (Barockschloss) erkennen, der direkt an der Kaserne anschloss. Oberhalb der Kaserne steht der alte Pulverturm. Seine dicken Mauern und die wenigen Fenster weisen auf seine Funktion hin. Er ist kleiner als damals und erhielt im Zuge der Neuzeit ein Satteldach. Durch einen Halsgraben wird er vom Bergfried getrennt.
Der Bergfried gehört zu den ältesten Elementen der Burg. Er stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, ist 17 m hoch und hat eine Grundfläche von 8,85 m auf 8,05 m. Der Plan von Merian aus dem 17. Jahrhundert zeigt, dass der Bergfried in einem Bau integriert wurde und direkt vom alten Kommandantenbau (Barockschloss) zugänglich war. Durch den Abriss der zahlreichen Gebäude steht der Turm heute wieder frei. Durch den Brand von 1689 wurde er beschädigt, ist aber nicht eingestürzt. Die Eckquader weisen heute Risse auf, die wahrscheinlich durch die Hitze des Brandes entstanden sind. Ursprünglich waren der Bergfried und der Pulverturm durch eine Brücke mit Fachwerkaufsatz verbunden.
Der Bergfried bildete bis in die frühe Neuzeit das westlichste Gebäude der Kernburg. Hinter dem Turm schnitt der Sporn nach Westen ab und geht in einen tiefen Halsgraben über, in dem sich heute das Hotel aus dem 19. Jahrhundert befindet. Dieser Bereich wurde durch zwei frühneuzeitliche Bastionen gesichert, die im 18. Jahrhundert in Barockgärten umgebaut wurden. Abseits des Schlosses befanden sich der Brunnen, die Alarmkanone und das Waschhaus.
Von der Atmosphäre her ist Schloss Hornberg sehr angenehm. Die Anlage besteht aus einem Hotel und einer großen Parklandschaft mit barocken Gärten. Immer wieder eröffnen sich Blickbeziehungen zwischen den einzelnen Gebäuden und Überresten der ehemaligen Burg- und Festungsanlage. Zahlreiche Ecken und eine schöne Aussicht auf die Ortschaft laden zum Verweilen und Entdecken ein. Ein Besuch lohnt sich.

Historie

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts zogen die Herren von Hornberg von einer südlich gelegenen Burg, die sich in einer sehr exponierten Lage befand, über auf den Hornberg und errichteten hier eine neue Burg. Zeitgleich gründeten sie den Ort unterhalb der Anlage. Die erste Burg lag ganz vorne auf der Spitze des Sporns und befand sich vermutlich an der Stelle, an der heute das Kanonenrondell steht. Die Fundamente des Rondells weisen darauf hin.
Im 13. Jahrhundert wohnt der Minnesänger Bruno von Hornberg auf der Burg. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts haben derer von Hornberg finanzielle Probleme. 1423 verkauft Bruno Werner von Hornberg Anteile vom Schloss und der Herrschaft an derer von Württemberg. 1443 veräußert Konrad von Hornberg schließlich die letzten Bereiche der Herrschaft an die Grafen von Württemberg. Diese wiederum setzen einen Vogt auf der Burg ein, der 1548 den Reformator Johannes Brenz versteckt. Es kommt unter derer von Württemberg zu zahlreichen Ausbauten, wie zum Beispiel 1564 oder die Umgestaltung des Pulverturms 1621.
Im Dreißigjährigen Krieg wird die Burg 1640 bzw. 1641 belagert und erobert. Nachdem die Schweden und die Franzosen 1641 die Anlage verlassen haben, wurde ein Teil der östlichen Anlage angezündet, um eine Wiederverwendung zu vermeiden. In einem Kupferstich von 1643 von Merian ist Hornberg noch als Ganzes abgebildet. Teile der Anlage, wie zum Beispiel das Hauptschloss, haben den Dreißigjährigen Krieg vollständig überstanden. Erst im Erbfolgekrieg am 9. Januar 1689 wird die Anlage endgültig zerstört.
1710 wird das ruinöse Schloss in einem Bericht bemängelt. Erst 1735 wird die Anlage bei der großen Ausbesserungsaktion aller genutzten Wehranlagen im Schwarzwald repariert. Es entsteht das so genannte Barockschloss, das als Kommandantenbau genutzt wird. Die Mannschaft wird zu Beginn im Bergfried untergebracht bis 1739 eine Kaserne an der Nordseite entsteht. Die Gebäude waren zum größten Teil eher provisorisch und schlecht gebaut, wodurch ein rascher Verfall stattfand, so dass der Kasernenbau schon 1823 wieder abgerissen wurde. Das Kommandantenhaus, bzw. Barockschloss musste schon 1776 saniert werden. Anschließend wohnte die Schwester des württembergischen Herzogs Carl Eugen bis 1787 auf Hornberg. In diesem Zeitraum entstehen die Barockgärten.
1841 kauft eine Brauerei das Schlossgut auf. Es wechseln mehrmals die Besitzer, bis im Bereich des Halsgrabens das heutige Schlosshotel entstand. Seit 1956 ist das Grundstück im Besitz der Stadt. Das Barockschloss wurde 1976 abgerissen.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Hornberg liegt im gleichnamigen Ort an der B33. Die Ortschaft liegt zwischen Triberg und Wolfach mitten zwischen der A5 und der A81. Innerorts sollte man einfach der Ausschilderung zum Schlosshotel oder Schlossrestaurant folgen.

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Gastronomie

Im Burggraben befindet sich ein Hotel.

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Literatur


- Zimmermann2
- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart S.304f
- E. Batzer, A. Städele, "Burgen und Schlösser Mittelbadens", Konkordia Verlag, 1937, Bühl S.449f

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 15.02.2014, 25.01.2005

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