Frauenstein

Burg Frauenstein

Deutschland / Sachsen

Burg Frauenstein thront auf einem Berg oberhalb der gleichnamigen Ortschaft. Die Anlage besteht aus einem erhaltenen Schloss mit Museum und einer eindrucksvollen Burgruine. Ursprünglich stammt die Burg aus dem 13. Jahrhundert, 1590 errichtete man auf der Vorburg das anliegende Schloss. Von der Kernburg mit weit reichender Zwingeranlage haben sich eindrucksvolle Überreste erhalten. Man stößt auf intakte Wehrmauern mit Türmen, den Bergfried, den Burghof mit Brunnen und den ehemaligen Palas. Der Bergfried war halbrund und ist in dieser Form nur sehr selten zu finden. Ein Besuch lohnt sich.

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Adresse

Burg Frauenstein
09623 Frauenstein
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Schloss, Halbruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Museum
Lage: 654 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 06:51-15:44 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Saisonal
Rundweg: offen
mehr
Eintrittspreise: Rundweg: frei
Kernburg: kostenpflichtig

Baubestand & Beschreibung

Burg Frauenstein liegt direkt am nördlichen Ende des Ortes. Die Anlage besteht heute aus einer mittelalterliche Kernburg und der später entstandenen Vorburg, die das Schloss, eine äußere Wehranlage zur Stadt hin und kleine Wirtschaftsgebäude beherbergt. Von der heutigen Wehrmauer der Vorburg sind noch Reste der 1590 erbauten Anlage zu erkennen, die sich zum Teil in den Ort erstreckte. Der Zugang erfolgt über das Schlosstorhaus, das 1590 erbaut wurde und das Verbindungsglied zwischen Stadt und Burg bildet.
Hinter dem Tor erscheint erstmals über den Dächern des Schlosses die hohe und kompakt errichtete Kernburg mit dem hohen Stumpf des Bergfriedes, dem Wohnturm und den hohen Wehrmauern. Das Schloss selber erstreckt sich in voller Größe zur linken Seite und setzt sich durch seine L-Form wie ein Riegel vor die Burganlage. Das repräsentative Gebäude beherbergt heute ein Museum, das neben einer Ausstellung zur Heimat auf den Orgelbau und die Burganlage zu sprechen kommt. Neben dem Schloss gibt es einen Rundweg, der die Möglichkeit bietet Schloss und Burg zur Hälfte zu umrunden. Der Pfad führt durch die Zwingeranlage der Vorburg, verlässt diese durch ein hinteres Tor und endet hinter der Kernburg auf einen Wanderweg. Von hier kann man neben der Fassade des Schlosses die hohe imposante Ringmauern der Kernburg erkennen, die unter anderem noch zahlreiche Wehrtürme aufzuweisen hat. Der Rundweg führt um die halbe Anlage herum, bietet hier und da Einblicke in die Kernbug. Er endet hinter einem Privatgrundstück in einer steilen Treppe, die im Wald verschwindet.
Frauenstein besaß eine strategisch gute Lage. Die Anlage liegt auf einem Bergsporn, der zu allen Seiten, außer zur Stadt hin steil abfällt. Durch den enormen Höhenunterschied und den steilen Hang war ein Angriff von diesen Seiten her ausgeschlossen, der besonders an den dicken Wehrmauern der Kernburg gescheitert wäre.
Die Kernburg, bzw. der mittelalterliche Kern von Burg Frauenstein ist relativ kompakt erbaut worden, weist aber eine große Wehranlage nach Osten hin auf. Um den Burgfelsen errichtete man eine Ringmauer mit insgesamt sechs Wehrtürmen, die in Größe, Breite und teilweise auch in der Höhe je nach Lage und Relevanz variierten.
Heute betritt man die Anlage über den Zugang vom Schloss aus in die äußere Ringmauer, die sehr gut erhalten ist und die Anlage noch immer fast vollständig umgibt. Sowohl die einzelnen Türme wie auch die Schießscharten in der äußeren Wehrmauer lassen sich noch besichtigen und erkennen. Ein Blick nach oben zeigt die imposante Kernburg, die zu allen Seiten höher als die Ringmauer ist und diese im Falle einer Eroberung unter Beschuss nehmen konnte.
Zur äußeren Wehranlage hin existiert ein Halsgraben, der mit einer Brücke überspannt wurde. Direkt hinter der Brücke befindet sich ein vorgelegter Zwinger, der neben weiteren Schießscharten die Reste einer Bebauung aufzuweisen hat. Im Anschluss trifft man auf den Burghof, von dem man das erste Mal den halbrunden Bergfried zu sehen bekommt, der in dieser Form eine Rarität ist und nur selten in der mittelalterlichen Architektur gefunden werden kann. Er befindet sich direkt auf dem Felssporn zum Graben hin und fungiert neben seiner eigentlichen Aufgabe gleichzeitig als Schildmauer gegen Angriffe von der Stadt aus. Seine halbrunde Form ließ ankommende Geschosse zum größten Teil an der runden Form abgleiten und in die äußere Wehranlage oder in den offenen Burghof fallen. Heute ist der Bergfried eine Ruine und hat nicht mehr seine eigentliche Höhe.
Der höchste Punkt der Bugr wird fälschlicherweise immer als Bergfried bezeichnet. Auch er ist eine Rarität und nur selten in Deutschland zu finden. Es handelt sich um einen großen gut erhalten und wieder aufgebauten Wohnturm, der die Kernburg nach Norden hin beendet. Bis heute ist er unter dem Namen „Dicker Merten" bekannt und die Hauptattraktion der Burganlage. In seinem Inneren gab es früher große Räume, bzw. viel Wohnfläche, die weitaus sicherer und größer war, als die des Palas, der sich zwischen den beiden Türmen befand und diese miteinander verband. Während der Wohnturm in seiner Form vollständig steht und die Möglichkeit bietet sich die Burg von seinem Dach anzusehen, ist der Palas nur noch sehr bedingt erhalten und besteht nur aus einer zweistöckigen Fassade zum Burghof hin, die neben der Eingangstür noch einige Fenster aufzuweisen hat. Sein Inneres ist leer und so erstreckt sich auch hier, wie überall woanders in der Anlage ein größerer Freiraum, der Sichtachsen auf die einzelnen Elemente der Anlage offen lässt.
Von der Atmosphäre her ist Burg Frauenstein sehr urig und interessant. Durch zahlreiche kleine Details zieht die Anlage an verschiedenen Stellen die Aufmerksamkeit auf sich und sondert sich durch die seltene Architektur von anderen Burgen großräumig ab. Durch die Größe und den verwinkelte Bau verteilen sich die Besucher ein wenig und so hat man die Möglichkeit in aller Ruhe die Anlage zu erkunden und sich ein Bild der seltenen Bauformen zu machen.

Historie

Burg Frauenstein wurde erstmals 1218 als "Vrounsten" urkundlich genannt, existiert aber wahrscheinlich schon knappe 30 Jahre länger. Grund für den Bau war der Fund von Silber und die damit verbundene Sicherung der Region. Zudem diente sie als Schutzburg der Markgrafen von Meißen. Im Jahre 1329 wird die Anlage an die Markgrafen von Meißen verpfändet und 1400 zu dessen Residenz. Aufgrund von Uneinigkeiten bei der Frage der Nachfolge wird Burg Frauenstein 1438 durch den Markgrafen belagert. Er nimmt sie ein und verlehnt sie 1450 an verschiedene Adlige. 1473 kauft die Familie von Schönberg Frauensein und lebt hier von 1579 bis 1585.
Es folgte der Verfall der Anlage. Gleichzeitig entsteht um 1590 das Schloss mit eigener Wehranlage. Seit 1728 ist Burg Frauenstein ungenutzt und zählt als Ruine. Sie wurde wegen des neuen Schlosses aufgegeben. Laut Krahe wurde sie zerstört.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Frauenstein liegt direkt im gleichnamigen Ort, unweit der B171. Über Dresden von der A4 Ausfahrt "Dresden" auf der B170 Richtung Dippoldiswalde bis kurz Richtung Frauenstein. Von Chemnitz aus erfolgt die Anfahrt über die B174 bis Marienberg, anschließend auf die B171 Richtung Olbernhau bis Frauenstein.
Innerorts sollte man von der Bundesstraße Richtung Zentrum / Touristeninformation abbiegen. Die Anlage befindet sich vis-a-vis der Kirche in der langgezogenen Kurve hinter dem großen Platz. Hier gibt es genug Parkmöglichkeiten.

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Sonstige Einrichtungen

Burg Frauenstein verfügt über nur sehr bedingte Öffnungszeiten. Man sollte dies bei einem Besuch beachten.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 14.04.2006

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