Eberbach, Heldenburg

Burg Eberbach, Heldenburg

Deutschland / Baden-Württemberg

Hoch über Eberbach am Neckar thronen die Überreste der Burg Eberbach. Die Anlage aus dem 11. und 12. Jahrhundert bestand bis zu ihrer Zerstörung im 15. Jahrhundert aus drei Burgen, die nebeneinander auf einem Bergkamm lagen. Die Burgen waren durch Gräben voneinander getrennt, die zur Schaffung eines Wanderweges teilweise aufgeschüttet und geebnet wurden. Von den Burgen haben sich die Hauptgebäude und Außenmauern größtenteils erhalten.

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Adresse

Burg Eberbach, Heldenburg
69412 Eberbach-Neckar
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Spornburg, Doppelburg
Nutzung: -
Lage: 320 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:06-16:04 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Eberbach befindet sich auf einem Bergrücken weit oberhalb der Mündung des Holderbachtals in das Neckartal. Es handelt sich um eine Burgengruppe bestehend aus drei Burgen, die Nord-Süd-orientiert liegen und sich auf einem Kamm befinden, folglich eine Kammburg darstellen. Die Burgen wurden durch Gräben und Wehranlagen voneinander getrennt. Sie weisen alle unterschiedliche Stadien des Erhalts auf.

Hinterburg (Oberburg, Nordburg)
Die nördlichste Burg, auch obere Burg oder Hinterburg genannt, ist in den Grundzügen noch sehr gut zu erkennen. Sie ist die Jüngste der drei Anlagen und weist einen rechteckigen Grundriss auf. Zu der Mittelburg findet sich ein Quergraben mit sehr steilen Grabenwänden. Hinter der Burg liegt ein weiterer Halsgraben, der sie zum fortlaufenden Bergrücken hin schützte.
Die Ruine ist von den umgebenen Grundmauern noch erhalten und weist kleine Details wie Balkenauflager und Fenster auf. Die Nordseite zum Bergrücken hin, nahm ein Palas ein, von dem an der Westseite ein Gebäudeschlauch abging. Heute stößt man auf zusammengestürzte Kellergewölbe, die auf mehrere Gebäude verweisen. Neben dem Zugang, der sich an der Stelle der Brücke befunden haben soll, stand ein Bergfried. Einige Mauerreste erinnern an eine vollständige Bebauung mit kleinem Hof und Bergfried, der den Eingang flankierte. Vom Turm ist nur noch ein Stumpf zu erkennen.

Mittelburg
Die Mittelburg ist die Besterhaltene der drei Burgen. Der Zugang erfolgte von Nordosten her und wurde durch den Palas flankiert. Im Gegensatz zur Hinterburg ist die Mittelburg polygonal und relativ unstrukturiert aufgebaut. Sie wurde durch tiefe Halsgräben von der Vorder- und der Hinterburg getrennt.
Die Ruine besteht heute noch aus dem hohen Stumpf eines Bergfriedes und den Resten eines repräsentativen Palas. Der Bergfried ist der höchste Punkt aller drei Burgen. Er misst eine Kantenlänge von 11m x 11m und besaß über 3m dicke Mauern. Am höchsten Punkt, direkt zum Neckar hin, weisen die Turmreste eine Höhe von über 12m auf. Zur Burg hin sind sie nicht höher als zwei Meter. Der Palas bestand aus zwei Gebäudteilen, die im Erdgeschoss durch eine Mauer getrennt wurden. Er war gut gesichert und besaß nur wenige Fenster, die zum größten Teil aus romanischer Zeit stammen.

Vorderburg (Niederburg, Südburg)
Die südlichste Burganlage ist im schlechtesten Zustand und weist die geringste Baudichte auf. Sie ist die Älteste der drei Burgen. Die Anlage ist nahezu rund und buchtet nach Westen aus. Nach Süden wird sie durch steile Felswände geschützt. Im Norden trennt ein Halsgraben die Anlage zur Mittelburg hin.
Die Burg besaß nur wenige Gebäude aus Stein. Ein Wohnturm mit anliegender 3,5m tiefer Zisterne nimmt den südlichen Bereich ein. Die Ecken des Wohnturms waren aus Buckelquadern gearbeitet. Der Zugang liegt im ersten Obergeschoss und besteht aus einem Rundbogen. An dem Turm schloss ein Gebäude an, das als Scheuer gedient haben soll. Direkt neben dem Eingang sind die Reste eines Baus mit ebenerdigen, rundbogigem Eingang zu finden. Man vermutet hier Stallungen. Die Dicke der Außenmauern, die dicker waren, als die Ringmauer der Burg, weisen aber eher auf einen Turm oder ähnliches hin, der den Zugang flankierte. An dem Bau begann mit einem kleinen Abstand ein Gebäudekomplex, der sich an der Ringmauer entlangzog.

Von der Atmosphäre her ist die dreifache Burganlage sehr angenehm. Die unterschiedlichen Erhaltungsgrade sorgen für ein abwechslungsreiches Bild. Eine wunderbare Aussicht und kleine wenige Details laden zum Entdecken und Verweilen ein.

Historie

Die drei Burgen sind nacheinander entstanden. Der Ursprung liegt in der südlichen Vorderburg. Sie wurde von den Bischöfen von Worms im 11.-12. Jahrhundert erbaut. Erstmals wird die Burg 1196 durch Cunradus Cornes de Eberbach erwähnt.
Um 1200 wird die Mittelburg begonnen und unter König Heinrich VII. ausgebaut, der sie 1227 verliehen bekommt und sie 1235 als Reichsburg einbezieht. Details, wie die rundbogigen Fenster weisen auf Parallelen zur Kaiserpfalz in Bad Wimpfen hin.
1240 wird die Hinterburg fertiggestellt. Auch sie wird durch König Heinrich VII. errichtet, der zwischenzeitlich die Stadt Eberbach gründen und errichten ließ.
1330 gelangen die drei Anlagen und die Stadt Eberbach durch Verpfändung an die Pfalzgrafen, die kurpfälzische Vögte zur Verwaltung einsetzen. Nachdem Pfalzgraf Rupprecht III. die Burg und Stadt an Ritter Hans von Hirschhorn verpfändet, sieht dieser seine Burgen Zwingenberg und Hirschhorn bedroht und lässt 1403 Eberbach vollständig schleifen. Bis 1403 hießen zwei der drei Burgen Kauerburg und Heldenburg.
Mit der Auflösung der Kurpfalz durch Napoleon gelangt die Burg an den Fürsten von Leiningen, der sie 1905 der Stadt zur Steingewinnung überließ. 1908 und 1927 wird unter Bürgermeister Dr. Weiß eine Restaurierung, Konservierung und Ausgrabung veranlasst. Die Hinterburg wird zwischen 1959-1963 untersucht und rekonstruiert. 1984 erfolgt die landschaftliche Freilegung und Anlegung von Wanderwegen.

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Anfahrt

Burg Eberbach liegt oberhalb der Stadt Eberbach am Neckar. Über die A5 Ausfahrt "Heidelberg" oder die B6 Ausfahrt "Neckarsulm" über Neckarsgmünd, bzw. Mosbach nach Eberbach fahren. Von der B37 in den Ort und der Ausweisung Richtung Dielbach folgen. Auf der L524 beim Burgweg parken und dem Wanderweg hoch zur Burg folgen.

Buchtipp: Burgen in Baden-Württemberg

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Burgenarchiv.de
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Literatur


- Diverse, Herausgeber: Dt. Burgenvereinigung, "Burgen in Mitteleuropa- Ein Handbuch", Band 2, Konrad Theiss Verlag GmbH, 1999, Stuttgart, ISBN: Bestellnummer 14464-3
- örtliche Informationstafel

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 17.02.2014, 12.05.2004

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