Combourg

Burg Combourg

Frankreich / Bretagne

1016 entstand auf einem Sporn, der zu drei Seiten stark abfiel, das Schloss Combourg. Ursprünglich wurde der Berg größtenteils von einem See eingeschlossen, der heute noch im Südosten zu finden ist. Das Schloss ist heute privat, kann aber besichtigt werden. Die regelmäßige Anlage mit jeweils einem Wehrturm an jeder Ecke liegt in einer schönen Parklandschaft. Der Eintritt zu Park und Burg ist kostenpflichtig.

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Adresse

Burg Combourg
F 352 Combourg
Parken: an Straße, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Schloss
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Museum, privat
Lage: 57 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:45-16:52 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Saisonal
Burg: saisonal
Eintrittspreise: Burg: kostenpflichtig
Außenanlage: kostenpflichtig

Baubestand & Beschreibung

Schloss Combourg befindet sich auf einem Hügel oberhalb des gleichnamigen Ortes. Ursprünglich stand der Felsen im Mittelalter wie ein Sporn in das Wasser des anliegenden Sees und war mit dem Schloss und einigen Ringmauern bebaut gewesen. Zu drei Seiten hin errichtete man einen sehr hohen Wall und einen breiten und tiefen Burggraben, der das heutige Schloss vollständig vom Festland trennte. Die Höhe des einstigen Walls lässt sich an der Höhe des erhaltenen Tores ablesen, das nach der Einebnung des Walls im 19. Jahrhundert eine Vortreppe aus Granit erhielt. Sowohl Graben wie auch Wälle lassen sich heute nicht mehr erkennen. Nur Lauflöcher für die Ketten der Zugbrücken oberhalb der Tore deuten auf die äußeren Verteidigungsanlagen hin.
Heute besteht das Grundstück aus dem Schloss und einem weitläufigen Schlosspark, der das alte Gebäude vollständig umrahmt. Das Schloss ist eine typische Wasserburg mit trapezförmigem Grundriss und jeweils einem runden und mächtig wirkendem Turm an jeder Ecke, besaß aber immer eine erhöhte Position über dem See. Der Nordwestturm, genannt Kreuzritterturm (links vom Tor), flankierte zusammen mit dem Nordostturm, genannt Maurenturm (rechts vom Tor), den Eingang. Zur Rückseite wird die Burg durch den Südwestturm, genannt Katzenturm und den Südostturm, genannt Ostturm geschützt. Alle vier Wehrtürme weisen die selbe Mauerstärke auf, fallen vom Grundriss her aber unterschiedlich groß aus. Die beiden Türme am Tor (aus dem 15. Jahrhundert) sind aufgrund der Situation zur Angriffsseite hin größer als die Türme zur Seeseite (aus dem 13. Jahrhundert). Die Türme zur Seeseite hin werden durch den alten Palas miteinander verbunden, der genau wie die Türme aus dem 13. Jahrhundert stammt. Von dem Maurenturm aus geht eine Mauer ab, die in dem Tor von Heinrich II. etwas abseits der Burg endet.
Der Schlosspark gibt heute die Möglichkeit die Burg einmal vollständig zu umrunden. Von außen ist vor allem noch die strenge militärische Fassade zu erkennen, die das Bild der Burg prägt. Die Türme sind mit einer geschlossenen Wachgalerie, stufenförmigen Pechnasen und Spitzdächern versehen. Zahlreiche Schießscharten dienten zur Verteidigung der Mauern. Die Wehrmauern waren genau wie die Türme mit Zinnen versehen, die sich heute noch gut erkennen lassen. Auch hier trifft man auf Pechnasen, die der Verteidigung dienten. Untereinander sollen die Wehrgänge stark verwinkelten und in Form eines Labyrinths miteinander verbunden gewesen sein, um den eingedrungenen Feind in die Irre führen zu können. Zahlreiche versteckte Unterschlüpfe und Geheimgängen dienten zur Flucht.
Das Innere des Schlosses besteht aus mehreren Gebäuden, die sich um einen rechteckigen Innenhof legen und mit der alten Ringmauer verbunden sind. Links vom Eingangsportal und dem dahinter verlaufenden Korridor, der auf dem Hof endet, befindet sich die Kapelle. Die Südseite wird vollständig durch die Fassade des Palas, auch großer Saal genannt, eingenommen.
Das Innere des Schlosses wurde 1875 durch den Grafen und die Gräfin de Chateaubriand restauriert und kann nur im Zusammenhang mit einer Führung gesucht werden. Sie waren Großneffe und Großnichte des berühmten Dichters. Heute ist der Eingangsbereich durch prächtige Malereien verziert. Der Palas gegenüber vom Eingang beherbergt den großen Saal, der vor allem durch einen großen Kamin, getäfelte Wände und schlichte Möbel geprägt wurde. Im Zuge der Restaurationen teilte man ihn in den großen Salon und das Speisezimmer auf. Die obere Etage nimmt heute ein Archiv ein, das zahlreiche Schriftstücke des Dichters beherbergt. Diverse Erinnerungsstücke wurden an diesem Orte zusammengetragen und berichten über sein Leben. So trifft man auf sein Sterbebett aus Paris, seinen Schreibtisch, seinen Sessel und einige Briefe in einer Vitrine. Zudem gehören zu der Führung die Zinnen bewehrten Wehrgänge der alten Ringmauer, von der sich Aussichten über den Ort, den See, den Park und die alte Abtei ergeben.
Von dem touristischen Aspekt her ist Burg Combourg interessant. Die Burgtypologie kommt in ihrer Form, bestehend aus einer Spornburg in einem See, eher selten vor. Obwohl die äußeren Wehranlagen vollständig verschwunden sind, lässt das Schloss seine Wehrhaftigkeit sehr gut erkennen. Die imposanten Türme und Zinnen bewehrten Mauern geben der Anlage einen mächtigen Ausdruck.

Historie

Das Schloss Combourg wurde auf einem Felsen errichtet, der ursprünglich inmitten eines Sees stand. Das Lehensgut Combourg wurde 1016 durch den Erzbischof von Dol, genannt Guinguene, gegründet. Dieser schenkte es seinem Bruder Rivallon, verlangte aber von diesem als Gegenleistung Beistand in Notfällen.
Die Anlage wurde in ihrer heutigen Form erst im 12. Jahrhundert errichtet. Das heutige Aussehen stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der Innenhof mit seiner viereckigen Grundrissform gehört wahrscheinlich zu den ältesten Bereichen. Die vier Ecktürme werden im 15. Jahrhundert genannt. Nach dem Ende der Feudalherrschaft verschwanden die äußeren Verteidigungsanlagen und wichen dem heutigen Schlosspark. Vor dem Tor entstand eine Vortreppe aus Granit, die die Höhe zum alten Tor ausgleichen sollte.
Die Besitzer der Burg wechselten häufig. Von 1037-1162 war es die Familie Dol, von 1162-1340 die Familie Combourg-Soligne, von 1314-1506 Chateaubriand Malestroit, von 1506-1553 Montjean und Acigne, von 1553-1739 Coetquen und ab 1739 die Familie des Herzogs von Duras. 1761 kaufte der Graf Rene Auguste de Chateaubriand das Schloss. Er war der Vater des berühmten Dichters, der unter anderem seine Jugend auf der Burg verbrachte. Der Graf verstarb 1786 und vermachte die Burg seinem ältesten Sohn. Die Nachfolge trat wiederum sein Sohn Louis an, dessen Bruder Christian ins Kloster ging. Louis ist ein direkter Vorfahre des heutigen Schlossherrn.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Combourg liegt circa 40km nördlich von Rennes und ist am besten über die N137 zu erreichen. Innerorts ist die Burg ausgeschildert.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 29.12.2008

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