Burgschloss

Burg Burgschloss

Deutschland / Baden-Württemberg

Das Schorndorfer Burgschloss beherbergt heute das Amtsgericht des Ortes. Die Anlage bestand ursprünglich aus einem Schloss, das mit der Stadtfestung verbunden war. Von den äußeren Festungsanlagen lassen sich noch Reste im Park erkennen. Der Schlossbau selber besteht aus einem vierflügeligem Bau mit vier flankierenden Ecktürmen. Im Park lassen sich neben einigen Fundamenten noch Teile des rekonstruierten Grabens erkennen. Der Hof des Schlosses weist eine eher seltene Hoffassade aus Fachwerk auf.

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Adresse

Burg Burgschloss
Burgschloss
73614 Schorndorf
Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Schloss
Burgtyp: Wasserburg
Nutzung: Amtsgericht
Lage: 260 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:00-16:07 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: ganzjährig
Außenanlage, Burghof: offen
mehr
Eintrittspreise: Außenanlage, Burghof: frei
Gebäude: geschlossen

Baubestand & Beschreibung

Das Burgschloss steht am südöstlichen Ende der Altstadt von Schorndorf. Heute liegt es inmitten einer kleinen Parkanlage, in der im Süden Reste der ehemaligen Stadtbastion ausgegraben wurden. Ursprünglich gehörte Burgschloss zu einem Bastionsring, der die gesamte Altstadt umgab. Das Gebäude diente voraussichtlich als Zitadelle und konnte neben Verpflegung und Munition in Kriegszeiten bis zu 2000 Mann beherbergen. Heute findet man in dem Gebäude das Amtsgericht.
Burgschloss ist ein vierflügeliger Bau mit trapezförmigem Grundriss. An den Ecken findet man eindrucksvolle Rundtürme, die die Seiten des Gebäudes flankiert haben. Ursprünglich war das Schloss von einem Wassergraben umgeben und besaß zwei Eingänge mit Zugbrücken.
Man betritt den wuchtigen Renaissancebau heute von Norden oder von Osten her. Der nördliche Zugang ist der Haupteingang. Man findet oberhalb des breiten Tors einen Gusserker und direkt daneben den Nordostturm, der das Tor mit mehreren Schießscharten flankierte. Über dem Tor prunkt ein aufwendig gestaltetes Wappen.
Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf den Burghof, dessen Hoffassaden im Erdgeschoss aus Stein und in den Obergeschossen aus Fachwerk bestehen. Die Fachwerkkonstruktion gibt heute Rätsel auf, da sie in einem derart auf Beschuss ausgelegten Gebäude eine Schwachstelle bildet.
Heute beherbergt Burgschloss das Amtsgericht Schorndorf. Ursprünglich befand sich im Erdgeschoss das Zeughaus (hauptsächlich im Nordflügel), im Untergeschoss das Verpflegungsmagazin und im Obergeschoss und den Türmen Feuerstellungen für Geschütze und Feuerwaffen. Zudem soll es Herzogengemächer gegeben haben, die der Burg den Namen Burgschloss verliehen haben, da der Bau anscheinend auch repräsentative Zwecke hatte und somit als Schloss bezeichnet werden könnte.
Burgschloss liegt heute in einer Parkanlage, die die Möglichkeit bietet das Bauwerk weitestgehend zu umrunden. Ursprünglich gab es einen Wassergraben, der ungefähr den Bereich der heutigen Grünfläche einnahm. 1976 hob man den Graben wieder aus, um das Untergeschoss freizulegen. Der rekonstruierte Graben führt kein Wasser.
Bei der Umrundung durch den Park fallen unzählige Schießscharten, Wappen, zugemauerte Öffnungen und der relativ unspektakuläre östliche Eingang auf. Interessant hingegen ist die Südseite, die sich zur großen Parkwiese hin richtet. Am Südostturm (rechte Seite der Fassade) lassen sich zwei Kragsteine und eine zugemauerte Öffnung erkennen. Hier befand sich ursprünglich eine Ausfallpforte, von der eine Zugbrücke über den Graben führte. Im Notfall eines Angriffs konnte die Besatzung durch diese Öffnung das Burgschloss ungehindert verlassen. Der Eingang wird rechts durch den eindrucksvollen Südostturm flankiert.
Ursprünglich gab es zu dem Schloss noch weitere Gebäude, die heute nicht mehr existent sind. Bekannt sind Stallungen, eine Zehntscheuer und das Bandhaus, das 1968 abgerissen wurde. Unter dem Dach lebt heute eine Fledermauskolonie , die ca. 40 Weibchen aufweist.

Bastion der Stadt
Schorndorf gehörte zu den sieben bestbefestigten Festungen des Herzogtums Württemberg. Unterirdisch haben sich zahlreiche Reste der Bastionsmauern erhalten, die ursprünglich Schorndorf vollständig umgaben. Südlich des Burgschlosses am Ende der Grünanlage wurden Teile dieser Bastion ausgegraben. Es handelt sich um eine Geschütz-Kasematte, einen Kanonierhof, eine Pulverkammer und ein Ausfallgewölbe. Alle Elemente sind im 16. Jahrhundert unter Herzog Christoph von Württemberg entstanden. Sie lagen unterhalb des eigentlichen Festungsrings.
Die Wallanlage der Stadt muss einen imposanten Eindruck geliefert haben. Vor dem Festungsring befand sich ein Wassergraben mit ca. 30-40 m Breite und 10 m Tiefe. Der Wassergraben war von beiden Seiten gemauert und besaß Schleusenwerke, die den Wasserstand regulierten. Ursprünglich war der Festungsring der Stadt 10-12 m hoch und unten 30-35 m breit. Auf dem Festungsring verlief ein Wall, der einen 15 m breiten Weg aufwies. Über diesen Weg konnten Artilleriegeschütze schnell zwischen den Bastionen transportiert werden. In den einzelnen Bastionen gab es spezielle Schießscharten für Kanonen. Die Bastionen hatten untereinander einen Abstand von jeweils 300 m.

Historie

Die Festung Burgschloss geht wahrscheinlich auf eine Wasserburg zurück, die voraussichtlich in der Zeit um 1250 entstand sein könnte (bauliche Befunde gibt es dafür keine). Zu dieser Zeit wurde die Stadt Schorndorf von den Grafen von Württemberg gegründet.
Unter Herzog Ulrich von Württemberg entsteht zwischen 1538 und 1544 das Burgschloss. Zusammen mit der ausgeprägten Festungsanlage der Stadt wird Schorndorf mit dem Burgschloss eine der wichtigsten Festungen des Herzogtums (weitere Beispiele: Hohenneuffen, Hohenurach, Hohenasperg, Hohentwiel). Gegen Ende des 16. Jahrhunderts gehören Stadt und Festung zu den bestbefestigten Ortschaften Württembergs.
Im Zuge des 30-jährigen Krieges wird die Stadt 1634 durch kaiserliche Truppen beschossen und eingenommen. Bis auf wenige Gebäude, Teile der Kirche und das Burgschloss brannte die komplette Stadt nieder. Das florierende Örtchen Schorndorf erholte sich anschließend nicht mehr von der Katastrophe.
Zwischen 1801 und 1815 waren auf dem Schloss Soldaten stationiert. 1834-1835 begann man mit dem Umbau zum Gefängnis und mit der Einrichtung von Wohnungen für Beamte. 1837 oder 1862 wurde schließlich der Wassergraben des Burgschlosses verfüllt. In diesem Zeitraum wurde das Gebäude verputzt.
1933 begann man mit ersten Sanierung- und Restaurationsarbeiten. Der Putz aus dem 19. Jahrhundert wurde wieder entfernt. 1968 riss man das Bandhaus ab und 1976 wurde das Untergeschoss wieder freigelegt. Hierbei entstand die Grünanlage und der heute noch zu erkennende Graben.
Heute dient das Burgschloss als Amtsgericht. Es gibt einstündige Führungen, die man je nach Bedarf buchen kann.

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Anfahrt

Schorndorf liegt an der B29 östlich von Stuttgart. Innerorts der Ausschilderung zum Amtsgericht folgen.

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Literatur

- Informationstafel
- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart
- Schorndorf.de - letzter Aufruf: 20.01.2015

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 20.01.2015

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