Bückeburg

Burg Bückeburg

Deutschland / Niedersachsen

Schloss Bückeburg ist seit über 700 Jahren im Besitz der Familie zu Schaumburg-Lippe. Die Anlage geht aus einer alten Wasserburg hervor, aus der später eine Festung und dann ein stattliches Wohnschloss entstand. Heute lädt das Schloss mit zahlreichen Veranstaltungsmöglichkeiten, mehreren Events im Jahr und einer Gastronomie zu einem Besuch ein. Sehenswert sind vor allem das Mausoleum, die Schlosskapelle, der Goldene Saal und der große Festsaal.

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Adresse

Burg Bückeburg
Schlossplatz 1
31675 Bückeburg
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Schloss
Burgtyp: Wasserburg
Nutzung: Museum, Gastronomie
Lage: 65 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:17-15:53 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: ganzjährig
Park: offen
mehr
Eintrittspreise: Schlosshof, Park: frei
Schloss: Führung
mehr
Kontakt: Fürstliche Schloßverwaltung
Alexander Perl
Schloßplatz 1
31675 Bückeburg
Tel: 05722 / 50 39
Tel: 05722 / 95 58 30
Fax: 05722 / 90 91 84
Website: Schloss-Bueckeburg.de

Baubestand & Beschreibung

Schloss Bückeburg liegt direkt am südlichen Ende der Altstadt des gleichnamigen Ortes. Sie dient heute als Veranstaltungsort und Gastronomie. Mit ausgedehnter Parklandschaft und zahlreichen Veranstaltungen laden Ort und Schloss jährlich mehrere tausend Besucher ein. Heutiger Besitzer ist Alexander Prinz zu Schaumburg-Lippe, der Teile des Schlosses bewohnt. Die Familie ist seit Jahrhunderten im Besitz der Anlage und wohnte bis auf eine Unterbrechung zwischen 1918 und 1958 immer auf dem Schloss.
Heute steht die Anlage der Öffentlichkeit zum größten Teil zur Verfügung und kann partiell besucht oder für Veranstaltungen gebucht werden. Über das Jahr finden unzählige Events, wie zum Beispiel die Landpartie, der Weihnachtszauber, die Schaumburger Landmesse, der Mittelaltermarkt, die Oldtimerrallye oder klassische Konzerte statt, die mittlerweile Tradition haben und rege besucht sind. Außerhalb der Veranstaltungen laden Schloss und Schlosspark zu einem Besuch ein.

Schloss Bückeburg heute
Heute zählt Schloss Bückeburg zu den wichtigsten Bauten der Weserrenaissance Niedersachsens. Die Anlage ist seit über 700 Jahren Sitz des Fürstenhauses Schaumburg-Lippe und wurde durch die Familie stetig erweitert.
Das heutige Schloss Bückeburg steht auf einer Schlossinsel, die von einem Wassergraben umgeben ist. Dieser wird durch den Fluss Schermbeeke mit Wasser versorgt. Der Zugang erfolgt heute wie damals von Nordosten über ein barockes Tor und eine kleine steinerne Schlossbrücke.
Das Schlosstor zum Marktplatz hin stammt von 1606 und wurde einem antiken Triumphtor nachempfunden. Es zeigt zwei Drachen und eine Statue, die Neid symbolisieren sollen. Der Weg führt hinter dem Tor am Marstall vorbei zur Schlossbrücke.
Hinter der Brücke eröffnet sich der Blick auf die Schlossfassade und die beiden Kavaliershäuser, die sich im Halbkreis vor dem Schloss befinden. Die Kavaliershäuser aus dem 19., bzw. 20. Jahrhundert beherbergen heute das Staatsarchiv Bückeburg.
Das Schloss besteht aus einem vierflügeligen Schlosskomplex, an dem zwischen 1893 und 1896 ein Nordflügel angebaut wurde, sodass der Turm heute die Mitte der Schlossfassade bildet. Die Pläne für dieses Projekt stammten von 1732 von Albrecht Wolfgang zu Schaumburg-Lippe. In dem Neuen Schlossflügel ist der große Festsaal, der im Stil des Rokokos mit rosanem Stuckmarmor und Deckengemälden im italienischen Stil eingerichtet wurde.

Fürstliche Hofreitschule
Außerhalb der Schlossinsel findet man im Marstall die Fürstliche Hofreitschule, sowie zahlreiche andere Gebäude, die durch das Fürstenhaus errichtet wurden und aus denen später die Ortschaft entstand. Die Fürstliche Hofreitschule wird erstmals zwischen 1609 und 1787 betrieben. Sie weist heute Stallungen mit wertvollen Hengsten auf und ist die letzte in Deutschland. Hier wird vor allem die barocke Reitkunst gelehrt.

Von der Wasserburg zum Schloss
Der Ursprung von Schloss Bückeburg liegt in einer Wasserburg, aus der später eine Festungsanlage hervorging. Die massive Festungsanlage wurde bei dem Bau des heutigen, repräsentativen Wohnschlosses vollständig abgerissen. Es erinnern nur noch die Dimensionen der Schlossinsel und der Wassergraben an die ehemals militärische Nutzung.
Schloss Bückeburg geht ursprünglich aus einer kleinen Wasserburg hervor, die anfangs nur aus einem Turm bestand. Ob es sich um den heutigen Schlossturm handelte, ist bis heute nicht bewiesen. Der heutige Schlossturm in der Ostfassade hat dennoch einen mittelalterlichen Kern und diente ursprünglich als Wohnturm. Seine Grundfläche beträgt 12,2 m auf 14,2 m. Im Erdgeschoss hat er eine Mauerdicke von 3 m. Ein Plan von Merian von ca. 1650 zeigt einen Turm mit mehr als 20 m Höhe, einem offenen Rundgang und einer spitzen Haube mit offener Laterne. Hierbei handelte es sich nicht um den Bergfried, wie oft angenommen, sondern um einen der beiden Treppentürme, der damals wesentlich höher war als heute.
Im Laufe des Mittelalters wurde die Wasserburg vergrößert und besaß spätestens im 16. Jahrhundert ihre heutigen Ausmaße. Die Außenfassade des Schlosskomplexes beruht zum größten Teil auf der ehemaligen Ringmauer. An der Stelle des Südflügels befand sich ursprünglich der Palas. Die Stelle des Nordflügels nahm ab 1396 die Schlosskapelle ein, die später in den Nordflügel integriert wurde. Der Ostflügel wurde durch einen Torbau dominiert, der direkt durch den Wohnturm (heutiger Schlossturm) flankiert wurde.
Der ehemalige Palas (Südflügel) und der Ostflügel wurden 1732 durch einen schweren Brand vollständig zerstört. Der Nordflügel und der Westflügel sind zusammen mit den beiden Treppentürmen original erhalten geblieben. Sie stammen aus der Zeit von 1560 und 1564.
Sowohl von außen, wie auch vom Innenhof, lassen sich die typischen Elemente der Weserrenaissance erkennen. Giebelhäuser, kreisförmige dekorative Aufsätze und Ornamentik in Muschel- und Schneckenform an der Fassade sind Zeugen dieser Zeit. Der Innenhof war ursprünglich weiß verputzt und wies mehrere rot angestrichene Elemente auf. Die Fensterrahmen waren grün. Heute vermittelt der unverputzte Hof mit den dunklen Sandsteinen und dem Kopfsteinpflaster einen eher urigen Eindruck.
Um das Schloss befand sich ursprünglich ein eigener Wassergraben, der das Schloss von der heutigen Schlossinsel trennte. Nach dem Brand von 1732 schüttete man den inneren Graben vollständig mit den Trümmerteilen der abgebrannten Gebäude zu. Auf diese Weise entstand um das Schloss mehr Platz, der zum Bau weiterer Schlossflügel genutzt werden sollte, von denen der Neue Flügel im Norden aber erst 1896 realisiert wurde.

Festung Bückeburg
Im Zuge des 16. Jahrhunderts entstand zwischen 1500 und 1527 unter Johann IV. zum Schutz des Schlosses ein Festungsring, der die alte Wasserburg mitsamt der Vorburg umgab. In einer Zeichnung von Merian aus der Zeit um 1650 und in einer Karte, die im Zuge einer Stiftsfehde 1591 entstand, wird das Schloss mit umliegendem Festungsring dargestellt.
Der Festungsring bestand ursprünglich aus einem Wall, der in alle vier Himmelsrichtungen steinerne Rondelle aufwies. Der Zugang lag direkt neben dem östlichen Rondellturm und bestand aus einem kleinen Torhaus, bzw. einer Walldurchfahrt. Direkt dahinter lag eine kleine Vorburg (an der Stelle der heutigen Kavaliershäuser), in der sich ein weiteres Torhaus, die alte Kanzlei von 1606 von Graf Otto IV. zu Schaumburg-Lippe, Wohnhäuser für Bedienstete, das Brauhaus und ein Brunnen befanden. Zwischen den Gebäuden lagen Erdwälle, die einen inneren Ring bildeten.
Das Schloss in der Festung besaß zu diesem Zeitpunkt noch einen eigenen Wassergraben und einen Zugang direkt neben dem heutigen Schlossturm, der mit einer Brücke über den Wassergraben führte. Der Weg zwischen Ort und innerem Schlosshof war somit durch zwei Zugbrücken und drei Toranlagen gesichert.
In späterer Zeit wurde der Festungsring vollständig abgerissen, sodass sich heute nur der Wassergraben und Spuren in der Form der Schlossinsel erkennen lassen. Der Abriss dauerte bis in das 18. Jahrhundert. Es entstand zeitgleich der Schlosspark, in dem das Schloss, die Schlossinsel und der Wassergraben integriert wurden.

Schlosspark und Mausoleum
Der Schlosspark nimmt den Bereich um die Schlossinsel ein und weist eine Größe von 80 ha auf. Heute beherbergt er seltene Baumarten, beispielsweise einen 25 m hohen Mammutbaum. Zwischen 1911 und 1915 ließ Fürst Adolf zu Schaumburg-Lippe ein Mausoleum im Schlosspark errichten, das durch den Architekten Paul Otto August Baumgarten (Berliner Professor) realisiert wurde. Es entstand die weltweit größte, private Kuppel aus Goldmosaik. Das Gebäude ist 42 m hoch und hat einen Innenraum von 25 m Höhe. Die Kuppelfläche beträgt 500 m². Bis heute liegen hier die Vorfahren und Fürsten des Adelsgeschlechts begraben. 18 Familienmitglieder sind im Mausoleum und weitere acht auf dem Friedhof außerhalb des Mausoleum bestattet.

Innenräume
In dem Schloss haben sich zahlreiche Räume erhalten, die aus unterschiedlichen Jahrhunderten stammen. Sie lassen sich im Zuge von Veranstaltungen oder einer Führung besuchen und können besichtigt werden.

Innenräume - Weißer Saal
Der Weiße Saal liegt im Obergeschoss des mittelalterlichen Wohnturms. Er wurde 1695 eingerichtet und ist heute im Stil des Barock erhalten. Der kleine Saal diente ursprünglich als Empfangsraum für Bälle. Seine mittelalterlichen Außenwände sind heute noch 2,25 m dick.

Innenräume - Großer Festsaal
Der große Festsaal ist der Prachtsaal des Schlosses. Er liegt im Neuen Flügel und wurde 1896 im Stil des Neo-Rokokos eingerichtet. Der Raum hat eine Höhe von über 9 m, eine Breite von 12 m und ist 24 m lang. Seit seiner Entstehung wird er mit Elektrizität beleuchtet und beheizt. Putten, die Zahnräder und Glühbirnen aufweisen, erinnern an die späte Entstehungszeit.

Innenräume - Gelber Saal
Der Gelbe Saal diente ursprünglich als Damensalon. Nach dem Ball oder dem Fest zogen sich die Damen in diesen Raum zurück. Die Herren gingen in den Rauchersalon. Der Raum entstand ebenfalls erst 1896 zusammen mit dem Neuen Flügel.

Innenräume - Gobelinsaal
Oberhalb der Schlosskapelle liegt der Gobelinsaal. Er wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und beherbergt heute eine wertvolle Kunstsammlung, zu der auch Wandteppiche der Renaissance aus Brüssel gehören. Heute lässt sich der Raum für Veranstaltungen für maximal 50 Personen mieten.

Innenräume - Goldener Saal
Der Goldene Saal entstand im 17. Jahrhundert und wurde zeitgleich mit der Kapelle eingerichtet. Glanzstück des Raums ist die Götterpforte, die ein typisches Beispiel des Manierismus (kurze Übergangszeit zwischen Renaissance und Barock) ist. Im Raum findet sich allerlei Symbolik. Er wurde durch die Brüder Wulff geschaffen, die vor allem für die Schnitzereien verantwortlich waren. Ursprünglich handelte es sich um einen Theaterraum für die Hofgesellschaft. Die rote Seidenbespannung an den Wänden stammt erst von 1862.

Innenräume - Kapelle
Die Kapelle ist einer der ältesten Räume des Schlosses. Ursprünglich stand sie frei. Sie besaß ein spitzes, gotisches Dach und wurde erst im 16. Jahrhundert im Schlossflügel integriert. Ursprünglich stammt der Bau aus dem Jahre 1396. 1638 wurde sie durch Fürst Ernst zu Schaumburg-Lippe im Stil des Manierismus in ihre heutige Form gebracht.
Zwischen 1799 und 1922 wurden die Herzen der Familienmitglieder unter den einzelnen Fliesen beigesetzt. 1640 wurden die Freskenmalereien vollständig weiß übermalt. 1886 legte man diese wieder frei und restaurierte sie.

Fazit
Schloss Bückeburg hat eine interessante und vielseitige Geschichte. Die Anlage ist seit Jahrhunderten im Besitz der Familie zu Schaumburg-Lippe und wird bis heute von ihr bewohnt. Sie zieht seit Jahren Touristen an und lädt mit Gastronomie und unterschiedlichen Veranstaltungen zu einem Besuch ein. Im heutigen Baubestand lässt sich noch deutlich die Geschichte des Schlosses lesen, auch wenn die Anlage im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert wurde. Ein Besuch lohnt sich.

Historie

Graf Adolf I. von Schauenburg (1106-1130) wird im Mai 1110 von Herzog Lothar von Süpplingenburg mit der Grafschaft Holstein belehnt. Zusammen mit der Belehnung taucht erstmals im Wappen der Familie das Nesselblatt auf. Sein Sohn Graf Adolf II. (1130-1164) gründet 1143 die Stadt Lübeck. Graf Adolf III. (1164-1225) legt 1188 den Grundstein für das heutige Hamburg. Die Siedlung stammte ursprünglich aus dem 7. Jahrhundert und wurde durch ihn umstrukturiert und ein Jahr später mit Stadtrechten versehen.
1227 zieht Adolf IV. (1224-1239) in den Krieg gegen die Dänen und schlägt sie in einer Schlacht. Nach seinem Tod wird 1241 die Grafschaft von seinen beiden Söhnen Gerhard I. und Johann I. gemeinsam regiert. Deren fünf Söhne teilen die Herrschaft untereinander auf. Es entstehen Holstein-Kiel, Holstein-Rendsburg, Holstein-Plön, Holstein-Segeberg und Holstein-Pinneberg. Nach dem Tod von Adolf V. geht 1273 Holstein-Segeberg an die anderen Brüder, die die Region untereinander aufteilen.
1290 taucht erstmals die Burg Bückeburg auf. Adolf VI. (1290-1315) erhält Schaumburg und Holstein-Pinneberg. Auf dem Erbe errichtet er die damalige Wasserburg Bückeburg. Der Name entstammt einer alten Burganlage, genannt "buckeborch", die hier 1181 schriftlich erwähnt wird. Die Anlage bestand anfangs nur aus einem 15m hohen Wehrturm in einer sumpfigen Niederung mit angrenzenden Wirtschaftsgebäuden, aus denen sich später die Siedlung entwickelte. Sie diente zur Überwachung des Hellwegs.
1365 erhält die Ortschaft Bückeburg Fleckengerechtigkeit. 1396 wird die Kapelle mit einem Geistlichen errichtet. Erbauer war Otto I. von Schaumburg (1366-1404). Trotz der Kapelle wird Bückeburg 1492 immer noch als recht kleine Burg beschrieben. Bis in das 16. Jahrhundert ist der Kirchenbau ein freistehendes Gebäude mit einem spitzen, gotischen Dach.
1459 stirbt Adolf VIII. und mit ihm die Linie Holstein-Rendsburg aus. Das Erbe wird unter den anderen Linien aufgeteilt. Bis 1527 hat Johann IV. mit dem Ausbau der Burg zu einer Kombination aus Wohnschloss und Festung begonnen. Es entstehen Gräben, Wälle und Bastionen, die in einem Stich von Merian gezeigt werden. Zu erkennen ist ein steinerner Wall mit Eckrondelltürmen.
In der Zeit 1560-1564 beginnt durch Otto IV. von Schaumburg (1544-1576) der Umbau zum Schloss. Es entstehen vier Flügel, die im Stil der Weserrenaissance errichtet werden. Bei dem Bau werden Teile der Wasserburg integriert. Damalige Baumeister waren Heinrich Schrader und Jakob Kölling. Der Westflügel wird mit dem Nordflügel durch den sogenannten Trompetengang verbunden.
Der Sohn von Otto IV., genannt Ernst von Holstein-Schaumburg (1601-1622) erklärte Bückeburg 1607 zur Hauptresidenz der Familie. Die Ortschaft erhielt Stadtrechte. Es wurden neue Straßen errichtet und eine Befestigungsanlage gebaut. Zudem kam es zum Bau der Stadtkirche 1615, dem Schlossportal am Marktplatz 1606, einigen Verwaltungsgebäuden, der fürstlichen Hofkammer, dem Ballhaus, dem Marstall 1622 und der Gartenanlage im Stil der Renaissance. Zudem ließ er die Schlosskapelle unter den Hildesheimer Bildhauern Ebbert dem Jüngeren und Jonas Wulff errichten. Nur ein Tag nach dem Tod von Ernst von Holstein-Schaumburg verwüsten fremde Soldaten im Zuge des 30-jährigen Krieges 1622 die Stadt.
Mit Otto V. stirbt die Linie Holstein-Schaumburg 1640 aus. Das Erbe geht 1647 über die Schwester von Fürst Ernst (1622 gestorben, siehe oben), die mit Graf Simon VI. zur Lippe verheiratet war, an den gemeinsamen Sohn Philipp zu Schaumburg-Lippe. Er war evangelisch gläubig und ließ daher die schönen Freskenmalereien in der Schlosskirche mit weißer Farbe überstreichen.
Unter Graf Friedrich Christian (1681-1728) entstand der Weiße Saal im Stil des Barock. Es folgte Albrecht Wolfgang zu Schaumburg-Lippe (1728-1748), der ein Freund der Naturwissenschaften und Künste war. Voltaire verweilte öfters auf Burg Bückeburg.
1732 kommt es zu einem Brand, der den Ostflügel und den Südflügel in wenigen Stunden vollständig zerstört. Anschließend wird in der Grafschaft eine Brandsteuer erhoben, um die Schäden zu reparieren. Trümmerteile der verbrannten Gebäude werden in den Schlossgraben geworfen um die Schlossinsel zu vergrößern. Albrecht Wolfgang zu Schaumburg-Lippe plant die Erweiterung des Schlosses um einen Flügel, kann die finanziellen Mittel aber nicht aufbringen. Es bleibt bei einem Umbau im Barockstil. Ein barocker Garten wird angelegt, der direkt nach dem Tod des Grafen 1748 vollständig überbaut wird.
Einer der bekanntesten, neuzeitlichen Personen aus dem Geschlecht war Wilhelm zu Schaumburg-Lippe (1748-1777). Er war ein wichtiger Staatsmann, Feldherr und Philosoph. Unter ihm entstanden die Festung Wilhelmstein im Steinhuder Meer und einige Umbauten am Schloss. 1759 stoppte er im Siebenjährigen Krieg den Vormarsch der Franzosen als Oberbefehlshaber der Artillerie in der Schlacht bei Minden zugunsten der Preußen. 1762 wirkte er bei der Verteidigung Portugals gegen Spanien und Frankreich mit.
Aufgrund seines militärischen Wesens ließ Wilhelm zu Schaumburg-Lippe den Schlossgarten in eine Wallanlage mit Gräben umwandeln. Die Statuen im Garten wurden abtransportiert und zum Schloss Baum gebracht.
Nach dem Tod von Wilhelm zu Schaumburg-Lippe kommt Philipp Ernst zu Schaumburg-Lippe an die Macht. Er verwandelt die Wälle und Gräben von Wilhelm wieder in einen Garten und legt einen Park mit Obstbaumschule an. Unter seiner Frau Juliane entsteht ein Landschaftsgarten im englischen Stil. Direkt nach dem Tod von Philipp Ernst zu Schaumburg-Lippe 1787 besetzt Hessen die Herrschaft. Die Fürstin Juliane erzwingt den Rückzug der Hessen mithilfe von England-Hannover.
Von 1807-1860 regiert Georg Wilhelm über die Ländereien. Er ist ein guter Geschäftsmann und legt ab 1820 Wiesen und große Teiche an, die bis 1920 zur Haltung von Karpfen genutzt werden. Heute ist dieses Gebiet ein wertvolles Biotop.
Sein Nachfolger Fürst Adolf Georg zu Schaumburg-Lippe lässt 1860 das Schloss großzügig renovieren. So entsteht beispielsweise der Goldene Saal, der Weiße Saal und weitere Räume. Der Weiße Saal wird zwischen 1863 und 1867 umgebaut und erhält eine Seidentapete.
Zwischen 1879 und 1885 wird die Schlosskapelle restauriert. Die Freskenmalerei, die um 1640 übermalt wurde, wird wieder freigelegt. Es wird eine Orgel in der Kapelle installiert. 1893-1896 folgt der Anbau des Neuen Flügels am Turm, der nach den Plänen von Albrecht Wolfgang von 1732 ausgeführt wird. Der Turm steht seitdem in der Mitte der Schlossfassade. In dem neuen Anbau findet man heute einen Festsaal von 9 m Höhe, 12 m Breite und 24 m Länge. Im Untergeschoss ist eine moderne Großküche untergebracht, die hier im 19. Jahrhundert entstand und zur Versorgung von 250 Personen bei Feierlichkeiten diente.
Unter Otto IV. werden die alten Verwaltungsgebäude und die alte Küche abgerissen. Es entstehen zwei halbkreisförmige Kavaliershäuser und eine neue Gartenanlage. Fürst Adolf lässt zwischen 1911 und 1915 das Mausoleum im Schlosspark errichten. 1918 schlägt Fürst Adolf als einer der letzten Fürsten den Anspruch auf den deutschen Thron aus und zieht anschließend an den Starnberger See.
Nachdem Schloss Bückeburg nun nicht mehr als Fürstenresidenz diente, werden Teile der Herrschaft 1920 in einem Staatsvertrag an Niedersachsen abgegeben. Dazu gehören der Schaumburger Wald, das Steinhuder Meer und Schloss Stadthagen. Seit 1924 ist eine Besichtigung der Schlossanlage möglich. 1936 sterben Fürst Adolf und seine Gemahlin bei einem Flugzeugabsturz in Mexiko. Sein Bruder Wolrad übernimmt das Erbe.
Mit der Eingliederung 1946 wird Schaumburg-Lippe vollständig Besitz des Landes Niedersachsens. Zu dieser Zeit war das Schloss von einer britischen Armee besetzt, die hier bis 1953 verweilte. Fünf Jahre später, 1958, zieht Fürst Philipp-Ernst zu Schaumburg-Lippe zurück auf das Schloss. Der Rest der Familie bleibt in Hagenburg wohnen. Seitdem versucht die Familie das Schloss der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zahlreiche Veranstaltungen, ein gastronomischer Bereich und unterschiedliche Nutzungen ziehen bis heute zahlreiche Besucher an. Im Mai 2004 wurde der Marstall als neue Hofreitschule Bückeburg eingeweiht.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Über die A2 Ausfahrt "Bad Eilsen" auf die B83 Richtung Bückeburg fahren. Innerorts Richtung Stadtzentrum halten und bei Schloss Burg parken.

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Burgenarchiv.de
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Gastronomie

Auf dem Schloss gibt es eine Gastronomie.

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Literatur


- Alexander Perl, "Schloss Bückeburg", Discover Guides, ISBN: 3-939609-10-2
- http://www.schloss-bueckeburg.de - letzter Aufruf: 01.01.2015
- Informationstafel

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 01.01.2015

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