Weinsberg, Weibertreu

Burg Weinsberg, Weibertreu

Deutschland / Baden-Württemberg

Auf einem einzelnen Berg oberhalb der Ortschaft Weinsberg thronen die Überreste der Burg Weinsberg. Um die ehemals schöne Anlage aus dem elften Jahrhundert ranken sich heute zahlreiche Geschichten. Sie wird von einem Verein instand gehalten und gepflegt und beherbergt heute eine schöne Parkanlage. Es haben sich zahlreiche Überreste aus den unterschiedlichen Epochen erhalten. Vor allem der Dicke Turm stellt ein imposantes und eindrucksvolles Gebäude dar. Die Anlage gehört zu den schönsten Ruinen im Norden Baden-Württembergs. Ein Besuch lohnt sich!

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Adresse

Burg Weinsberg, Weibertreu
74189 Weinsberg
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: Gastronomie
Lage: 252 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:16-19:34 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Ganzjährig
März-Apr:
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Eintrittspreise: Burg: kostenpflichtig
Außenanlage: frei
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Kontakt: Burgwart:
Hr. Riethenauer
Tel.: 07134 / 68 34

Baubestand & Beschreibung

Burg Weinsberg, auch Weibertreu genannt, ist eine Reichsburg aus dem 11. Jahrhundert. Sie wurde auf einem Berg oberhalb der gleichnamigen Ortschaft erbaut. Ihre leicht exponierte Lage auf dem Gipfel eines Berges sorgte für rege Bautätigkeiten und benötigte Schutzmaßnahmen in alle Richtungen.
Weinsberg bestand ursprünglich aus mehreren Gebäuden und Türmen, umgeben von einer Ringmauer. Im Laufe der Zeit wurde die Wehranlage teilweise ersetzt oder der jeweiligen modernen Waffentechnologie angepasst.
Der Zugang zur Burg erfolgt heute wie damals über einen Torzwinger an der Südostseite. Drei nicht mehr erhaltene Tore in Reihenfolge, flankiert durch zwei Türme, schützten den Eingang. Das letzte Tor mündete in den Südzwinger, der eine Zisterne und den neuzeitlichen Kiosk beherbergt. Die beiden Südtürme, von denen der Südostturm noch fast vollständig und der Südwestturm nur von den Fundamenten her erhalten sind, schützten den Zwinger.
Der Zugang zur Kernburg erfolgte wahrscheinlich über ein Tor neben einem der Türme. Die Kernburg von Weinsberg ist aufgrund der Nutzung als Steinbruch nur sehr schlecht erhalten. Der Palas, ursprünglich ein Gebäude zwischen dem Südostturm und der Ringmauer am Bergfried, ist nur noch von den Grundmauern her erhalten. Von weiteren Gebäuden fehlt jede Spur.
Zu den ältesten Gebäuden der Burg zählt der Bergfried, der wahrscheinlich mehr als 1000 Jahre alt ist. Der Turm steht an der nördlichen Ringmauer auf der höchsten Stelle des Berges. Direkt neben ihm befindet sich die Zisterne, die ursprünglich 5 m tief war. Bergfried und Zisterne sind an der nördlichen Ringmauer angelehnt, die bis in den Dreißigjährigen Krieg verstärkt wurde. Im Zuge der Umbaumaßnahmen im 16. und 17. Jahrhundert entstand an der Westseite der Ringmauer eine Ausfallpforte und ein Wehrgang, der auf niedrigerem Niveau rekonstruiert wurde und sich begehen lässt. An der Ostseite baute man einen Geschützturm, genannt der "Dicke Turm".
Der "Dicke Turm", ein Rundturm, besitzt einen Durchmesser von 18 m. Es lassen sich Kanonenschießscharten erkennen, die mit Feuergeschützen ausgerüstet waren. Vor der Nordmauer und dem Geschützturm erbaute man den Nordzwinger, der ein Erreichen der Kernburgmauer erschweren sollte.
Burg Weinsberg ist ein gutes Beispiel für eine Gipfelburg, die aufgrund ihrer Lage auf einem runden Berg einen Schutz in alle Richtungen benötigte. Die weite Aussicht und die Lage im Tal waren gute Voraussetzungen zur Überwachung der Umgebung, was die zahlreichen Wiederaufbauversuche und Nutzungen bis in das 18. Jahrhundert erklären könnte. Heute wird die Ruine durch einen Verein gepflegt und lädt mit einer parkähnlichen Landschaft, einem Kiosk und zahlreichen Sitzbänken sehr zum Verweilen ein.

Historie

Burg Weinsberg, auch Weibertreu genannt, wird das erste Mal um 1037 urkundlich als Witwensitz der Gräfin Adelheid, die Mutter von Kaiser Konrad II., erwähnt.
1133 geht die Burg in den Besitz von Welf VI. Am 21. Dezember 1140 erobert König Konrad III. die Anlage. Nach der Eroberung durften die Frauen unversehrt die Burg verlassen. Ihnen war erlaubt alles mitzunehmen, was "eine jene tragen kann". Die Männer sollten hingerichtet werden. Die Frauen trugen ihre Männer fort, Konrad ließ dies geschehen. Basierend auf dieser Geschichte bekam die Burg im 18. Jahrhundert den Namen Weibertreu.
Zwischen 1140 und 1450 war die Burg im Besitz der Herren von Weinsberg.
1450 wird die Burg an die Kurpfalz verkauft. Herzog Ulrich von Württemberg erobert die Anlage 1504 und errichtet im Anschluss bis 1519 den großen Geschützturm "Dicker Turm". Nach 1519 ist die Burg in österreichischer Hand und wird am Ostersonntag, dem 16. April 1525 nach ihrer Zerstörung durch die Ermordung des Grafen Ludwig von Helfenstein herrenlos. Im Dreißigjährigen Krieg versuchte man vergebens mehrere Wiederaufbauversuche. Aus dieser Zeit stammt die verstärkte nordwestliche Ringmauer mit der Ausfallpforte.
1824 gründet der Dichter und Arzt Justinus Kerner den Frauenverein Weinsberg und wird durch König Wilhelm I. von Württemberg mit der Burg belehnt. Kerner nimmt sich der Anlage an und schützt sie vor weiterem Verfall. Es kam die Idee auf eine Ruhmeshalle für die bedeutendsten deutschen Frauen zu errichten, was Kerner nicht gefiel. 1855 entwarf Carl Alexander von Heideloff (der Architekt von Schloss Lichtenstein) ein Grundkonzept, das von König Wilhelm I. nicht genehmigt wurde. Zwischen 1957 und 1963 wird die Burg wissenschaftlich untersucht, gesichert, konserviert und restauriert.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Weinsberg steht in Weinsberg bei Heilbronn nahe dem Autobahnkreuz der A6 und der A81. Über die A81 Ausfahrt "Weinsberg" abfahren und der Straße in den Ort folgen. Die Burg ist weiträumig ausgeschildert.

Buchtipp: Burgen in Baden-Württemberg

Das heutige Baden-Württemberg weist eine der höchsten Burgendichten Europas auf. Wie haben sich die Burgen in Baden-Württemberg ausgebreitet? Mehr dazu in diesem Buch.

Burgenarchiv.de
VER Verlag
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Sonstige Einrichtungen

Gedichte im Dicken Turm
Von mancher edlen Burg in Deutschlands bauen,
versanken längst in in Nacht die letzten Trümmer,
Auch Barbarossas Burg erblickt man nimmer,
kahl steht der Berg, auf dem sie war zu schauen.

In Staub verweht was Stolz Herrschsucht bauen,
Was Treu und Liebe bauen, dauert immer,
Seht Weinbergs Burg! Wie glänzt im neuen Schimmer,
Dies Mal der Lieb und Treue deutscher Frauen.
J. Kerner

J. Kerner bezieht sich mit seiner letzten Strophe "Dies Mal der Lieb und Treue deutscher Frauen" auf eine Geschichte, die sich 1140 in der Burg abgespielt haben soll und wodurch die Burg auch den Namen Weibertreu erhalten hat.

Am 21.12.1140 musste sich die Stadt und die Burg König Konrad III ergeben. Der König erlaubte den Frauen alles mitzunehmen, was sie tragen konnten und die Burg unbeschadet zu verlassen. Die Frauen Weinbergs nahmen daraufhin ihre Männer und trugen diese aus der Burg. Konrad ließ dies geschehen.

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Literatur

- Örtliche Informationstafel
- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart
- Diverse, Herausgeber: Dt. Burgenvereinigung, "Burgen in Mitteleuropa- Ein Handbuch", Konrad Theiss Verlag GmbH, 1999, Stuttgart, ISBN: Bestellnummer 14464-3
- örtliche Informationstafel

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 27.03.2012

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