Steinsberg

Burg Steinsberg

Deutschland / Baden-Württemberg

Burg Steinsberg stammt ursprünglich aus dem elften Jahrhundert. Die Anlage gehört zu den schönsten und sehenswertesten Burgen des Kraichgaus. Sie liegt auf einem hohen Basaltkegel und besteht aus einer Kernburg mit Ringmauer, Bergfried, Palas, Zisterne und Wirtschaftsgebäuden. Diese sind umgeben von drei Zwingeranlagen und einer ausgeprägten Torsituation. Burg Steinsberg lädt heute mit ihrem einzigartigen Aufbau, dem guten Erhalt und der angenehmen Ausstrahlung zum Verweilen und Erkunden ein. Ein Besuch lohnt sich!

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Adresse

Burg Steinsberg
Weiler Steinsbergstraße 1
74889 Sinsheim - Weiler
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Halbruine
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: Gastronomie
Lage: 330 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 06:23-16:53 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei
Website: Burgsteinsberg.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Steinsberg liegt auf einem tertiären Basaltkegel mitten im Kraichgau. Der Berg wurde aufgrund der weiten Aussicht ab dem 12. Jahrhundert zum Bau einer strategisch wichtigen Überwachungsanlage genutzt.
Die Burg besteht aus einer Kernburg mit Ringmauer, Bergfried, Palas, Zisterne und Wirtschaftsgebäuden. Diese ist umgeben von drei Zwingeranlagen. Der schneckenförmige Aufbau ermöglichte eine Verteidigung in alle Richtungen, was aufgrund der sacht abfallenden Umgebung von Nöten war. Die Zwingeranlagen sind terrassiert angelegt. Der unterste Zwinger, der die Burg im Süden, Westen und Osten umschließt, weißt aus der Mauerflucht stehenden, halbrunde Wehrtürme auf.
Steinsberg betritt man über drei Torzwinger mit vier Toren. Der Zugang verläuft im Uhrzeigersinn um die nördliche Kernburg herum und endet vor dem Torturm der Kernburg im Osten. Das Äußere Tor wurde um 1500 mitsamt dem dahinterliegenden Torzwinger errichtet. Neben dem rundbogigen Tor befindet sich eine Schlüsselschießscharte. Dahinter beginnt ein Torzwinger, der in der äußeren Mauer zahlreiche Schießscharten nach Norden hin aufweist.
Das zweite Tor wurde durch Otto I. um 1436 errichtet. Neben dem Tor liegt ein Turm, der den Zugang flankierte. Das dritte Tor steht an der schmalsten Stelle des Torzwinger und weist einen spitzbogiges Durchgang mit einem Neidkopf zur Abschreckung böser Geister auf. Hinter diesem führt der Weg zur Kernburg.
Die Kernburg ist zwölfeckig und von einer 10 Meter hohen Ringmauer umgeben. Auf der Mauer verlief ein Wehrgang, der sich teilweise noch erkennen lässt. An der Westseite findet man ein besonderes Steinmetzzeichen bzw. Relief, das Zauberschlinge genannt wird.
Die Kernburg besteht aus einem Palas, einem Bergfried und mehreren Wirtschaftsgebäuden. Die Wirtschaftsbauten wurden aufgrund einer fehlenden Vorburg in der Kernburg untergebracht. Der Zugang zur Kernburg erfolgt im Südosten über den Torturm, der ursprünglich in der Mitte des 13. Jahrhunderts entstand und 1556 umgebaut wurde. Am Tor steht heute noch die Jahreszahl 1556.
Neben dem Tor liegt die Regenwasserzisterne aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Sie ist 10 m tief und wurde vor 1978 freigelegt. Vis-a-vis liegen an der Nordseite und der Ostseite der Ringmauer die ehemaligen Wirtschaftsgebäude, die 1525 in den Bauernkriegen zerstört wurden. 1527 begann die Wiederherstellung der Gebäude durch Entschädigungsgelder, die die Bauern zu entrichten hatten. Im Zuge der neuzeitlichen Restaurationen errichtete man in den Ruinen das Restaurant mit Nebenbauten. Von den Wirtschaftsgebäuden sind nur noch die Außenmauern original.
An der Westmauer lehnt der Palas an. Er war der einzige repräsentative Wohnbau auf der Burg und wurde 1436 erbaut. Aus einem der oberen Stockwerke führte eine Holzbrücke zum Bergfried.
Hauptaugenmerk und größtes Gebäude von Burg Steinsberg ist der Bergfried. Der Turm war rund 28 bis 30 m hoch und besaß einen Eingang auf 10 m Höhe. Der Turm ist einzigartig. Er besitzt vier Meter dicke Mauern, sechs Geschosse und einen oktogonalen Grundriss. Der Grundriss und die Form stammen wahrscheinlich aus Italien. Italienische Steinmetzzeichen und eine Ähnlichkeit zu Castel del Monte deuten darauf hin. Einen ähnlichen Bergfried findet man auch in Rheinland-Pfalz auf der Burg Gräfenstein. Der alte Eingang besteht aus einem romanischen Rundbogen und ist dem Hof zugewandt.
Der Zugang erfolgt heute über einen ebenerdigen Eingang. Ursprünglich befand sich unterhalb des höher gelegenen Eingangs das Verlies, das heute das Treppenhaus beinhaltet. Neben einem Kamin ist eine steinerne Geschossdecke zu finden, die aus verkeilten, länglichen Steinen besteht und eine kleine architektonisch-statische Meisterleistung darstellt.
Burg Steinsberg ist in ihrer Art einzigartig. Die Anlage mit dem eher mediterranen Aufbau wirkt inmitten des Kraichgaus eindrucksvoll, leicht fremdartig und interessant. Die gut erhaltene Bausubstanz macht Steinsberg zu etwas besonderem.

Historie

Burg Steinsberg liegt wie zahlreiche andere Gipfelburgen in Baden-Württemberg auf einem 60 Millionen Jahre alten tertiären Vulkan aus Basaltskegeln. Ihre gelbe Farbe wird der Verwendung von Buntsandstein zugeschrieben, der aus einem nahe gelegenen Steinbruch stammt. Die Römer sollen den Platz schon genutzt haben, archäologische Beweise wurden bisher keine gefunden.
Die Burg taucht im Jahr 1109 im Hirsauer Codex erstmals schriftlich auf. Damaliger Burgherr war Eberhardus von Steinsberg. 1129 wird der Graf Weinhard von Steinsberg genannt. Der Dichter und Minnesänger Spervogel schreibt zur Mitte des 12. Jahrhunderts mehrere Lieder über die Burg. Nach dem Tod des letzten von Steinsberg in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts ging um 1180 bis 1220 die Burg an die Grafen von Oettingen. Sie ließen zwischen 1225 und 1250 den Bergfried und die Ringmauer erbauen. Von der Vorgängerburg gibt es keine Reste.
Ab 1310 ist Steinsberg im Besitz der Pfalzgrafen Rudolf und Ludwig bei Rhein (später Kurpfälzen). Man verpfändet die Burg 1311 an die Grafen von Hohenlohe, löst sie aber noch vor 1356 aus. Die Burg wird in dieser Zeit erweitert und es entstehen bis 1436 der innere Zwinger, das zweite Tor, das dritte Tor, der Palas mit Kemenate und die Burgkapelle. 1517 erwerben Ludwig von Venningen und Hans Hippolyt von Kurfürst Ludwig V die Wehranlage. In den Bauernkriegen 1525 greift der Kraichgauer Haufen die Burg an und schleift sie. Anführer war der Pfarrer Anton Eisenhut. In den darauf folgenden Jahren mussten die Bauern mehrmals Gelder (insgesamt 5000 Gulden) für den Wiederaufbau der Burg zahlen. Zwischen 1527 und 1556 wird die Burg wieder instandgesetzt.
Im Dreißigjährigen Krieg wird Steinsberg mehrmals besetzt. Danach war sie wieder im Besitz der Herren von Venningen. 1718 stirbt mit Georg Heinrich von Venningen die Linie aus. 1777 brannte Steinsberg nach einem Blitzeinschlag in den Bergfried ab und diente anschließend als Steinbruch. 1792 schlug man den ebenerdigen Eingang in den Bergfried.
1972 kauft die Gemeinde Sinsheim die Burg und beginnt mit kostspieligen Sanierungen und Konservierungen der Überreste. Man rekonstruierte die Außenanlage. Teile des Grabens wurden wieder ausgehoben.

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Anfahrt

Burg Steinsberg liegt in dem kleinen Örtchen Weiler bei Sinsheim. Die Burg ist ab der Autobahnabfahrt ausgeschildert. Über die A6 Ausfahrt "Sinsheim-Steinsfurt." Richtung Ittlingen und in Reihen nach Weiler abbiegen. In Weiler am Ende der Straße nach rechts Richtung Sinsheim und kurz vor Ortsende scharf rechts in die Straße "Steinsbergstraße".

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Gastronomie

Das Restaurant befindet sich im Burghof der Kernburg. Im Sommer gibt es Sitzmöglichkeiten auf dem Hof. Ein großer Rittersaal kann für Feierlichkeiten gemietet werden.

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Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- Hartmut Riehl, "Burgen und Schlösser im Kraichgau", Verlag Regionalkultur, 1997, Ubstadt-Weiher, ISBN: 3-929366-51-7
- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart
- Diverse, Herausgeber: Dt. Burgenvereinigung, "Burgen in Mitteleuropa- Ein Handbuch", Konrad Theiss Verlag GmbH, 1999, Stuttgart, ISBN: Bestellnummer 14464-3

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 24.10.2012

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