Rochlitz

Burg Rochlitz

Deutschland / Sachsen

Burg des Monats

Burg Rochlitz wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats Februar 2017" gewählt.
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Hoch über dem Fluss Zwickauer Mulde liegt das Schloss Rochlitz. Die Burg stammt aus dem 10. Jahrhundert und wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut. Nach Westen besitzt sie zwei hohe Türme, die das Bild der Wehranlage prägen und einzigartig machen. Die langgezogene Kernburg beherbergt heute ein Museum. Ein Besuch lohnt sich.

Adresse

Burg Rochlitz
Sörnziger Weg 1
09306 Rochlitz
Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Museum
Lage: 170 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:56-18:18 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: saisonal
März-Okt:
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Eintrittspreise: Außenanlage, Burghof: frei
Gebäude: kostenpflichtig
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Website: Schloss-Rochlitz.de

Baubestand & Beschreibung

Auf einem schmalen Felsrücken zwischen der Zwickauer Mulde und dem Hellerbach thront südwestlich der Altstadt die Burg Rochlitz. Aufgrund ihrer zwei mächtigen Türme ähnelt sie einem großen Dom. Der Eindruck wird vor allem durch die längliche Form der Burg verstärkt, die sich wie das Langhaus einer Kirche hinter den Türmen versteckt. Das heutige Schloss nimmt mit der östlichen Vorburg zusammen ca. 220 m auf 40 m des 300 m langen und ca. 60 m breiten Burgfelsens ein.

Äußere Verteidigungsanlage
Durch ihre Lage auf dem steilen Felsrücken wird die Burg im Norden und im Süden durch Steilwände geschützt. Im Osten befindet sich die Stadt, zu der die Burg eine ausgeprägte Abwehranlage aufweist. Nach Westen hin wurde ein mächtiger Halsgraben in den Burgberg getrieben, der heute von einer steinernen Bogenbrücke überspannt wird. Ursprünglich bestand der letzte Bogen vermutlich aus einer Zugbrücke.
Zum Ort hin gab es ein Unterschloss und eine Vorburg, in der sich die St. Petrikirche befindet. Das Unterschloss wurde im 18. Jahrhundert abgerissen. Die St. Petrikirche stammt von den Fundamenten her aus der Gründungszeit der Burg von vor 1000. Von der Vorburg haben sich nur die Kirche, die Ringmauer und das Torwächterhaus erhalten.
Heute kann man Burg Rochlitz von beiden Seiten aus betreten. Von der Ortschaft, also von Osten, führt der Weg an der St. Petrikirche vorbei und durch die ehemalige östliche Vorburg hindurch in die Kernburg. Von Südwesten gelangt man über die steinerne Bogenbrücke und den eindrucksvollen Halsgraben über zwei Tore in die Kernburg. Dieser Zugang wird durch die mächtigen Türme flankiert.

Die beiden Türme
Die beiden eindrucksvollen Wohntürme sind in ihrer Art einzigartig. Sie geben heute der Burganlage ein imposantes Auftreten und prägen das Bild der Stadt. Beide Türme sind 34 m hoch und ragen somit zusammen mit dem Felsen 75 m über dem Fluss empor. Ursprünglich wurden sie als Wohntürme errichtet, dienten aber schon recht früh als Gefängnis und Wohnräume für die Wächter und Soldaten. Der untere Teil des Nordturms stammt noch aus der Gründungszeit der Burg.
Die beiden Türme heißen seit jeher "Finstere Jupe" und "Lichte Jupe". Die Bezeichnung entspringt den Verliesen, die in den Türmen untergebracht sind. Im Südturm war im Verlies noch Tages"licht", während das Verlies im Nordturm "finster" war.
Ursprünglich dienten die Türme als Schildmauer zum Bergrücken hin. Dies spiegelt sich vor allem in der Dicke der Außenmauern wider, die beim Nordturm 3 m und beim Südturm 2,4 m beträgt. Von der Grundfläche haben beide Türme 11 auf 11 m. Der Südturm "Lichte Jupe" ist begehbar. Von seiner Spitze, die man über 142 Stufen erreicht, eröffnet sich ein freier Blick über die Umgebung und die Stadt. In den Türmen findet man heute die nicht öffentlich zugängliche Schlossbibliothek mit wertvollen historischen Bänden aus mehreren Jahrhunderten. Die Verliese lassen sich besuchen.
Zwischen den beiden Türmen liegt ein überdachter Wehrgang, über den beide verbunden sind. Dieser stammt aus dem 14. Jahrhundert und war von den Räumen der Soldaten in den Türmen direkt erreichbar. Unter dem Wehrgang wurde in der Wehrmauer das Burgtor eingelassen, das durch beide Türme flankiert wird.
Von dem Nordturm (Finstere Jupe) geht ein überdachter, rekonstruierter Wehrgang an der Nordmauer direkt zum zweiten Obergeschoss des Fürstenhauses. Oberhalb des Wehrgangs lassen sich an der Hoffassade des Nordturms Beschädigungen erkennen, die von Kanonenkugeln stammen, die im Dreißigjährigen Krieg hier einschlugen. Die Nordmauer ist mit 2 m Mauerstärke dicker als die restlichen äußeren Wehrmauern, da sie zur Hauptangriffsseite nach Norden liegt. Der 60 m lange Wehrgang lässt sich heute zusammen mit einem Besuch des Museums ablaufen.

Fürstenhaus
Hinter dem südlichen Burgtor eröffnet sich der Blick auf einen großen, länglichen Hof. Die Nordseite (links) wird durch den bereits erwähnten Wehrgang und das Fürstenhaus eingenommen.
Das Fürstenhaus war ursprünglich das größte Gebäude in der Burg. Der Bau besitzt eine Grundfläche von ca. 400 qm und wurde im Laufe der letzten Jahre liebevoll restauriert. Er wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts durch Markgraf Wilhelm den Einäugigen errichtet und besaß in jedem der drei Stockwerke jeweils einen Saal, der die Fläche des Gebäudes vollständig einnahm. Zwei kleine Wendeltreppen dienten zur Erschließung der einzelnen Geschosse.
Einer der großen Säle hieß ursprünglich Riesensaal. Er ist heute kleiner als damals, da er durch Ernst und Albrecht in Wohnräume unterteilt wurde. Damaliger Hofbaumeister war Arnold von Westfalen. Der obere Saal wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts durch Kurfürst Christian I. und Sophie von Brandenburg in moderne Wohnräume mit Kammer und Küche verwandelt. Heute kann man das Gebäude im Zuge eines Museumsbesuchs besichtigen.

Querhaus
Das Fürstenhaus grenzt an das östliche Querhaus an, das gleichzeitig das östliche Ende der Kernburg ist. Zusammen mit dem Fürstenhaus wurde das Querhaus 2012 restauriert. Ursprünglich stand hier der östliche Torturm von 1176, der mit einer Zugbrücke über einen Abschnittsgraben mit der Vorburg verbunden war. Der Torturm wurde vollständig in das Gebäude integriert. Er lässt sich von der Hofseite aus noch gut erkennen.
Das Querhaus beherbergte ursprünglich die Fürstenwohnung, die im Dreißigjährigen Krieg zur Amtsverwaltung genutzt wurde. Im Dachgeschoss befand sich schon recht früh ein Schüttboden, in dem die Getreideabgaben gelagert wurden. Da Burg Rochlitz als Amtsverwaltung diente, wurden alle Abgaben und Steuern hierher gebracht. In alten Urkunden wird ein Kranarm an der Westseite der Toreinfahrt beschrieben, der zum Heben schwerer Güter auf den Dachboden diente.
Durchschreitet man das Querhaus zur Stadt hin führt der Weg über eine Brücke auf die alte Vorburg, von der heute nur noch die äußere Wehrmauer und das Torwächterhaus stehen. Von hier eröffnet sich der Blick auf die Schlosskapelle, die von außen an die Ostseite des Querhauses gebaut wurde.

Schlosskapelle
Die Schlosskapelle gehört ursprünglich zu den älteren Gebäuden der Burg. Ernst und Albrecht ließen sie vom Hofbaumeister Arnold von Westfalen vergrößern und umbauen. Es entstand ein eindrucksvolles Rippengewölbe, das heute noch existent ist.
Unter der Herzogin Amalia von Sachsen wurden die Wände bemalt, die heute leider nicht mehr vollständig sind. Die ursprünglich bunten Kirchenfenster existieren nicht mehr. Der recht schmale, längliche Raum weist heute eine einzigartige Akustik auf. Ursprünglich diente die Kapelle als erster Ausstellungsraum des Schlossmuseums.

Südflügel
Die Südseite des Burghofs (zum Fluss hin) wird durch einen länglichen Bau eingenommen, der sich vom äußeren Erscheinungsbild stark absondert. Im Inneren findet man zahlreiche Elemente, die auf die Romanik verweisen. Das Gebäude geht aus dem mittelalterlichen Palas hervor, der wahrscheinlich um 1160 errichtet wurde und der älteste Palas Sachsens ist. Vom Burghof aus lässt sich erkennen, dass der Eingang ursprünglich im ersten Obergeschoss lag. Heute ist dieser Zugang zugemauert und weist nur ein kleines Fenster auf. Er wurde 1930 entdeckt.

Museum
Das ursprünglich 1893 von Dr. Pfau gegründete Museum gehört zu den ältesten Burgmuseen Sachsens. Heute erstreckt es sich durch die gesamte Burganlage und gibt die Möglichkeit sich unzählige Räume anzusehen. Das Museum wurde zusammen mit der Burg 2012 aufwendig restauriert. Am 27. April 2013 wurde die neue Dauerausstellung eröffnet.
Highlights der Ausstellung sind die bereits erwähnte eindrucksvolle Kapelle, die Schwarzküche, der Vorratskeller und die beiden Türme mit 14 m tiefem Verlies und Folterkammer. Insgesamt gibt es 24 Museumsräume.

Schwarzküche
Zu den eindrucksvollsten Räumlichkeiten gehört die Schwarzküche aus dem 14. Jahrhundert. Sie ist mehr als 100 qm groß und weist einen riesigen Herd mit funktionstüchtigen Rauchfang auf. Der Rauchfang wurde 2007 aufwendig saniert. Heute ist die Küche liebevoll eingerichtet und zeigt wie es hier ursprünglich mal ausgesehen haben könnte. Mehrmals im Jahr wird die Küche zum Leben erweckt. Bei diesen Veranstaltungen kann man den Mägden beim Kochen, Backen und Zubereiten über die Schulter schauen und die fertigen Köstlichkeiten probieren.

Langer Keller
Der lange Keller gehört ebenfalls zu den Sehenswürdigkeiten des Museums. Es handelt sich um einen ursprünglichen Vorratskeller, der teilweise in den Felsen gehauen wurde. Er ist 41 m lang und weist ganzjährig niedrige Temperaturen auf, die zur Lagerung von Nahrungsmitteln hervorragend waren. An den behauenen Felswänden lässt sich Fruchtschiefer erkennen. An der Decke sind noch Abdrücke von Schalbrettern zu sehen.

Ungezogene Prinzen
Ab 1457 diente das Schloss als Prinzenschule. In dieser Zeit entstanden in einer Fensternische an einer Wand Wandkritzeleien, die einen nackten König, einen Reiter und mehrere Kanonen zeigen. Sie sind in ihrer Art bisher einzigartig. Wer von den vier Prinzen, die auf der Burg ausgebildet wurden, diese Malereien hinterlassen haben, ist nicht bekannt.

Fazit
Burg Rochlitz gehört zu den eindrucksvollsten Burgen der Region. Durch ihre beiden mächtigen Türme wirkt sie imposant und ist weltweit eine Einzigartigkeit. Über 1000 Jahre wurde die Anlage durch unzählige Generationen verändert und vergrößert. Zahlreiche Räume und architektonische Besonderheiten laden heute zu einem Besuch ein. Außerhalb der Öffnungszeiten des Museums gibt es die Möglichkeit sich die Burg von außen und vom Burghof aus anzusehen. Ein Besuch lohnt sich!

Historie

Burg Rochlitz ist über 1000 Jahre alt. Die Anlage war im Laufe der Zeit die Residenz von acht Mitgliedern des sächsischen Fürstenhauses. Im Laufe der Zeit wurde sie immer wieder verändert und umgebaut, bis sie im 16. Jahrhundert ihr heutiges, äußeres Erscheinungsbild fand.
Der Ursprung der Anlage wird in einer slawischen Wallburg im 9. oder 10. Jahrhundert vermutet. Diese befand sich westlich der heutigen Kernburg auf dem fortlaufenden Schlossberg.
Die heutige Burg hat ihren Ursprung in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Sie wurde als Reichsburg gegründet. Die östlich gelegene St. Petrikirche in der ehemaligen östlichen Vorburg gehört zu den ersten Gebäuden und stammt aus dem Jahre 981, erbaut durch das Bistum Merseburg. Mit der Auflösung des Bistums wird die Region 995 urkundlich unter Kaiser Otto III. zwischen Naumburg und Meißen neu verteilt.
Die Besitztümer kommen um 1000 in den Eigentum von Markgraf Ekkehard von Meißen. Seine Söhne Graf Hermann und Ekkehard II. streiten sich mit dem Onkel Markgraf Gunzelin um das Erbe ihres Vaters. Der Onkel Gunzelin zündet daraufhin 1009 die Burg an. Damaliger Bischof Thietmar von Merseburg dokumentiert die Fehde und den Brand. Die Zerstörung der Burg 1009 ist die erste urkundliche Nennung der Anlage. Der Streit endet damit, dass Ekkehard II. Burg Rochlitz und Umgebung erhält. 1046 stirbt er und sein Eigentum geht zurück an König Heinrich III. Er vermacht den gesamten Besitz von Ekkehard II. seiner Gemahlin Agnes.
Im königlichen Besitz wird Rochlitz in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts zu einer wichtigen salischen Reichsburg. Könige verweilen zeitweise auf der Anlage. Sie wird unter Heinrich IV., Sohn von Heinrich III. am 28. Oktober 1068 urkundlich genannt.
Erst mit Konrad III. geht sie wieder in den Besitz eines Grafen über. Er verschenkt Rochlitz an Konrad I. von Meißen im Jahre 1143. Ab diesem Zeitpunkt ist die Anlage bis 1918 im Besitz wettinischer Geschlechter.
1156 geht Konrad ins Kloster und vergibt sein Erbe an die fünf Kinder. Dedo V. der Feiste bekommt die Burg mit zugehörigem Land. Dedo V. treibt die Besiedlung der Region voran. Er gründet das Kloster Zschillen 1160 und beginnt mit der Errichtung der Stadtkirche St. Kunigunde mit der Erhebung von Rochlitz zur Stadt.
In der Folgezeit ist Rochlitz wahrscheinlich Residenz vieler hochrangiger Personen. Es kommt zu unzähligen Umbauarbeiten und Neubauten, von denen heute noch romanische Reste zeugen. Die zwei Wohntürme, der Palas im Südflügel und ein weiteres Gebäude werden errichtet.
1210 stirbt die Hauptlinie der Wettiner aus. Markgraf Dietrich von Meißen gliedert Rochlitz im Herrschaftsgebiet Meißen ein. Bei regionalen Auseinandersetzungen 1223 greift der Thüringer Landgrafen Ludwig IV. Burg Rochlitz an und erobert sie. Hierbei kommen eine Belagerungsburg und eine Blide zum Einsatz, mit der die Burg beschossen wird.
In der Folgezeit verweilte Pfalzgraf Friedrich von Sachsen-Lauchstädt 1286 und 1291 hier. Er lässt zudem seinen Vater Landgraf Albrecht II. von Sachsen-Lauchstädt gefangen nehmen und sperrt ihn 1288 hier ein. Anschließend flüchtet Pfalzgraf Friedrich von Sachsen-Lauchstädt ins Exil nach Tirol. Nach seiner Rückkehr 1298 nehmen Truppen von Meißen die Burg ein und halten den königlichen Statthalter Heinrich von Hessen (ein Vetter des Königs) gefangen.
1325 und 1329 hält Friedrich der Ernsthafte (Friedrich II. von Meißen) auf der Burg Hof. In der Folgezeit regieren die Söhne Friedrich III., Balthasar und Wilhelm von Meißen über die Region. Unter Wilhelm I. der Einäugige (Wilhelm I. von Meißen) wird der Bau zur gotischen Schlossanlage vorangetrieben. Es kommt zur Errichtung des Fürstenhauses 1375 bis 1380, zum Umbau der beiden Jupen (Türme) und zum Umbau des Querhauses 1390 mit der Kapelle und dem Südflügel. Grund für den Umbau war die Einrichtung der Hauptzahlungstelle der Markgrafschaft, die sich zukünftig hier befand. Sämtliche Steuern und Abgaben wurden hierher gebracht.
1430 werden Schloss und Stadt von Hussiten angegriffen. Während die Stadt fällt, kann man das Schloss halten. 1436 residiert der Würzburger Bischof Herzog Sigismund hier, der aus seinem Amt verbannt wurde.
1457 wird die Anlage zeitweise als Prinzenschule von Ernst und Albrecht und ab 1477 von Friedrich III. von Sachsen und Johann dem Beständigen genutzt. Zeitgleich findet ab 1477 bis 1480 ein erneuter Umbau zum Schloss statt. Die Schwester von Ernst und Albrecht Amalia von Sachsen, die die Witwe von Herzog Ludwig dem Reichen von Bayern-Landshut war, wohnt von 1481 bis 1501 auf der Burg. In dieser Zeit wird die Schlosskapelle umgebaut und die Petrikirche zwischen 1470 und 1499 neu errichtet.
Zwischen 1507 und 1510 nutzt man Rochlitz als Residenz für den Hochmeister des Deutschen Ordens Friedrich von Sachsen. 1511 wird er durch Albrecht von Brandenburg-Ansbach ersetzt, der einen Tag zuvor in Zschillen zum Mitglied des Deutschen Ordens ernannt wird.
In der Folgezeit dient die Anlage wieder als Witwensitz. 1537 bis 1547 wohnt Elisabeth von Hessen und 1591 bis 1611 die Witwe Sophie von Brandenburg auf Schloss Rochlitz. Sophie wohnte zuvor bis 1591 mit ihrem Ehemann Kurfürst Christian I. auf der Anlage. Unter den Frauen wird Schloss Rochlitz zu einem Jagdschloss umgestaltet. Es entsteht 1586 das Kleine Haus. Zudem wird 1548 der Lustgarten im Stil der Renaissance auf dem vorgelagerten Schlossberg mitsamt einem Lusthaus und einem Weinberg errichtet.
Im Dreißigjährigen Krieg wird die Anlage mehrfach belagert und eingenommen. Schwedische Truppen besetzten die Burg. Bei dem Angriff entstanden Einschläge von Kanonenkugeln am Nordturm (Finstere Jupe), die heute noch zu sehen sind. 1645 zündet man das Unterschloss an, das vollständig abbrennt.
Im Großen Nordischen Krieg 1700 bis 1721 wird die Anlage 1706 bis 1707 als Aufenthaltsort einer schwedischen Garnison und des schwedischen Königs Karl XII. von Schweden.
1710 residiert Christiane Eberhardine von Polen, Ehefrau von König August dem Starken, kurze Zeit auf der Burg.
1717 beginnen große Umbauarbeiten am Schloss. Es werden 1718 die Schlossbrücken errichtet und das untere Schloss vollständig abgerissen. Bis 1784 folgt der Abbruch eines Obergeschosses des Palas, des Brunnenhauses, des Kornhauses und weiterer Elemente der Burg.
1848 wird ein Wachkommando bestehend aus 22 Schützen und einer Infanterie auf der Anlage stationiert. Ab 1850 werden zahlreiche Gefangene aus der Revolution von 1848 auf Rochlitz weggesperrt. Hierfür wird ein Gefängnis eingerichtet, für das 1852 im Fürstenhaus und Querhaus eine Justiz einzieht. Die Justizeinrichtung bleibt bis 1961 in dem Gebäude.
1893 beginnt der Rochlitzer Realschullehrer Dr. Pfau mit der Einrichtung der Schlosskapelle als Museum. Hintergrundgedanke war die sichere Aufbewahrung der Kulturgüter im Schloss. Das Museum ist das viertälteste Burgmuseum in Sachsen.
Unter den Nationalsozialisten erfolgt von 1934 bis 1936 eine umfangreiche Sanierung. Im Zweiten Weltkrieg werden 1944 die Kunst- und Kulturgüter aus dem Staatsarchiv Dresden, der Universitätsbibliothek Leipzig und dem Museum für Kunst in Leipzig hier untergebracht. Ab April 1945 dient die Anlage als Auffanglager für Kriegsgefangene der United States Army. Diese übergeben Juli 1945 die Anlage an die sowjetischen Truppen, die sofort mit dem Umbau in einen Sitz des Innenministeriums umbauen.
Ab Mai 1948 darf das Museum wieder eröffnet werden. Zahlreiche Exponate sind durch Plünderung und Zerstörung unwiederbringlich verloren gegangen. Ab 1960 beginnt man mit der Bauforschung und dem Ausbau des Museums, das nun mehrere Räume auf Burg Rochlitz einnimmt. Zudem errichtet die DDR ein Justizministerium, die Stadtverwaltung, Wohnräume, Ämter, ein Staatsarchiv und ab 1964 einen Schulhort in der Anlage.
Mit der Wende ändern sich vieles auf Burg Rochlitz. Das Kreisgericht wird 1990 aufgehoben und die Zellengebäude abgerissen. Der alte Wehrgang an der Nordseite wird rekonstruiert. Die Anlage geht in den Eigentum des Landes Sachsen über und wird in Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsens 1994 eingegliedert. Es beginnen umfangreiche Sicherungen, Sanierungsarbeiten und Restaurierungen für die von Sachsen bis 2014 ca. 16 Mill. Euro ausgegeben werden. Währenddessen kommt es zu archäologischen Untersuchungen und Bauforschungen.

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Anfahrt

Burg und Ort Rochlitz liegen zwischen Dresden und Leipzig. In der Nähe verlaufen die A72 im Westen, die A4 im Süden und die A14 im Norden. Im Ort ist die Burg ausgeschildert.

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Literatur


- Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten, Schlösserland Sachsen, "Schloss Rochlitz, Burg Mildenstein, Schloss Colditz", Rochlitz, 2006
- http://www.schloss-rochlitz.de/de/schloss_rochlitz/geschichte/ - letzter Besuch: 28.11.2014
- http://www.wentzlau.de/burgen/inhalte/schloesser/rochlitz/rochlitz2.htm - letzter Besuch: 28.11.2014
- http://www.baeumler-agentur.de/artikel/architektur/202-schloss-rochlitz-doppeltuerme-im-muldental - letzter Besuch: 28.11.2014

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 28.11.2014

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