Pottenstein

Burg Pottenstein

Deutschland / Bayern

Die aus dem 10. Jahrhundert stammende Burg Pottenstein gehört zu den bekanntesten Anlagen der Region. Die Kernburg befindet sich auf einer eindrucksvollen Felssäule, die genug Platz für mehrere Gebäude bot. Der Zugang besteht bis heute aus einer Holztreppe, die in den Felsen geschlagen wurde und ist vom Erhalt her einzigartig. Am Fuße der Kernburg bildete sich später die Vorburg, die heute privat ist und sich nicht besichtigen lässt.

Adresse

Burg Pottenstein
Burgstr.
91278 Pottenstein
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Halbruine
Burgtyp: Felsturmburg
Nutzung: Museum
Lage: 378 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:05-19:28 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Saisonal
Mai-Okt:
mehr
Eintrittspreise: Burg: kostenpflichtig
Website: BurgPottenstein.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Pottenstein liegt oberhalb des gleichnamigen Ortes auf einer sehr hohen Felssäule über Tal des Weihersbachs. Zur Blütezeit bestand Pottenstein aus einer Kernburg, die sich auf dem imposanten Felskopf befand und einer kleinen Vorburg, die vor dem Aufgang am Fuß des Felsens liegt und diesen schützte.
Die Vorburg beherbergt heute zahlreiche Gebäude, die alle privaten Funktionen unterliegen. Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf den Burghof der Vorburg, der im Westen den Zugang zur Kernburg, im Norden ein Vogteigebäude und zentral einen Ziehbrunnen beherbergt. Der Ziehbrunnen führt keinen Schacht bis zum Grundwasser, sondern endet in einer Regenwasserzisterne. Die Wasseranlage wurde ausschließlich in Belagerungen verwendet. In einer Urkunde von 1630 wird überliefert, dass Esel das Wasser vom Tal aus zur Burg beförderten.
Die Kernburg, die sich auf dem Felskopf befindet, ist über eine selten erhaltene Eingangssituation erschlossen. Der Zugang erfolgt über eine lange Treppe, die an der Felswand entlangführt und in dem Kellergeschoss des Palas mündet. Seltenheit hierbei ist ein Bereich der Holztreppe, der zum Teil nicht auf Stein aufliegt, sondern nur in der Felswand verankert ist, also unter sich einen Freiraum (Abgrund) aufweist. Im Falle einer Belagerung konnte die Treppe zerstört werden, wodurch der Zugang zur Kernburg unterbrochen war, sich also ein Graben auftat. Durch eine Aufmauerung an der Außenseite und eine Überdachung liegt die Treppe im Trockenen und ist vor Einwirkungen von außen geschützt. Sie diente dementsprechend gleichzeitig auch als Wehrgang. Die Treppe endet im Kellergeschoss des Palas und führt von hier in das Erdgeschoss, bzw. auf den Burghof.
Die Kernburg von Pottenstein wurde zum privaten Museum ausgebaut. Das unebene Felsplateau wies nur wenig bebaubaren Platz auf, so dass die Bebauung sich auf eine kleine Anzahl Gebäude beschränkte. Heute stößt man auf den Palas, eine Zehntscheune, ein Brunnenhaus und die Reste des Bergfriedes.
Der Palas beherbergt den größten Bereich der Ausstellung des Museums. In ihm trifft man auf zahlreiche Ausstellungsstücke, wie z.B. Möbel, Waffen und Einrichtungsgegenstände. Der Bergfried ist nur noch als Turmstumpf existent und lag auf einem kleinen Sporn im Südosten. Er flankierte unter anderem den Zugang zur Kernburg, sowie den Verlauf der Treppe bis hoch zum Palas. Der Turm wurde 1816 abgetragen und wies eine ungefähre Höhe von 18 m auf. Das Brunnenhaus war genau wie bei der Vorburg mit einer Regenwasserzisterne verbunden. Auch dieser Brunnen hatte keinen direkten Kontakt zum Grundwasser. Heute trifft man im Brunnenhaus auf eine Sammlung hauswirtschaftlicher Geräte, die hier in Regalen ausgestellt werden.
Die Zehntscheune, die zeitgleich auch als Lager diente, nimmt den südwestlichen Bereich der Kernburg ein. Sie ist mitunter das größte Gebäude von der Grundfläche her und beherbergt zahlreiche Informationstafeln zur Burg.
Umgeben war das Plateau der Kernburg wahrscheinlich von einer Ringmauer, die heute noch bruchstückhaft existent ist. Aufgrund der hohen Lage fiel die Mauer wahrscheinlich relativ niedrig aus, da mittelalterliche Belagerungswaffen nicht so hoch schießen konnten oder die Geschosse auf diese Höhe keinen großen Schaden anrichteten. An der kompletten Südseite lassen sich noch verlaufende Mauerstücke erkennen.
Burg Pottenstein ist von der Atmosphäre sehr angenehm. Die Anlage wirkt gepflegt und durch die hohe Lage sehr imposant. Durch die niedere Wehrmauer der Kernburg tut sich zu allen Seiten eine weitreichende und wunderbare Aussicht auf, die zum Verweilen einlädt. Der nur selten in dieser Form existente Aufgang und der interessante Burgtyp machen Burg Pottenstein zu etwas Besonderem.

Historie

Burg Pottenstein ist die älteste Burg in der Fränkischen Schweiz. Die Anlage wurde im 10. Jahrhundert zur Sicherung des Gebiets errichtet. Der damalige Markgraf Botho von Kärnten wohnte mit seiner Frau Judith von 1027-1104 auf der Burg. Ab 1070 nannte das Adelsgeschlecht sich "Poto Comes de Potensteine". Nach dem Tod Bothos verweilte der Missionar Bischof Otto I. der Heilige von 1117 bis 1121 auf der Burg. Eine weitere Heilige ist die heilige Elisabeth, eine ungarische Prinzessin, die später Landgräfin von Thüringen ist und nach ihrer Vertreibung von der Wartburg 1228 nach Pottenstein zieht. Ihr Onkel war damals unter anderem ansässig auf der Burg. Er war Bischof von Bamberg. Bis zur Säkularisation 1803 diente die Burg als Bamberger Bischofsamtsburg. Der Bergfried wurde 1816 abgetragen. Er war ca. 18m hoch.
Seit 1918 befindet sich die Burg im Besitz der Herren von Wintzingerode, die seit 1120 urkundlich erwähnt werden. Das Museum in der Burg ist unter anderem privat und unterliegt der Pflege der Familie.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Pottenstein liegt fast direkt an der B470. Zu erreichen ist die Anlage über die A9 Ausfahrt "Pegnitz". Von hier folgt man der B2 Richtung Bronn, biegt aber noch vor dem Ort auf die B470 ab. In der Ortschaft Pottenstein geht kurz hinter Ortsbeginn eine Straße rechts zur Burg ab und endet auf einem Parkplatz vor der Burg. Die Anlage ist ausgeschildert.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 03.01.2008

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