Osterburg

Burg Osterburg

Deutschland / Thüringen

Hoch über Weida erstrahlt auf einem einzelnen Berg die Burg Osterburg. Die Anlage mit dem eigentümlichen Namen stammt aus dem 12. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert erfolgt nach einer Zerstörung ein Wiederaufbau im damaligen Schlossstil. Heute beherbergt die Burg ein Museum und eine Gastronomie. Ein Förderverein kümmert sich mühevoll um die schöne Anlage und hält sowohl die Burg wie auch die Außenanlage bestens instand. Sehenswert ist der Bergfried, der architektonisch eine Seltenheit darstellt.

Adresse

Burg Osterburg
07570 Weida
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Museum
Lage: 254 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 04:00-18:30 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Burghof: offen
Eintrittspreise: Burghof: frei
Museum: kostenpflichtig
Website: Osterburg-Foerderverein.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Osterburg liegt oberhalb einer Flussschleife der Weida auf einem Sporn. Durch einen engagierten Förderverein erlebt die Anlage heute eine zweite Blütezeit. Sie gehört zu den großen Höhenburgen des Spätmittelalters, die ihren Kern in einer kleineren, älteren Anlage haben.
Heute wie damals betritt man die Burg durch ein Untertor, gefolgt von einem langgezogenen Torzwinger, der durch seine geringe Breite leicht zu verteidigen war. Im Zwinger stößt man auf die Schlosswache von 1717 und das Torhaus aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Mit einem rechtwinkligen Knick führt der Weg aus dem Torzwinger in den langen Tunnel des Tors der Kernburg und mündet auf dessen Hof. Der Weg zum Tor der Burg wurde im Laufe der Jahrhunderte angelegt. Ihm galt als Vorgänger ein kleinerer Zwinger, der noch existent ist, dem Besucher aber nur temporär offensteht.
Von dem Tor der Kernburg eröffnet sich der Blick auf den großzügig angelegten und imposanten Burghof von Osterburg. Die Gebäude wurden hufeisenförmig angelegt und öffnen sich nach Norden hin. Das Tor der Burg führt durch das Neue Schloss, das die Burg nach Osten hin einrahmt. Im Süden stößt man auf den alten Bergfried und im Westen auf das Museum.
Höchstes und eindrucksvollstes Gebäude von Osterburg ist der Bergfried. Mit 54m gehört er zu den höchsten mittelalterlichen Türmen in Deutschland. Der terrassenförmige Aufbau mit Wehrplattformen auf zwei Stockwerken, versehen mit Zinnenkränzen ist eine Bauform, die weltweit nur selten zu finden ist. Der Bergfried gehört zu den ältesten Teilen der Burg. Er stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde bis in das 14. Jahrhundert ausgebaut. Einzigartigkeit ist die Turmstube, die bis 1917 einen Türmer beherbergte. Dieser war dafür verantwortlich Stunden durch Signale anzugeben, ausbrechende Feuer in der Stadt mit einer Alarmglocke zu melden und vor anrückenden Truppen zu warnen. Der letzte Türmer war Hermann Heißig, der als ehemaliger Kammergerichtsdiener den Posten bis 1917 bezog.
Zu Füßen des Bergfrieds stößt man auf die Remisen, die heute das Museum beherbergen und das alte Schloss, das in der Mitte des 16. Jahrhunderts entstand. An der Stelle des Schlosses soll im Mittelalter der Palas gestanden haben. Verbunden ist das alte Schloss über das Rohrwässerhaus und das Torhaus mit dem Neuen Schloss.
Das Neue Schloss im Osten ist der imposanteste Gebäudekomplex. Anhand der zahlreichen unterschiedlichen Fenster aus verschiedensten Epochen lässt sich erkennen, dass der Bau mehreren Umbauungen unterlag. Entstanden ist das Neue Schloss in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Vor dem Bau, inmitten des Hofes, stößt man heute auf den alten Ziehbrunnen, der durch den Burgverein restauriert und wieder instandgesetzt wurde.
Im Westen wird der Burghof durch das einstöckige Museum begrenzt. Einst Remise, bzw. Herberge für Wirtschaftsräume und Stallungen dient der Bau seit 1930 als Museum. Im Inneren stößt man auf ein Modell der Burg zur Blütezeit, Holzwappen und Stammtafeln verschiedener Thüringer Adelsfamilien, zahlreiche Gemälde, Möbel aus dem 18. Jahrhundert, sowie auf Handwerksgeräte der Bauern aus dem 19. Jahrhundert. Der Rundgang führt weiter durch den Bergfried, sowie auf dessen Spitze und in das Alte Schloss, das neben einer Gefängniszelle aus alten Tagen den Balkensaal beherbergt, der heute als Trau- und Tagungszimmer benutzt werden kann.
Neben dem Museum kann man den südwestlichen Zwinger aufsuchen, der Burg Osterburg zur Hälfte umgibt. Der Besucher hat die Möglichkeit Osterburg durch den Zwinger halb zu umrunden. Hierbei stößt man auf die gut erhaltene Außenmauer des Zwingers, die unter anderem Teil der Stadtmauer war. Heute noch erkennt man mehrere Schalentürme, die zur Burg hin offen sind. Einst waren sie zur Osterburg hin mit Holz versehen, so dass man sie mit Brandpfeilen anzünden konnte, sobald der Gegner sich in ihnen verschanzt hatte. Noch deutlich zu erkennen, ist der Vorbau des Bergfrieds (Richtung Süden). Hierbei handelt es sich um eine Vorbastion der mittelalterlichen Anlage, die verhindern sollte, dass der Bergfried mit Geschossen direkt angegriffen werden konnte. Später diente sie als Gefängnisgarten.
Von der Bauart her entspricht Osterburg einer Feudalburg aus dem 12. Jahrhundert. Die Anlage ist durch die Flüsse Weida und Auma umgeben und liegt auf einem Bergsporn. Nachgewiesen ist eine Ringmauer, die die Anlage umgab. Auf der Angriffsseite im Süden errichtete man statt einer Schildmauer den Bergfried mit 5,7m dicken Mauern. Durch seine runde Form war er vor frontal eintreffenden Geschossen geschützt. Durch Errichten einiger Wehrtürme, den Zwingern und mehreren Toren versuchte man eine bessere Verteidigung aufzubauen. Diese blieb auch lange erhalten. Mit dem Ausbau der Stadtmauer verlor die Burg als Verteidigungsschwerpunkt an Bedeutung. Die ansässigen Ämter zogen in die Stadt, wodurch Burg Osterburg zur Wohnburg wurde. Aufgrund von mangelnden finanziellen Mitteln und verbundenen Instandhaltungskosten brach man große Teile der Wehranlage (die meisten Türme und Tore) ab, so dass der Aufgang zur Burg heute leerer erscheint als er einst war.
Von der Atmosphäre her ist Burg Osterburg sehr eindrucksvoll und teilweise auch urig. Die Anlage lädt an vielen Stellen zum Verweilen und Entdecken ein. Ein Besuch lohnt sich.

Historie

Im Verlauf des 12. Jahrhunderts wurden die Vögte von Weida in der Region ansässig. 1143 wird eine Anlage in Veitsberg von Erkenbert II. als zerstörte Burgruine beschrieben. Noch im selben Jahr beginnt Erkenbert II. mit dem Wiederaufbau. Kurze Zeit später verließ er den Ort und zog an den Weida-Fluss in eine nicht mehr existente Burg (nahe der Widenkirch-Ruine), wo sich im Laufe der Zeit der Ursprung der Stadt Weida bildete. Unter seinem Sohn Heinrich I. wurde der Ort ausgebaut. Er ließ in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts zusammen mit der Neustadt (Stadterweiterung) die Burg errichten. Diese trägt seit dem 17. Jahrhundert den Namen Osterburg.
1209 werden die Herren von Weida erstmals als Vögte genannt. Zeitgleich wurde Weida zur Stadt erklärt. Als der letze Vogt von Weida teilte dieser sein Erbe unter seinen drei Söhnen auf. Diese verkauften von 1410 bis 1427 ihre Anteile an die Markgrafen von Meißen. Um ihre Standfestigkeit in dieser Region zu sichern, gründeten derer von Meißen das Amt Weida als lokalen Verwaltungsbezirk. Die Osterburg wurde zum Sitz der Amtsverwaltung und den Gerichtsbehörden. Zudem diente die Burg als Wohnsitz derer von Meißen und ihren Gästen, sofern diese anwesend waren. Da die Anlage den Ansprüchen nicht gerecht war, wurde sie repariert und repräsentativer ausgebaut. Hierbei entstand im 16. und 17. Jahrhundert das Neue Schloss, sowie einige Wirtschaftsbauten. Letzter fürstlicher Bewohner war Herzog Moritz von Wilhelm, der am 14. Mai 1717 auf die Burg kam und auf ihr am 14. November 1718 verstarb. Vom 15. Jahrhundert bis in das 17. Jahrhundert war auf der Burg die markgräfliche Silberkammer untergebracht.
Im 18. Jahrhundert diente die Burg als Gerichtssitz und als Gefängnis (bis 1949). 1818 war das Großherzogliche Kriminalgericht untergebracht. 1930 wird das Museum eingerichtet, das nach dem Krieg im Jahre 1945 seine Tore wieder öffnet. 1950 wird die Turmspitze repariert, die durch die Amerikaner im Krieg schwer beschädigt wurde. 1951-1985 ist in der Burg eine Jugendherberge untergebracht. Von 1982 bis 1987 kommt es zu Restaurationsarbeiten durch Freunde der Burg. Nach der Wende eröffnet 1991 eine Gaststätte im Burgkeller. 1993 feiert man den 800. Geburtstag von Osterburg.
Nach Krahe entstand Burg Osterburg wohl um 1163. Ein Bauernaufstand im Jahre 1525 schlägt fehl. Es kommt zum Ausbau unter den Wettinern im 15. und 16. Jahrhundert, wobei Nikolaus Grohmann als Baumeister tätig ist. 1545 ist die Burg aufgrund des Schmalkaldischen Kriegs stark besetzt. 1633 wurde sie durch Kaiserliche Truppen zerstört und 1667 wieder in Form von zwei Schlössern aufgebaut. 1785 wird die Verbindung zwischen beiden Gebäudeteilen des Schlosses errichtet. In seiner Mitte beherbergt der Bau die Toreinfahrt.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Osterburg befindet sich inmitten der Stadt Weida. Über die A9 Ausfahrt "Triptis" auf die B281. Anschließend auf die B2 und von dieser auf die B175 Richtung Weida. In Weida ist die Burg zu sehen und ausgeschildert.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 28.02.2007


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