Marksburg

Burg Marksburg

Deutschland / Rheinland-Pfalz

Burg des Monats

Burg Marksburg wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats Oktober 2014" gewählt.
Jetzt mitwählen!

Auf einem einzelnen Berg zwischen dem Tal des Großen Bachs und dem Rhein thront die Marksburg. Die Anlage ist heute Sitz der Deutschen Burgenvereinigung und kann zusammen mit einer Führung besichtigt werden. 1219 wurde sie erbaut. 1643 kamen die Festungselemente dazu. Die Anlage wurde nie zerstörte und gehört zu den besterhaltenen Burgen Deutschlands. 1899 hat man sie restauriert und später der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Führung ist äußerst interessant und gibt einen guten Einblick in das Leben der Menschen im Mittelalter. Ein Besuch lohnt sich.

Adresse

Burg Marksburg
56338 Braubach
Parken: Parkplatz
Winter kostenlos
Sommer kostenpflichtig

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: Museum, Gastronomie
Lage: 154 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 04:18-18:36 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Ganzjährig
Zwinger: offen
mehr
Eintrittspreise: Zwinger: frei
Kernburg: Führung
mehr
Website: Marksburg.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Marksburg liegt oberhalb des aus dem 7. Jahrhundert stammenden Ortes Braubach am Rhein auf einem 150m hohen Schieferkegel. Die Burg aus dem 13. Jahrhundert wurde nie belagert oder zerstört. Bis in das 16. Jahrhundert diente sie als Adels- und Verwaltungssitz zahlreicher, mächtiger Grafen und Landgrafen. Heute trifft man auf eine staufische, gut erhaltene Kernburg mit umliegenden spätmittelalterlichen Zwingern und zahlreichen Festungselementen. Sie ist Sitz der Deutschen Burgenvereinigung und gehört zu den bekanntesten Anlagen der Welt.
Burg Marksburg lässt sich nur bedingt erkunden. Die Kernburg, inklusive der inneren Zwingeranlage ist nur mit einer Führung zusammen betretbar. Der äußere Zwinger ist vollständig abgeschlossen und kann nicht besucht werden. Die Führungen starten im Sommer in kurzen Abständen und im Winter zur vollen Stunde am Fuchstor, nahe der Gastronomie. In der Führung wird auf alte Sprichwörter, zahlreiche Räume, das damalige Burgleben und vor allem auf die Burg eingegangen.

Untere Batterie
Der Zugang zur Marksburg erfolgt heute über mehrere Tore und Zwinger, die in strategischer Reihenfolge zueinander angelegt wurden. Das äußerste Tor ist das Zugbrückentor, das mithilfe einer Poterne (langer Tunnel) unter der Unteren Batterie hindurchführt. Das Zugbrückentor stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde zusammen mit dem dahinterliegenden Zwinger errichtet. 1643 - 1645 wurde es in die Untere Batterie integriert und geht nun nahtlos in die Poterne über. Das Dach der Poterne dient heute der Gastronomie als Terrasse.

Fuchstor
Hinter der Unteren Batterie liegt ein kleiner Zwinger, der heute die Zugänge zu dem Kassenhäuschen und der Gastronomie beherbergt. Im Westen endet er vor dem Fuchstor, vor dem die Führungen durch die Burg beginnen. Das Tor entstand im 14. Jahrhundert und war der einzige Eingang in die Burg. Der Bereich hinter dem Fuchstor ist nur im Zusammenhang mit der Führung besuchbar.

Schartentor und Reitertreppe
Direkt hinter dem Fuchstor beginnt ein steil aufsteigender, sehr enger Zwinger, der direkt vor dem Schartentor endet. Das Schartentor entstand zusammen mit dem dahinterliegenden inneren Zwinger um ca. 1300. Nach außen besitzt es nur ein kleines Fenster und einen Gusserker über dem Tor.
Hinter dem Schartentor beginnt die Reitertreppe, die heute die Wappen der einzelnen Geschlechter beherbergt. Die Reitertreppe weist große Stufen auf, die direkt in den Felsen gehauen wurden. Sie wurde auf Pferde ausgelegt.

Kleine und Große Batterie
Hinter der Reitertreppe führt ein Zwinger unter der Kleinen Batterie vor das Tor der Kernburg und weiter zur Großen Batterie. Sie beherbergten ursprünglich Kanonen, die zur Überwachung des Rheins dienten. Geschützkanonen mit über 3 km Reichweite und der Möglichkeit Schiffe auf dem Rhein zu beschießen, sind heute noch ausgestellt und können besichtigt werden. Während der Führung wird auf die Kanonen genau eingegangen.

Rheinzwinger, Innerer und Äußerer Zwinger
Um 1300 wurde die Kernburg mit einem Ringzwinger versehen, der sie bis heute vollständig umgibt. Im 15. Jahrhundert legte man zum Rhein hin den äußeren Zwinger und den Rheinzwinger an. 1768 entstand im Rheinzwinger durch G.L. Rohr ein Barockgarten. Heute trifft man im inneren Zwinger auf einen dort angelegten „botanischen Garten des Mittelalters" mit 150 typischen Pflanzen der Zeit. Während der Führung wird auf die hier angelegten Pflanzen eingegangen, die im Mittelalter ihre Bedeutung in Heilen und Töten fanden. Zudem kommt man auf das mit Kräuterkunde verbundene Hexenwesen und die damalige Gerichtsbarkeit bezüglich der Anklage einer Hexe zu sprechen, bei der nicht der Kläger die Schuld, sondern der Angeklagte seine Unschuld beweisen musste.

Kapellenturm
Von dem inneren Ringzwinger, bzw. dem Burggarten eröffnet sich der Blick auf den Kapellenturm, der das westlichste Gebäude der Kernburg darstellt. Er stammt aus dem Jahr 1371 und beherbergt eine Kapelle, die dem heiligen Markus geweiht wurde. Der Turm erhielt damit den Namen Kapellenturm. Im 16. Jahrhundert erhielt die Burg aufgrund der Markuskapelle den Namen Marksburg. Er diente nach dem Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert als Gefängnisturm.

Kernburg
Die Kernburg der Marksburg ist der älteste Bereich der Anlage. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden zahlreiche Gebäude, die alle um einen kleinen dreieckigen Hof angeordnet sind und an der Ringmauer anlehnen. In der Mitte des Hofs befindet sich auf einem erhöhten Felsen der freistehende Bergfried.

Bergfried
Der Bergfried steht an der höchsten Stelle der Kernburg. Mit seinem markanten Aufbau ist er unverwechselbar und in sich einzigartig. Der Turm stammt aus dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts. Heute ist er 40 m hoch, hat eine Seitenlänge von 6 m und besitzt 2 m dicke Außenmauern. Der Eingang liegt in 8 m Höhe und führt über das zweite Obergeschoss in den Turm. Ursprünglich war der Bergfried niedriger und besaß nur drei Stockwerke und eine Plattform mit Zinnen, ähnlich wie bei Burg Sterrenberg. 1468 erweitert Philipp I. von Katzenelnbogen den Turm um ein viertes Geschoss und lässt es mit einem Bogenfries verkleiden. Man baute auf die Spitze einen runden, 8 Meter hohen Aufsatz mit integrierter Wendeltreppe und vier weiteren Geschossen. Der heutige Aufsatz stammt aus dem Jahr 1905 und ist eine Rekonstruktion, die anhand alter Ansichten konzipiert wurde. Der ursprüngliche Aufsatz wurde 1705 abgebrochen.

Ringmauer und Saalbau
Seit dem 13. Jahrhundert wird die Kernburg durch eine geschlossene Ringmauer umgeben. Zu den Hauptangriffsseiten im Süden und im Osten errichtete man eine verstärkte Mauer, die im Laufe der Zeit immer mehr in Gebäuden integriert wurde.
An der Mauer lehnt der Saalbau an, der im 14. Jahrhundert erneuert wurde. Das Gebäude hat zwei Stockwerke. Es wurde einzig und allein für Wohn- und Repräsentationszwecke errichtet, diente also auf seine Weise als Palas.

Palas und Rheinbau
Im 13. Jahrhundert entstand an der Nordseite ein romanischer Palas, der auch den Beinamen Nordbau trägt. Er wurde nach dem Brand 1708 umgebaut und um ein neues Obergeschoss aufgestockt. Heute befinden sich hier die Büros und die Verwaltung der Burgenvereinigung. Südlich des Palas steht der Rheinbau, der die Westseite der Kernburg einnimmt. Zum Burghof hin erhielt das Gebäude eine Fachwerkfront, die mit recht großen Fensteröffnungen den Räumen Licht spendet.

Führung in der Kernburg
Die Führung beginnt in den äußeren Wehranlage und führt über den Burggarten in die Kernburg. Erste Station der Kernburg ist ein Weinkeller, in dem vor allem die Trinkgewohnheiten des Mittelalters, das heißt das Verdünnen von Wein zum Desinfizieren von Wasser angesprochen wird. Vom Keller gelangt man in den gotischen Saalbau. Hier stößt man auf die imposanten Küche. Der nächste Raum ist das Schlafgemach des Burgherren. Sowohl in der Küche, wie auch in dem Schlafgemach wird auf das Burgleben und den Aberglauben eingegangen. Direkt im Anschluss durchschreitet man die Kapelle mit Deckenmalereien, die hier um 1903 im Stil des 14. Jahrhunderts angebracht wurden, den engen Wehrgang an der Westseite, das Zimmer des Pfarrers, sowie den Rittersaal, der heute noch einen herrschaftlichen Anblick liefert. Neben der Rittertafel befindet sich ein Abort, der nach altem Vorbild rekonstruiert wurde.
Vom Rittersaal geht es über einen Fachwerkanbau in eine Ausstellung, die epochal die Rüstungen der einzelnen Jahrhunderte zeigt. Anschließend folgt ein Raum mit Foltergeräten. Zahlreiche Folterwaffen, die genauestens erklärt werden (Kindgerecht), zieren heute Wand und Boden. Eine wiederaufgebaute Schmiede nach altem Vorbild ist die letzte Anlaufstelle.

Fazit
Burg Marksburg gehört zu den bekanntesten Burgen Deutschlands. Die nie zerstörte Anlage wird gerne als Idealbild deutscher Burgen gesehen. Man versucht mithilfe einer gut aufgebauten Führung den Touristen das Mittelalter nahezulegen. Die Gruppen sind recht übersichtlich und bei weitem nicht so überfüllt wie beispielsweise in Heidelberg. Die Ausstellungsstücke sind größtenteils original, stammen aber nicht von der Marksburg, da diese durch die kontinuierliche Verwendung der Burg verloren gegangen sind. Der gute Baubestand und der liebevolle Erhalt runden den mittelalterlichen Auftritt der Burg ab und sorgen für einen angenehmen Aufenthalt.
Ein Besuch lohnt sich!

Historie

In der Zeit zwischen 1117 und 1171 wird zum ersten Mal eine Burg in Braubach genannt, die wahrscheinlich durch die Herren von Braubach im frühen 12. Jahrhundert in der Nähe der Martinskapelle beim Ort errichtet wurde. Die Marksburg, zu dieser Zeit noch bekannt unter dem Namen Brubach, entstand wahrscheinlich erst später unter den 1219 genannten Herren von Eppstein. Die dreieckige Grundrissform der Kernburg verweist auf die Stauferzeit. Erstmals wird die Anlage 1231 unsicher erwähnt. 1260 ist sie als Zollburg bekannt. 1239 entsteht der Bergfried, zumindest weisen dendrochronologisch analysierte Hölzer darauf hin. Das Geschlecht derer von Eppstein beginnt mit der ergiebigen Förderung von Silber um Braubach. Das Geld wird unter anderem in den Ausbau der Burg gesteckt.
1283 veräußerte man die Burg an Graf Eberhard II. von Katzenelnbogen, die zu den reichsten Grafen des Rheinlandes zählten. Unter ihrer Herrschaft wurde die Anlage stetig ausgebaut und verbessert. Es entstehen große Teile der Wehranlagen und der Ausbau des Bergfrieds. 1437 baut man die Markus-Patrozinium-Kapelle, die ab dem 16. Jahrhundert der Burg den Namen Marksburg bringt.
Mit dem Aussterben der Familie 1479 erbt Heinrich III. von Hessen durch Heirat die Marksburg und begann mit dem Ausbau für und gegen Kanonen. Landgraf Philipp II. von Hessen-Rheinfels gibt die Burg als Residenz auf und zieht in das 1571 neugebaute Schloss Philippsburg unterhalb der Anlage. Unter dem Geschlecht rüstet man die Burg für den Dreißigjährigen Krieg.
1803 wurde das Heilige Römische Reich aufgelöst, so dass die Marksburg an das Herzogtum Nassau geht. Sie diente als Staatsgefängnis und war technologisch nicht mehr als militärische Wehranlage nutzbar. In den Erhalt wurde kein Geld investiert, so dass sie verwahrloste. Auch in der Zeit der Romantik und unter der Herrschaft Preußens, die ab 1866 Eigentümer sind, wurde nichts getan. Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen zog in Betracht die Burg instand zu setzen, hat diese Pläne aber nicht umgesetzt.
Im Jahre 1900 erwarb die Deutschen Burgenvereinigung im Namen von Kaiser Wilhelm II. die Marksburg für 1000 Goldmark. Der damalige Professor Bodo Eberhards (Hofbaurat und Architekt in Berlin) begann mit der Instandsetzung und Sanierung. Seit dieser Zeit ist die Burg Sitz der Deutschen Burgenvereinigung.

Events in der Nähe

Zu dieser Burg und den Nachbarburgen liegen uns keine Veranstaltungen vor. Sie können hier gerne eine eintragen:

Veranstaltung eintragen

Anfahrt

Burg Marksburg liegt am Rhein, nahe des rechtsrheinischen Ortes Braubach. Von Westen über die A61 Ausfahrt "Boppard" nach Boppard und innerorts mit der Fähre ans Ostufer des Rheins übersetzen. Auf der anderen Seite der B42 Richtung Braubach folgen. Von Osten über die A3, das Dernbacher Dreieck und die A48 Ausfahrt "Bendorf/Neuwied" auf die B42 Richtung Koblenz. Auf der B42 bis Braubach bleiben. In Braubach ist die Burg ausgeschildert. Weiter oben gibt es einen Parkplatz, von dem es noch 5 Min Fußweg sind.

Diese Burg auf dem Navi:
Diese Burg finden Sie in unserem Produkt "Burgenführer". Direkte Navigation zu über 1.000 Burgen und deren Parkplätze.
Pocketnavigation.de
Deutschlands-Burgen.de
Diese Burg auf dem Navi:
Diese Burg finden Sie in unserem Produkt "Burgenführer". Direkte Navigation zu über 1.000 Burgen und deren Parkplätze.
Pocketnavigation.de
Deutschlands-Burgen.de

Gastronomie

Im äußeren Zwinger im Nordwesten gibt es eine Burgschenke mit Blick auf den Rhein.

sonstige Bemerkungen

In den Sommermonaten folgen die Führungen in kurzen Abständen. In den Wintermonaten nur zu jeder vollen Stunde.

Folgen Sie uns

Facebooktwittergoogle_pluspinterestyoutube

Literatur


- Informationsblatt
- Dr. Dr. W. Ottendorf-Simrock, "Burgen am Rhein", Stollfuß Verlag, 1989, Bonn, ISBN: 3-08-615257-5
- Diverse Autoren, Allianz, "Burgen und Schlösser in Deutschland", Mairs Geographischer Verlag, 1982, Ostfildern, ISBN: 3-87504-966-7

Hinweis: Falls Sie einen Werbeblocker benutzen, sehen Sie u.U. nicht die vollständige Literaturliste.


Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 07.01.2015, 12.06.2013, 31.07.2006

Burgen in der Umgebung

weitere Burgen im Umkreis laden

Kommentar verfassen