Malcesine

Burg Malcesine

Italien / Venetien

Auf einem hohen, steil abfallenden Felsen entstand am nördlichen Ende der Altstadt, direkt am Ufer des Gardasees die Burg Malcesine. Schon im 6. Jahrhundert wird auf dem exponierten Felsen eine Burg erwähnt. Die heutige Anlage stammt wahrscheinlich aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Burg Malcesine, die schon Goethe begeistert hat, ist heute gut erhalten und dient als Museum. Sie ist zusammen mit der Altstadt ein gern besuchtes Ausflugsziel der Touristen.

Adresse

Burg Malcesine
I 370 Malcesine
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Halbruine
Burgtyp: Gipfelburg, Schanzenburg
Nutzung: Museum
Lage: 71 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:35-18:51 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Ganzjährig
Mo-Fr:
mehr
Eintrittspreise: Burg: kostenpflichtig

Baubestand & Beschreibung

Die Burg Malcesine befindet sich direkt am Ufer des Gardasees auf einem hohen Felsen inmitten der Altstadt. Der Zugang erfolgt über ein Doppeltor mit dazwischen liegendem Graben. Die Doppeltorkonstruktion wies zwischen den beiden Toren einen Raum von 2m auf 3m auf, der heute noch ein 4m tiefes Loch beinhaltet und nur mit Hilfe einer Brücke übergangen werden konnte. Die Schießscharten beiderseits, hat man auf einer Seite zugemauert und auf der anderen zu einem großen Fenster ausgebaut, das den Räumlichkeiten der Kasse Licht spendet.
Hinter dem Tor beginnt die untere Vorburg, die neben einem Naturkundeheimatmuseum eine Warenannahmestelle beherbergte. Burg Malcesine erhielt schon damals im Falle einer Belagerung die Nahrungsmittel über das Wasser. Heute existiert noch der kleine Balkon, der weit über dem See an der Steilwand zur Warenannahme diente. Ein nachgebauter Flaschenzug soll die Funktion erklären. Über eine Art Flaschenzug wurden Boote am Fuße des Felsens entladen, ohne dass man die Burg vom Boot aus betreten konnte.
In der Vorburg liegt ein Palas. Er war im venezianischen Stil gehalten. An seiner Stelle befand sich vorher ein Wirtschaftsgebäude. Der venezianische Palas beherbergt ein Naturkundeheimatmuseum, das die Tierwelt in Form von ausgestopften Tieren darstellt und über den eiszeitlichen Verlauf und die geologische Beschaffenheit des Gardesees Aufschluss gibt. Hierbei wird auf den Fels eingegangen, auf dem die Burg steht.
Die untere Vorburg ist mit der oberen Vorburg über eine Rampe (die selbst für Pferde geeignet war) verbunden. In der oberen Vorburg stößt man heute neben dem Tor auf den Goethe Saal, der zahlreiche Schriften aus den Reisenberichten Goethes nach Italien beherbergt, in denen er Burg Malcesine erwähnt und besucht hat. Der große davorliegende Burghof ist in einem fabelhaften Zustand und lädt mit seinen Bänken und der kleinen Grünanlage zum Verweilen ein. Über eine langgezogene Treppe gelangt man zu der Schützengalerie, eine große Plattform, die zum Aufstellen von Kanonen und zur Verteidigung Richtung Stadt diente. Daneben liegt ein kleiner Zwinger, der zum zweiten Tor der Burg führt, das in seiner ursprünglichen Fassung mit rekonstruiertem Fallgitter und großen Toren gut erhalten ist aber stets geschlossen gehalten wird. Hier stößt man unter anderem auf die Reste eines der beiden mittelalterlichen Fresken, die Burg Malcesine aufzuweisen hat.
Die Kernburg nimmt den höchsten Punkt des Burgfelsens ein. Sie beherbergt den mächtigen, freistehenden Bergfried und ein weiteres Gebäude, das das zweite Fresko und eine Ausstellung enthält. Von dem Gebäude aus gibt es die Möglichkeit auf den Wehrmauern der Kernburg spazieren zu gehen oder sich auf den Bergfried zu begeben. Von oben eröffnet sich zwischen den großen mediterranen Zinnen ein wundervoller Blick über Malcesine und den Gardasee.
Von der Atmosphäre ist Burg Malcesine sehr angenehm. Die Anlage wurde in ihrer Grundform nur gering verändert und gibt durch weiträumige Bewegungsfreiheit die Möglichkeit sich die einzelnen Bereiche genauestens anzusehen. Untere und obere Vorburg, sowie die Kernburg laden zum Entdecken, Umherwandern und Verweilen ein.

Historie

Es ist nicht bekannt wann die Burg gebaut wurde, da es keine Dokumente über die Gründung gibt. Funde belegen, dass der gut isolierte Felsen, auf dem die Burg steht schon immer als ein wichtiger strategischer Punkt galt und seit es Malcesine gibt für Bollwerke verwendet wurde. Nach alten Aufzeichnungen zu urteilen wurde im Jahre 590 n. Chr. eine kleine Festung in Malcesine zerstört, was darauf schlussfolgern lässt, dass hier schon eine vormittelalterliche Befestigung stand. Ein wichtiges Datum für die später wieder aufgebaute Burg ist 1277, als die Wehranlage in den Eigentum der Scaligier-Familie überging. Sie wurde größtenteils erweitert (Residenz, Haupttor, äußere Wehrmauer). Anhand der Steine und unterschiedlichen Zusammensetzung sowie Maurerart lässt sich sagen, dass der Bergfried "Mastio" in mehreren Epochen errichtet wurde und anfangs nicht mehr als 15m Höhe betrug. Einige unsichere Untersuchungen und Quellen behaupten, dass diese Reste bzw. Anfänge aus Römerzeit stammen sollen. Dies ist aber unsicher da Römer die pentagonale Bauart nicht kannten. 1131 wurde der Turm bis auf den 4. Stock aufgerüstet. Später kam der Wachraum dazu mit seinen sechs großen Rundbogenfenster. Heute hat der Turm eine stolze Gesamthöhe von 70m +31m Felsen und liegt somit am höchsten Punkt 101m über dem Wasserstand des Sees.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Die Burg Malcesine liegt in der Altstadt von Malcesine und ist weitreichend ausgeschildert. Über die A22 Ausfahrt "Roverto Nord - Lago di Garda" abfahren und den Schildern nach Riva folgen. Kurz vor Riva ist Malcesine ausgeschildert. Der Ort liegt an der Ostseite des Gardasees und bietet zahlreiche kostenpflichtige Parkplätze (Altstadt ist eine reine Fußgängerzone). In Richtung Altstadt fahren und am besten auf dem Parkplatz im "Centro" (Zentrum) parken. Die Burg ist schon ab hier ausgeschildert.

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