Lobdeburg

Burg Lobdeburg

Deutschland / Thüringen

Burg des Monats

Burg Lobdeburg wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats Dezember 2015 & Februar 2018" gewählt.
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Die schöne Burganlage gehörte ursprünglich zu drei Burgen, die auf dem Sporn lagen. Bis heute hat sich nur die mittlere Burg erhalten. Die eindrucksvolle Ruine beherbergt zahlreiche Steinmetzarbeiten, die nahezu einzigartig sind. Ein Besuch fällt relativ kurz aus aber es lohnt sich. Es eröffnet sich eine weite Sicht Richtung Süden und Westen.

Adresse

Burg Lobdeburg
Lobdeburgweg
07747 Jena
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Gastronomie
Lage: 295 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:12-19:08 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei
Website: Lobdeburg.de

Baubestand & Beschreibung

Auf einem steilen Gebirgsausläufer südlich von Jena thront oberhalb des Zusammenflusses von Roda und Saale die kleine, aber eindrucksvolle Burg Lobdeburg. Bei der Anlage handelte es sich ursprünglich um drei Burgen, die in die untere, die mittlere und die obere Burg aufgeteilt waren. Bis heute haben sich nur Erdwälle der oberen Burg und eine beeindruckende Ruine der mittleren Burg erhalten. Als untere Burg bezeichnet man heute ein Schloss im Ort aus dem 16. Jahrhundert, das mit der mittelalterlichen Anlage nichts mehr zu tun hat.

Obere Burg
Burg Lobdeburg liegt auf einem lang gezogenen Sporn, der zu allen Seiten durch Steilhänge geschützt wird. Nur im Nordosten ist der Berg mit dem Gebirgszug verbunden. Hier errichtete man zum Schutz eine obere Burg, die die Anlage zu dieser Angriffsseite hin wie ein Vorwerk schützen sollte.
Von der Oberburg lassen sich nur noch Erdwälle im Waldboden erkennen. In einer Beschreibung von 1860 wird noch auf die Fundamente eines Turms hingewiesen, der bis ca. 1850 vorhanden gewesen sein soll. Diese Reste sind mittlerweile spurlos verschwunden.

Mittlere Burg
Den Namen Lobdeburg verbinden die meisten Menschen heutzutage mit der mittleren Burg. Die eindrucksvolle Ruine ist schon von der Autobahn A4 aus zu sehen. Der heutige Baubestand beläuft sich größtenteils auf das 12. Jahrhundert. Die erhaltenen Verzierungen und der existente Bauschmuck zählen zu den bedeutendsten Zeugnissen romanischer Profankunst in Thüringen.
Burg Lobdeburg besteht aus einer kleinen Kernburg. Sie wird im Nordosten durch einen Halsgraben von der oberen Burg getrennt. Ein weiterer Graben an der gegenüberliegenden Westseite schützt sie vor einem Plateau am Ende des Sporns. Bisher vermutete man hier die untere Burg, doch wurden keine Fundamente oder Hinweise auf eine Bebauung gefunden. Von hier eröffnet sich eine weite Aussicht über das Land, die die strategisch wichtige Lage und die damit verbundene Überwachung der Umgebung erklärt.
Burg Lobdeburg setzt sich aus drei bekannten Gebäuden zusammen, die L-förmig aufgebaut waren. Zur Angriffsseite hin orientierte sich der mächtige Wohnturm, der die Gemächer der Herren von Lobdeburg beherbergte. Direkt daneben stand an der Nordseite ein größeres Bauwerk mit sakraler Funktion. Die Südseite wurde durch ein längliches Gebäude eingenommen, das in mehrere kleine Räume unterteilt war. Es beherbergte anscheinend die Wohnräume der Dienstmannen. Im Nordwesten befand sich ein Hof, der nach Norden hin durch eine mächtige Wehrmauer geschützt wird. In der Mauer lassen sich eine sehr kleine Türöffnung und ein Wehrturm erkennen.
Größte Sehenswürdigkeit der Burg ist der Wohnturm mit angrenzender Kapelle. Er besitzt noch heute drei Stockwerke und hat eine Grundfläche von 5,5 auf 5,5 m. An der Südseite des Wohnturms haben sich Blendnischen mit doppelten Fensterarkaden erhalten, an deren Innenseite man sich ursprünglich auf steinerne Bänke setzen konnte. Aufgrund der kleinen Innenfläche verläuft die Treppe des Turms teilweise in der Mauer. Heute lässt sich der Wohnturm aufgrund von Einsturzgefahr nicht mehr besuchen.
An der Ostseite stößt man im obersten Geschoss auf eine romanische Türöffnung mit Verzierung. Direkt daneben lässt sich der eindrucksvolle Kapellenerker, bzw. die Apsis erkennen, die ursprünglich eine Altarnische beherbergte. Sie läuft nach unten spitz zu und war zu ihrer Bauzeit eine Besonderheit, die auf wohlhabende Burgherren hindeutete. Die Bauweise ist sehr selten.
Die Apsis, bzw. der Kapellenerker wird von zwei kleinen, romanischen Rundbogenfenstern eingerahmt, die sich halbrund in der Mauerschale weiten. Sowohl von innen, wie auch von außen bieten Wohnturm und ehemalige Kapelle einen eindrucksvollen Anblick.

Fazit
Die kleine, aber imposante Anlage aus Kalkstein ist sehenswert. Trotz ihrer Zerstörung und dem fortgeschrittenen Verfall haben sich zahlreiche Steinmetzarbeiten erhalten, die nahezu einzigartig sind. Mit der schönen Aussicht und der Möglichkeit sie vollständig zu umrunden, lädt die Anlage zum Besuchen und zum Entdecken ein.

Historie

Burg Lobdeburg wurde im 12. Jahrhunderts nach dem Zusammenbruch des Thüringer Reiches errichtet. Zu dieser Zeit kamen die Herren von Anhausen in die Region, da die Gegend neu strukturiert und verwaltet werden musste. 1133 wird Hartmann von Anhausen als Zeuge der Gründungsurkunde des Klosters Thalbürgel genannt. 1166 tauchen bereits Hartmann I. und Otto I. von Lobdeburg im Gefolge des Markgraf von Meißen in einer Urkunde in Camburg auf, was auf eine Umbenennung des Geschlechtes Anhausen in Lobdeburg hinweist.
Burg Lobdeburg wurde vermutlich 1185 fertig gebaut. 1186 findet sie erstmals Einzug in Schriftstücke. Die dazugehörige Linie derer von Lobdeburg teilt sich um 1216 auf. Eine Seitenlinie beginnt mit dem Bau der Burg Leuchtenburg bei Kahla. Zwischen 1220 und 1250 erreicht die Ausdehnung des Territoriums derer von Lobdeburg seine maximale Größe. Unter anderem werden mächtige Positionen wie zum Beispiel durch Otto II. von Lobdeburg bezogen, der zwischen 1207 und 1223 Bischof von Würzburg ist. Sein Amt bekleidet von 1225-1254 Hermann III. von Lobdeburg-Saalburg.
1221 gründet Hermann IV. die Linie Lobdeburg-Burgau. Mit Otto IV. von Lobdeburg-Arnshaugk und Hermann V. von Lobdeburg-Elsterberg werden 1235 und 1252 erstmals erneut zwei Seitenlinien genannt. Mit Hartmann XI. stirbt die Linie Lobdeburg-Arnshaugk 1289 aus.
In der Folgezeit wird Burg Lobdeburg nur noch durch Burgmannen besetzt, zu denen unter anderem die Familie Puster gehört. Unter den einzelnen Familienmitgliedern brechen gegen Mitte des 13. Jahrhunderts vermehrt Auseinandersetzungen und Streitigkeiten aus, die wirtschaftliche Missstände und den Verlust politischer Stellungen mit sich bringen. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts geraten infolgedessen die Herren von Lobdeburg in finanzielle Probleme. Sie verschulden sich und verpfänden große Teile ihrer Herrschaft, unter anderem Jena, Leuchtenburg, Roda und Kahla an die Herren von Schwarzenburg. Die Verpfändung wird nie wieder eingelöst.
Mit Albrecht IV. von Leuchtenburg stirbt 1346 die Linie Lobdeburg-Leuchtenburg aus. 1358 treten derer von Lobdeburg-Burgau in die Lehnshoheit des Markgrafen von Meißen. Die Burg wird 1380 als Lehen an die Familie Puster übergeben, die seit längerer Zeit Burgmannen auf Burg Lobdeburg sind.
1447 bricht der Thüringer Bruderkrieg aus. Mit Johannes IV. von Lobdeburg-Burgau erlischt 1448 mitten im Krieg eine weitere Linie. 1450 wird die Burg durch Herzog Wilhelm von Sachsen zerstört. Sie bleibt noch bis 1591 im Besitz der Familie Puster und wird anschließend zum Teil abgerissen, um die Steine zum Bau der Saalebrücke bei Burgau zu verwenden. Heute wird die Anlage aufwendig durch den zuständigen Burgverein erhalten.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Von der A4 Ausfahrt Jena-Zentrum auf die B88 und diese direkt danach wieder verlassen Richtung Lobeda. Anschließend gleich links in die Paul-Schneider-Straße abbiegen und sich am Ende der Straße links in den Drackendorfer Weg halten. Nach 20 m in die Straße Unter der Lobdeburg rechts abbiegen und gleich wieder rechts in den Lobdeburgweg. Dieser Straße bis zu dem Parkplatz folgen und dort zu Fuß die 700 m hoch zur Burg laufen. Alternativ weiterfahren bis zur Gastronomie und von dort 100 m laufen. Der Parkplatz der Gastronomie ist nur für Gäste!

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Gastronomie

Unter der Burg gibt es eine Gastronomie.

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Literatur


- Informationstafel
- http://www.lobdeburg.de - letzter Aufruf: 15.11.2015

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 16.11.2015

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