Königstein

Burg Königstein

Deutschland / Sachsen

Burg des Monats

Burg Königstein wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats Oktober 2017" gewählt.
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Königstein ist die wohl bekannteste Festung Sachsens. Sie liegt auf einem hohen, uneinnehmbaren Felsplateau nahe der Elbe. Ihr Ursprung liegt in einer kleinen Burganlage aus dem 13. Jahrhundert. 1563 entstand die heutige Festung, die in der nachfolgenden Zeit weiter anwächst. Heute stößt man auf ein riesiges Areal, das das gesamte Bergplateau einnimmt. Es haben sich zahlreiche Gebäude erhalten, die unterschiedliche Museen und Gastronomien beherbergen. Ein Rundweg gibt die Möglichkeit, die vollständig erhaltene Ringmauer abzulaufen. Ein Besuch lohnt sich!

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Adresse

Burg Königstein
01824 Königstein
Parken: Parkplatz, kostenpflichtig

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Festung
Burgtyp: Felsturmburg, Gipfelburg
Nutzung: Museum
Lage: 317 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 02:48-19:24 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Ganzjährig
täglich:
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Eintrittspreise: Burg: kostenpflichtig
Parkplatz: kostenpflichtig
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Website: Festung-Koenigsstein.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Königstein liegt auf einem Felsplateau, das sich durch tektonische Verschiebungen vor rund 30 Millionen Jahren gebildet hat. Das Plateau war vor dem Bau der Anlage kleiner und wurde mit dem Wachsen der Festung künstlich vergrößert. Heute trifft man auf eine Festungsanlage riesigen Ausmaßes.
Von der Festung haben sich zahlreiche Gebäude und Überreste erhalten. Die Burg liegt auf einem Plateau, das zu allen Seiten in eine Steilwand übergeht. Der Zugang erfolgte über eine Vorburg, von der ein Tunnel auf das Felsplateau führt.
Um die Festung zu betreten, hat man drei Möglichkeiten. Es gibt zwei Fahrstühle und den ehemaligen Aufgang, der heute noch größtenteils erhalten ist. Sehr zu empfehlen ist der Fußweg hoch zur Burg, da dieser auf dem mittelalterlichen Eingang basiert. Der Aufgang führt über die "Rothe Brücke" und einigen Elementen der Festungsbaukunst des 18. Jahrhunderts direkt zur Kasse. Die Rothe Brücke bildet den ehemaligen Zugang zum Vorwerk, bzw. der Vorburg. Die Rothe Brücke entstand im 18. Jahrhundert, war zuerst eine hölzerne Zugbrücke und wurde später gegen eine eiserne Wippbrücke ausgetauscht, die man sekundenschnell mit Hilfe von Gewichten hochklappen konnte.
Hinter der Brücke eröffnet sich eine schöne Aussicht auf die Westseite der Anlage und auf das Vorwerk, das durch einen tiefen Graben und eine Wallanlage vom Berg getrennt wurde. Hinter dem Zwinger mit seiner imposanten steilen Felswand und Wehrmauer befindet sich die Kasse, die heute im Torhaus des ersten Vorwerks liegt. Direkt dahinter liegt das zweite Torhaus. Die beiden lang gezogenen Torhäuser zählen als eines und sind bekannt unter dem Namen Georgenburg- und Streichwehr-Torhaus. Das darüber liegende Gebäude auf dem Plateau beinhaltete die Wohnung des Festungskommandanten, sowie die Herberge eines Truppenteils. Im Keller befanden sich die Geschütze, mit denen man sich nähernde Truppen unter Beschuss genommen hat.
Ursprung der Georgenburg, bzw. des Streichwehrtores ist ein Teil der Burganlage, der schon zu dieser Zeit die obere Burg schützte. Das Element war bekannt als "Kaiserburg" und eine Art Vorwerk. Die Burg selber befand sich direkt oberhalb der Kaiserburg auf dem Felsplateau. 1619 wurde sie umbenannt und diente fortan als befestigtes Torhaus und Vorwerk der Festung. Im 18. und 19. Jahrhundert übernahm sie die Funktion als Staatsgefängnis.
Hinter dem doppelten Torhaus gelangt man zur Rampe, die hoch in die Kernburg führt. Der Felsen fiel hier etwas niedriger aus und bildete die einzige Zugangssituation zur Erschließung des uneinnehmbaren Plateaus. Ein Blick nach links zeigt die hohe Wehrmauer, die unter anderem ein prächtiges Wappen von August dem Starken beherbergt, das aber erst um 1900 angebracht wurde. Die Rampe hoch zum Tor wurde rekonstruiert und weist heute Schienen auf, die man der Pferde und Fußgänger wegen angebracht hat um einen sicheren Tritt zu gewährleisten. Zudem hatte die Rampe eine sehr entscheidende Rolle beim Eindringen in die Burg gespielt. Durch die starke Neigung war es nahezu unmöglich schwere Geräte an das Tor in der Felswand anzusetzen (Rammbock) um dieses einzuschlagen.
Die unterirdische Rampe ist unter dem Namen "Dunkle Appareille" bekannt. Sie wurde 1589 in das natürliche Felsspalte eingearbeitet. Vorher soll sich ein Weg in der Felsspalte befunden haben, der zum Kern der mittelalterlichen Anlage geführt haben soll. Man erkennt an den Wänden noch Bearbeitungsspuren des Steines. Ein Blick nach oben zeigt ein Gewölbe, das als statisches System für darüber liegende Gebäude erbaut wurde. In dem Gewölbe sind noch Löcher zu erahnen, die dazu dienten eingedrungene Gegner mit Steinen bewerfen zu können. Die Rampe endet auf einem kleinen Plateau, in dem eine Winde steht, mit der Wagen und Karren die Rampe hochgezogen werden konnten. Hinter der Winde vollführt der Weg eine Kurve, führt ins Freie und endet auf dem Hof der Festung.
Die mittelalterlichen Reste Königsteins sind größtenteils verschwunden. Die letzten Elemente befinden sich im Norden der Anlage und sind in der Garnisonskirche und dem Proviantlager verbaut. Die Garnisonskirche wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts in Form einer romanischen Burgkapelle errichtet. Sie war dem heiligen Georg gewidmet und vertrat somit den mittelalterlichen Burgnamen "Georgenburg". Mit dem Ausbau zur Landesfestung im Jahre 1589 wurde sie zur Garnisonskirche umgebaut. Der Kirchturm ist noch zum Teil aus dem 13. Jahrhundert und sondert sich durch seine unverputzte Art stark vom Rest der Kirche ab.
Direkt neben der Kirche befindet sich das Proviantmagazin, bzw. die Magdalenenburg. Sie wurde auf den Resten der ehemaligen Burganlage aus dem Mittelalter, bzw. dessen Brauhaus von Kurfürst Johann Georg I. im Jahre 1621 errichtet. Grund war der Gebrauch als Proviantlager um Belagerungen in den Wirren des Dreißigjährigem Krieges zu überleben. Ab 1725 stand hier ein 250.000 Liter Fass, das erst 1818 wieder verschwand. Der Grund des Verschwindens war der völlige Umbau zum Proviantmagazin. Im Inneren findet man eine Rampe, die in einen Keller führt, in dem ganzjährig niedrige Temperaturen herrschen. Hier stößt man auf einen Brunnen als Regenwasserabfluss, zwei Fässer und zahlreiche Säulen. Man erkennt unter anderem noch die steinerne Einlassungen, in denen Fässer und Weinflaschen lagen. Das so genannte "Brauhauß" mit seinem Felskeller wurde 1428 das erste Mal urkundlich erwähnt.
Südlich und somit auf der anderen Seite des Zugangs zur Festung befindet sich das Brunnenhaus. Der Brunnen wurde errichtet, da die Regenwasserzisterne für die Versorgung der Festung und der großen Besatzung im Falle einer Belagerung vielleicht nur ein halbes Jahr reichte. Durch den einfachen Kalksandstein kam man beim Bau schnell voran, so dass der 152,5m tiefe Brunnen innerhalb von sechs Jahren fertiggestellt worden war. Er wurde von 1563-1569 in den Fels geschlagen. Heute kann man den Brunnen und eine Fördertechnik mit Elektromotor begutachten.
Weiter im Süden liegt das Schatzhaus. Hier stößt man auf mehrere Informationstafeln und ein Transportfass für Silber, sowie zahlreiche Fotos von den Kellergewölben unter dem Haus, die man heute nicht mehr betreten kann. Die Kammer diente für den sächsischen Staatsschatz. Die Schatzkammer wurde 1854/55 errichtet.
Abgesehen von den hier aufgeführten Gebäuden besitzt Festung Königstein knapp 70 Gebäude, Türme, Plätze und Gräben. Es gibt die Möglichkeit die Festung Königstein zu durchlaufen und jedes einzelne Gebäude zu besuchen, auch wenn einige mittlerweile Cafés und Gastwirtschaften beherbergen. Sehr empfehlenswert ist der Rundgang an der Außenmauer, der im Norden um ein lichtes Wäldchen führt. Kleine Informationstafeln geben Aufschluss über jeden Stein und halten die wichtigsten Details in Kürze fest. Die herrliche und weitreichende Aussicht lädt vielerorts zum Verweilen ein.

Wie kam es zur Entstehung einer Festung dieser Größe?
Burg Königstein entstand zum größten Teil in einer Bauphase. Anfangs handelte es sich um eine kleine Burg, die aus der "Georgenburg" (der Gebäudekomplex im Westen, oberhalb des Zugangs), damals Kaiserburg, einer Wehrmauer und dem Vorwerk am Kassenbereich bestand. Zudem gab es das Brauhaus und einige Wirtschaftsgebäude. Da das Plateau von allen Seiten unerreichbar war und mit den Wurf- und Schusswaffen der damaligen Zeit kaum Schaden angerichtet werden konnte, befand sich die Burg nur im südöstlichen Teil des Plateaus und breitete sich erst mit dem Bau der Festung aus.
Sachsen wählte diesen Ort zum Bau der großen Festung, da sie einen strategisch sehr wichtigen Punkt bildete. Um diese Gegend zu passieren, musste man mit dem schweren Kriegsgerät an der Elbe entlang, so dass man hier abgefangen werden konnte. Die Schussweite der Kanonen reichte von dem 300m hohem Felsen weit genug um anrückende Truppen schnell zu dezimieren. Hätte man den Königstein meiden wollen, musste man damals über den Pass durch den Zinnwald hindurch, der eine sehr steile Steigung aufweist. Einen Marsch durch dieses Gebiet würde langsam und langwierig verlaufen, so dass anrückende Truppen schnell entdeckt und dementsprechend empfangen werden konnten. Der Königstein war also mit der bereits vorhandenen Burg ein hervorragender strategischer Ort. Bis in das 19. Jahrhundert gab es kein Geschütz, das bis zur Festung Königstein reichte und Schaden über die Höhe hätte anrichten können.

Von der Atmosphäre her ist Burg, bzw. Festung Königstein teilweise sehr urig, teilweise sehr bewirtschaftet. Im Sommer trifft man auf sehr viele Touristen, die für eine Invasion sorgen und das Vorankommen an den Wehrmauern sehr schwierig gestalten lassen. Im Winter oder auch bei Regen hingegen ebbt der Besucherstrom stark ab und man kann seinen Aufenthalt auf Burg Königstein in aller Ruhe genießen. Die herrliche Aussicht in alle Richtungen, wie auch die zahlreichen Gebäude laden zum Verweilen ein. Die vielen verstreuten Gebäude sorgen für zahlreiche Entdeckungen und bilden eine kleine, lichte Stadt aus dem 18. Jahrhundert, an dem die Zeit etwas vorübergegangen ist. Mit ihren 9,5 Hektar gibt es ober- und unterirdisch sehr viel zu entdecken, so dass man einen kompletten Tag auf dem Plateau verbringen kann, wenn man sich ausgiebig mit der Geschichte befassen möchte.

Historie

1241 wird die Burg urkundlich erstmals erwähnt. Eine Oberlausitzer Grenzurkunde erwähnt die Anlage auf dem "in lapide regis" - auf dem Stein des Königs. Die Burganlage gehört zum böhmischen Königreich. 1406 gelangt die Burg in den Besitz der Wettiner, einem sächsischem Herrschergeschlechts. Grund war eine Fehde.
1516-1524 wird Königstein auf Befehl von Herzog Georg dem Bärtigen von zwölf Cölestinermönche und einem Prior zum Kloster umgebaut. 1563 entscheidet man sich zum Bau einer Festung auf dem Königstein. Voraussetzung für den Festungsbau war ein Brunnen, der vom Baumeister Martin Planer bis 1569 angelegt wurde. Der Brunnen ist 152,5m tief und somit der tiefste Brunnen in Sachsen. Ab 1589 befiehlt Kurfürst Christian I. den Ausbau zur Festung. Der Name der Christianburg stammt folglich vom Erbauer. Die Burg wurde zur Festung ausgebaut, bis sie 1591 als Staatsgefängnis diente. Ab 1698 waren zahlreiche prominente Gäste zu Besuch auf Burg Königstein. Es kamen zum Beispiel der russische Zar Peter I., zahlreiche Verbündete von August dem Starken, Napoleon Bonaparte, Friedrich Wilhelm I. von Preußen und sein Sohn Kronprinz Friedrich, sowie zahlreich Kurfürsten.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Königstein liegt oberhalb des gleichnamigen Ortes an der Elbe und der B172. Über A13 Ausfahrt "Dresden" auf die B172 nach Königstein. Die große Anlage ist weitreichend ausgeschildert. Der Parkplatz befindet sich direkt an der Bundesstraße. Vom Parkplatz sind es ein knapper Kilometer Fußmarsch. Alternativ gibt es einen Shuttlebus.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 29.03.2006

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