Katzenelnbogen

Burg Katzenelnbogen

Deutschland / Rheinland-Pfalz

Burg Katzenelnbogen thront auf einem hohen Felsplateau oberhalb der gleichnamigen Ortschaft. Die einst stolze und große Anlage wurde 1350 größtenteils abgerissen und nach einem Brand 1540 zu einem Schloss umgebaut. Bis heute haben sich die komplette Ringmauer aus dem 11. Jahrhundert, der Torturm und der Schlossbau erhalten. Die Anlage steht heute leer und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Sie war Stammsitz der Herren von Katzenelnbogen, die weite Gebiete am Rhein und in der Umgebung besaßen.

Adresse

Burg Katzenelnbogen
Römerberg 10
56368 Katzenelnbogen
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Halbruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: -
Lage: 290 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 04:15-18:49 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: geschlossen
Eintrittspreise: Außenanlage: frei
Burg: geschlossen

Baubestand & Beschreibung

Auf einer kleinen Anhöhe oberhalb der Ortschaft Katzenelnbogen thront die gleichnamige Burg. Sie war lange Zeit Stammsitz Herren von Katzenelnbogen, die eines der bedeutendsten Territorialgebiete am Mittelrhein innehatten. Zahlreiche interessante Frauen und Männer stammen aus dem Geschlecht, wie zum Beispiel Graf Johann IV. von Katzenelnbogen, der als erster Riesling-Winzer Deutschlands zählt.
Die schöne Burganlage ruht auf einem Felsplateau direkt oberhalb der Mündung des Fischbachs in den Dörsbach. Bis vor einigen Jahren beherbergte die Burg eine Gastronomie, die vor längerer Zeit ihre Pforten schloss. Seitdem ist die Anlage für die Öffentlichkeit gesperrt und kann nur von außen besichtigt werden.

Außenanlage
Die ehemals eindrucksvolle 100 m lange und 50 m breite Burg bestand ursprünglich aus einer Vorburg und einer Kernburg, die von einer gemeinsamen Ringmauer aus dem 11. Jahrhundert umgeben waren. Ihr heutiges Erscheinungsbild wirkt durch die stark verspringende Außenmauer, die dem Felsplateau folgt, leicht merkwürdig. Im Norden und im Osten gab es einen tiefen Halsgraben, der heute vor allem durch die hier angelegten Parkplätze kaum noch zu erkennen ist. Im Osten befand sich ein Lustgarten, der mit dem Umbau zum Schloss im 16. und im 17. Jahrhundert entstand. Es haben sich keine Reste erhalten.
Der Zugang zur Burg erfolgt heute wie damals von Westen her. Ein großer Torturm, vor dem ein Torzwinger liegt, führt vom Schlossweg in die ehemalige Vorburg.

Vorburg
Die Vorburg nahm ehemals den westlichen Teil von Burg Katzenelnbogen ein. Sie entstand vermutlich zu der Zeit nach 1350, als die Burg von derer von Nassau an derer von Katzenelnbogen zurückgegeben wurde. Auf der großen Freifläche, die von der gemeinsamen Ringmauer umgeben ist, befanden sich mehrere Gebäude, von denen sich heute nur noch spärliche Reste erhalten haben. Einziges erhaltenes Gebäude ist der Torturm, der ursprünglich der einzige Zugang zur Burg war. Mit dem Umbau der Gebäude der Kernburg im 16. und im 17. Jahrhundert entstand im Osten ein weiteres Tor.

Vorburg - Torturm
Der mittelalterliche Torturm an der Westseite weist einen rechteckigen Grundriss auf und stammt aus der Spätgotik. Er besitzt zwei Stockwerke und eine spitzbogige Tordurchfahrt. Der Turm steht in der Ringmauer und wird durch diese im Norden flankiert. Schießscharten, die sich hier erhalten haben, verweisen darauf. Im Laufe der Zeit wurde er mehrfach umgebaut. So erhielt er beispielsweise 1794 einen Dachreiter, eine Uhr und eine Feuerglocke. Die Fenster über dem Tor sind aus neuerer Zeit.

Kernburg
Hinter dem Torturm eröffnet sich die Sicht auf Vor- und Kernburg, die heute aufgrund fehlender Wehrmauern und wegen des verheerenden Brandes von 1540 größtenteils leer wirken und einer Parklandschaft gleichen.
Das Erscheinungsbild der Burganlage wurde nach dem Brand von 1540 in der Zeit zwischen 1584 und 1613 stark verändert. Es entstanden Neubauten, die auf den Fundamenten älterer Bauwerke errichtet wurden. Wesentliche Verteidigungsmerkmale der mittelalterlichen Burg, wie zum Beispiel der Bergfried, wurden größtenteils beseitigt.
Der Bergfried befand sich ursprünglich vermutlich freistehend hinter dem heutigen Schloss. Die Terrasse des Restaurants ist Standort der ehemaligen Burgkapelle, die 1794 abgerissen wurde. Im Knick an der Nordseite (vom Parkplatz aus sichtbar) stand das sogenannte Amtshaus. Gegenüber zum Tal hin befanden sich der Landgraf Moritz-Bau von 1613 und direkt daneben das Mosbach´sche Haus von ca. 1584.
Um besser in den ehemaligen Lustgarten (an der Stelle des östlichen Parkplatzes) zu gelangen, legte man an der Ostseite ein rundbogiges Barockportal an. Im Nordosten rechts hinter der heutigen Durchfahrt befand sich ein Brunnen, der restauriert wurde. Das östliche Ende wird heute vor allem durch das Schloss mit Nebengebäude dominiert.

Schloss und Palas
Der Schlossbau ist zusammen mit dem Anbau das einzige erhaltene Gebäude von Burg Katzenelnbogen. Man vermutet, dass es an der Stelle des ehemaligen Palas steht. Der dreigeschossige Bau stammt von 1584 und wurde 1779 verändert und umgestaltet. Er ist relativ schlicht und nur mit einem Erker an der Südostecke verziert. Der achteckige Erker ist mit Schiefer verkleidet und trägt ein Zeltdach. Das Gebäude wurde von Hans Enders von der Leyen errichtet. Die Anbauten stammen teilweise aus jüngerer Zeit.

Fazit
Die ehemalige Stammburg des erfolgreichen und namhaften Adelsgeschlechts Katzenelnbogen macht heute aufgrund ihres Leerstands einen sehr desolaten Eindruck. Durch ihren großzügigen Abriss nach 1350 haben sich größtenteils nur Gebäude und Elemente aus dem 15. bis zum 18. Jahrhundert erhalten. Sie bietet dennoch einen teilweise eindrucksvollen Anblick, ist aber schnell besichtigt, da sie für die Öffentlichkeit gesperrt ist. Direkt im ehemaligen Halsgraben des Schlosses steht heute das Heimatmuseum, in dem weitere Informationen zur erfolgreichen Adelsfamilie Katzenelnbogen geliefert werden. Ein Besuch der Burg lohnt sich nur im Zusammenhang mit anderen Burgen in der Umgebung. Mit dem Einzug einer neuen Gastronomie oder eines Hotels wird sie eines Tages hoffentlich wieder ein interessantes Reiseziel abgeben.

Historie

Burg Katzenelnbogen entstand im 11. Jahrhundert als Eigentum des Klosters Bleidenstadt. Sie war Stammsitz der Herren von Katzenelnbogen und gelangte als Lehen an die Familie. Stammvater war wahrscheinlich Diether der Ältere, der um 1095 die Burg erbaut haben muss.
1102 wird Burg Katzenelnbogen erstmals unter Heinrich I. von Katzenelnbogen schriftlich erwähnt. Sein Sohn Heinrich II. von Katzenelnbogen wird 1138 durch König Konrad III. in den Grafenstand erhoben. Heinrich II. wuchs zusammen mit Hermann von Stahleck auf den Burgen Stahleck und Katzenelnbogen auf. Beide waren Halbbrüder. Hermann von Stahleck war durch die Heirat mit Gertrud von Schwaben mit dem staufischen Königshaus verwandt und an der Erhebung Heinrichs in den Grafenstand nicht ganz unbeteiligt. Hermann selber wurde 1142 rheinischer Pfalzgraf.
Im Laufe des 12. Jahrhunderts beginnt durch Heinrich II. von Katzenelnbogen der Aufstieg der Familie. Sie erlangt durch Kauf und Vermählung immer größere Territorialgebiete, wie zum Beispiel im Kraichgau. So wird 1160 ein großer Teil im Einrichgau erworben, als das Erbe der Grafen von Arnstein veräußert wurde. 1190 erlangen derer von Katzenelnbogen die Schirmvogtei über den Prümer Chorherrenstift in Sankt Goar. Mit der Lehensherrschaft fließen auch Gelder durch die dort ansässige Zollstätte.
Um 1260 wird das Erbe zwischen Diether V. und Eberhard I. von Katzenelnbogen aufgeteilt. Es bilden sich zwei Linien. Burg und Ortschaft gehen an Diether von Katzenelnbogen. Der Ort erhält 1312 Stadtrechte.
1326 heiratet die Witwe von Diether, Katharina von Katzenelnbogen, den Raugraf Heinrich den Älteren. Die Burg wird noch in jenem Jahr an den Grafen Gerlach von Nassau verpfändet und anschließend verkauft. Den Nachfahren gefällt diese Entscheidung nicht, sodass Graf Wilhelm von Katzenelnbogen 1329 schon die Hälfte der Anlage und der Stadt zurückerwirbt. Seinem Sohn Wilhelm II. von Katzenelnbogen gelingt es 1350 Graf Adolf von Nassau auch die zweite Hälfte abzukaufen.
Um 1371 beginnen derer von Katzenelnbogen ihre Herrschaft weiter zu sichern. Wilhelm II. sorgt am Rhein für den Bau der Burg Katz (Neukatzenelnbogen) und den vollständigen Neubau der alten Stammburg Katzenelnbogen.
1402 vereinen sich die beiden Linien derer von Katzenelnbogen wieder. Nur kurze Zeit später stirbt mit Philipp I. von Katzenelnbogen das Geschlecht in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts aus. Es erfolgte 1479 die Übergabe der Herrschaft an den Landgrafen Heinrich III. von Hessen.
1540 bricht auf der Burg ein Feuer aus. Die gesamte Anlage wird vollständig zerstört. Unter den Herren von der Leyen wird sie 1584 und 1613 umgebaut und teilweise neu errichtet. Es kommt zu starken Veränderungen in der Bausubstanz.
Nach dem Zweiten Weltkrieg dient Burg Katzenelnbogen zeitweise als Kinderheim. Später zieht eine Gastronomie ein, die um 2008 ihre Pforten schließt. Seitdem ist die Burg unbewohnt und für die Öffentlichkeit gesperrt.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Ort und Burg Katzenelnbogen liegen an der B274. Von Westen her von der A3 Abfahrt "44 - Bad Camberg" abfahren und über Hühnstetten, Kirberg, Kaltenholzhausen nach Hahnstätten fahren. In Hahnstätten auf die B54 Richtung Süden wechseln und hinter dem Ort auf die B274 abbiegen. In Katzenelnbogen die Bundesstraße in der Linkskurve vor der Brücke verlassen und direkt dahinter rechts in die Straße Römerberg abbiegen. Von der Straße Römerberg ist der Parkplatz neben der Mehrzweckhalle am Heimatmuseum schon zu sehen.

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Literatur

- Georg Dehio, "Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler - Rheinland-Pfalz, Saarland\", Deutscher Kunstverlag, 1984, Berlin, ISBN: 3-422-00382-7
- http://www.ms-visucom.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=68 - letzter Aufruf: 02.06.2015

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 02.06.2015


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