Hayn, Dreieichenhain

Burg Hayn, Dreieichenhain

Deutschland / Hessen

Burg Hayn oder auch bekannt als Burg Dreieichenhain bildet heute noch das nördliche Ende der Altstadt und liegt in einer idyllischen See- und Parkanlage. Die Anlage aus dem 11. Jahrhundert hat sich recht gut erhalten und beherbergt heute ein Museum. Sie wird ausgiebig gepflegt und lädt mit zahlreichen Gebäuderuinen, der Ringmauer, dem Stumpf des ersten Wohnturms, der ausgiebigen Grabenanlage und der schönen Umgebung zu einem Besuch ein.

Adresse

Burg Hayn, Dreieichenhain
63303 Dreieich
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Wasserburg
Nutzung: Museum
Lage: 161 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:35-19:27 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Ganzjährig
Burghof: offen
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Eintrittspreise: Burg: frei
Museum: kostenpflichtig
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Baubestand & Beschreibung

Burg Hayn oder auch bekannt als Burg Dreieichenhain bildet das nördliche Ende der Altstadt und liegt in einer idyllischen See- und Parkanlage. Vom Parkplatz aus eröffnet sich der Blick auf den großen See, der die Burg nach Norden hin schützte, sowie auf die gut erhaltene Wehr- und Stadtmauer, die Reste des ersten Wohnturms und das alte Stadttor.
Früher bestand die Anlage einst nur aus einem Wohnturm, von dem heute noch eine Mauer erhalten geblieben ist, der auf einer kleinen Motte inmitten eines Sees stand. Im Mittelalter erweiterte man die Anlage und integrierte sie in der Stadtmauer. Zur Stadt hin war sie mit einem großen Wassergraben getrennt, der durch den heute stark eingeengten See gespeist wurde. Die Anlage beherbergte neben einem Palas, einem mächtigen Bergfried und dem Wohnturm, zahlreiche kleine Wirtschaftsgebäude, die sich bis in die Stadt ausdehnten.
Heute betritt man die einst mächtige Anlage über das Untertor, das nördliche Stadttor, das 1450 entstanden ist. Vor dem Tor lag eine steinerne Brücke, die im letzten Teil Zugbrücke war und den See überspannte. Das Tor wurde liebevoll restauriert und erscheint seit 1805 in neuem Glanz. Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf den Graben zur rechten Seite und alte Wirtschaftsgebäude zur linken, die heute hauptsächlich bewohnt sind oder Gewerbe beherbergen. Sie wurden zum größten Teil rekonstruiert, stehen aber auf alten Fundamenten, die aus den Gründungsjahren des Palas stammen.
Beim Betreten der Anlage hat der Besucher mehrere Möglichkeiten Hayn zu besichtigen. Es gibt direkt hinter dem Tor einen Eingang in den Palas und somit in die Kernburg, der durch den Graben führt, einen Rundgang, der dem Graben folgt und die Möglichkeit bietet die Burg einmal vollständig zu umrunden oder den ehemaligen Zugang über eine steinerne Brücke, die in der Verlängerung der ehemaligen Hauptstraße in die Burg mündet. Der letzte Weg führt am ehemaligen Torturm vorbei, direkt auf einen kleinen Vorplatz in der Kernburg vor den 15m hohen Stumpf des gigantisch breiten Bergfrieds. Vor dem Bergfried gabelt sich der Weg ein weiteres Mal. Es geht nach links in den ältesten Teil der Anlage und in den wieder aufgebauten Part, sowie in das Museum, und nach rechts in den Bereich, den man als Ruine belassen hat, bestehend aus Burgkeller und Palas. Direkt an der Gabelung stößt man heute auf den wieder hergestellten Burggarten, der zahlreiche Blumen und Heilpflanzen beherbergt.
Der Keller des Palas dient heute dem Verein zur Unterbringung von Material und ist während der einmonatigen Burgfestspiele Lagerbereich, der sich nicht betreten lässt. Er ist nicht besonders tief, weist dafür aber eine gewisse Größe auf, die zum Erkunden einlädt. Der darüber befindliche Palas ist nur von den Außenmauern her erhalten. Zur Südseite, also zur Eingangssituation hin stößt man auf Fassaden mit großen Fenstern, sowie auf die Reste einer ehemaligen Gewölbedecke, die noch im Ansatz erhalten ist und gesichert wurde. Neben einigen hüfthohen Innenwänden, existiert die rekonstruierte, teilweise restaurierte und gesicherte Ostwand, die mit zahlreichen Fenstern einen Blick auf den Graben erlaubt, auf Säulenfundamente, des ehemaligen Rittersaals, auf zahlreiche Balkenauflager, sowie auf alte Kaminabzüge in den Mauern.
Folgt man dem Weg durch den Palas macht dieser eine Kehre und führt anschließend an der äußeren Hoffassade des Palas entlang. Auf dem Weg eröffnet sich der Blick auf den See und die Wehrmauer, die die Burg zum See hin schützte. Dem Pfad folgend, wird man an der evangelischen Burgkirche Dreieichenhains vorbeigeleitet, die in ihrer Urfassung, also aus mittelalterlicher Zeit nur schwer zu erahnen ist. Sie wurde zum größten Teil wieder aufgebaut und seit einiger Zeit wieder genutzt.
Der Weg endet wieder vor dem Bergfried und geht in den breiteren Weg über, der zum Museum und zum alten Wohnturm führt. Vorbei am Brunnen und an dem Burgcafé erscheint vor einem plötzlich eine große freie Wiese, die heute zur Aufführung der Burgfestspiele dient. Am nördlichen Ende der Wiese lässt sich die hohe Mauer des ältesten Gebäudes der Burg erkennen. Es handelt sich um den Wohnturm, der Ursprung der Anlage war und einst auf einer Motte stand, die vom Festland getrennt lag. Heute ist die Mauer mit Efeu bewachsen und wirkt im Gegensatz zu den anderen erhaltenen Resten der Burg sehr urig und alt. Es besteht die Möglichkeit sich über eine Treppe auf die andere Seite der Mauer zu begeben und sich die Fundamente der anderen Außenmauern anzusehen und somit einen Überblick über die Größe des Turmes zu gewinnen.
Das Museum befasst sich nicht nur mit der Burg. Es gibt neben der Dauerausstellung einige Räumlichkeiten, die vor allem ständig wechselnde Ausstellungen beherbergen. Die Dauerausstellung ist sehr auf Kinder ausgelegt. Es gibt neben einem Kettenhemd, das man anziehen darf, einen römischen großen Grabstein, ein sehr interessantes und detailreiches Modell der Burg, die die Anlage zu ihrer Blütezeit zeigt, einen geschichtlichen Überblick und zahlreiche Grundrisse und Informationen über das Leben in der Region vor der Entstehung der Burg.
Von der Atmosphäre her ist Burg Dreieichenhain sehr angenehm. Es gibt viel zu entdecken und zu bewundern. Die Burg ist schon alleine der seltenen Form und der Typologie wegen ein Besuch wert.

Historie

In der Zeit Karl des Großen wird die Gegend als "Forestis Dreieich" genannt. Um 950 entsteht ein Jagdhof, der den Mittelpunkt der Region bildete und an Bedeutung gewann. Der Ursprung der Wasserstadtburg liegt im Jahre 1085. Anfangs bestand die Burg aus dem Wohnturm, der auf einer Motte stand. Er hatte einst 5 Stockwerke und eine Höhe von über 24 Metern. Palas und Bergfried entstanden um 1170. Mit ihnen wurde die Anlage zur Reichsburg ausgebaut. Mit dem Bau der ersten Häuser außerhalb der Burganlage war die Stadt geboren. In den ersten Häusern wohnten vor allem Burgmannen, die zum Schutz angesiedelt wurden. 1255 wurde der Palas vergrößert, nachdem das Geschlecht und damit ehemalige Besitzer Hagen-Münzenberg aussterben. Unter den Herren von Falkenstein wird die Burg erweitert. Der Palas wird in die Wehrmauer integriert. Es entstehen eine Kirche, eine Schule, weitere Burgmannenhäuser, sowie ein Torturm, der den Zugang erschweren sollte. Die Stadt wächst fortwährend. 1418 stirbt der letzte Falkensteiner. Die Burg wird aufgeteilt unter den Herren von Isenburg, Sayn und Hanau. 1425 schließen die Herren einen Burgfrieden und teilen sich die Anlage. Einige Jahre später, 1460, erhält die Stadt nach Osten hin einen weiteren Ausgang, sowie das Untertor. Beide Wege sind beidseitig mit Gräben geschützt. Es wurden zudem Bollwerke installiert.
1486 erweitert man die Anlage zu ihrer größten bekannten Form. Die Herren von Isenburg kaufen den Herren von Sayn ihren Anteil ab und bauen mit den Herren von Hanau die Burg aus. Der Palas wurde 1938 restauriert.
Der ursprüngliche Jagdhof, bzw. befestigter Gutshof bestand aus zwei Inseln. Die ältere Insel war sehr klein und beherbergte nur den Wohnturm, der im Laufe der Zeit zu einer enormen Größe und Breite anwuchs.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Der Ort Dreieich befindet sich an der A661 Ausfahrt "Langen". Von hier der B486 400m folgen und links in den Ort abbiegen. Die Hauptstraße bis zum Parkplatz am See fahren und dort parken. Die Burg ist von diesem aus zu sehen.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 27.07.2006


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