Gleichen

Burg Gleichen

Deutschland / Thüringen

Jeder Autofahrer der Autobahn A4 kennt sie: Die drei Gleichen. Auf drei einzeln stehenden Bergen entstanden im Mittelalter drei Burgen, die in Sichtbeziehungen stehen und damals die Region beschützten. Die Burg Gleichen aus dem 11. Jahrhundert ist heute nur noch als Ruine erhalten und lädt mit einer großen Freifläche und ruinösen Gebäuden zum Verweilen und Erkunden ein. Von dem Bergfried aus eröffnet sich eine weite Sicht auf die anderen beiden Burgen und die Thüringer Landschaft. Ein Besuch lohnt sich.

Adresse

Burg Gleichen
99869 Mühlberg-Wandersleben
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: -
Lage: 347 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 04:05-18:36 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Saisonal
Jan-Feb:
mehr
Eintrittspreise: Burg: kostenpflichtig

Baubestand & Beschreibung

Burg Gleichen gehört mit Wachsenburg und Mühlberg zu den so genannten "Thüringer Gleichen". Die Anlage ist heute durch den Erhaltungsgrad sehr niedrig und sondert sich nur schwach vom bewaldeten Umfeld ab. Beim Aufstieg wird man kurz vor Erreichen des Eingangs vom 15m hohen Stumpf des Bergfrieds begrüßt, der in der Ringmauer das südliche Ende bildet und einst den Zugang flankierte. Direkt dahinter gelangt man über den Graben in den ehemaligen Zwinger, der heute zur Außenseite nur noch bruchstückhaft erhalten ist. Zur Kernburg hin stößt man auf die Fundamente einiger Wirtschaftsgebäude und die hohe und eindrucksvolle Ringmauer, die hier und da noch Fensteröffnungen aufzuweisen hat.
Der Zugang erfolgt heute wie damals über das mächtige Doppeltor und mündet auf dem großen Burghof, der heute durch fehlende Gebäude wesentlich größer wirkt, als er einst war. Eine großflächig angelegte Rasenfläche mit einigen Bäumen sorgt für ein angenehmes Ambiente.
Vom Erhalt her ist Burg Gleichen in den einzelnen Bereichen unterschiedlich. Die äußere Wehrmauer ist fast vollständig existent und deutet die Dimensionen an, die Burg Gleichen einst gehabt hat. Im Süden trifft man auf den Bergfried. Dieser beherbergt in seinem Inneren eine kleine Ausstellung, sowie ein Modell der Burg. Von seinem heutigen Dach aus (früher war der Turm höher) hat man einen guten Rundblick, der neben einer wunderbaren Aussicht, einen Blick auf die Burg und die beiden anderen Burgen der Thüringer Gleichen offenbart. Spätestens von hier fällt der ehemalige Grundriss auf, der sich auf dem Burgareal noch erkennen lässt. Die Anlage bestand aus dem Bergfried und einem Gebäudeschlauch, der sich einmal vollständig an der äußeren, polygonalen Wehrmauer entlangzog. Der Hof war überdimensional groß und beherbergte einen Brunnen.
Vom Bergfried ist das Schloss erkennbar, das im 16. Jahrhundert den nördlichen Bereich einnahm. Heute steht noch die gut erhaltene und zum Teil sanierte Ruine, dessen Westmauer noch bis zum Giebelansatz reicht. Das Innenleben des Schlosses fehlt vollständig. Es sind noch ein offenes Kellergewölbe und das ehemalige Erdgeschoss erkennbar. Aus beiden Stockwerken führen Türöffnungen in ehemalige gotische Treppentürme, die noch im Ansatz existent sind. Zudem lassen sich in den Außenmauern zahlreiche Fensteröffnungen, Kamine, Balkenauflager und einen rekonstruierten Abort finden.
Neben dem Schloss haben sich ein Turm mit Kellergewölbe, die Kapelle mit Säulen und das Kanzleigebäude erhalten. Das Kanzleigebäude beherbergt den größten noch erhaltenen Burgkeller von Gleichen. Der Bau beinhaltet zudem in der Verlängerung ein Gebäude, das einst das ehemalige Wohngebäude darstellte. Später baute man es zur Schlosskirche um. Das Gebäude ist nur vom Erdgeschoss her erhalten. Treppen, Türschwellen, Fenster und dicke Mauern deuten auf Räumlichkeiten hin, die auf unterschiedlichen Höhenniveaus und verschiedenen Nutzungen unterlagen.
Von der Atmosphäre her ist Burg Gleichen sehr angenehm. Durch die große Freifläche, den guten Erhalt und zahlreiche Aussichten lädt Burg Gleichen zum Niederlassen und Verweilen ein.

Historie

Burg Gleichen gehört mit Wachsenburg und Mühlberg zu den so genannten "Thüringer Gleichen". Sie wurde anlässlich der Fernhandelsstraße Via Regia errichtet, die ungefähr der heutigen A4 in dieser Region gleichkam. Erstmals erwähnt wurde Gleichen 1034. Kaiser Heinrich IV. belagerte die Anlage erfolglos im Jahre 1085 (Krahe behauptet 1089).
Um 1130 kam sie in den Besitz des Erzbischofs von Mainz und wurde im Zusammenhang mit den Lehensträgern der Grafen von Gleichen im Jahre 1231 genannt. Die erste Zerstörung fand 1230 durch einen Brand statt. 1535 errichtete man das Kanzleigebäude und 1588 den Neubau des Herrenhauses. 1631 starb das Geschlecht der Burg aus, so dass die Anlage von 1641-1794 als Lehen an die Grafen von Hatzfeld-Gleichen ging nach dessen Herrschaft der Verfall begann. 1842 begann man mit dem Teilabbruch einiger Elemente, wie zum Beispiel das Herrenhaus aber auch der romanische Wohnbau. Die ersten Sicherungsmaßnahmen und Konservierungen fanden 1897 statt. Von 1934-1937 widmete man sich der Wiederherstellung einiger Gebäudeteile. Eine Übertragung in die Stiftung der Thüringer Schlösser und Gärten fand 1998 statt.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Über die A4 Ausfahrt "Wandersleben" Richtung Wandersleben und gleich auf dem ersten Parkplatz auf der rechten Straßenseite parken. Von hier führt Richtung Wandersleben ein Weg hoch zur Burg. Es ist eine Ausschilderung vorhanden.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 03.10.2006


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