Falkenstein

Burg Falkenstein

Deutschland / Hessen

Burg Falkenstein thront auf einem Berg weit oberhalb der Ortschaft Falkenstein. Die Anlage liegt unweit der eindrucksvollen Festung Königstein auf einer Bergkante. Sie diente zur Überwachung der abgehenden Täler und bietet heute noch einen uneingeschränkten Blick bis nach Frankfurt. Falkenstein entstand im 14. Jahrhundert. Nach einer Zerstörung im Drießigjährigen Krieg verlor sie schnell an Bedeutung und verfiel. Bis heute haben sich eindrucksvolle Reste der äußeren Wehranlage erhalten. Teilweise stößt man noch auf die Grundmauern einiger Gebäude. Der Bergfried weist eine sogenannte Butterfassform auf, die beispielsweise auch auf der Marksburg zu finden ist.

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Adresse

Burg Falkenstein
Hainstr.
61462 Königstein im Taunus
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Eckburg
Nutzung: -
Lage: 485 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:09-16:06 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: saisonal
Außenanlage: offen
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Eintrittspreise: Außenanlage: frei
Burg: kostenpflichtig
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Baubestand & Beschreibung

Hoch oberhalb der Ortschaft Falkenstein thront auf dem Nüringsberg die Burg Falkenstein. Sie ist der Nachfolger der Burg Nürings, deren Fundamente sich direkt südwestlich der heutigen Ruine befinden.

Außenanlage
Burg Falkenstein besteht aus einer langen Kernburg, die durch einen steil abfallenden Abhang im Norden und im Osten geschützt wird. Im Süden trieb man einen Halsgraben in den Berg und im Westen errichtete man einen langen Zwinger, von dem sich heute noch zahlreiche Reste im Wald erhalten haben. Am Wegesrand unterhalb der Kernburg stößt man noch auf die Fundamente und Mauerreste des ehemaligen Tors, das von zwei halbrunden Schalentürmen flankiert wird.
Direkt hinter dem Tor der Zwingeranlage befinden sich die Kasse und das Tor der Kernburg.

Kernburg
Burg Falkenstein betritt man heute wie damals von Westen her über ein rekonstruiertes Tor. Dahinter eröffnet sich der Blick auf ein abschüssiges ca. 90m mal ca. 30m großes Burgareal, das sich nur partiell erhalten hat. Während die Westseite mit Türmen, Bergfried und Schildmauer rein auf Verteidigung ausgelegt ist, weist die Ostseite Fundamente und ausgegrabene Keller mehrerer Wohngebäude auf.

Ringmauer
Das Burgareal ist von einer Ringmauer umgeben, die vor allem zur Hauptangriffsseite im Westen zur Schildmauer ausgebaut wurde. Neben dem Tor hat sich ein großer Halbschalenturm erhalten, der ursprünglich das Tor flankierte. Im Nordosten und Südwesten wurden im 15. Jahrhundert zwei weitere Türme errichtet, die 10m Durchmesser und 3m Mauerstärke besitzen. Die großen Flankierungswerke dienten als Geschützrondelle und konnten den gesamten Bereich nördlich, westlich und südlich der Burg unter Beschuss nehmen.

Bergfried
Vor der Entstehung der Rondelle wurde die Ringmauer vom Bergfried aus flankiert. Er steht auf einem Felsen an der höchsten Stelle des Burgareals und ist größtenteils spätgotisch. Der Turm kann nicht besichtigt werden.
Bei dem Bergfried handelt es sich um einen klassischen Butterfassturm. Das quadratische Bauwerk mit einer Grundfläche von 6,75 m mal 6,75 m stammt aus dem 14. Jahrhundert. Der Butterfassaufsatz entstand im 15. Jahrhundert. Ursprünglich war der Turm nur 12 m hoch. Zusammen mit dem 6,5 m hohen Butterfassaufsatz besitzt er eine Gesamthöhe von 18 m. Mit 1,3-2 m starken Mauern ist das Bauwerk nicht sonderlich auf Beschuss ausgelegt.
Der Zugang erfolgt heute über eine ebenerdige Öffnung, die erst mit der Sanierung entstand. In 4 m Höhe lässt sich der spitzbogige, originaler Eingang zum Turm erkennen. Eine abgehende Mauer an der Nordostecke erinnert an ein Bauwerk, das an den Turm und an der Ringmauer anlehnte.

Fazit
Von der Burg Falkenstein haben sich bis heute hauptsächlich Bereiche der Ringmauer mit Wehrelementen erhalten. Im Inneren stößt man auf den Bergfried und ausgegrabene Reste von Wohngebäuden, die nicht sonderlich spektakulär sind. Dafür laden die herrliche Aussicht bis nach Frankfurt und die Umgebung zum Verweilen und Wandern ein. Ein Besuch zusammen mit der nahe gelegenen Festung Königstein lohnt sich.

Historie

Im 11. Jahrhundert entstand auf dem Nüringsberg eine erste kleine Burg, genannt Nürings. Es handelte sich um einen Wohnturm, der durch die Grafen von Nürings erbaut wurde. Mit dem Aussterben der Linie 1171 werden Burg und Herrschaft an derer von Münzenberg übertragen, von denen es an derer von Bohlanden-Falkenstein geht.
1330 wird Burg Nürings vermutlich zerstört. Mit den Steinen der Anlage errichtet Philipp von Bohlanden-Falkenstein die heutige Burg, genannt Falkenstein oder Neu-Falkenstein. Sie wird 1364 erstmals schriftlich erwähnt. Derer von Falkenstein waren eine Linie aus der Pfalz, die ihre Stammburg Falkenstein am Donnersberg hatte. Philipp VI. von Falkenstein kommt auf der Flucht während der Eroberung der benachbarten Burg Königstein 1374 ums Leben.
1385 wird Falkenstein Eigentum derer von Nassau. Aufgrund zahlreicher Teilerbschaften werden derer von Hattstein 1395 Lehensträger oder Amtmänner der Grafen von Nassau. 1418 geht Falkenstein an die Seitenlinie Nassau-Weilburg.
In der Folgezeit ist Falkenstein immer wieder der Sitz von Raubrittern, die von hier Händler auf dem Weg nach Frankfurt überfallen. Am 27. August 1420 verurteilt und enthauptet man den Burgmann (oder Ganerbe) Bertram von Vilbel wegen Raubzuges gegen die Stadt Frankfurt von der Burg Falkenstein aus.
1434 sind Philipp von Kronberg und dessen Bruder Lehensträger von Falkenstein. In einer Urkunde von 1459 werden unzählige Ganerben neben derer von Kronberg und derer von Hattstein genannt, die sich die Burg teilen. Die Herren von Hattstein nutzen Falkenstein in der Folge wieder als Raubritterburg. Der Bergfried erhält einen Butterfassaufsatz.
Um 1500 modernisiert man Burg Falkenstein und passt sie der fortgeschrittenen Waffentechnologie an. Es entstehen die beiden Flankierungstürme an den Enden der westlichen Seite der Ringmauer. Mit dem Tod des Burgmanns von Hattstein geht das Erbe im 16. Jahrhundert an derer von Staffel.
Nach einigen Beschädigungen im 30-jährigen Krieg sterben 1680 derer von Staffel aus. Es erfolgt am 18. Januar 1680 die Übergabe des Lehens von den Grafen von Nassau-Weilburg an Adolf Johann Karl Freiherr von Bettendorf. 1689 wird Falkenstein durch die Franzosen zerstört.
Nach notdürftiger Restauration bewohnen die Herren von Bettendorf Burg Falkenstein noch bis 1770. 1784 reißt man die letzten beiden bewohnbaren Gebäude ab, nachdem Obdachlose hier eingezogen sind.
Am 6. Dezember 1792 besetzen preußische Truppen unter Friedrich Ludwig zu Hohenlohe die Burg und eröffnen von hier das Feuer auf die Festung Königstein. Es werden Brandbomben eingesetzt.
In der Folgezeit dient Falkenstein nur noch als Steinbruch, bis der Frankfurter Kaufmann Osterrieth dies 1842 unterbindet. Um die Anlage schließen zu können und weiteren Steinraub zu verhindern wird 1855 die Toranlage wieder instand gesetzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Falkenstein 1954 Eigentum der Gemeinde Falkenstein. Diese hatte keinen Nutzen dafür und ließ sie weiter verfallen. Erst der Heimatverein Falkenstein nimmt sich der Burg an und sorgt mit Spendengeldern für den Erhalt. So erfolgt auch nach 1970 die Freilegung des Kellers durch den Männergesangsverein Falkenstein.
1996 kommt es zu archäologischen Untersuchungen und Ausgrabungen in der Vorburg. Seit August 2009 steht sie unter dem Schutz der Haager Konvention für Kulturgüter.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Von der A5 beim Bad Homburger Kreuz auf die A661 wechseln. Dieser folgen bis sie in die B455 übergeht. Über die B455 Richtung Königstein im Taunus und in Falkenstein abfahren. Der Kronberger Straße folgen und am Ende der Straße in die Alt-Falkenstein nach rechts abbiegen. Am Ende der Alt-Falkenstein links abbiegen in die Heinzmannstraße. Hier parken und neben der katholischen Kirche über die Straße Am Steingarten dem Weg hoch zur Burg folgen. Es sind ca. 300 m Fußweg.

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Literatur

- Georg Dehio, "Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler - Hessen", Deutscher Kunstverlag, 1966, München
- Flyer "Königstein Stadtgeschichte - kurz gefasst"
- Informationstafel

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 19.05.2015

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