Comburg, Großcomburg

Burg Comburg, Großcomburg

Deutschland / Baden-Württemberg

Auf einem Berg bei Schwäbisch-Hall steht oberhalb einer ehemaligen Handelsstraße für Wein und Salz die Burg Comburg. Die Anlage mit unbekanntem Ursprung wurde im 12. Jahrhundert in ein Kloster umfunktioniert und gehört heute zu den eher seltenen Klosterburgen. Es haben sich die meisten Gebäude, Gräben, das romanische Tor und die Ringmauer erhalten, die in der Neuzeit mit einem neuen Wehrgang ausgestattet wurde. Die Burg lässt sich heute frei erkunden, die Gebäude sind nicht besuchbar.

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Adresse

Burg Comburg, Großcomburg
Großcomburger Weg
74523 Schwäbisch Hall-Comburg
Parken: im Ort, kostenpflichtig

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: Gastronomie, Museum, Kirche
Lage: 340 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 04:19-18:21 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Saisonal
Burghof: frei
mehr
Eintrittspreise: Burg: frei
Museum: kostenpflichtig

Baubestand & Beschreibung

Burg Comburg befindet sich auf einer Bergkuppe, hoch über Steinbach. Der Berg wurde durch die Kocher, einem nahe gelegenen Fluss geformt und vom nahe gelegenen Gebirgszug getrennt. Einst erbaut als Klosterburg erfuhr sie immer mehr Ausbauten und wuchs zu einer beachtlichen Wehranlage an. Die Burg beherbergt heute ein ehemaliges Kloster, ein Museum, ein Café, eine Ausbildungsstätte und eine alte und große Klosterkirche. Die kompletten Außenbereiche sind betretbar, die inneren Bereiche, wie z.B. die Kirche lassen sich nur im Zusammenhang mit einer Führung besuchen.
Burg Comburg beherbergt heute zahlreiche Gebäude, die alle Nutzungen unterliegen. Unterteilt ist die Anlage in eine Zwingeranlage, die die komplette Burg umrahmt, eine ehemalige Vorburg und eine Kernburg. Den Eingang bildet eine Doppeltoranlage mit Verbindungen zu Teilen des Zwingers. Das heutige Eingangstor setzt sich aus drei Toren zusammen, Das Äußerste entstand erst zu barocken Zeiten und wirkt durch seinen Aufbau sehr filigran. Dahinter befindet sich das ehemalige Torhaus, das Teil des Zwingers war und eine Wachstube beherbergte. Hinter diesem gibt es die Möglichkeit den Zwingers aufzusuchen, der heute das Café und dessen Terrasse beinhaltet.
Das Tor zur Vorburg ist das dritte und größte der drei Tore. Es wurde im romanischen Stil im 12. Jahrhundert errichtet. Verziert mit einem offenen Galleriegang und zwei Türmen, die von der alten Michaelskappelle stammen, erinnert es an die Nutzung der Burg als Klosteranlage. Zahlreiche Verzierungen weisen auf einen beachtlichen Reichtum der damaligen Besitzer hin. Über das Tor gelangt man heute auf die vollständig rekonstruierten und überdachten Wehrgänge des Zwingers, die in diesem Umfang nur selten erhalten geblieben sind. Mit über 500m Länge gibt sie die Möglichkeit die Burg auf der äußersten Wehranlage vollständig zu umrunden und sich sowohl vom Innenleben, wie auch von den äußeren dicken und wuchtigen Wehrtürmen einen Eindruck zu verschaffen. Ganz wie im Mittelalter sind nach außen hin nur Schießscharten zu finden, die nur einen geringen Blick in die Ferne erlauben.
Das innere Comburgs setzt sich heute aus einer niedrig gelegenen Vorburg und einer höher gelegenen Kernburg zusammen, die nur mäßig durch Wehranlagen von einander getrennt waren. Die niedrig gelegenen Gebäude beherbergen heute ein Museum in der alten Dekanei und eine Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung der Schule Comburg, dessen Räumlichkeiten sich bis in den alten Klosterhof ziehen. Nach außen weisen Kern- und Vorburg eine hohe Mauer mit mehreren Wehrtürmen auf, die durch den Bau der imposanten Zwingeranlage als zweite Instanz vorzufinden ist und zwischen sich und der äußeren Wehranlage einen Graben darstellt. Höchster Punkt ist eine große Kirche. Im Westen der Kirche stößt man auf Elemente der alten Klosteranlage. Es eröffnet sich der Blick auf einen kleinen Hof, der vollständig von einem halb offenen Klostergang umgeben ist und einen abgesonderten Bereich auf dem Burggelände bildet. An den Mauern des Klostergangs trifft man auf zahlreiche verblichene Malereien, die an die Nutzung als sakrales Gebäude erinnern. Ein Gang nach Norden erlaubt den Blick auf den ältesten Bereich der Klosterburg, der für Besucher gesperrt ist. Zu sehen ist die sechseckige Erhardskapelle, die 1145 erbaut wurde. Mittelpunkt des Klosterhofes sind der Kirchturm und die anliegende Kirche, die den Hof nach Osten hin abschließen.
Durch zahlreiche Bebauungen aus verschiedenen Epochen trifft man heute in Vor- und Kernburg auf die unterschiedlichsten Fassaden, die sich in Form, Farbe, Verzierungen und durch Rücksprünge von einander trennen. Fast alle Gebäude rahmen die Burg ein und liegen an der äußeren Ringmauer. Sie weisen in ihren Fassaden gotische, romanische und barocke Verzierungen auf. Deutlich zu erkennen ist der stetige Wachstum der Burg, der sich von der Kirche nach außen zieht. Eine verwinkelte Bauart sorgt an jeder Ecke für neue Überraschungen und gibt dem Besucher zahlreiche kleine Ecken und Details, die es zu entdecken gibt. Imposante und hohe Außenmauern und urig wirkende, sowie epochal unterschiedliche Gebäude sorgen für ein Wechselspiel aus jung und alt, das zum Verweilen und Erkunden einlädt.

Historie

Schwäbisch Hall war bis in das 19. Jahrhundert durch durchlaufende Handelsstraßen Umschlagplatz für Wein und Salz, wodurch dem Geschlecht derer von Comburg ein gewisser Reichtum zugesagt wird. Im Jahre 1079 vermachte Graf Burkhard II. von Comburg seinen Anteil an der Burg einem selbst gestifteten Kloster. 1958 fand man die Gebeine Burkhards. Eine Untersuchung stellte fest, dass er verwachsen war, was den Umgang mit Pferd und Waffe nicht erlaubte, so dass er sich dem Kloster widmete. Im 12. Jahrhundert erfuhr die Klosterburg ihre Blütezeit, war aber bis 1488 wieder stark heruntergekommen. In jenem Jahr kam die Anlage unter die Obhut Würzburgs. Es entstanden neue Gebäude. 1707 riss man die alte Kirche ab. Die heutige barocke Stiftskirche mit den drei romanischen Türmen entstand unter Joseph Greising. Ein Radleuchter mit einem Durchschnitt von über fünf Metern ist der größte erhaltene Radleuchter Deutschlands und befindet sich in der Kirche. Der Zwinger entstand um 1575, das dritte und höchste Tor im 12. Jahrhundert im romanischen Stil. Im Tor befand sich einst die Michealskapelle, von der die beiden Türme stammen. Die alte Dekanei stammt von 1573, die neue von 1715. Im Norden befindet sich in einem heute für Besucher nicht zugänglichen Bereich die sechseckige Erhardskapelle, die von 1145 ist.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Comburg liegt südöstlich von Schwäbisch Hall. Die Anlage ist über die A6 Ausfahrten "Kupferzell", "Schäbisch Hall" von Westen und "Ilshofen/Wolpertshausen" von Osten zu erreichen. Innerorts folgt man der B19 Richtung Gaildorf, Ottendorf bis diese in die B14 übergeht. Der B14 und der B19 folgt man weiter bis zur Eisenbahnbrücke und biegt hier links in den Hirschgraben ab. Dem Hirschgraben (eine Vorfahrtsstraße) folgt man bis nach Steinbach. Weiter der Straße folgend, gelangt man zu Parkplätzen kurz vor Ortsende von Steinbach, von wo man zu Fuß einem ausgeschildertem Weg zur Burg folgen kann.

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Gastronomie

In der Burg gibt es ein kleines Café.

sonstige Bemerkungen

In der Burg gibt es sakrale Einrichtungen. Bitte verhalten Sie sich in deren Umfeld leise.

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Literatur

- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart S.614f
- Diverse, Herausgeber: Dt. Burgenvereinigung, "Burgen in Mitteleuropa- Ein Handbuch", Band 2, Konrad Theiss Verlag GmbH, 1999, Stuttgart, ISBN: Bestellnummer 14464-3
- Darius Lenz, "Burgen in Baden-Württemberg- Die geographisch-topographische Ausbreitung zwischen dem 7. und dem 15. Jahrhundert", VER Verlag, 2014, Karlsruhe, ISBN: 978-3-944718-01-9

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 04.01.2012

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