Burgthann

Burg Burgthann

Deutschland / Bayern

Burgtahnn liegt auf einem abgesonderten Felsen im gleichnamigen Ort. Die Burg wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet. In der Neuzeit integrierte man in die gut erhaltenen Ruinen ein Heimatmuseum und eine Gastronomie. Das Museum beherbergt heute einen vollständig versteinerten Wasserdinosaurier und zahlreiche interessante Exponate. Die Ruine wirkt vor allem durch den Efeubewuchs auch im Winter lebendig und lädt zum Verweilen ein.

Adresse

Burg Burgthann
90559 Burgthann
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Museum, Gastronomie
Lage: 409 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:07-19:26 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Saisonal
Burghof: offen
mehr
Eintrittspreise: Burghof: frei
Museum: kostenpflichtig
Website: Burgverein-Burgthann.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Burgthann befindet sich auf einem Sporn, nördlich des einstigen, gleichnamigen Ortes. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs das kleine Dorf zu einer größeren Gemeinde an und rahmt heute die Anlage vor allem von Süden her ein.
Zur Blütezeit bestand Burgthann aus einer geräumigen Kernburg und einer doppelt so großen Vorburg, die den südlichen Berggrat und Zugang zum Burgareal prägte und sicherte. Im Dreißigjährigen Krieg verschwanden erste Elemente der Vorburg. Ein kontinuierlicher Abbau begann, so dass heute nur noch wenige Reste von der Vorburg mit Ringmauer, Graben und Wällen zu erkennen sind. Bis 1945 war ein Torturm existent gewesen, an den heute nur noch Fundamente am Straßenrand und eine Informationstafel erinnern.
Die Kernburg Burgthanns erfuhr im Laufe der Jahrhunderte mehrere Zerstörungen und Wiederaufbauten. Sie liegt auf einem separaten Felsen, der durch einen mächtigen Halsgraben von der ehemaligen Vorburg getrennt liegt. Im Zuge der Restaurationen in den 80ern und 90ern erhielt Burgthann eine neue Brücke, die heute Vor- und Kernburg miteinander verbindet.
Die Kernburg bestand aus einem Palas mit Südflügel, einem Bergfried, einem Wehrturm, weiteren Wohnbauten und einem Brunnen. Alle Gebäude lagen an einer äußeren Ringmauer und ragten zum Teil über diese hinaus. Zwischen den Gebäuden tat sich ein großer Burghof auf, der heute noch das Bild der Burg prägt und unverstellte Blicke auf einzelne Elemente ermöglicht. Die Ringmauer war größtenteils dick gehalten und diente in alle Richtungen als Schildmauer. An ihr lassen sich noch Fenster und Balkenlöcher erkennen, die an weitere, verschwundene Gebäude erinnern.
Den Zugang bildete ein Torturm, wahrscheinlich einst mit Zugbrücke ausgestattet, der durch den Bergfried flankiert wurde und in der Ringmauer lag. Ein vorgelegter Zwinger, der heute noch zum Teil existent ist, lässt eine Doppeltoranlage vermuten. Mit dem Einsturz der äußeren Mauerschicht des Bergfrieds wurde sowohl Tor, wie auch die damalige Brücke großflächig zerstört und nicht wieder aufgebaut.
Der Zugang der Kernburg erfolgt heute wie damals über ein kleines Tor aus der Neuzeit. Es eröffnet sich der Blick auf mehrere Gebäude, die an allen Seiten der Ringmauer anlehnen. Der älteste Part befindet sich im Südosten, direkt neben dem Tor. Hier stößt man auf die Ruine des alten Palas, auch Festes Haus genannt und den Bergfried. Letzterer erfuhr im 15. Jahrhundert Ausbauten und erhielt zu seinen Füßen den Südflügel des Palas, der heute das Kanal- und Heimatmuseum beherbergt. Über Treppen gibt es die Möglichkeit das Heimatmuseum zu durchwandern und in den Bergfried zu gelangen, der von seiner Spitze eine weite Sicht über Umgebung und Burg preisgibt. Genau wie der Südflügel entstanden im 15. Jahrhundert ein außenstehender Wehrturm an der Nordseite und ein Anbau des Palas im Nordosten. Der nördliche Wehrturm war mit dem vorgelegten Torzwinger einziges Element, das außerhalb der Ringmauer stand. Im obersten Stockwerk befand sich die Burgkapelle, dessen Fenster an die sakrale Funktion erinnern. Der Anbau des Palas weist heute noch Keller aus dem 15. Jahrhundert auf, die sich unterhalb der Ruine befinden. Zur Hoffassade hin stieß man im Zuge der Restaurationen auf einen Brunnen, der freigelegt wurde und einen neuen Aufsatz erhielt. Er wurde November 2008 von der Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken e.V. wieder bis auf seine Originaltiefe von 27,65m ausgegraben und führt heute eine Wassertiefe von 1,6m. Im 17. und 18. Jahrhundert entstanden zudem das vollständig existente Badhaus an der Nordseite, sowie der Fachwerkaufsatz des Kapellenturms. Im Dreißigjährigen Krieg kam es 1633 durch Beschuss zu Schäden an der Südostseite, die vor allem die Ecke des Palas betrafen. Nach dem Krieg reparierte man den Schaden erst 1687 wieder. Noch deutlich lassen sich die Unterschiede in Steinsetzung und Steinart erkennen.
Von der Atmosphäre her ist Burg Burgthann sehr angenehm, teilweise imposant und urig. Die Burg ist gut überschaubar und weist zahlreiches Baumaterial aus verschiedenen Epochen auf. Unterschiedlich genutzt und abwechslungsreich gestaltet, präsentieren sich die einzelnen Bereiche der Burg und laden so zum Stöbern und Erkunden ein, auch wenn die Bewegungsfreiheit zum Teil durch Öffnungszeiten oder privaten Bereich etwas bedingt ausfällt.

Historie

Urkundlich erstmals erwähnt wird die Burg 1287. Erbaut wurde sie wahrscheinlich schon um 1200 von den Herren von Thann auf den Resten einer älteren Turmhügelburg. Die Thanner waren Reichsministerialen im Dienste des staufischen Kaisers. Mit der Übergabe an derer von Nürnberg wird Burgthann 1287 erstmals erwähnt. Brandspuren aus dieser Zeit zeugen von einer versuchten Zerstörung der Anlage. Vermutet wird, dass die Thanner versucht haben unabhängig zu werden. Der letzte Thanner ist 1346 gestorben. Aus der Gründungszeit stammen der Palas, die Ringmauer und der Bergfried. Der Palas brannte Ende des 13. Jahrhunderts aus und war bis 1400 Ruine.
Zwischen 1366 und 1404 wechselten die Besitzer des öfteren, die hauptsächlich in der Vorburg wohnten. Im Bayerischen Krieg wurde die Burg 1460 erobert. Die Burgmannen brannten die Anlage vor der Einnahme durch bayerische Truppen nieder. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Südostecke des Palas von Osten aus zerschossen. Erst 1687 verschloss man diese wieder. Die Vorburg wurde schon 1633 vollständig zerstört. Ein Dorf, aus dem sich später die Stadt Burgthann entwickelte, entstand innerhalb der Ruinen. Nach dem Krieg wurde Burgthann 1662 Oberamt, verlor den Posten aber 1797 bei der Übergabe der Region an Preußen. 1799 verkaufte Preußen die Burg an einen Gastwirt, der diese verfallen ließ. 1898 schlug ein Blitz in der Burg ein. Teile des Südflügels brannten vollständig aus, die anschließend abgebrochen und durch ein privates Wohnhaus ersetzt wurden. Bis 1919 diente die Burg unterschiedlichen Zwecken und verfiel. 1922 kam Burgthann wieder in private Hand und wurde von Hunt Dietrich ausgebaut. 1934 ging dieser nach Amerika. Das Torhaus der Vorburg wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs abgetragen. Teile des Bergfrieds fielen 1940 auf das Torhaus und auf die Brücke der Kernburg und zerstörten diese vollständig. 1945 kam es zu Kämpfen in der Burg, die zur weiteren Zerstörung führten. Erst 1951 nahm man sich der Anlage an und setzte den Bergfried wieder instand. 1980 begann die Freiwillige Feuerwehr mit ersten Sicherungs- und Restaurationsarbeiten. 1981 erwarb die Gemeinde erste Teile der Burg und kaufte sie größtenteils über die Jahre auf. 1984 gründete sich die Fördergemeinschaft zur Burg. Der Brunnen wurde über das Jahr 2008 wieder freigelegt.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Burgthann liegt im gleichnamigen Ort südöstlich von Nürnberg. Die Anlage ist über die Autobahnen A9 und A3 schnell zu erreichen. Von der A3 fährt man über die Ausfahrt "Aldorf / Burgthann" direkt in den Ort. Über die A9 gelangt man über die Ausfahrt "Feucht" auf die B8. Dieser folgt man nach Ochenbruck und verlässt sie wieder Richtung Burgthann. In Burgthann ist die Burg ausgeschildert. Vorort gibt es einen Parkplatz zur Burg.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 27.09.2007

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