Burghausen

Burg Burghausen

Deutschland / Bayern

Burg des Monats

Burg Burghausen wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats November 2014" gewählt.
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Burg Burghausen thront heute 80 m über der Altstadt an der Salzach, unweit der österreichischen Grenze. Die Anlage wurde im Laufe der Jahrhunderte immer weiter ausgebaut, sodass sie heute mit 1051 m die längste Burg der Welt ist. Sie besteht aus sechs Burghöfen, die unterschiedlich gut erhalten sind. Sehenswert ist vor allem die Kernburg, die vom Aussehen her größtenteils aus dem 13. bis zum 15. Jahrhundert stammt. Die jüngeren Burghöfe, die sich vor der Kernburg aufreihen, unterliegen verschiedenen Nutzungen, lassen aber noch deutlich ihre Wehrhaftigkeit erkennen. Ein Besuch der Anlage fällt sehr lange aus. Man sollte viel Zeit mitbringen - Es lohnt sich!

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Adresse

Burg Burghausen
Burg
84489 Burghausen
Parken: im Ort, kostenpflichtig

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Museum, Gastronomie, privat, Jugendherberge
Lage: 400 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 04:03-18:11 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Ganzjährig
Außenanlage: offen
mehr
Eintrittspreise: Burg: frei
Museum: kostenpflichtig

Baubestand & Beschreibung

Burg Burghausen liegt an der heutigen Grenze zu Österreich und ist die längste Burg Europas. Im Guinness-Buch der Rekorde wurde sie mit 1051 m Länge zur längsten Burg der Welt gekürt. Sie steht auf einem langgezogenen Bergkamm 80 m oberhalb der Altstadt von Burghausen. Der Bergkamm wurde durch die Salzach gebildet, die hier ursprünglich drei enge Flussschleifen aufwies und somit den Berg formte. Der recht schmale Bergrücken eignete sich schon in der Bronzezeit für eine Siedlung, sodass hier seit 3600 Jahren Menschen wohnen. Im 8. Jahrhundert erkannte man die hervorragende, gut zu verteidigen, topographische Situation und begann mit dem Bau einer Burg. Bis heute wird die Anlage nach Westen, Osten und Süden durch Steilhänge geschützt. Zudem fließen im Osten und im Süden die Salzach, während im Westen der große Wöhrsee keinen Angriff von dieser Seite zuließ. Der Wöhrsee ist ein alter Seitenarm der Salzach, die im Laufe der Jahrhunderte begradigt wurde. Die einzige Angriffsseite ergab sich also nur von Norden über ein Bergplateau her. Der strukturelle Aufbau der Burg sorgte dafür, dass sie nie erobert wurde.
Burg Burghausen besteht aus sechs Burghöfen, die alle zueinander tiefe Gräben und Verteidigungsanlagen aufwiesen, folglich sechs aneinandergereihte Burgen. Die Verteidigungsanlagen nahmen immer die schmalsten Stellen des Bergrückens ein. Um die Burg zu erobern musste der Gegner mehr als 10 Tore und 7 Gräben überwinden, die fast alle durch Türme flankiert wurden. Ein Aushungern war nicht möglich, da riesige Speicher und Gärten in der Burg Platz fanden und die Burgbevölkerung über Jahre versorgten.
Der schmale Bergrücken hätte mit einer Belagerung gegen die Burg verwendet werden können, sodass die Anlage schon im 14. Jahrhundert ihre heutige Größe aufwies. Sie diente im Mittelalter nie als Grenzfestung, sondern lag immer recht zentral in der Herrschaft der Wittelsbacher und war aufgrund ihrer Sicherheit eine gern genutzte Residenz und später eine fortwährend genutzte Festung. Unter der Wittelsbacher Herrschaft lagerte hier der Fürstenschatz. In der frühen Neuzeit waren mehr als 180 Geschütze und über 100 Pferde auf Burghausen untergebracht.
Bis heute haben sich zahlreiche Gebäude erhalten. Glanzstück ist die Kernburg, die die Spitze des Sporns einnimmt. Die meisten Bauwerke sind aus Tuffquaderstein und stammen aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Es gab Wohnraum für mehrere hundert Personen, einen Marstall mit mehr als 100 Pferden, zahlreiche Wirtschaftsgebäude, mehrere Kirchen und sehr viel Lagerfläche. Die Burghöfe waren nach gesellschaftlichem Stand sortiert. Während der sechste Burghof zum größten Teil nur Bedienstete aufwies, lebten der Herzog und sein Gefolge in der Kernburg.

Das Außenwerk
Der Zugang erfolgt heute über das Außenwerk. Es nimmt den nördlichsten Part der Burg ein und schützte die gesamte Anlage zum Bergplateau hin. Heute befindet sich hier ein großer Besucherparkplatz. An dem Parkplatz lässt sich ein Mauerverlauf mit zwei alten Schalentürmen erkennen, der eine Rekonstruktion von 1965 ist. An dieser Stelle befand sich ein bastionsartiges Vorwerk. Die Wiese vor dem Parkplatz war ursprünglich ein tiefer Halsgraben. Dieser zog sich links und rechts den Berg hinunter und schützte gleichzeitig den Zugang zur Altstadt.
Heute betritt man die Burg über die Burgstraße. Diesen Zugang gab es im Mittelalter nicht. Der mittelalterliche Eingang führte auf Höhe der heutigen Hauptstraße (Ostseite des Berges) entlang. Der Weg ging über den Halsgraben über eine Zugbrücke durch das Öttinger Tor an einer "Großen Bastei" vorbei zum Christophstor. Bis heute haben sich nur ein Turm des Öttinger Tors und das Georgstor erhalten, das in der Ostmauer zwischen den Gebäuden steht. Von der "Großen Bastei" sind bis heute noch ein Turm und wieder aufgebaute Gebäudeelemente existent geblieben. Der Weg lässt sich heute noch ablaufen. Er entspricht der Curastraße.

Fünfter Vorhof / Sechster Burghof
Der Eingang zur Burg wird durch den fünften Vorhof gebildet. Von Osten mündet das Christophstor direkt auf dem Hof. Der fünfte Vorhof war zeitgleich auch der größte Burghof. Der Bergkamm verbreitert sich an dieser Stelle und bietet viel Platz für Gebäude und Verteidigungsanlagen. Ursprünglich besaß er eine Ringmauer, an der die Gebäude anlehnten. Diese Struktur lässt sich bis heute noch deutlich erkennen. In der Mitte eröffnet sich ein großer Platz, auf dem ein Uhrenturm mit angrenzendem Brunnenhaus und die Rossmühle stehen. Im Süden lässt sich noch eine ausgegrabene Pferdeschwmme erkennen. Der Uhrenturm trägt heute noch eine Schlaguhr und eine Sonnenuhr aus dem 16. Jahrhundert.
Zum Parkplatz hin befand sich ursprünglich der Schüttkasten. Bei dem Bauwerk handelte es sich um einen Speicherbau mit mehreren Stockwerken. Er nahm den Parkplatz auf die gesamte Länge ein und diente sowohl als Wehrbau, wie auch als Lager. Bis ca. 1800 schützte er die gesamte Burg wie eine Schildmauer vor Geschossen und Gegnern. Der gewaltige Bau war quasi eine eigene Burg, die Burghausen zur Hauptangriffsseite hin schützte.
Der fünfte Vorhof beherbergte hauptsächlich die Wohn- und Arbeitsräume von Handwerkern und Beamten. Die meisten Gebäude stammen aus dem späten Mittelalter, wurden aber bis in das 18. Jahrhundert stark verändert. Unter anderem stieß man hier auf die Rentmeisterei und die Forstmeisterei. Sechs Türme schützten den Hof zu den Seiten hin. An der Ostseite waren es der Röhrenkehrerturm, der Zimmermeisterturm und der Prechtlturm (steht vor dem Christophstor). Zur Westseite waren es der Forstmeisterturm, der Gerichtsschreiberturm und der Benefiziatenturm. Die Namen der Türme verweisen gut auf die zahlreichen Berufsgruppen, die hier untergebracht waren.
Zum vierten Vorhof hin verengt sich der Bergkamm und somit auch der Burghof. Vor dem Eingang zum vierten Vorhof trifft man auf vier der bereits genannten Wehrtürme. Sie stammen alle ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert, erhielten ihre Namen teilweise aber erst später.

Vierter Vorhof / Fünfter Burghof
Der vierte Vorhof ist bedeutend enger als der fünfte Vorhof. Er weist auch wesentlich weniger Gebäude auf, beherbergte dafür aber einen großen Garten. Der Zugang wird durch das sogenannte Kastenamt geschützt. Auf der rechten Seite (Westseite) steht der Kastengegenschreiber-Turm, der ursprünglich das Tor flankierte. Der Turm ist 1803 abgebrannt und wurde in veränderter Form wieder aufgebaut. Auf der gegenüberliegenden Ostseite steht das Kastenamt. Der Durchgang zwischen den Gebäuden ist recht schmal und beherbergte ursprünglich ein Tor. Davor lag ein tiefer Halsgraben, der im Laufe der Zeit verschüttet wurde. Das halbrunde Gebäude am Kastenamt war ursprünglich ein halbrunder Wehrturm, an dem noch Schießscharten vorhanden sind. Sie zeigen direkt auf den Bereich vor das Tor. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde das Kastenamt mit Wohnbauten erweitert. Es entstand das heutige Aussehen.
Hinter dem Kastenamt eröffnet sich der Blick auf den großen Burghof, der zum größten Teil nur aus einem Garten besteht. An der Ostseite stößt man auf die Hedwigskapelle, die durch Wolfgang Wiser errichtet worden sein soll. Sie wurde 1489 eingeweiht und entstand kurz nach der Hochzeit von Herzogin Hedwig und Georg von Wittelsbach. Die spätgotische Kirche zählt mit ihrer architektonischen Detailliertheit zu den schönsten sakralen Gebäuden Bayerns. Der Chor ragt im Osten aus der Wehrmauer heraus und endet in einem Wehrturm. Das Gebäude ist fast vollständig original erhalten. Der Altar wurde ersetzt.
Direkt hinter der Kirche beginnt der große Garten. Auf halber Höhe stößt man an der Ostseite auf den Gärtnerturm. Sowohl Turm, wie auch Garten waren Eigentum des Vizedoms (Statthalter). Der erste Vizedom wird 1392 urkundlich erwähnt. Ab 1514 wohnte er in der Hauptburg. Von den Gärten eröffnet sich teilweise eine weite Sicht über das Land. Die Wehrmauer wurde in der Neuzeit abgebrochen und ist heute nicht sonderlich hoch.
Im Süden lässt sich der Übergang zum dritten Vorhof erkennen. An der Ostseite steht das Spinhäusl, das aus einem runden Wehrturm und einem längeren Haus besteht. Es wurde im 16. Jahrhundert auf mittelalterlichen Grundmauern errichtet und beherbergte lange Zeit das Frauengefängnis. Im Inneren gab es mehrere Zellen. 1968 hat man den Bau grundlegend verändert.

Dritter Vorhof / Vierter Burghof
Der dritte Vorhof wird durch die sogenannte Fronfeste vom vierten Vorhof getrennt. Das große Bauwerk steht wie ein Querriegel im Weg und flankiert das Tor. Ursprünglich befand sich bis in das 16. Jahrhundert hier ebenfalls ein tiefer Graben, der den Durchgang schützte.
Die Fronfeste diente als Arbeiterhaus und war zeitgleich mit der Gerichtstätte und der Folterkammer verbunden. Zeitweise hieß es auch Neues Zeughaus und unterlag anderen Nutzungen. Neben der Fronfeste befindet sich das kleine Tor, über dem ein Wehrgang in den Schergenturm führt. Da der Wehrgang die Fronfeste mit der Folterkammer verband, trägt der Gang heute noch den Namen Foltergang.
Der Schergenturm oder auch Amtmannsturm oder Folterturm genannt, beherbergt heute ein Foltermuseum und steht an der Westmauer. Unter dem Bauwerk befindet sich ein Verlies, das über ein Loch mit der Folterkammer verbunden ist, sodass man im Kerker die Schreie hören konnte.
An der Ostseite steht direkt hinter der Fronfeste der Hexenturm, der die Ostmauer flankierte. Er beherbergt mehrere Zellen und diente zur Aufbewahrung von vermeintlichen Hexern und Hexen. 1751 war hier die letzte Frau eingesperrt, die als Hexe hingerichtet wurde. Hinrichtungen gab es aber weiterhin bis 1831. In der frühen Neuzeit, also erst nach dem Mittelalter, wurden im Folterturm zahlreiche Menschen gefoltert und außerhalb der Burg hingerichtet. Meistens traf es Kinder und Männer. Frauen waren seltener der Hexerei angeklagt.
Hinter den Gebäuden stößt man auf einen schmaler werdenden Hof. Die Ostseite nimmt ein 120 m langes Bauwerk ein, das erst 1961 als Jugendherberge errichtet wurde. An selbiger Stelle befand sich ursprünglich der Haberkasten, der als Stallungen für über 100 Pferde diente. Die Pferde befanden sich im Erdgeschoss, während das Obergeschoss Futtervorräte bereit hielt. Der Bau existierte ab 1387 und wurde 1878 von der Garnison abgebrochen, um einen Exerzierplatz zu gestalten. In Erinnerung an dieses Bauwerk errichtete man die Jugendherberge nach ideellen Vorstellungen. Seit 1995 befindet sich in dem Gebäude die Athanor Akademie für Darstellende Kunst.
Im Süden schließt der Kornmesserturm an. Hier wohnte ursprünglich der Kornmesser (war für die Futtervorräte der Pferde verantwortlich), später der Mesner der Schlosskapelle. Das Bauwerk steht aus der Mauerflucht heraus und diente zum Flankieren des Halsgrabens und der östlichen Wehrmauer.
An der Westseite stößt man auf das Aventinushaus. Es diente als Wohnung des Kaplans der inneren Burgkapelle. Einer Legende nach soll hier der bayerische Geschichtsschreiber Johannes Turmair, auch bekannt als Aventinus (1477-1534) gewohnt haben. Er lebte im 16. Jahrhundert als Erzieher des Prinzen auf der Burg. Mittlerweile wurde nachgewiesen, dass er nicht in dem Haus gewohnt hat. Der Garten vor dem Haus stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist auf alten Plänen verzeichnet. Das Gebäude weist einen sechsstufigen Treppengiebel auf und war ursprünglich ein Wehrturm. Vor der Entstehung des Gartens besaß das Bauwerk eine eigene Mauer mit Zinnen. Das heutige Satteldach ist erst wesentlich später entstanden.

Zweiter Vorhof / Dritter Burghof
Zwischen dem dritten Vorhof und dem zweiten Vorhof befindet sich ein tiefer Halsgraben. Direkt dahinter liegt ein Tor, das durch zwei Gebäude flankiert wird. Das Tor besteht aus einem großen Durchgang und einem kleinen Manntor für einzelne Personen. Eine Holzbrücke überspannt heute den Graben. Ursprünglich befand sich hier eine Zugbrücke. Auf der linken Seite, also der Ostseite, steht ein Flankierungsturm. Die rechte Seite, also Westseite, nimmt der Büchsenmacher- oder Büchsenmeisterturm ein. Beide Bauwerke beherbergten ursprünglich mehrere Wohnungen, in denen vor allem militärische Ränge, wie der Garnisonskommandeur untergebracht waren. Im Büchsenmacherturm wohnte der Büchsenmeister, der für die Reparatur und die Herstellung der Waffen verantwortlich war.
Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf den Burghof und eine größere Grünfläche. Die Grünfläche war ursprünglich ein weiterer Halsgraben hinter dem Tor. Im Laufe der Jahrhunderte wurde dieser zugeschüttet.
Der dritte Burghof ist der kleinste der fünf Vorhöfe. Die Mauern sind aufgrund von Abbruch heute recht niedrig, waren ursprünglich aber höher. Die militärische Bedeutung dieses Hofs lässt sich deutlich erkennen. Auf der rechten Seite, also der Westseite, steht das Alte Zeughaus, auch Kurzer Kasten genannt, von 1427. Es existierte schon vor Errichtung des Burghofs und wurde erst später integriert. Das Gebäude beherbergte ursprünglich das gesamte Kriegsgerät der Burg. Im unteren Geschoss lagerten Handwaffen und Geschütze. Die oberen Stockwerke dienten als Getreidespeicher. 1533 waren 185 Geschütze hier untergebracht. Die Steinkugeln, die man hier fand, sind überall in der Burg verstreut. Man findet sie vor allem am Wegesrand. Ursprünglich war das Gebäude höher, wurde aber 1692 verändert. Im 19. Jahrhundert erfolgten weitere prägende Umbauten.
An der Nordseite lassen sich die Anbauspuren und der Dachansatz eines Gebäudes erkennen. Hier stand ursprünglich eine Schmiede, in der Kriegsgeräte hergestellt und angepasst wurden.
Gegenüber des Alten Zeughauses befindet sich eine weitläufige Wehrmauer mit drei Türmen. Die Türme sind als Pfefferbüchsentürme bekannt und zeigen Richtung Stadt. Ursprünglich standen hier kleinere Geschütze.

Erster Vorhof / Zweiter Burghof
Der erste Vorhof gehörte schon zur inneren Burg. Er ist durch einen mächtigen Halsgraben vom zweiten Vorhof getrennt. Da sich hier die schmalste Stelle befand, errichtete man ein eindrucksvolles, großes Tor, genannt Georgstor. Der Name stammt von dem Erbauer Herzog Georg von Wittelsbach. Über dem Tor hängen die Wappen von Bayern und Polen. Sie deuten auf die Landshuter Hochzeit hin, auf der Herzog Georg von Wittelsbach 1475 Hedwig von Polen heiratete. Das Georgstor ist aber erst 1494 errichtet worden. Vor dem Tor führt eine Holzbrücke über den Graben. Ursprünglich befand sich hier eine Zugbrücke.
Das Georgstor unterlag spezieller Bewachung. Ab hier war der Zugang nur höher gestellten Personen, sowie Bediensteten gestattet. Wer ohne Erlaubnis innerhalb der Burg erwischt wurde, musste mit harten Strafen rechnen. Es drohte der Abschnitt beider Ohren (man vermutet, dass die Redewendung "einem die Ohren langziehen" seinen Ursprung in dieser Bestrafungsart hat).
Hinter dem Georgstor eröffnet sich der Blick auf einen schmalen Burghof mit mehreren Gebäuden. An der Ostseite liegt ein Abgang in die Stadt, der schon im Mittelalter existent war. Er verlief innerhalb der Stadtmauern und musste daher nur bedingt gesichert werden. Der Zugang wird durch das Stephanstor gesichert, an dem der Stephansturm aus dem 13. Jahrhundert steht. Schießscharten in der Wehrmauer gaben die Möglichkeit Feinde vor dem Tor anzugreifen. Bei dem Eingang handelt es sich um den ältesten, erhaltenen Zugangsweg zwischen Stadt und Burg.
Das längliche Gebäude am Tor beherbergte ursprünglich das Quartier der Reiter und Fuhrknechte. Der heutige Kiosk und die Toiletten waren ursprünglich die Wohnungen der Arbeiter im Marstall. 2003 hat man eine Pferdeschwemme gefunden, die im Straßenbelag zu erkennen ist. Der herzogliche Marstall und die Pfisterei (Bäckerei) von 1478 standen ursprünglich an der Stelle des heutigen Kaffees. Daneben befand sich das alte Brauhaus. Im herzoglichen Marstall waren ursprünglich über 100 Pferde untergebracht. Die Bauwerke wurden im 18. Jahrhundert abgerissen, um einen Exerzierplatz zu schaffen.
Der Hof ist heute noch von einer Wehrmauer umgeben. Diese war ursprünglich bedeutend höher. Die ursprüngliche Höhe lässt sich noch hinter dem Georgstor auf der rechten Seite erkennen.

Außenanlage am Eggenberg
Die Kernburg weist nach außen hin eine Zwingeranlage auf, die sie in alle Richtung schützte. Sie ist mit der Stadtmauer verbunden und besitzt nach Westen noch einen langen Wehrgang, der zum Batterieturm am Wöhrsee führt. Der mächtige Turm, Pulverturm genannt, diente als Rondellturm und konnte das gesamte Tal westlich der Burg unter Beschuss nehmen. Zusammen mit der Festung geriet der Gegner auf dieser Seite ins Kreuzfeuer, wodurch eine versuchte Belagerung von Westen her zu erheblichen Verlusten geführt hätte.
Der Pulverturm wird erstmals 1533 urkundlich genannt. Im Kellergeschoss wurde ein Brunnen angelegt, damit die Turmmannschaft bei einer Belagerung unabhängig versorgt war. Die Mauern sind bis zu 5 m dick. Der Turm besitzt vier Stockwerke und steht auf dem Eggenberg. Er war vermutlich nur von der Kernburg aus zugänglich.
Zwischen Pulverturm und Kernburg befinden sich noch das Wöhrtor und der Changierturm.
Hauptburg / Erster Burghof
Die Hauptburg, bzw. Kernburg bildet das Ende des langgezogenen Bergkamms und steht auf der Spitze des Sporns. Nach außen gibt es mehrere Wehrmauern, also Zwingeranlagen, die die Burg zur Stadt hin schützten. Zwischen Kernburg und ersten Vorhof ist ein mächtiger Graben, der 8 m tief und 27 m breit ist. Der Graben ist ummauert, damit er nicht von den Seiten begangen werden konnte. An der Ostseite findet man einen 50 m tiefen Brunnen, über dessen Bedeutung heute nur wenig bekannt ist. Eine Holzbrücke auf steinernen Pfeilern verbindet die Kernburg mit dem ersten Vorhof. Am Tor lassen sich die Lauflöcher einer Zugbrücke erkennen, die ursprünglich den Eingang schützte.
Die Kernburg, auch inneres Schloss genannt, besteht aus einem Gebäudekomplex mit einem Innenhof. Der Innenhof ist recht verwinkelt und wird durch einen Bogen unterteilt, sodass der Eindruck entsteht, dass es sich um zwei Höfe handle. Direkt am Eingang steht der Bergfried, der zusammen mit der Schildmauer die Burg vor Geschossen schützte. Davor errichtete man einen großen Torbau mit Fallgitter und Zugbrücke (heutige Eingang). In dem Torbau befand sich die Wachtstube von 1480. Direkt dahinter eröffnet sich der Blick auf den Bergfried.
Der runde Bergfried ist das höchste und eines der ältesten Gebäude der Kernburg. Ursprünglich flankierte er das mittelalterliche Eingangstor, das sich rechts neben ihm befindet. Das Tor wird auch Elisabethentor oder inneres Burgtor genannt. Mit der Erfindung von Geschützen entstand der Torbau davor, damit das Elisabethentor nicht eingeschossen werden konnte.
Hinter dem Elisabethentor beginnt die Kernburg. Über die Jahrhunderte hat sie ihr charakterliches, mittelalterliches Aussehen beibehalten. Zuletzt wurde sie im 16. Jahrhundert verändert. Die Ostseite, also links vom Eingang, wird durch den Dürnitzstock, die Schatzkammer und die innere Schlosskapelle eingenommen. Die Westseite, also rechts vom Eingang, beherbergt die Kemenaten und weitere Wohnräume. Am Ende des Hofes steht der Palas. Die Innenseite des Elisabethentor trägt heute noch eine Malerei aus dem 16. Jahrhundert. Diese zeigt eine Szene der Heiligen Drei Könige. Darüber ist der Wehrgang erkennbar, der auf der 3 m dicken Schildmauer ruht und über den Bergfried zugänglich war.
In der Mitte des Hofes trennt ein Bogen den Hof in zwei Bereiche. Dieser Bogen ist unter dem Namen Schwibbogen bekannt und trägt die Jahreszahl 1523. Er ist wahrscheinlich wesentlich älter. Das Datum verweist auf das Hochzeitsjahr von Herzog Wilhelm IV. von Bayern und Jakobäa von Baden. Es zeigt das bayerische und das badische Wappen.

Dürnitzstock
Die linke Seite des Burghofs (Ostseite) wird durch den mächtigen Dürnitzstock dominiert. Um 1260 wurde Burg Burghausen abgebrochen und neu errichtet. Aus dieser Zeit stammt der Dürnitzstock, der zum Teil auf alten Fundamenten steht. Während archäologischen Untersuchungen 2002 stieß man auf zahlreiche Fundamente der Vorgängerburg, die sich an selbiger Stelle befand. Die Reste lassen sich heute im Keller finden, der eigens dafür in ein Besucherzentrum umgewandelt wurde. Der eindrucksvolle Raum weist ein Kreuzrippengewölbe aus dem 15. Jahrhundert auf, das auf achteckigen Säulen ruht. Ursprünglich befand sich hier ein großes Lager für Nahrungsmittel, das ursprünglich den Namen Zehrgaden trug. Die Außenmauern sind mehrere Meter dick, sodass im Kellergewölbe eine konstant gleichbleibende Temperatur (ideal für Lagerung) entstand.
Das erste Obergeschoss diente ursprünglich als Speisesaal mit Küche. Hier speisten die herzogliche Familie und der Hofstaat. 1509 wird in einem Dokument erwähnt, dass in dem Raum 38 Tische standen. In dem zweiten Obergeschoss befand sich ab dem 15. Jahrhundert ein Tanzsaal, der durch die Garnison im 19. Jahrhundert stark verändert und zerstört wurde. Das heutige Dachgeschoss mit dem Satteldach wurde erst im 18. Jahrhundert errichtet. Ursprünglich trug der Bau ein Flachdach mit Zinnen, von dem über die Zwingeranlagen hinweg die Burg verteidigt werden konnte.

Schatzkammer und Burgkapelle St. Elisabeth
An der südlichen Stirnseite des Dürnitzstocks schließt die ehemalige Schatzkammer an. Hier lagerten jahrhundertelang die Reichtümer der reichen Herzöge von Bayern-Landshut. Die Burg war für eine lange Zeit der sicherste Ort im Lande, sodass sich das Gebäude dafür anbot. Leicht versetzt schließt an die Schatzkammer die innere Burgkapelle St. Elisabeth an. Sie ist von 1255 und wurde im 15. und 16. Jahrhundert umgebaut. Der Altar stammt von 1524. Im Inneren lassen sich noch Fresken an der Decke erkennen, die aus dem 14. Jahrhundert stammen. Die Glocke im Turm wurde 1474 gegossen und dort aufgehängt. Zu der Kapelle gab es einen direkten Zugang zu den Gemächern der herzoglichen Familie im Palas.

Palas
Eines der ältesten Gebäude ist der Palas, bzw. Fürstenbau. Das Bauwerk nimmt die Südseite des Hofs ein und bildet das südliche Ende der Burg. Im Erdgeschoss lässt sich der spätromanische Ursprung erkennen, der unter Herzog Heinrich XIII. entstanden ist. Die Außenmauern sind teilweise älteren Ursprung und stammen aber aus dem 12. Jahrhundert. Im Inneren stößt man auf große Kreuzrippengewölbe im Erdgeschoss. Das erste Obergeschoss beherbergte die Gemächer des Herzogs und war über eine Freitreppe vom Burghof zugänglich. Die heutige Freitreppe stammt von 1484 und wurde vermutlich 1533 verändert. Die oberen Stockwerke sind erst später entstanden und weisen einen spätgotischen Stil auf. Die Decken ruhen teilweise auch schweren Eichenbalken und Deckenhölzern, die noch original sind. Auch haben sich einige Erker erhalten.
Über den Gemächern des Herzogs wohnte im zweiten Obergeschoss die Herzogin. Auch ihre Gemächer sind spätgotisch und stammen aus der Zeit.

Kemenate
Die Kemenate nimmt die gesamte Westseite der Kernburg ein. Das große Bauwerk besitzt vier Stockwerke und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Außenmauern sind recht dick. Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss haben sich Kreuzgratgewölbe und Netzgewölbe erhalten. Die oberen Geschosse wurden im 16. Jahrhundert verändert und weisen Holzdecken und Holzbalken auf. Heute beherbergen die Räumlichkeiten das Stadtmuseum und stellen zahlreiche Exponate aus. Sehenswert sind vor allem Modelle der Burg und zahlreiche Gemälde aus der bayerischen Landesgeschichte.

Fazit
Burg Burghausen gehört zu den eindrucksvollsten Burganlagen des Landes. Ihre Baugeschichte reicht 1200 Jahre zurück und viele Elemente aus unterschiedlichen Epochen sind größtenteils original erhalten geblieben. Heute unterliegt die Anlage unterschiedlichen Nutzungen und ist teilweise sogar privat bewohnt. Museen, Cafés, Gastronomie und eindrucksvolle Wehrelemente laden zu einem langen Besuch ein. Sehenswert ist vor allem die Kernburg, die durch ihre Enge und den verwinkelten Hof das Aussehen einer typischen, mittelalterlichen Burg widerspiegelt. Aufgrund ihrer Weitläufigkeit ist die Anlage nur selten überlaufen oder stark besucht. Die meiste Zeit sind nur wenige Besucher zugegen, sodass man die 1051 m lange Anlage in Ruhe besichtigen kann. Ein Besuch lohnt sich!

Historie

Der Ursprung von Burg Burghausen liegt in der Bronze- und Eisenzeit. An der Spornspitze, wo heute die Kernburg steht, stand zu dieser Zeit eine Siedlung. Bei archäologischen Untersuchungen 2004 stieß man auf Scherben aus der Zeit von 1600 v. Chr. und auf keltische und römische Funde, die auf eine längere Nutzung hinweisen.
Ab dem 8. bis zum 10. Jahrhundert stand an der Stelle der heutigen Kernburg eine kleine Befestigung, die zur Überwachung der Schifffahrt diente. Aus der Zeit stammen mehrere Fundamente.
Erstmals schriftlich erwähnt wird die heutige Burg Burghausen 1024. Sie diente als Reichsburg unter Herzog Heinrich V. von Bayern und war Sitz der Grafen von Burghausen. Um 1090 wird ein Palas genannt. Mit dem Erhalt des Marktrechts 1130 begann der Aufstieg der Siedlung und damit auch der Burg. Es entstand schon 1140 die Jakobskirche.
1168 starb mit Gebhard II. von Burghausen das Geschlecht aus. Die Anlage ging mit umliegenden Ländereien an derer von Wittelsbach. Einige Bereiche der Herrschaft wurden an Babenberg vererbt. Unter Otto I. von Wittelsbach, erster Herzog von Bayern, wurde ab ca. 1180 Burg Burghausen deutlich erweitert. Schon 1235 lag im Schatten der Burg an der Salzach ein größerer Ort, der in jenem Jahr Stadtrechte erhielt. In den Folgejahren entwickelte sich Burg Burghausen zum Zweitwohnsitz der Herzöge von Niederbayern und gehörte damit zu den wichtigsten Burgen des Landes. Herzog Heinrich XIII. veränderte ab 1255 die Anlage großflächig und errichtete die älteste, gotische Kirche Südbayerns.
1392 kam es zur Teilung der Linie. Es entstand die Familienlinie Bayern-Landshut, von denen Heinrich, Ludwig und Georg die Burg großzügig ausbauten. Sie alle entstammten der Wittelsbacher Linie und besaßen recht üppige finanzielle Mittel. Die Anlage wurde massiv verstärkt und erhielt ihr heutiges Bild als frühe Festung. Grund waren die im 15. Jahrhundert aufstrebenden Türken, die immer weiter nach Europa vordrangen.
Unter Albrecht IV. von Bayern wurde nach der Beilegung des Landshuter Erbfolgekriegs die Burg unbedeutend. Sie bekam den Titel "Prinzenwohnsitz" und war Residenz der Söhne von Herzog Albrecht von Bayern. In der Folgezeit baute man die Anlage weiter aus. Sie verlor ihren Status als Wohnburg und sollte zukünftig als Festung dienen. Die großen Burghöfe, sowie unzählige Gebäude, die als Lagerraum dienen konnten, boten sich dafür an. Vor allem im 30-jährigen Krieg begann man mit der Verstärkung der Mauern, um die Burg gegen Angriffe der 1632 sich nähernden Schweden zu wappnen. Sie galt als uneinnehmbar, sodass man politisch und militärisch wichtige Persönlichkeiten hier einsperrte. Gustav Graf Horn, der schwedische Feldmarschall, wurde von 1634 bis 1641 hier inhaftiert.
Im 18. Jahrhundert begann man die Außenwerke im Festungsbaustils von Vauban umzubauen. Die Auseinandersetzungen im Österreichischen Erbfolgekrieg (1740 bis 1748) sorgten dafür, dass Burghausen 1763 zur Garnisonsstadt erklärt wurde. Die Garnison wurde auf der Festung untergebracht.
1779 wurden nach den Bayerischen Erbfolgekriegen viele Bereiche an das Herzogtum Österreich übergeben. Die Salzach wurde somit zur Grenze und die Burg zu Grenzfestung. Unter der Besatzung Napoleons wurden zur eigenen Machtsicherung 1800 und 1801 die Außenwerke, die die Burghöfe zum Bergrücken hin schützten (Nordseite) abgerissen. Durch diese Maßnahme wurde die Festung nicht mehr nutzbar. 1809 hat Napoleon I. die Anlage für militärische Nutzungen aufgegeben. Aus seiner Sicht galt Burghausen mit ihrem vaubanischen Baustil und ohne den Schutz nach Norden als völlig veraltet. Die Garnison erhielt die Erlaubnis die Anlage umzubauen und Teile privat zu verkaufen. 1891 löste man schließlich die Garnison auf. Ursprünglich sollte die Anlage abgerissen werden, was durch Bürger der Stadt verhindert wurde.
Schon 1896 begann man mit der Renovierung der Kernburg. Durch großzügige Veränderungen und historische Unwissenheit entfremdete man das Bild der Anlage stark. Seit ca. 1960 wird sie immer wieder saniert und instand gehalten. Änderungen aus dem 19. und dem 20. Jahrhundert werden mittlerweile beseitigt. Davon bleiben nur private Bereiche verschont, die heute direkt von der Bayerischen Schlösserverwaltung an Bewohner der Stadt vermietet sind.
Im Zuge der Landesgartenschau Bayerns 2004 kam es im Voraus (2002 bis 2004) zu sehr umfangreichen Sanierungsmaßnahmen, bei denen auch archäologische Untersuchungen stattgefunden haben. Hintergrund war die Vorbereitung der Burg als große Ausstellungsfläche für die Landesgartenschau. Bei den Grabungen stieß man auf zahlreiche Funde, die heute im Museum zu besichtigen sind.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Vom Münchner Ring A99 am Kreuz München-Ost auf die A94 und weiter über die B12 Richtung Haag in Oberbayern. Bei Marktl auf die B20 wechseln und Richtung Burghausen fahren. In Burghausen an der Kreuzung, wo die B20 nach rechts abbiegt weiter geradeaus fahren und links in die Burgstraße einbiegen. Auf dem Parkplatz vor der Burg parken.

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Sonstige Einrichtungen

In der Burg sind unterschiedliche Museen zu finden. Neben der Kernburg sollte man sich das Foltermuseum ansehen.

Gastronomie

In der Burg gibt es mehrere Gastronomien.

Legenden

Der eingemauerte Koch
1475 zog nach der Landshuter Hochzeit die Herzogin Hedwig zusammen mit Herzog Georg dem Reichen auf die Burg Burghausen. Herzog Georg ließ die Kemenaten erweitern und integrierte die Bauernstuben, die von 1250 stammen und zu den ältesten Bereichen der Burg gehören. Die Mauern dieses Raumes sind 164 cm dick. 1778 beschrieb Anton Glonner die Mauer, weil er eine Sage gehört hat, nach der ein Koch hier eingemauert wurde.
Einer Sage nach wurde ein Koch im Schloss lebendig eingemauert, weil man vermutete, dass er die hohen Herrschaften vergiften wollte. Grund soll eine verbotene Liebschaft zu einer der hohen Damen gewesen sein. An der Stelle, an der er eingemauert wurde, wurde ein Bild gemalt, dass den eingemauerten Koch darstellt. Später wurde das Bild übermalt. Ein Oberst Baumgarten ließ die Mauer einbrechen. Man fand eine Öffnung, die für einen Menschen groß genug war. Am Boden waren vermoderte Dinge gefunden worden, aber keine Knochen.

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Literatur

- Informationstafeln vor Ort
- Brigitte Langer, "Burg zu Burghausen", Bayerische Schlösserverwaltung, ISBN:3-932982-54-1

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 20.09.2014

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