Alvensleben, Veltheimsburg

Burg Alvensleben, Veltheimsburg

Deutschland / Sachsen-Anhalt

Auf einem sachten Sporn oberhalb des Bebertals liegt das Schloss Alvensleben. 1179 wird erstmalig hier eine mittelalterliche Burg genannt. Ursprünglich bestand die Anlage aus drei Burgen, die nahe beieinander lagen. Die Ritterburg ist vollständig verschwunden, die Markgrafenburg wurde im 19. Jahrhundert zu einem neoromanischen Schloss umgebaut und von der Bischofsburg steht nur noch der Bergfried. Heute stößt man auf den großen Schlossbau, in dessen Garten ein Mauerrest und der Bergfried stehen. Der Bergfried ist ein eindrucksvoller Turm von 26 Meter Höhe mit drei Meter starken Außenmauern. Von seiner Spitze eröffnet sich eine weite Aussicht über die Umgebung. Ein Besuch der Anlage lohnt sich.

Adresse

Burg Alvensleben, Veltheimsburg
Burgstr.
39343 Bebertal-Alvensleben
Parken: an Straße, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine, Schloss
Burgtyp: Niederungsburg
Nutzung: Gastronomie, Standesamt, Privat
Lage: 117 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:20-19:22 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Ganzjährig
Burg: offen
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Eintrittspreise: Burg: frei
Turm: kostenpflichtig
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Baubestand & Beschreibung

Burg Alvensleben befindet sich in Privatbesitz. Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der Bewohner und halten Sie sich an die Öffnungszeiten..
Burg Alvensleben, auch bekannt als Veltheimsburg, befindet sich am nordwestlichen Ende des Ortes Bebertal. Im Laufe der Jahrhunderte ist der Ort bis an die Burg gewachsen, so dass sie eingerahmt von Stadt und Weiden sich von ihrer Umgebung nur durch ihre höhere Lage abhebt.
Das Burgareal bestand einst aus drei Burgen. Dazu gehörten die Bischofsburg Alvensleben, die Markgrafenburg, später Veltheimsburg und die Ritterburg, auch Musikenburg genannt.
Die Ritterburg wurde einst zum Schutz der Bischofsburg in unmittelbarer Nähe dieser errichtet. Ihr Name Musikenburg hat sie den zahlreichen Festen zu verdanken, die nach einer Sage Tag und Nacht in der Burg stattgefunden haben sollen. Die Anlage ist spurlos verschwunden. Man vermutete sie an verschiedenen Stellen, stieß aber nie auf Funde. Es wurden im hinteren Bereich des Grundstücks Mauern ergraben und mit fünf Meter Höhe wieder aufgebaut. Man vermutet hier den Standort der Ritterburg. Die Bischofsburg nahm den südlichen Part ein. Zu ihr gehören der Bergfried und die ausgegrabenen Reste im südlichen Teil des Gartens. Die Markgrafenburg befand sich im Norden. Die Ruine und das Schloss sind Reste der Markgrafenburg. Das Schloss steht auf alten Grundmauern und wurde im 19. Jahrhundert neoromanisch wieder aufgebaut.
Drei wesentliche Elemente sind heute noch existent. Hierzu gehört vor allem das Schloss, das im neoromanischen Stil den Schlossgarten nach Norden hin einrahmt. Es beherbergt ein kleines Café, sowie ein Standesamt. Treppentürme und wuchtige Ausbauten an der nördlichen Fassade begrüßen den Besucher und laden ihn zum Begutachten und Bestaunen ein. Der verzierte Ausbau im neoromanischen Stil spiegelt zahlreiche Details wider, die von kleinen Türmchen, bis zu einem Taubenschlag reichen. Eck- und Bogenverzierungen geben der Fassade ein eindrucksvolles Auftreten und erinnern im Entfernten an das einstige, vermutete Aussehen der Markgrafenburg.
Hinter dem Schloss eröffnet sich der Blick auf den Garten. Hier befand sich ein weiterer Bau der Markgrafenburg, dessen Ruine heute noch erhalten ist. Es lassen sich noch deutlich Fenster und Türbögen, sowie stabile und dicke Mauern erkennen. Existent sind noch eine Ecke mit auskragenden Mauern, sowie Bodenfundamente. Wege führen um die Überreste und geben dem Besucher die Möglichkeit es sich von allen Seiten anzusehen.
Inmitten des Gartens stößt man auf den Bergfried der Burganlage. Er ist das einzige, vollständig erhaltene Element der Burg. Hinter der vollkommen zugewachsenen Fassade ist noch der Eingang in hoher Höhe zu erkennen. Der Bergfried gehört zur ehemaligen Bischofsburg, die nahtlos an die Markgrafenburg anschloss. Zu seinen Füßen wurden die Fundamente einiger Gebäudereste ergraben, die auf einen relativ engen Zusammenstand der Gebäude hindeuten. Für eine kleine Gebühr gibt es die Möglichkeit den Bergfried zu erklimmen. In seinem Inneren stößt man auf den ehemaligen Eingang, sowie auf eine Plattform auf seiner Spitze. Von hier eröffnet sich eine Aussicht über Burg und Umgebung. Es lassen sich deutlich die Dimensionen der einstigen Anlagen erkennen und nachvollziehen.
Von der Atmosphäre her ist Burg Alvensleben, Veltheimsburg sehr angenehm. Die Anlage lädt mit dem gut gepflegten Park, den Ruinen und dem Turm, sowie den Ausgrabungen und Resten an mehreren Stellen sehr zum Umherwandern, Verweilen und Erkunden ein.

Historie

Die Burganlage bestand einst aus drei Burgen. Erste nachgewiesene Burg ist die Burg Alvensleben. Sie wird erstmals 1179 in einer Urkunde als Sitz der Halberstädter Bischöfe erwähnt. 1257 wird sie Lehnsburg des Erzbistums Magdeburg. Die Markgrafen von Brandenburg waren ab 1259 als Lehnsleute des Bischofs eingesetzt und verweilten eine Zeit auf der Burg. Mit dem Aussterben der askanischen Markgrafenlinie durch Heinrich II. im Jahre 1320 wird die Anlage 1322 verpfändet. In der Zeit von 1534 bis 1598 ist die Bischofsburg im Besitz von Gebhard XVII. von Alversleben und seinen Söhnen Ludolf X., sowie Joachim I. Sie stellten die bereits stark verfallenen Gebäude wieder her. 1598 wird sie von den Magdeburger Domkapitel übernommen und zur Residenz umfunktioniert.
Ab 1649 beginnt der Verfall. Das Amt wurde in die Stadt verlegt, die Burg wurde von der Bevölkerung abgebrochen. Erhalten geblieben ist nur der Bergfried.
Der Rittersitz zur Bischofsburg wurde im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war Schutzburg der Bischofsburg. Der Bau geht auf Gebhard I. von Alvensleben zurück. 1263 sind die Herren von Bärwinkel Besitzer. Die Familie stirbt im 15. Jahrhundert aus. Nach ihnen verfällt die Burg und verschwindet schließlich spurlos.
Die Markgrafenburg stammt von 1245 und wurde von derer von Brandenburg als nördlicher Teil der Befestigungsanlage errichtet. Sie geht 1439 in den Besitz der Herren von Veltheim über, nach denen die Burg später benannt wird. Das Schloss stammt aus dem Jahre 1883 und liegt an der Nordseite des Grundstücks. 1945 wird die Familie enteignet.
Nach dem Krieg wird das Schloss als Kinder- und Jugendheim, sowie als Schule genutzt. Heute befindet sich die Burg größtenteils im Besitz der Familie Neddermeyer.

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Anfahrt

Burg Alvensleben befindet sich in Bebertal, unweit der A2. Über die Ausfahrt"Eisleben" über die B245 direkt nach Bebertal. In der Mitte des Ortes trennen sich die Fahrspuren der Bundesstraße. Direkt an dem Punkt, an dem sie wieder zusammengeführt werden, fährt man links in die "Burgstraße". Diese endet vor dem Zugangstor der Burganlage.

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sonstige Bemerkungen

Angeblich soll sich unter dem Schlosspark ein Labyrinth aus Gängen befinden. Weitere Informationen, sowie Zeichnungen aus dem 19. Jahrhundert und Grundrisse finden Sie auf Wikipedia.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 01.04.2007


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